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Dieser Artikel schildert die Geschichte der '''Holztrift im Saalachtal'''.

== Geschichte ==

Für die [[Salz]]<nowiki>gewinnung</nowiki> in der [[Saline Reichenhall]] wurde [[Holz]] hauptsächlich aus den [[Saalach­tal]]er "Sudwäldern" geliefert. In Zeiten der [[Schnee]]<nowiki>schmel­ze</nowiki> und nach starken [[Regen]]<nowiki>güs­sen</nowiki> wurde das [[Fichte]]<nowiki>nholz</nowiki> auf der [[Saalach]] ins [[Bayern|Bayerische]] be­fördert. Mit dem Bau des [[Saal­achkraftwerk]]s und des [[Stausee Reichenhall|Stau­sees]] in [[Bad Reichenhall |Reichenhall]] wurde dann [[1911]] die Trift auf der Saalach eingestellt. In rund tausend Jahren Praxis hat­te sie sich zu einer hohen Kunst entwickelt, mit einer ausgeklü­gelten Logistik, ganz ohne Tele­fon oder Funkgerät.

== Holzfällen, Aufbereiten, Transportieren, Triften ==
Das Thema Wald beschäftigte über die Jahrhunderte viele Berufszweige, Holz- und Triftmeister, Holzschaffer und Grießmeister, Bauern, Holzknechte, Tagelöh­ner. Getriftet wurde auf dem 75 Kilometer langen Triftwasser der Saalach vom [[Glemmtal]] über [[Saalfelden]] nach [[Unken]] bis nach Reichenhall.

Die abgeschnittenen Stäm­me schlugen an Felsen, wirbel­ten herum in den schäumenden Wogen und es muss wohl ein Höllenlärm gewesen sein, wenn das eingeworfene Brennholz durch die Klammen der Seiten­bäche rumpelte. Da bildeten sich gewaltige Wasserstrudel auch bei der [[Teufelsschlucht]] in Lofer. Schon der Name verrät diese gefürch­tete Strecke. Die Trift­knechte wurden dabei oft zum Spielball der Natur. Der Schwall des Wassers verschlang das Holz - und auch so manchen Arbeiter. An kriti­schen Stellen versuchten Män­ner mit ihren langen Stöcken, den Griesbeilen, Verklausun­gen zu lösen - ein brandgefähr­liches Unternehmen.

Die Holztrift war eine anstrengende und kalte Arbeit. Im Wasser stehend, muss­te das Holz an zähen Fließstre­cken weiterbewegt werden. Die Trift war auch ein Kampf gegen die Zeit: Das Wasser lief dem eingeworfenen Brennholz buchstäblich davon und erfor­derte Nachschub. Das kam vom aufgestauten Wasser in den er­richteten Klausen. Nach Öff­nung der Klausentore schoss es aus den Nebenbächen und ver­stärkte die Saalach im richtigen Moment. Ein großes Auffang­system sammelte in Reichen­hall die ankommende Fracht. Der Hauptrechen samt den Holzhöfen hatte Mitte des [[14. Jahrhundert]]s eine Ausdehnung von rund 1,5 Kilometern Länge und 300 Metern Breite und ent­sprach der doppelten Ausdeh­nung des damaligen Reichen­halls. Ab 1500 wurden für die Trift entlang der Saalach jähr­lich im Durchschnitt 120&nbsp;000 Festmeter Holz geschlägert, wobei es große Schwankungen etwa durch Krieg oder Seu­chenzüge gab. Das Spitzenjahr des Holzverbrauchs der Saline Reichenhall war [[1611]] mit rund 250&nbsp;000 Festmetern Holz<ref>Quelle: [[Chronik Unken]]</ref>. Weil die Wälder im Saalachtal im­mer mehr ausgeplündert wur­den, musste man weitere Res­sourcen anzapfen.

So verband ab [[1615]] eine Sole­leitung die [[Traunstein]]er Wäl­der mit Reichenhall. Geschickt nutzte dies auch die Bevölke­rung in Unken, errichtete die Fischbachklause und triftete auf dem [[Fischbach]] in Richtung Traunstein. So blieb die Wald­- und Triftarbeit über Jahrhun­derte neben der Landwirt­schaft die Haupteinnahmequel­le im Saalachtal, (Todes-)Ge­fahren inklusive.

In schwindelerregenden Hö­hen mussten Stege und Trift­steige gebaut werden. Mit schwerer Fracht kam manch ei­ner beim Holztransport mit Schlitten oder Rossgespann vom Weg ab. Männer wurden von Baumstämmen mitgeris­sen, die man in unzugänglichem Gelände über "Riesen" (Holz­rinnen) hinuntersausen ließ.

"''Mit uns der Engel des Her­ren''" - solche Gebete seien vor der Arbeit Pflicht gewesen, er­innerte sich ein ehemaliger Holzknecht in Unken. Man glaubte an ein "gottbestimmtes Schicksal". Verständlich des­halb das Insistieren der Erfah­renen: "''Wenn die jungen Kam­pön nit richtig mitbet haben, san wir Alten böse worden.''"

== Quelle ==
* {{Quelle SN|4. September 2012, Beitrag von [[Christine Schweinöster]]}}

[[Kategorie:Wirtschaft]]
[[Kategorie:Forstwirtschaft]]
[[Kategorie:Geschichte]]
[[Kategorie:Pinzgau]]

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