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| − | Die '''{{PAGENAME}}''' am Hausberg der Salzburger, dem [[Gaisberg]], war geheime Kommandosache im [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]]. | + | Die '''{{PAGENAME}}''' am Hausberg der Salzburger, dem [[Gaisberg (Berg)|Gaisberg]], war geheime Kommandosache im [[Zweiten Weltkrieg]]. |
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| | ==Die Voraussetzungen== | | ==Die Voraussetzungen== |
| − | Die [[Gaisbergspitze]] als fast Plateaufläche war bereits in den [[1920er]] das Interesse des österreichischen Militärs erregt. Man hatte den Hotellier vom [[Hotel Gaisbergspitze]] beauftragt, allfällige einfliegende Flugzeuge telefonisch zu melden. | + | Die [[Gaisbergspitze]] als fast Plateaufläche hatte bereits in den [[1920er]]-Jahren das Interesse des österreichischen Militärs erregt. Man hatte den Hotellier des [[Hotel Gaisbergspitze|Hotels Gaisbergspitze]] beauftragt, allfällige einfliegende Flugzeuge telefonisch zu melden. |
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| | Mit Kriegsbeginn [[1. September]] [[1939]] erklärte die Deutsche Wehrmacht den Gaisberg zum militärischen Sperrgebiet. In Folge wurden am Gipfelplateau eine Luftraumüberwachungsstation mit dem Decknamen ''Giraffe'' errichtet, die mit einem ''Freya''-Funkmess-Radargerät ausgerüstet war. Außerdem wurde eine Außenstelle des ''Ferdinand-Braun-Instituts'' eingerichtet, die die Weiterentwicklung der damals noch in den Kinderschuhen steckenden Radar-Technologie weiter entwickeln sollte. | | Mit Kriegsbeginn [[1. September]] [[1939]] erklärte die Deutsche Wehrmacht den Gaisberg zum militärischen Sperrgebiet. In Folge wurden am Gipfelplateau eine Luftraumüberwachungsstation mit dem Decknamen ''Giraffe'' errichtet, die mit einem ''Freya''-Funkmess-Radargerät ausgerüstet war. Außerdem wurde eine Außenstelle des ''Ferdinand-Braun-Instituts'' eingerichtet, die die Weiterentwicklung der damals noch in den Kinderschuhen steckenden Radar-Technologie weiter entwickeln sollte. |
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| | Einer der beiden Verfasser der Quelle, Ing. Kurt Pervesler, war während der letzten Kriegsjahre Mitarbeiter an dieser ''geheimen Kommandosache Gaisberg''. Er berichtet, dass in den Jahren 1939 und [[1940]] eine Reihe von militärisch-nachrichtentechnischen Einrichtungen am Gaisberg installiert wurde. Während der Wintermonaten sorgten drei Räumfahrzeuge für die freie Zufahrt. Die Verpflegung der Mannschaften wurde in der Küche am [[Salzburger Flughafen|Flugplatz Maxglan]] zubereitet und mit einem Luftwaffen-LKW, einem klapprigen Opel-Blitz-Planenwagen (wie Zeitzeuge Josef Mareš, seinerzeit Gefreiter, berichtet), in Wärme isolierten Behältern angeliefert. Nur die Techniker des ''Ferdinand-Braun-Instituts'' durften zum Mittagessen zur [[Zistelalm]] oder [[Mitteregg]] absteigen, im Winter mit Skiern. | | Einer der beiden Verfasser der Quelle, Ing. Kurt Pervesler, war während der letzten Kriegsjahre Mitarbeiter an dieser ''geheimen Kommandosache Gaisberg''. Er berichtet, dass in den Jahren 1939 und [[1940]] eine Reihe von militärisch-nachrichtentechnischen Einrichtungen am Gaisberg installiert wurde. Während der Wintermonaten sorgten drei Räumfahrzeuge für die freie Zufahrt. Die Verpflegung der Mannschaften wurde in der Küche am [[Salzburger Flughafen|Flugplatz Maxglan]] zubereitet und mit einem Luftwaffen-LKW, einem klapprigen Opel-Blitz-Planenwagen (wie Zeitzeuge Josef Mareš, seinerzeit Gefreiter, berichtet), in Wärme isolierten Behältern angeliefert. Nur die Techniker des ''Ferdinand-Braun-Instituts'' durften zum Mittagessen zur [[Zistelalm]] oder [[Mitteregg]] absteigen, im Winter mit Skiern. |
