Johann Georg Itzlfeldner: Unterschied zwischen den Versionen

Aus SALZBURGWIKI
Zur Navigation springen Zur Suche springen
K (Textersetzung - „====Einzelnachweise====“ durch „==Einzelnachweise==“)
(korrigiert und ergänzt)
 
(2 dazwischenliegende Versionen desselben Benutzers werden nicht angezeigt)
Zeile 2: Zeile 2:
  
 
==Leben==
 
==Leben==
Wo Itzlfeldner geboren wurde, ist nicht bekannt. Hier heiratete in Salzburg am [[10. November]] [[1727]] zum ersten Mal.<ref name="Thieme/Becker"/><ref name="Barockmuseum">Salzburger Barockmuseum aaO.</ref> Bei seiner Heirat war er bereits ausgelernter Bildhauergeselle mit Wohnsitz in Tittmoning, seit 1728 dann Bürger dieser Stadt.<ref name= "Auktionshaus Hampel"> Auktionshaus Hampel aaO.</ref>
+
Wo Itzlfeldner geboren wurde, ist nicht bekannt. Hier heiratete er in Salzburg am [[10. November]] [[1727]] zum ersten Mal.<ref name="Thieme/Becker"/><ref name="Barockmuseum">Salzburger Barockmuseum aaO.</ref> Bei seiner Heirat war er bereits ausgelernter Bildhauergeselle mit Wohnsitz in Tittmoning, seit 1728 Bürger dieser Stadt.<ref name="Auktionshaus Hampel">Auktionshaus Hampel aaO.</ref>
  
[[1762]] heiratete Itzlfeldner in Tittmoning zum zweiten Mal.<ref name="Thieme/Becker"/> In dieser Stadt, die damals noch zu Salzburg gehörte, hatte Itzlfeldner seine Werkstatt; hier verstarb Itzlfeldner 1790 mit 85 Jahren.<ref name="Barockmuseum"/>
+
[[1762]] heiratete Itzlfeldner in Tittmoning zum zweiten Mal.<ref name="Thieme/Becker"/> In dieser Stadt, die damals noch zu Salzburg gehörte, hatte Itzlfeldner seine Werkstatt; hier verstarb er 1790 im Alter von 85 Jahren.<ref name="Barockmuseum"/>
  
 
Itzlfeldner hatte zumindest einen Sohn, der die geistliche Laufbahn einschlug.<ref name="Thieme/Becker"/>
 
Itzlfeldner hatte zumindest einen Sohn, der die geistliche Laufbahn einschlug.<ref name="Thieme/Becker"/>
  
 
==Schaffen==
 
==Schaffen==
Itzlfeldners künstlerische Herkunft verweist auf Landshut und auf Wenzel Jorhan im niederbayrischen Griesbach. Später orientierte er sich deutlich an den wegweisenden Werken der Münchner Hofbildhauer Johann B. Straub und dessen Schüler Ignaz Günther, während der Klassizismus der Salzburger Hofbildhauer [[Hagenauer]] ihn unbeeindruckt ließ.<ref name="Barockmuseum"/>
+
Itzlfeldners künstlerische Herkunft verweist auf Landshut und auf Wenzel Jorhan im niederbayerischen Griesbach. Später orientierte er sich deutlich an den wegweisenden Werken der Münchner Hofbildhauer Johann B. Straub und dessen Schüler Ignaz Günther, während der Klassizismus der Salzburger Hofbildhauer [[Hagenauer]] ihn unbeeindruckt ließ.<ref name="Barockmuseum"/>
  
Er war „Ein vielbeschäftigter Bildhauer, von dessen geschmackvoller Handwerkskunst ein starkes, kraß zur Schau getragenes Empfinden spricht“ (Tietze-Conrat).<ref name="Thieme/Becker"/>
+
Er war "Ein vielbeschäftigter Bildhauer, von dessen geschmackvoller Handwerkskunst ein starkes, krass zur Schau getragenes Empfinden spricht" (Tietze-Conrat).<ref name="Thieme/Becker"/>
  
 
Seine Wirkungsstätten finden sich hauptsächlich im [[Rupertiwinkel]] und im heutigen [[Salzburg (Bundesland)|Land Salzburg]], aber auch nordwärts in [[Bayern]] und [[Oberösterreich]].<ref name="Barockmuseum"/>
 
Seine Wirkungsstätten finden sich hauptsächlich im [[Rupertiwinkel]] und im heutigen [[Salzburg (Bundesland)|Land Salzburg]], aber auch nordwärts in [[Bayern]] und [[Oberösterreich]].<ref name="Barockmuseum"/>
  
