Städtisches Schulgebäude St. Andrä: Unterschied zwischen den Versionen
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== Baugeschichte == | == Baugeschichte == | ||
Gegen Ende des [[19. Jahrhundert]]s platzte die Volksschule für diesen Schulbezirk durch starke Zuwanderung in den rechtsseitigen Stadtteil aus allen Nähten. Die Volksschule hatte zwei Klassen und war im [[Collegium Virgilianum]] im [[Priesterhaus]] in der [[Dreifaltigkeitsgasse]] 12 untergebracht. | Gegen Ende des [[19. Jahrhundert]]s platzte die Volksschule für diesen Schulbezirk durch starke Zuwanderung in den rechtsseitigen Stadtteil aus allen Nähten. Die Volksschule hatte zwei Klassen und war im [[Collegium Virgilianum]] im [[Priesterhaus]] in der [[Dreifaltigkeitsgasse]] 12 untergebracht. | ||
[[Bild:2022_09_07_Städtisches_Schulgebäude_St._Andrä_Faberstraße_8_Salzburg_2.jpg|thumb|Das Städtische Schulgebäude St. Andrä [[Faberstraße]] 8 im [[Andräviertel]], Detail über dem Eingangsportal]] | |||
[[1889]] beschloss der [[Salzburger Gemeinderat]] am [[20. Jänner]] die Errichtung eines Städtischen Schulgebäudes für die Volksschule für Knaben- und Mädchen (heute [[Volksschule St. Andrä]]) und einer [[Bürgerschule]] für Knaben (heute [[Neue Mittelschule Campus Mirabell]]) auf einem Grundstück der [[Stadt Salzburg (Gebietskörperschaft)|Stadtgemeinde]] an der [[Hubert-Sattler-Gasse]], mit seitlichen Zugängen von der [[Haydnstraße]] im Osten und von der [[Faberstraße]] im Westen. Das Städtische Schulgebäude neben der [[Stadtpfarrkirche St. Andrä]] wurde in den Jahren [[1891]] bis [[1893]] nach Plänen von [[Franz Drobny]] im Stil der [[Gründerzeit]] um 300.000 [[Gulden|fl.]] erbaut. [[1893]] fand am [[11. September]] die Schlusssteinlegung statt und am [[16. September]] um 9 Uhr begann der Unterricht in beiden Schulen. | [[1889]] beschloss der [[Salzburger Gemeinderat]] am [[20. Jänner]] die Errichtung eines Städtischen Schulgebäudes für die Volksschule für Knaben- und Mädchen (heute [[Volksschule St. Andrä]]) und einer [[Bürgerschule]] für Knaben (heute [[Neue Mittelschule Campus Mirabell]]) auf einem Grundstück der [[Stadt Salzburg (Gebietskörperschaft)|Stadtgemeinde]] an der [[Hubert-Sattler-Gasse]], mit seitlichen Zugängen von der [[Haydnstraße]] im Osten und von der [[Faberstraße]] im Westen. Das Städtische Schulgebäude neben der [[Stadtpfarrkirche St. Andrä]] wurde in den Jahren [[1891]] bis [[1893]] nach Plänen von [[Franz Drobny]] im Stil der [[Gründerzeit]] um 300.000 [[Gulden|fl.]] erbaut. [[1893]] fand am [[11. September]] die Schlusssteinlegung statt und am [[16. September]] um 9 Uhr begann der Unterricht in beiden Schulen. | ||
== Geschichte == | == Geschichte == | ||
[[1901]] besichtigte Kaiser [[Franz Joseph I.]] das Schulhaus<ref>[ | [[1901]] besichtigte Kaiser [[Franz Joseph I.]] das Schulhaus<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sch&datum=19010719&query=%22St%c3%a4dtisches%22+%22Schulgeb%c3%a4ude%22&ref=anno-search&seite=2 anno.onb.ac.at, [[Salzburger Chronik]], 19. Juli 1901]</ref> anlässlich seines Besuchs in Salzburg zur Enthüllung des [[Kaiserin-Elisabeth-Denkmal|Kaiserin-Elisabeth-Denkmals]]. Im selben Jahr erhielt der Zeichen- und Physiksaal elektrisches Licht. Die übrigen Räume wurden weiterhin mit Gaslicht erhellt. | ||
Ein besonderer Termin in der Geschichte des Städtischen Schulgebäudes St. Andrä war der [[21. September]] [[1909]]. An diesem Tag fand ein Vortrag von [[Albert Einstein]] im Turnsaal der Schulen statt. Einstein stellte vor den damals führenden Physikern und Mathematikern aus aller Welt zum ersten Mal öffentlich seine Relativitätstheorie vor. Rahmen dieser Veranstaltung war die sogenannte "''Versammlung der deutschen Naturforscher und Ärzte''", die jedes Jahr an einem anderen Ort stattfand. | Ein besonderer Termin in der Geschichte des Städtischen Schulgebäudes St. Andrä war der [[21. September]] [[1909]]. An diesem Tag fand ein Vortrag von [[Albert Einstein]] im Turnsaal der Schulen statt. Einstein stellte vor den damals führenden Physikern und Mathematikern aus aller Welt zum ersten Mal öffentlich seine Relativitätstheorie vor. Rahmen dieser Veranstaltung war die sogenannte "''Versammlung der deutschen Naturforscher und Ärzte''", die jedes Jahr an einem anderen Ort stattfand. | ||