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| − | Die ''Luftraumüberwachung'' verfügte über eine hölzerne Hütte als Unterstand. Erst nach dem einzigen "Angriff" auf den Gaisberg, am [[17. Dezember]] [[1943]], es waren zwei amerikanische P-38 "Lightning", wurde auch eine Vierlings-MG am Gipfel installiert. Diese musste vom Personal des Instituts turnusweise "betreut" werden, was naturgemäss bei den Mitarbeitern keine Freude hervorrief. | + | Die Luftraumüberwachung verfügte über eine hölzerne Hütte als Unterstand. Erst nach dem einzigen "Angriff" auf den Gaisberg, am [[17. Dezember]] [[1943]], es waren zwei amerikanische P-38 "''Lightning''", wurde auch ein Vierlings-Maschinengewehr am Gipfel installiert. Dieses musste vom Personal des Instituts turnusweise "betreut" werden, was naturgemäss bei den Mitarbeitern keine Freude hervorrief. |
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| − | Die Überwachung selbst erfolgte mittels Doppelfernglas, Bussole und Landkarte. Ausgebildet wurden die Mannschaften in [[Vöcklabruck]], [[OÖ]]., und waren dem III. Luftnachrichten-Regiment 227 mit Sitz in Innsbruck, [[Nordtirol]], zugeteilt gewesen. Daneben galt es noch die zivile Wetterdienst-Funkstelle für den Flughafen Maxglan zu betreuen. Der 48 m hohe Sendemast allerdings war schon seit Kriegsbeginn nicht mehr in Betrieb, sondern diente als geschätzte Blitzableiter (siehe [[Gaisberg Blitz Forschungsanstalt]]). | + | Die Überwachung selbst erfolgte mittels Doppelfernglas, Bussole und Landkarte. Ausgebildet wurden die Mannschaften in [[Vöcklabruck]], [[OÖ]], und waren dem III. Luftnachrichten-Regiment 227 mit Sitz in Innsbruck, [[Nordtirol]], zugeteilt gewesen. Daneben galt es noch die zivile Wetterdienst-Funkstelle für den Flughafen Maxglan zu betreuen. Der 48 m hohe Sendemast allerdings war schon seit Kriegsbeginn nicht mehr in Betrieb, sondern diente als geschätzte Blitzableiter (siehe [[Gaisberg Blitz Forschungsanstalt]]). |
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| | ==Freya Gerät== | | ==Freya Gerät== |
| − | Das Freya-Gerät wurde erst um [[1941]]/[[1942|42]] am Gaisberg installiert und gehörte zu den ersten serienmäßigen Typen der Funkmessgeräte. Es trug den Codenamen ''Giraffe'' und gehörte zu den Stellungen ''Taube'' (am Traunstein, Traunsee, Oberösterreich), ''Schimmel'' auf der [[Schmittenhöhe]] und dem ''Hund'' südlich vom [[Hochtor (Tunnel)]] an der [[Großglockner Hochalpenstraße]]. | + | Das Freya-Gerät wurde erst um [[1941]]/[[1942]] am Gaisberg installiert und gehörte zu den ersten serienmäßigen Typen der Funkmessgeräte. Es trug den Codenamen ''Giraffe'' und gehörte zu den Stellungen ''Taube'' (am Traunstein, Traunsee, Oberösterreich), ''Schimmel'' auf der [[Schmittenhöhe]] und dem ''Hund'' südlich des [[Hochtor (Tunnel)|Hochtor Tunnels]] an der [[Großglockner Hochalpenstraße]]. |
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| | ==Radar Forschungsstelle== | | ==Radar Forschungsstelle== |
| − | Nach einem unangenehmen Angriff Anfang [[1942]] auf ein deutsches U-Boot durch einen britischen Bomber und dem Fund eines für die Deutschen technisch bis dahin unbekannten Funk-Peilgeräts in einem am [[3. Februar]] [[1943]] bei Rotterdam, Niederlande, abgeschossenen britischen Bomber, wurde mit Hochdruck auf deutscher Seite an der Weiterentwicklung von Radargeräten gearbeitet. | + | Nach einem unangenehmen Angriff Anfang [[1942]] auf ein deutsches U-Boot durch einen britischen Bomber und dem Fund eines für die Deutschen technisch bis dahin unbekannten Funk-Peilgeräts in einem am [[3. Februar]] [[1943]] bei Rotterdam, [[Niederlande]], abgeschossenen britischen Bomber, wurde mit Hochdruck auf deutscher Seite an der Weiterentwicklung von Radargeräten gearbeitet. |