Ganze Kirchenausstattungen mit Altären, Kanzeln, Tabernakeln und Einzelfiguren hat Itzlfeldner geschaffen. Seine Werke kennen nur Wenige, da sie abseits der Touristenrouten liegen.<ref name="Barockmuseum"/>
+
Ganze Kirchenausstattungen mit Altären, Kanzeln, Tabernakeln und Einzelfiguren hat Itzlfeldner geschaffen. Seine Werke kennen nur wenige, da sie abseits der Touristenrouten liegen.<ref name="Barockmuseum"/>
  
Tittmoning diente auch als Sommerresidenz der Salzburger Fürsterzbischöfe; im Jahre 1772 gestaltetete Itzlfeldner die Triumph- und Festarchitektur, mit der Tittmoning den eben gewählten Landesfürsten, Erzbischof [[Hieronymus Graf Colloredo]] beim Einzug in die Sommerresidenz begrüßte.<ref name=" Auktionshaus Hampel "/>
+
Tittmoning diente auch als Sommerresidenz der Salzburger Fürsterzbischöfe; im Jahr [[1772]] gestaltete Itzlfeldner die Triumph- und Festarchitektur, mit der Tittmoning den eben gewählten Landesfürsten, Fürsterzbischof [[Hieronymus Graf Colloredo]], beim Einzug in die Sommerresidenz begrüßte.<ref name="Auktionshaus Hampel"/>
  
 
==Werke==
 
==Werke==
* 1731 Bildhauerarbeit für die Seitenaltäre in [[Wallfahrtskirche Maria Ponlach (Tittmoning)|Maria Ponlach]] bei Tittmoning
+
* [[1731]] Bildhauerarbeit für die Seitenaltäre in [[Wallfahrtskirche Maria Ponlach (Tittmoning)|Maria Ponlach]] bei Tittmoning
* 1739 vier Leuchter für [[Untereching]]
+
* [[1739]] vier Leuchter für die [[Filialkirche hl. Emmeram]] [[Untereching]]
* 1741/42 sechs Leuchter u. Buschkrüge für die [[Stadtpfarrkirche St. Erhard|Erhardkirche]] in Salzburg
+
* [[1741]]/42 sechs Leuchter und Buschkrüge für die [[Stadtpfarrkirche St. Erhard|Erhardkirche]] in der [[Stadt Salzburg]]
* 1747 der Hochaltar in Asten
+
* [[1747]] Hochaltar in der [[Kuratiekirche Mariae Himmelfahrt]] in [[Asten (Tittmoning)|Asten]]
* 1752 der dem hl. Sebastian geweihte Seitenaltar in Asten
+
* [[1752]] dem hl. Sebastian geweihter Seitenaltar in Asten
* 1755 Statuen zum Hochaltar in [[St. Georgen bei Salzburg|St. Georgen bei Oberndorf]]
+
* [[1755]] Statuen zum Hochaltar in der [[Dekanatskirche St. Georg]] in [[St. Georgen bei Salzburg|St. Georgen bei Oberndorf]]
* 1758 Marienstatue am Stadtplatz in Tittmoning
+
* [[1758]] Marienstatue am Stadtplatz in Tittmoning
* 1760 Christus an der Geißelsäule auf dem Tittmoninger Friedhof
+
* [[1760]] Christus an der Geißelsäule auf dem Tittmoninger Friedhof
* 1764 der Hochaltar in [[Wagrain]]
+
* [[1764]] Hochaltar in [[Wagrain]]
* 1766 Hochaltar in der [[Wallfahrtskirche Maria im Mösl]] in [[Arnsdorf]]
+
* [[1766]] Hochaltar in der [[Wallfahrtskirche Maria im Mösl]] in [[Arnsdorf]]
* 1767 Hochaltar in [[Pfarrwerfen]]
+
* [[1767]] Hochaltar in der [[Pfarrkirche zum hl. Cyriak]] in [[Pfarrwerfen]]
* 1773 Brustbilder für Reliquiare in St. Georgen, drei Figuren für den Hochaltar in [[Zederhaus]] (Itzlfeldners Sohn war damals dort Vikar)
+
* [[1773]] Brustbilder für Reliquiare in St. Georgen sowie drei Figuren für den Hochaltar in der [[Pfarrkirche zum hl. Johannes dem Täufer Zederhaus|Pfarrkirche zum hl. Johannes dem Täufer]]  in [[Zederhaus]] (Itzlfeldners Sohn war damals dort Vikar)
* 1774 Hochaltar in Untereching
+
* [[1774]] Hochaltar in Untereching
* 1779 Madonna in [[Obereching]]
+
* [[1776]] Madonna "Maria vom Siege" in der [[Filialkirche hl. Maria]] in [[Obereching]]
 