[[Datei:Salzburg Andraeschule Lazarett Erster Weltkrieg.jpg|thumb| Das Städtische Schulgebäude St. Andrä]war im [[Ersten Weltkrieg]] ein Rot-Kreuz-Spital. In der zweiten Reihe links die erste Schwester war [[Otto Scholz|Hedwig Scholz]], die Großmutter des Salzburger Fachmanns für Motorradgeschichte [[Helmut Krackowizer]], ganz rechts Mutz Scholz, ihre Schwester.]] | |||
Im [[Ersten Weltkrieg]] wurde das Gebäude in ein [[Rotes Kreuz Salzburg|Rot-Kreuz]]-Spital umgewandelt. Die Schulkinder übersiedelten in das [[Handelsakademie Salzburg#Standorte|Handelsschulgebäude]] an der [[Paris-Lodron-Straße]]. | Im [[Ersten Weltkrieg]] wurde das Gebäude in ein [[Rotes Kreuz Salzburg|Rot-Kreuz]]-Spital umgewandelt. Die Schulkinder übersiedelten in das [[Handelsakademie Salzburg#Standorte|Handelsschulgebäude]] an der [[Paris-Lodron-Straße]]. | ||
[[1923]] wurde im Gebäude ein öffentliches Bad eingerichtet, damit alle Schüler einmal monatlich ein warmes Duschbad nehmen können. Dieses wurde später noch bis [[1. Juli]] [[2002]] als | [[1923]] wurde im Gebäude ein öffentliches Bad eingerichtet, damit alle Schüler einmal monatlich ein warmes Duschbad nehmen können. Dieses wurde später noch bis [[1. Juli]] [[2002]] als "Wannen- und Brausebad St. Andrä" geführt, das letzte städtische öffentliche [[Salzburger Badehäuser|Badehaus]]. | ||
Drei Jahre später war elektrische Beleuchtung in allen Räumen vorhanden. | Drei Jahre später war elektrische Beleuchtung in allen Räumen vorhanden. | ||
[[1927]] wurde der Begriff " | [[1927]] wurde der Begriff "Bürgerschule" in "[[Hauptschule]]" geändert. | ||
Im [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] wurde das Gebäude durch einen [[Bomben auf Salzburg|Bombentreffer]] schwer beschädigt. Erst am [[22. Oktober]] [[1945]] konnte der Unterricht wieder aufgenommen werden. [[1948]] wurden die Kriegsschäden beseitigt (Baukosten 875.000 [[Schilling|öS]]).<ref>[[Matthias Laireiter|Laireiter, Matthias]]: ''Im Dienste der Jugend. Erziehung und Schule im Bundesland Salzburg von 1945 bis 1963''. Hrsg. vom [[Landesschulrat für Salzburg]]. Salzburg 1965, S. 118.</ref> | Im [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] wurde das Gebäude durch einen [[Bomben auf Salzburg|Bombentreffer]] schwer beschädigt. Erst am [[22. Oktober]] [[1945]] konnte der Unterricht wieder aufgenommen werden. [[1948]] wurden die Kriegsschäden beseitigt (Baukosten 875.000 [[Schilling|öS]]).<ref>[[Matthias Laireiter|Laireiter, Matthias]]: ''Im Dienste der Jugend. Erziehung und Schule im Bundesland Salzburg von 1945 bis 1963''. Hrsg. vom [[Landesschulrat für Salzburg]]. Salzburg 1965, S. 118.</ref> | ||
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== Gedenktafeln == | == Gedenktafeln == | ||
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Datei:Gedenktafel_Albert_Einstein.jpg|Gedenktafel für [[Albert Einstein]] (* [[14. März]] [[1879]]; † [[18. April]] [[1955]]); in der Faberstraße Nr. 3 auf der Andrä-Schule | Datei:Gedenktafel_Albert_Einstein.jpg|Gedenktafel für [[Albert Einstein]] (* [[14. März]] [[1879]]; † [[18. April]] [[1955]]); in der Faberstraße Nr. 3 auf der Andrä-Schule | ||
Datei:Gedenktafel_Josef_Reischenb%C3%B6ck.JPG|Gedenktafel für [[Josef Reischenböck]] (* [[23. März]] [[1890]] in der [[Stadt Salzburg]]; † [[7. Mai]] [[1943]] in [[Justizvollzugsanstalt München-Stadelheim]]); in der Faberstraße Nr. 3 auf der Andrä-Schule | Datei:Gedenktafel_Josef_Reischenb%C3%B6ck.JPG|Gedenktafel für [[Josef Reischenböck]] (* [[23. März]] [[1890]] in der [[Stadt Salzburg]]; † [[7. Mai]] [[1943]] in [[Justizvollzugsanstalt München-Stadelheim]]); in der Faberstraße Nr. 3 auf der Andrä-Schule | ||
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[[Kategorie:Andräviertel]] | [[Kategorie:Andräviertel]] | ||
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[[Kategorie:historisches Gebäude]] | [[Kategorie:historisches Gebäude]] | ||
[[Kategorie:Gebäude Stadt Salzburg]] | [[Kategorie:Gebäude Stadt Salzburg]] | ||
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