Kobler-Spängler-Briefe von 1887 bis 1889: Unterschied zwischen den Versionen

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==== Brief vom 27. April 1887 von Franz II. Xaver Gregor Spängler an Fanni Spängler ====  
==== Brief vom 27. April 1887 von Franz II. Xaver Gregor Spängler an Fanni Spängler ====  
[Nr. 18] Franz Spängler an [Nr. 19] Fanni Spängler: 27. April 1887, Brief aus Krems an Fanni: "Heute habe ich gar keine Nachricht von dir erhalten, doch will ich hoffen, daß du sammt den Kindern wohl bist..." verschicken einer Kiste, Schlüssel, Koffer... "Was die Geldesendung betrifft, so möchte ich gerne dir am 1. aus meinem Gehalte den Betrag von 100 fl. schicken; ich glaube es wird ja auch früh genug sein, so brauche ich nicht vor dem 1.5. Geld aus dem Postsparkassenbuch herauszunehmen, u. verliere daher auch keine Zinsen. Solltest du aber das Geld früher und mehr benöthigen, so schreibe es mir." ... "Dieser Tage habe ich an Otto und auch an die Mutter Schlegel geschrieben u. ihr ausführlich berichtet." ... "Dich und die Kinder herzlichst grüßen u. küßend dein treuer Franz."
[Nr. 18] Franz Spängler an [Nr. 19] Fanni Spängler: 27. April 1887, Brief aus Krems an Fanni: "Heute habe ich gar keine Nachricht von dir erhalten, doch will ich hoffen, daß du sammt den Kindern wohl bist..." verschicken einer Kiste, Schlüssel, Koffer... "Was die Geldesendung betrifft, so möchte ich gerne dir am 1. aus meinem Gehalte den Betrag von 100 fl. schicken; ich glaube es wird ja auch früh genug sein, so brauche ich nicht vor dem 1.5. Geld aus dem Postsparkassenbuch herauszunehmen, u. verliere daher auch keine Zinsen. Solltest du aber das Geld früher und mehr benöthigen, so schreibe es mir." ... "Dieser Tage habe ich an Otto und auch an die Mutter Schlegel geschrieben u. ihr ausführlich berichtet." ... "Dich und die Kinder herzlichst grüßen u. küßend dein treuer Franz."
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==== Brief vom 28. April 1887 von Fanni Spängler an Franz Spängler. ====
Brief von [[Franziska Spängler]] an [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]], ein Bogen; / = Seitenwechsel; // = Absatz; Leseabsätze eingefügt; [Ergänzung]; [?] fraglich; XX = unleserlich:<br />
''Pottenstein, 28/4 1887. // Liebster Mann! // Heute muß ich mich schon bis zu einem recomm: Brief erschwingen, da unser vorgestern geschriebener Kartenbrief offenbar verloren ging. Ich habe in denselben ein Muster von dem schwarzen Lüster [?] eingelegt, wie ich solchen unlängst'' [klein darüber:] ''für KinderschXX in Wien bei Gareis à meter 70 k. kaufte. Ich brauche noch ¼ meter hievon, und dachte, du könntest mir auf deiner Hieherfahrt von Krems diese Kleinigkeit besorgen. Doch wie ich nachdachte, sehe ich ein, daß du nicht dazu kommen kannst und warte also bis Krems. Den Schlüßel der Kiste, glaube ich, kannst du bringen, ich habe ja andere Kisten die ich nächste Woche packen kann. Herr Neunherz war noch nicht hier, ich möchte so gern mit ihm reden, ehe ich zu packen beginne. Er wird doch nicht vergeßen! daß ich den Koffer nicht brauche, schrieb ich XX gestern, für mich, die beiden Mädchen u. die Kinder könnte ich doch nicht genug hinein packen, Wir müßen doch für Sonntag Alle etwas Ordentliches zum Anziehen haben, auch Wäsche für uns u d. Kinder! / Wegen deiner Reise v. K.[rems] meine ich, du sollst in Wien übernachten, und mit dem 1. Zuge kommen. Bis ½ 9 sind die Kinder angezogen, so können wir gleich an die Arbeit gehen. Im Falle du nach Mittwoch Nachts kommen würdest, wäre Nachts keine Ruhe und wir kämen wahrscheinlich später zum Packen Daß ich mich innigst auf dein Kommen freue, wirst du deßhalb doch glauben. Dieß ist meine bescheidene Meinung.''
''Wegen der Wohnung hier habe ich den Hausherrn nur ersucht, er möge dieselbe wenn möglich vermiethen, damit uns doch ein Theil des Zinses hereinkommt. Ihm die Zumuthung zu machen, daß er die Wohnung auf eigene Gefahr zurücknehmen soll, habe ich nicht gewagt. Zugleich erklärte ich mich bereit, allfälligen Miethern jederzeit die Wohnung besichtigen zu laßen. Mit dem Zinszahlen warte ich ganz einfach bis du kommst, allenfalls auch mit dem Begleichen der Monatsbücheln. / So brauchst du mir eigentlich auch nicht die 100 f'' [Gulden] ''zu senden. // Aufrichtig freuen würde es mich, wenn es dir gelänge, für Frl. Fanni eine Stelle ausfindig zu machen. Vor der Hand sage ich gar Niemanden etwas von deiner Bemerkung bg: Herrn Lied [?]. Wenn es dir möglich ist, so verhilf der Armen zu dieser Stelle, da könnte mal auch Adelheid ein Plätzchen finden. // Deine Fotografie ist zur Stunde noch'' [unterstrichen:] ''nicht in meiner Hand. Von Herrn Rossi hörte ich nichts weiter. //''