* 17.. Michaelstatue im Stadtmuseum in Tittmoning
 
* 17.. Michaelstatue im Stadtmuseum in Tittmoning
 
* vielleicht: Die Vier Jahreszeiten an der Altane eines Bauernhauses in Kirchheim bei Tittmoning
 
* vielleicht: Die Vier Jahreszeiten an der Altane eines Bauernhauses in Kirchheim bei Tittmoning
  
==Quellen==
+
==Ausstellung ==
* [[Franz Martin]], Eintrag ''„Itzlfeldner (Izlfellner u. ähnl.), Johann Georg“'', in: Ulrich Thieme, Felix Becker, Hans Vollmer (Hg.): ''Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart'', Neunzehnter Band (Leipzig&nbsp;1926), S.&nbsp;275.
+
Zu seinem 300. Geburtstag war ihm eine Ausstellung im [[Salzburger Barockmuseum]] vom [[16. September]] bis [[26. Oktober]] [[2005]] sowie im ehemaligen [[Augustiner-Eremitenkloster Tittmoning|Augustiner-Eremitenkloster]] in Tittmoning (Haus des Gastes) vom [[17. September]] bis [[9. Oktober]] 2005 gewidmet.
* Salzburger Barockmuseum, [http://www.barockmuseum.at/presse/itzlfeldner_gesamt.htm Pressetext (seinerzeit aktueller, jetz toter Link)]
 
* Auktionshaus Hampel, [http://www.hampel-auctions.com/de/65-6/archive/54787/ Erläuterungstext zum Auktionsstück „Zwei Kinderengel …“] (gestützt vielleicht auf den unten unter „Literatur“ angeführten Aufsatz von Roswitha Preiß)
 
 
 
==Aktuelles==
 
Zu seinem 300. Geburtstag war Johann Georg Itzlfeldner eine Ausstellung im [[Salzburger Barockmuseum]] vom 16. September bis zum 26. Oktober 2005 und im ehemaligen Augustinerkloster Tittmoning (Haus des Gastes) vom 17. September bis zum 9. Oktober 2005 gewidmet.
 
  
 
==Literatur==
 
==Literatur==
* [[Roswitha Preiß]], ''Auf den Spuren des Rokokobildhauers Johann Itzenfeldner in Tittmoning'', in: [[Das Salzfass]] - Heimatkundliche Zeitschrift des Historischen Vereins Rupertiwinkel, 18.&nbsp;Jg., 1984, Heft&nbsp;2/3, S.&nbsp;154-155.
+
* [[Roswitha Preiß]], ''Auf den Spuren des Rokokobildhauers Johann Itzlfeldner in Tittmoning'', in: [[Das Salzfass]] Heimatkundliche Zeitschrift des [[Historischer Verein Rupertiwinkel e.V.|Historischen Vereins Rupertiwinkel]], 18.&nbsp;Jg., 1984, Heft&nbsp;2/3, S.&nbsp;154–155.
 
* Roswitha Preiß: ''Johann Georg Itzlfeldner 1704/05–1790''. Ein Bildhauer des Salzburger Rokoko in Bayern, Weißenhorn 1983.
 
* Roswitha Preiß: ''Johann Georg Itzlfeldner 1704/05–1790''. Ein Bildhauer des Salzburger Rokoko in Bayern, Weißenhorn 1983.
  
 
==Weblink==
 
==Weblink==
* [http://www.kunstmarkt.com/pagesmag/kunst/_id84649-/news_detail.html?_q= www.kunstmarkt.com: Johann Georg Itzlfeldner im Salzburger Barockmuseum]
+
* [https://www.kunstmarkt.com/pagesmag/kunst/_id84649-/news_detail.html?_q= www.kunstmarkt.com: Johann Georg Itzlfeldner im Salzburger Barockmuseum]
 +
 
 +
==Quellen==
 +
* [[Franz Martin]], Eintrag '"Itzlfeldner (Izlfellner u. ähnl.), Johann Georg"', in: Ulrich Thieme, Felix Becker, Hans Vollmer (Hg.): ''Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart'', Neunzehnter Band (Leipzig 1926), S. 275.
 +
* Salzburger Barockmuseum, [http://www.barockmuseum.at/presse/itzlfeldner_gesamt.htm Pressetext (seinerzeit aktueller, jetzt toter Link)]
 +
* Auktionshaus Hampel, [http://www.hampel-auctions.com/de/65-6/archive/54787/ Erläuterungstext zum Auktionsstück "Zwei Kinderengel …"] (möglicherweise gestützt auf den unten unter "Literatur" angeführten Aufsatz von Roswitha Preiß)
  
