Gruber-Orgel: Unterschied zwischen den Versionen
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1963 war das ursprüngliche Instrument von [[1864]] durch ein neues ersetzt worden, dieses erwies sich aber bald als schadhaft: "Schon in der [[1980er]]n, [[1990er]]n gab es Überlegungen, eine neue Orgel anzuschaffen", sagt Dechant [[Johann Schreilechner]]. Gedauert hat es schließlich bis 2018: 2007 gründete sich die "Initiative Neue Halleiner Stille Nacht Orgel", die mit Spendenaktionen und Benefizkonzerten bis heute rund 150.000 Euro auftrieb. Jeweils ebenso viel steuern Stadt und Land bei, der Restbetrag kommt von der [[Pfarre Hallein]] bzw. durch einen zweiten Spendenaufruf der Orgel-Initiative. | 1963 war das ursprüngliche Instrument von [[1864]] durch ein neues ersetzt worden, dieses erwies sich aber bald als schadhaft: "Schon in der [[1980er]]n, [[1990er]]n gab es Überlegungen, eine neue Orgel anzuschaffen", sagt Dechant [[Johann Schreilechner]]. Gedauert hat es schließlich bis 2018: 2007 gründete sich die "Initiative Neue Halleiner Stille Nacht Orgel", die mit Spendenaktionen und Benefizkonzerten bis heute rund 150.000 Euro auftrieb. Jeweils ebenso viel steuern Stadt und Land bei, der Restbetrag kommt von der [[Pfarre Hallein]] bzw. durch einen zweiten Spendenaufruf der Orgel-Initiative. | ||
Bei der Messe am Sonntag, den [[25. November]] [[2018]] wurde die Orgel eingeweiht und dann genutzt: Im Rahmen des Festivals "Gruber & Mohr" wurden bis Weihnachten sechs Messen von Stille-Nacht-Komponist Franz Xaver Gruber und sieben Orgelkonzerte aufgeführt.<ref>Quelle [https://www.sn.at/salzburg/chronik/neue-gruber-orgel-2000-pfeifen-30-register-und-w-lan-61233370 www.sn.at], abgefragt am 21. November 2018</ref> | Bei der Messe am Sonntag, den [[25. November]] [[2018]] wurde die Orgel eingeweiht und dann genutzt: Im Rahmen des Festivals "Gruber & Mohr" wurden bis [[Weihnachten]] sechs Messen von Stille-Nacht-Komponist Franz Xaver Gruber und sieben Orgelkonzerte aufgeführt.<ref>Quelle [https://www.sn.at/salzburg/chronik/neue-gruber-orgel-2000-pfeifen-30-register-und-w-lan-61233370 www.sn.at], abgefragt am 21. November 2018</ref> | ||
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In der Zeit um 1770 muss das Instrument von einem "betrügerischen Orgelbauer" verhunzt worden sein, wie der Halleiner Stadtpfarrorganist (1791–1806) Franz Treml klagte. In einer Eingabe der Kirchenverwaltung ist zu lesen: ''Seit einiger Zeit hatten sich diese Gebrechen derart vermehrt und sind so gravierend geworden, daß fünf Register, worunter einige der nothwendigsten, z. B. Koppel, Flöte, Subbaß ganz zugesteckt und außer Gebrauch gesetzt werden mußten''.<ref>[[Archiv der Erzdiözese Salzburg|AES]]: Akte ''Hallein 6/78'' (Hallein, [[2. August]] [[1804]]). Zitiert nach: Gerhard Walterskirchen: "''… weil der Organist doch immer am besten versteh, was sein Bedarf ist''". Ein unbekanntes Orgelgutachten von Franz Xaver Gruber, in: ''De Editione Musices'', Salzburg 1992, S. 339.</ref> | In der Zeit um 1770 muss das Instrument von einem "betrügerischen Orgelbauer" verhunzt worden sein, wie der Halleiner Stadtpfarrorganist (1791–1806) Franz Treml klagte. In einer Eingabe der Kirchenverwaltung ist zu lesen: ''Seit einiger Zeit hatten sich diese Gebrechen derart vermehrt und sind so gravierend geworden, daß fünf Register, worunter einige der nothwendigsten, z. B. Koppel, Flöte, Subbaß ganz zugesteckt und außer Gebrauch gesetzt werden mußten''.<ref>[[Archiv der Erzdiözese Salzburg|AES]]: Akte ''Hallein 6/78'' (Hallein, [[2. August]] [[1804]]). Zitiert nach: Gerhard Walterskirchen: "''… weil der Organist doch immer am besten versteh, was sein Bedarf ist''". Ein unbekanntes Orgelgutachten von Franz Xaver Gruber, in: ''De Editione Musices'', Salzburg 1992, S. 339.</ref> | ||