''Wegen des Transportes unserer Wertsachen glaube ich, daß es doch am besten sein dürfte, Alles in dein[en] Reisesack zu geben und denselben als Handgepäck bei uns zu behalten. Da wir von St: Pölten mit Wagen fahren / so macht es ja auch wenig Ungelegenheit. In einer kurzen Woche, so Gott will, auf Wiedersehn. // Montag war hier ein starkes Gewitter in Kottingbrunn sollen 3 Menschen erschlagen worden sein. War auch in Krems ein Gewitter? Die Kinder möchten es gern wißen. // Heute waren die Dirndln u der Bubi bei Berger und für nächsten Donnerstag u. Freitag sind sie wieder eingeladen, das wird eine rechte Wohltat sein. // Nun behüte dich Gott behalte uns lieb. Die Kinder küßen dich. Hanna sagt: "es ist so fad, daß der Vater nicht da ist", da'' [Satzteil unterstrichen:] ''hat sie ganz Recht. // Franzlbub fahrt täglich 10 mal nach Krems. Morgen sind wir bei TherXX zur Jause. Fr: v. TherXX u. Frl: KarelXX reisen Montag nach Marburg. // Behalte lieb deine Alte.''
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Postkarte von [[Franziska Spängler]] an den Ehemann [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]]; gedruckt "Correspondenz-Karte. / oliv 2 kr." [Kronen]; Poststempel "Salzburg-Stadt 20 XX 89" [teils verwischt] und "Bayreuth II 21 Jul 3-4 Nm. 89"; "An" ''Herrn Doctor Franz Spängler // kk. Landesgerichtsrat, derzeit // Baireuth // Baiern // Abgabe bei Herrn Instrumentenmacher Steng[e]l, Ludwigstraße N. 13. I. Stock''; [Ergänzung]:<br />
Postkarte von [[Franziska Spängler]] an den Ehemann [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]]; gedruckt "Correspondenz-Karte. / oliv 2 kr." [Kronen]; Poststempel "Salzburg-Stadt 20 XX 89" [teils verwischt] und "Bayreuth II 21 Jul 3-4 Nm. 89"; "An" ''Herrn Doctor Franz Spängler // kk. Landesgerichtsrat, derzeit // Baireuth // Baiern // Abgabe bei Herrn Instrumentenmacher Steng[e]l, Ludwigstraße N. 13. I. Stock''; [Ergänzung]:<br />
''Lieber Mann! Salzburg 20./7. 1889. // Ich eröffne hiemit unsern Kartenwechsel, indem ich dir meine und der Kinder beste Grüße sende. Heute regnete es hoffnungslos, sieht auch noch nicht sehr tröstlich aus. Tante Pepi, die dich auch grüßt, war so gut, mit ihrer bekannten Kunst die Kinder zu unterhalten, mir den langen Regennachmittag kürzen zu helfen. // Hoffentlich bist du sammt unsern Ehrennichten<ref>Töchter von [[Otto Spängler]]; nach dem Kartenbrief vom 23. Juli 1889 sind es drei Töchter, also wahrscheinlich Aloisia (* 1871), Emilia (* 1874) und Berta (* 1877). Auf der Postkarte vom 26. Juli 1889 ist allerdings von den ''beiden Nichten'' die Rede.</ref> wo[h]l und vergnügt in Baireuth angelangt und dürfte es in diesem Falle heute Abend recht heiter in der Kremser Colonie hergehen. Auf baldige Nachricht hoffend und mit besten Grüßen deine // Alte.''
''Lieber Mann! Salzburg 20./7. 1889. // Ich eröffne hiemit unsern Kartenwechsel, indem ich dir meine und der Kinder beste Grüße sende. Heute regnete es hoffnungslos, sieht auch noch nicht sehr tröstlich aus. Tante Pepi, die dich auch grüßt, war so gut, mit ihrer bekannten Kunst die Kinder zu unterhalten, mir den langen Regennachmittag kürzen zu helfen. // Hoffentlich bist du sammt unsern Ehrennichten<ref>Töchter von [[Otto Spängler]]; nach dem Kartenbrief vom 23. Juli 1889 sind es drei Töchter, also wahrscheinlich Aloisia (* 1871), Emilia (* 1874) und Berta (* 1877). Auf der Postkarte vom 26. Juli 1889 ist allerdings von den ''beiden Nichten'' die Rede.</ref> wo[h]l und vergnügt in Baireuth angelangt und dürfte es in diesem Falle heute Abend recht heiter in der Kremser Colonie hergehen. Auf baldige Nachricht hoffend und mit besten Grüßen deine // Alte.''
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Datei:Karte Franziska Spängler 20. Juli 1889, Seite 1.JPG
Datei:Karte Franziska Spängler 20. Juli 1889, Seite 2.JPG
Hier '''Platz für zwei Fotos'''
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==== Postkarte vom 24. Juli 1889 von Franz Spängler an Franziska Spängler ====
==== Postkarte vom 24. Juli 1889 von Franz Spängler an Franziska Spängler ====
Postkarte von [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] an [[Franziska Spängler]]; gedruckt "bayer. Wappen / Königreich Bayern. / Postkarte / lila 5 Pfennig"; Poststempel "Bayreuth II 24 Jul Vor 11 89" und "Salzburg-Stadt 25/7 1 F." [verwischt?] "89; An" ''Frau Fanni Spängler'' // "in" ''Salzburg // Gasthof zum Höllbräuer''; [Ergänzung]:<br />
[[Datei:Karte Franz Spängler 24. Juli 1889, Seite 1.JPG|thumb|Karte Franz Spängler 24. Juli 1889, Seite 1]]
 