 
==Einzelnachweise==
 
==Einzelnachweise==
Zeile 59: Zeile 59:
 
[[Kategorie:Person (Geschichte)]]
 
[[Kategorie:Person (Geschichte)]]
 
[[Kategorie:Person (Kunst)]]
 
[[Kategorie:Person (Kunst)]]
 +
[[Kategorie:Kultur und Bildung]]
 +
[[Kategorie:Kunst]]
 +
[[Kategorie:Bildende Kunst]]
 
[[Kategorie:Bildhauer]]
 
[[Kategorie:Bildhauer]]
 
[[Kategorie:Deutschland]]
 
[[Kategorie:Deutschland]]
Zeile 64: Zeile 67:
 
[[Kategorie:Rupertiwinkel]]
 
[[Kategorie:Rupertiwinkel]]
 
[[Kategorie:Geboren 1705]]
 
[[Kategorie:Geboren 1705]]
 +
[[Kategorie:Gestorben 1790]]

Aktuelle Version vom 5. Januar 2026, 20:07 Uhr

Johann Georg Itzlfeldner[1] (* 1705; † 31. August 1790 in Tittmoning)[2] war ein Tittmoninger Rokoko-Bildhauer.

Leben

Wo Itzlfeldner geboren wurde, ist nicht bekannt. Hier heiratete er in Salzburg am 10. November 1727 zum ersten Mal.[2][3] Bei seiner Heirat war er bereits ausgelernter Bildhauergeselle mit Wohnsitz in Tittmoning, seit 1728 Bürger dieser Stadt.[4]

1762 heiratete Itzlfeldner in Tittmoning zum zweiten Mal.[2] In dieser Stadt, die damals noch zu Salzburg gehörte, hatte Itzlfeldner seine Werkstatt; hier verstarb er 1790 im Alter von 85 Jahren.[3]

Itzlfeldner hatte zumindest einen Sohn, der die geistliche Laufbahn einschlug.[2]

Schaffen

Itzlfeldners künstlerische Herkunft verweist auf Landshut und auf Wenzel Jorhan im niederbayerischen Griesbach. Später orientierte er sich deutlich an den wegweisenden Werken der Münchner Hofbildhauer Johann B. Straub und dessen Schüler Ignaz Günther, während der Klassizismus der Salzburger Hofbildhauer Hagenauer ihn unbeeindruckt ließ.[3]

Er war "Ein vielbeschäftigter Bildhauer, von dessen geschmackvoller Handwerkskunst ein starkes, krass zur Schau getragenes Empfinden spricht" (Tietze-Conrat).[2]

Seine Wirkungsstätten finden sich hauptsächlich im Rupertiwinkel und im heutigen Land Salzburg, aber auch nordwärts in Bayern und Oberösterreich.[3]

Ganze Kirchenausstattungen mit Altären, Kanzeln, Tabernakeln und Einzelfiguren hat Itzlfeldner geschaffen. Seine Werke kennen nur wenige, da sie abseits der Touristenrouten liegen.[3]

Tittmoning diente auch als Sommerresidenz der Salzburger Fürsterzbischöfe; im Jahr 1772 gestaltete Itzlfeldner die Triumph- und Festarchitektur, mit der Tittmoning den eben gewählten Landesfürsten, Fürsterzbischof Hieronymus Graf Colloredo, beim Einzug in die Sommerresidenz begrüßte.[4]

Werke

Ausstellung

Zu seinem 300. Geburtstag war ihm eine Ausstellung im Salzburger Barockmuseum vom 16. September bis 26. Oktober 2005 sowie im ehemaligen Augustiner-Eremitenkloster in Tittmoning (Haus des Gastes) vom 17. September bis 9. Oktober 2005 gewidmet.

Literatur

  • Roswitha Preiß, Auf den Spuren des Rokokobildhauers Johann Itzlfeldner in Tittmoning, in: Das Salzfass – Heimatkundliche Zeitschrift des Historischen Vereins Rupertiwinkel, 18. Jg., 1984, Heft 2/3, S. 154–155.
  • Roswitha Preiß: Johann Georg Itzlfeldner 1704/05–1790. Ein Bildhauer des Salzburger Rokoko in Bayern, Weißenhorn 1983.

Weblink

Quellen

Einzelnachweise

  1. andere Schreibweisen: Izlfellner und ähnlich
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 Franz Martin in Thieme/Becker/Vollmer aaO.
  3. 3,0 3,1 3,2 3,3 3,4 Salzburger Barockmuseum aaO.
  4. 4,0 4,1 Auktionshaus Hampel aaO.