Anscheinend hatte der "betrügerischen Orgelbauer", um für sich wertvolles Zinn abzuzweigen, jede Zinnpfeife gekürzt, sodass dann ihr Stimmton um einen Halbton höher als der ohnehin schon hohe Cornettton war. Außerdem war das Gotteshaus vor [[1800]]<ref>''Personalstand der Welt- und Ordens-Geistlichkeit der Erzdiözese Salzburg für das Jahr 1957'' (Schematismus 1957), hrsg. vom Erzbischöflichen Ordinariat Salzburg 1957, S. 187.</ref> aufwändig in eine klassizistische Hallenkirche umgebaut worden: sie wurde u.a. um ''30 Schuch'' (ca. 9,5 Meter)<ref>Der ''Wiener Fuß'' betrug 0,316102 Meter. In: Franc Močnik: ''Lehrbuch des gesammten Rechnens'': für die vierte Classe der Hauptschulen in den k.k. Staaten. Wien: k.k. Schulbücher-Verschleiß-Administration bey St. Anna 1848, S. 131.</ref> nach Westen zu verlängert.<ref>[[Franz Xaver Gruber (Autor)|Gruber, Franz]]: ''Chronologisch-statistische Beschreibung der Stadt Hallein und ihrer Umgebung'', Salzburg 1870, S. 89f.</ref> Naturgemäß muss die Orgel auch wegen dieser Baumaßnahmen glitten haben. | Anscheinend hatte der "betrügerischen Orgelbauer", um für sich wertvolles Zinn abzuzweigen, jede Zinnpfeife gekürzt, sodass dann ihr Stimmton um einen Halbton höher als der ohnehin schon hohe Cornettton war. Außerdem war das Gotteshaus vor [[1800]]<ref>''Personalstand der Welt- und Ordens-Geistlichkeit der Erzdiözese Salzburg für das Jahr 1957'' (Schematismus 1957), hrsg. vom Erzbischöflichen Ordinariat Salzburg 1957, S. 187.</ref> aufwändig in eine klassizistische Hallenkirche umgebaut worden: sie wurde u. a. um ''30 Schuch'' (ca. 9,5 Meter)<ref>Der ''Wiener Fuß'' betrug 0,316102 Meter. In: Franc Močnik: ''Lehrbuch des gesammten Rechnens'': für die vierte Classe der Hauptschulen in den k.k. Staaten. Wien: k.k. Schulbücher-Verschleiß-Administration bey St. Anna 1848, S. 131.</ref> nach Westen zu verlängert.<ref>[[Franz Xaver Gruber (Autor)|Gruber, Franz]]: ''Chronologisch-statistische Beschreibung der Stadt Hallein und ihrer Umgebung'', Salzburg 1870, S. 89f.</ref> Naturgemäß muss die Orgel auch wegen dieser Baumaßnahmen glitten haben. | ||
Um 1805 bekam der Orgelmachergeselle Joachim Brugger den Auftrag, die Orgel zu reparieren, und erhielt dafür 300 [[Gulden|fl.]] Brugger war der sogenannte "''wirkliche Provisor''" als Orgelbauer: die Witwe des [[1804]] verstorbenen Hoforgelmachers [[Johann Ev. Schmidt]] führte den Orgelbau-Betrieb mit Gesellen mehrere Jahre weiter. Bruggers Arbeit dürfte auch nur Flickwerk gewesen sein, denn die alten Mängel traten bald wieder zu Tage. | Um 1805 bekam der Orgelmachergeselle Joachim Brugger den Auftrag, die Orgel zu reparieren, und erhielt dafür 300 [[Gulden|fl.]] Brugger war der sogenannte "''wirkliche Provisor''" als Orgelbauer: die Witwe des [[1804]] verstorbenen Hoforgelmachers [[Johann Ev. Schmidt]] führte den Orgelbau-Betrieb mit Gesellen mehrere Jahre weiter. Bruggers Arbeit dürfte auch nur Flickwerk gewesen sein, denn die alten Mängel traten bald wieder zu Tage. | ||