Postkarte von [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] an [[Franziska Spängler]]; gedruckt "bayer. Wappen / Königreich Bayern. / Postkarte / lila 5 Pfennig"; Poststempel "Bayreuth II 24 Jul Vor 11 89" und "Salzburg-Stadt 25/7 1 F." [verwischt?] "89; An" ''Frau Fanni Spängler'' // "in" ''Salzburg // Gasthof zum Höllbräuer''; [Ergänzung]:  
 
[[Datei:Karte Franz Spängler 24. Juli 1889, Seite 2.JPG|thumb|Karte Franz Spängler 24. Juli 1889, Seite 2]]
 
''Bayreuth 24/VII 1889 // Liebe Fanni! // Gestern habe ich deinen Kartenbrief u dann die nächste Karte erhalten; auf ersterer fehlte Wohnungsangabe, darum kam er auf dem Umwege über das Wohnungscomité mir um einen Tag später zu. Uns geht es gut, doch vergeht kein Tag ohne etwas Regen. Den gestrigen Tag haben wir alle hier zugebracht, u. Nachm. Ausflüge unternommen. Heute Abends ist die letzte Vorstellung (Meistersinger) auf die ich mich sehr freue. Morgen geht es dann nach Nürnberg! Vergiß nicht für 26/VII die Glü[c]kwünsche an die verschiedenen Auer in Pottenst[ein], dann der Schwägerin Anna u. unserer A. Allen herzliche Grüße von deinem treuen Franz // Die N.[ichten] empfehlen sich dir; sie sind recht brav.''
''Bayreuth 24/VII 1889 // Liebe Fanni! // Gestern habe ich deinen Kartenbrief u dann die nächste Karte erhalten; auf ersterer fehlte Wohnungsangabe, darum kam er auf dem Umwege über das Wohnungscomité mir um einen Tag später zu. Uns geht es gut, doch vergeht kein Tag ohne etwas Regen. Den gestrigen Tag haben wir alle hier zugebracht, u. Nachm. Ausflüge unternommen. Heute Abends ist die letzte Vorstellung (Meistersinger) auf die ich mich sehr freue. Morgen geht es dann nach Nürnberg! Vergiß nicht für 26/VII die Glü[c]kwünsche an die verschiedenen Auer in Pottenst[ein], dann der Schwägerin Anna u. unserer A. Allen herzliche Grüße von deinem treuen Franz // Die N.[ichten] empfehlen sich dir; sie sind recht brav.''


Hier zwei Fotos = ==== Karte Franz Spängler 24. Juli 1889, Seite 1 ====
und = ==== Karte Franz Spängler 24. Juli 1889, Seite 2 ====
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