Georg Stadler (Lehrer): Unterschied zwischen den Versionen
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OStR. Prof. Dr. phil. '''Georg Stadler''' (* [[21. März]] [[1919]] in [[Berndorf bei Salzburg|Berndorf]]; † [[ 5. November]] [[1989]] in Salzburg) war Lehrer, Leiter des [[ | OStR. Prof. Dr. phil. '''Georg Stadler''' (* [[21. März]] [[1919]] in [[Berndorf bei Salzburg|Berndorf]]; † [[5. November]] [[1989]] in der [[Stadt Salzburg]]) war Lehrer, Leiter des [[Pädagogisches Institut|Berufspädagogischen Institutes des Bundes in Salzburg]] und landeskundlicher Autor. | ||
==Leben== | ==Leben== | ||
Stadler wuchs als Sohn eines Käsereiarbeiters mit acht Geschwistern in ärmlichen Verhältnissen auf; hier ist die Wurzel des ausgeprägten sozialen Empfindens zu suchen, das in seinen späteren Arbeiten immer wieder zum Ausdruck kommt. Stadler besuchte – für den geistlichen Stand bestimmt – das [[Erzbischöfliches Privatgymnasium Borromäum|Erzbischöfliche Privatgymnasium Borromäum]] in Salzburg. Nach der Matura leistete von 1939 bis 1945 Kriegsdienst in der [[deutsche Wehrmacht|deutschen Wehrmacht]]; durch einen Kopfsteckschuss verlor er das rechte Auge. Nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Krieg]] studierte er an | Stadler wuchs als Sohn eines Käsereiarbeiters mit acht Geschwistern in ärmlichen Verhältnissen auf; hier ist die Wurzel des ausgeprägten sozialen Empfindens zu suchen, das in seinen späteren Arbeiten immer wieder zum Ausdruck kommt. Stadler besuchte – für den geistlichen Stand bestimmt – das [[Erzbischöfliches Privatgymnasium Borromäum|Erzbischöfliche Privatgymnasium Borromäum]] in der Stadt Salzburg. Nach der Matura leistete er von [[1939]] bis [[1945]] Kriegsdienst in der [[deutsche Wehrmacht|deutschen Wehrmacht]]; durch einen Kopfsteckschuss verlor er das rechte Auge. Nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Krieg]] studierte er an den Universitäten Köln und Innsbruck Geschichte und Erdkunde, [[1947]] legte er die Lehramtsprüfung ab. | ||
Bis 1952 unterrichtete er an der [[HTL Salzburg|Höheren Technischen Bundeslehranstalt]] in Salzburg und anschließend an der [[Annahof|Höheren Bundeslehranstalt für wirtschaftliche Frauenberufe (Annahof) | Bis [[1952]] unterrichtete er an der [[HTL Salzburg|Höheren Technischen Bundeslehranstalt]] in Salzburg und anschließend an der [[Annahof|Höheren Bundeslehranstalt für wirtschaftliche Frauenberufe]] (Annahof). | ||
Als nebenbeschäftigter Lehrer war er von 1964 bis 1969 auch an der [[ | Als nebenbeschäftigter Lehrer war er von [[1964]] bis [[1969]] auch an der [[Tourismusschule Kleßheim|Höheren Lehranstalt für Fremdenverkehrsberufe]] in [[Kleßheim]] tätig. | ||
Von 1967 bis 1970 absolvierte er an der [[Universität Salzburg]] ein Doktoratstudium, in dem er vor allem Vorlesungen aus Berufspädagogik, Jugendsoziologie und Arbeitspsychologie hörte (1970 Dr. phil.). Seine Dissertation behandelte die kulturgeschichtliche Entwicklung des Salzburger [[Fremdenverkehr]]s; sie erschien in erweiterter Form unter dem Titel | Von [[1967]] bis [[1970]] absolvierte er an der [[Universität Salzburg]] ein Doktoratstudium, in dem er vor allem Vorlesungen aus Berufspädagogik, Jugendsoziologie