Gebhard: Unterschied zwischen den Versionen
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[[File:Hs. Rastatt 27, Blatt 1r.jpg|thumb|Manegold von Lautenbach übergibt sein Werk Erzbischof Gebhard von Salzburg, Liber ad Gebehardum, Blaubeuren, 12. Jahrhundert. Karlsruhe, Badische Landesbibliothek, Ms. Rastatt 27, fol. 1r]] | [[File:Hs. Rastatt 27, Blatt 1r.jpg|thumb|Manegold von Lautenbach übergibt sein Werk Erzbischof Gebhard von Salzburg, Liber ad Gebehardum, Blaubeuren, 12. Jahrhundert. Karlsruhe, Badische Landesbibliothek, Ms. Rastatt 27, fol. 1r]] | ||
'''Gebhard''', möglicherweise aus dem Geschlecht ''von Helffenstein''<ref>Das Geschlecht der Grafen Helfenstein ist erst ab 1100 urkundlich belegt. Es bestehen aber mehrfach Versuche verschiedene Personen als Ahnherren dieses Geschlechtes namhaft zu machen, darunter auch Gebhard I. </ref> (* um 1020, † [[15. Juli]] [[1088]]) war kurzzeitig Kanzler von Kaiser Heinrich IV., wurde dann [[1060]] [[Salzburger Erzbischof]] und ist einer der [[Heilige, Selige und verehrungswürdige Personen der Erzdiözese Salzburg|selig gesprochenen Personen]] der [[Erzdiözese Salzburg]]. Im alten Kirchenkalender des [[Salzburger Dom]]es wurde an Gebhard als Heiligen gedacht (''sanctus gebehardus''). | '''Gebhard''', möglicherweise aus dem Geschlecht ''von Helffenstein''<ref>Das Geschlecht der Grafen Helfenstein ist erst ab 1100 urkundlich belegt. Es bestehen aber mehrfach Versuche verschiedene Personen als Ahnherren dieses Geschlechtes namhaft zu machen, darunter auch Gebhard I. </ref> (* um [[1020]], † [[15. Juli]] [[1088]]) war kurzzeitig Kanzler von Kaiser Heinrich IV., wurde dann [[1060]] [[Salzburger Erzbischof]] und ist einer der [[Heilige, Selige und verehrungswürdige Personen der Erzdiözese Salzburg|selig gesprochenen Personen]] der [[Erzdiözese Salzburg]]. Im alten Kirchenkalender des [[Salzburger Dom]]es wurde an Gebhard als Heiligen gedacht (''sanctus gebehardus''). | ||
==Leben== | ==Leben== | ||
Gebhard stammte aus einer Familie des schwäbischen Hochadels. Nach dem Studium, wahrscheinlich in Paris, [[Frankreich]], schlug Gebhard die geistliche Laufbahn ein. Unter Heinrich III. kam er an den Hof und hatte dann auch später zunächst als typischer Vertreter der Reichskirche ein gutes Verhältnis zum deutschen Kaiser Heinrich IV. Er war Leiter der Hofkapelle und der königlichen Kanzlei. Kurzzeitig war Gebhard sogar Kanzler des Reiches. Am [[4. Mai]] [[1055]] wurde er vom Erzbischof [[Baldwin]] zum Priester geweiht. [[1074]] schickte er eine kleine Schar von Mönchen aus dem [[ | Gebhard stammte aus einer Familie des schwäbischen Hochadels. Nach dem Studium, wahrscheinlich in Paris, [[Frankreich]], schlug Gebhard die geistliche Laufbahn ein. Unter Heinrich III. kam er an den Hof und hatte dann auch später zunächst als typischer Vertreter der Reichskirche ein gutes Verhältnis zum deutschen Kaiser Heinrich IV. Er war Leiter der Hofkapelle und der königlichen Kanzlei. Kurzzeitig war Gebhard sogar Kanzler des Reiches. Am [[4. Mai]] [[1055]] wurde er vom Erzbischof [[Baldwin]] zum Priester geweiht. [[1074]] schickte er eine kleine Schar von Mönchen aus dem [[Benediktinererzabtei St. Peter|Benediktinerstift St. Peter]] nach [[Admont]] in die [[Steiermark]] und gründete dort das [[Benediktinerstift Admont]]. | ||
[[1075]] brach ein Streit zwischen Papst Gregor VII. und Heinrich IV. aus, in dessen Verlauf sich Gebhard klar auf die Seite des Papstes stellte. Es kam zum berühmten Gang nach Canossa [[1077]] durch Heinrich IV. Gebhard hatte sich mittlerweile an der Wahl des Gegenkönigs Rudolf von Rheinfelden beteiligt, was sich die großen Spannungen zwischen Gebhard und dem König Heinrich IV. weiter verschärfte. Es kam zu Raubzügen und Plünderungen von Königstreuen in Salzburg. Zunächst konnte Gebhard sich noch wehren, dann musste er aus Salzburg nach Sachsen fliehen. | [[1075]] brach ein Streit zwischen Papst Gregor VII. und Heinrich IV. aus, in dessen Verlauf sich Gebhard klar auf die Seite des Papstes stellte. Es kam zum berühmten Gang nach Canossa [[1077]] durch Heinrich IV. Gebhard hatte sich mittlerweile an der Wahl des Gegenkönigs Rudolf von Rheinfelden beteiligt, was sich die großen Spannungen zwischen Gebhard und dem König Heinrich IV. weiter verschärfte. Es kam zu Raubzügen und Plünderungen von Königstreuen in Salzburg. Zunächst konnte Gebhard sich noch wehren, dann musste er aus Salzburg nach Sachsen fliehen. | ||
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Am 15. Juli 1088 starb Gebhard nach langem schweren Leiden auf der [[Festung Hohenwerfen]]. | Am 15. Juli 1088 starb Gebhard nach langem schweren Leiden auf der [[Festung Hohenwerfen]]. | ||
[[Datei:Wappen Salzburger Erzbischöfe Gebhard.jpg|thumb|Mögliches Wappen Gebhards]] | |||
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[[Kategorie:Erzbischof]] | [[Kategorie:Erzbischof]] | ||
[[Kategorie:Geboren 1020]] | |||
[[Kategorie:Gestorben 1088]] | |||