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| − | Erst auf Initiative vom Chef des Nachrichten-Verbindungswesens der Luftwaffe, General Wolfgang Martini, am [[8. August]] [[1943]] begannen wieder die von Hitler lang gehemmten Forschungen. Dabei konnte General Martini auch etwa 9000 deutsche Funkspezialisten von Fronteinsätzen loseisen und in die Forschung eingliedern. | + | Erst auf Initiative vom Chef des Nachrichten-Verbindungswesens der Luftwaffe, General Wolfgang Martini, am [[8. August]] [[1943]], begannen wieder die von [[Adolf Hitler|Hitler]] lang gehemmten Forschungen. Dabei konnte General Martini auch etwa 9 000 deutsche Funkspezialisten von Fronteinsätzen loseisen und in die Forschung eingliedern. |
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| − | Das bestehende Institut der "Reichsstelle für Hochfrequenzforschung" im Reichsluftfahrtministerium in Berlin wurde auf einen Militärflugplatz nach Landsberg am Lech in Bayern übersiedelt. Der Leiter dieses Instituts, Prof. Dr. Ing. Paul von Handel, verlangte für seine Forschungen unbedingt einen erhöhten Standort und so wurde der Gaisberg ins Spiel gebracht. | + | Das bestehende Institut der "Reichsstelle für Hochfrequenzforschung" im Reichsluftfahrtministerium in Berlin wurde auf einen Militärflugplatz nach Landsberg am Lech in [[Bayern]] übersiedelt. Der Leiter dieses Instituts, Prof. Dr. Ing. Paul von Handel, verlangte für seine Forschungen unbedingt einen erhöhten Standort und so wurde der Gaisberg ins Spiel gebracht. |
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| − | Der Name des Instituts, ''Ferdinand-Braun-Institut'', geht auf den Erfinder der "Braun'schen Röhre" zurück, den Physiker Karl Ferdinand Braun (' 6. Juni 1850 in Fulda, Deutschland; † 20. April 1918 in New York, Vereinigte Staaten von Amerika). | + | Der Name des Instituts, ''Ferdinand-Braun-Institut'', geht auf den Erfinder der "Braun'schen Röhre" zurück, den Physiker Karl Ferdinand Braun (* 6. Juni 1850 in Fulda, Deutschland; † 20. April 1918 in New York, [[Vereinigte Staaten von Amerika]]). |
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| | In Salzburg am Gaisberg wurde die Außenstelle des Instituts von Dipl.-Ing. Reinmiedl geleitet. | | In Salzburg am Gaisberg wurde die Außenstelle des Instituts von Dipl.-Ing. Reinmiedl geleitet. |
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| | ==Das Forschungssende== | | ==Das Forschungssende== |
| − | Der Gaisberggipfel wurde erst zwei Tage nach der Einnahme von Salzburg, am [[6. Mai]] [[1945]] durch vier amerikanische Soldaten in einem amerikanischen Willys-Jeep "besetzt". Nach der Kontrolle der Anlagen erfolgte die eigentliche Übernahme durch eine amerikanische Nachrichteneinheit bestehend aus etwa sechs Fahrzeugen. Am [[3. September]] [[1947]] wurden die letzten auf dem Gaisberg davon verbliebenen Stahlgerüste entfernt. | + | Der Gaisberggipfel wurde erst zwei Tage nach der Einnahme der Stadt Salzburg, am [[6. Mai]] [[1945]], durch vier amerikanische Soldaten in einem amerikanischen Willys-Jeep "besetzt". Nach der Kontrolle der Anlagen erfolgte die eigentliche Übernahme durch eine amerikanische Nachrichteneinheit bestehend aus etwa sechs Fahrzeugen. Am [[3. September]] [[1947]] wurden die letzten auf dem Gaisberg davon verbliebenen Stahlgerüste entfernt. |
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| | ==Quelle== | | ==Quelle== |