und Arbeitspsychologie hörte (1970 Dr. phil.). Seine Dissertation behandelte die kulturgeschichtliche Entwicklung des Salzburger [[Fremdenverkehr]]s<ref>Titel war "[[Salzburger Kulturgeschichte|Kulturgeschichte]] des [[Salzburger Fremdenverkehr]]s vom [[Mittelalter]] bis [[1903]]"</ref>; sie erschien in erweiterter Form unter dem Titel "Von der Kavalierstour zum Sozialtourismus" ([[1975]]) und wurde mit dem [[Franz-Triendl-Preis]] der [[Salzburger Handelskammer]] ausgezeichnet. Nach seiner Promotion hielt Stadler als Lehrbeauftragter im Hochschullehrgang der Universität Salzburg für Fremdenverkehrsverwaltung, Fremdenverkehrswerbung und Kongresswesen noch bis [[1987]] Vorlesungen über die Geschichte des Fremdenverkehrs. Auch in den Fremdenführerlehrgängen des [[WIFI|Wirtschaftsförderungsinstituts]] war Stadler ein begehrter Vortragender. | ||
1974 kam er an das Berufspädagogische Institut des Bundes in Salzburg. Diesem stand er schließlich als Abteilungsleiter bis zu seiner am 1. | [[1974]] kam er an das Berufspädagogische Institut des Bundes in Salzburg. Diesem stand er schließlich als Abteilungsleiter bis zu seiner am [[1. Oktober]] [[1982]] erfolgten Pensionierung vor. | ||
An der [[Pädagogische Akademie|Pädagogischen Akademie des Bundes]] in Salzburg hielt er von 1972 bis 1982 Vorlesungen über | An der [[Pädagogische Akademie|Pädagogischen Akademie des Bundes]] in Salzburg hielt er von 1972 bis 1982 Vorlesungen über "Salzburger Landesgeschichte". | ||
Stadler war unter anderem Obmann der Elternvereinigung von [[Taxham]], Initiator der Sektion für berufsbildende Schulen des Landesverbandes der Elternvereine, Mitglied des Kollegiums des [[Landesschulrat]]es, Schriftführer (seit 1965) und Vizepräsident (seit 1970) des [[Salzburger Museumsverein]]s, Mitglied des Verwaltungsrates des [[SMCA|Salzburger Museums Carolino-Augusteum]] sowie Mitglied des Präsidiums des [[Salzburger Stadtverein]]s, dessen Schriftenreihe | Stadler war unter anderem Obmann der Elternvereinigung von [[Taxham]], Initiator der Sektion für berufsbildende Schulen des Landesverbandes der Elternvereine, Mitglied des Kollegiums des [[Landesschulrat]]es, Schriftführer (seit 1965) und Vizepräsident (seit 1970) des [[Salzburger Museumsverein]]s, Mitglied des Verwaltungsrates des [[SMCA|Salzburger Museums Carolino-Augusteum]] sowie Mitglied des Präsidiums des [[Salzburger Stadtverein]]s, dessen Schriftenreihe "Kulturgut der Heimat" und Führungsprogramme er betreute. Seine Bemühungen war es vor allem zu danken, dass [[Johann Michael Sattler]]s monumentales [[Sattler-Panorama|Salzburg-Panorama]] in der Vorhalle des [[Grand Café Winkler|Grand Cafés Winkler]] aufgestellt wurde. | ||
Als praktischer Pädagoge war Stadler ein Meister in der Kunst, auch schwierige Inhalte wissenschaftlicher Veröffentlichungen für den Lehrbetrieb aufzubereiten. Besonders geschätzt waren seine Stadtführungen und Studienfahrten. Er gab Kunst- und Kirchenführer heraus und schrieb viele Zeitschriftenartikel. | Als praktischer Pädagoge war Stadler ein Meister in der Kunst, auch schwierige Inhalte wissenschaftlicher Veröffentlichungen für den Lehrbetrieb aufzubereiten. Besonders geschätzt waren seine Stadtführungen und Studienfahrten. Er gab Kunst- und Kirchenführer heraus und schrieb viele Zeitschriftenartikel. | ||
== Privat == | |||
Stadler hatte aus zwei Ehen fünf Töchter. | |||
== Auszeichnungen == | |||
Seine Arbeiten trugen ihm hohe Ehrungen ein. Seine profunde Geschichte des Salzburger [[Bürgerspital|Bürgerspitals]] wurde mit dem [[Auszeichnungen der Stadt Salzburg|Stadtsiegel der Landeshauptstadt in Silber]] honoriert, seine Darstellung der kulturellen Zusammenhänge zwischen Salzburg und Trient, die im Rahmen des zwischen der [[Trentino|Autonomen Provinz Trient]] und dem [[Land Salzburg (Gebietskörperschaft)|Land Salzburg]] [[1981]] geschlossenen Partnerschaftsabkommens aus einem Forschungsauftrag hervorging, widmete ihm die Provinz ihr Landeswappen. | |||
Das Land Salzburg zeichnete Stadlers pädagogisches und wissenschaftliches Wirken mit dem [[Ehrenbecher des Landeshauptmanns von Salzburg|Ehrenbecher des Landeshauptmanns]] aus. Seine Heimatgemeinde Berndorf verlieh ihm ihren [[Ehrenring der Gemeinde Berndorf bei Salzburg|Ehrenring]]. | |||
Das Land Salzburg zeichnete Stadlers pädagogisches und wissenschaftliches Wirken mit dem | |||
Stadler | <blockquote>''Dr. Georg Stadler war ein hervorragender Vertreter der pädagogischen Provinz unseres Landes, ein redlicher, unermüdlich tätiger Mann, dessen Name in der Kulturgeschichtsschreibung Salzburgs seinen Klang behalten wird.'' ([[Kurt Conrad]])</blockquote> | ||
* [[Verdienstzeichen des Landes Salzburg#Verdienstzeichen in Gold|Goldenes Verdienstzeichen des Landes Salzburg]] | |||
* [[Franz Triendl|Franz-Triendl-Preis]] der [[Wirtschaftskammer Salzburg|Kammer der Gewerblichen Wirtschaft Salzburg]] | |||
* [[Stadtsiegel in Silber]] | |||
* Förderpreise des Bundesministeriums für Unterricht und Kunst und der Landeshauptstadt Salzburg | |||
==Veröffentlichungen== | ==Veröffentlichungen== | ||
Liste ohne Beiträge in Lehrbüchern, Sammelwerken und Zeitschriften | |||
* ''Kunst um Salzburg'' | * ''Kunst um Salzburg'' | ||
:: Band 1: ''[[Flachgau]] und [[Rupertiwinkel]]'', Salzburg, 1962 | |||
* ''Von der Kavalierstour zum Sozialtourismus. Kulturgeschichte des Salzburger Fremdenverkehrs'' | :: Band 2: ''[[Tennengau]] – [[Berchtesgaden]] – [[Bad Reichenhall]]'', Salzburg, 1966 | ||
* ''Das [[Bürgerspital St. Blasius]] zu Salzburg'' | :: Band 3: ''Kunst um Salzburg'', 3. umgearbeitete Auflage 1986 | ||
* ''Salzburg und | * ''Kunst um Salzburg, ein Führer durch den Salzburger Flachgau'', 1962, [[Verlag "Das Bergland-Buch"]] | ||
* ''1200 Jahre Heimat Berndorf'' | * ''Von der Kavalierstour zum Sozialtourismus. Kulturgeschichte des Salzburger Fremdenverkehrs'', Salzburg, 1975 | ||
* ''Das [[Bürgerspital St. Blasius]] zu Salzburg'', Salzburg, 1985 | |||
== | * ''[[Salzburg und Trentino]] — Ebenen kultureller Begegnung in der Vergangenheit'', in: [[Salzburg Dokumentationen]] Nr. 93 ([[Schriftenreihe des Landespressebüros]], Salzburg, 1987, ISBN 3-85015-056-9, 248 Seiten | ||
*[[Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde, Nekrologe|Nekrolog]] auf Dr. Georg Stadler, [[Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde]], 130, 1990, S. 838-840 ([[Kurt Conrad]]) | * ''1200 Jahre Heimat Berndorf'', Berndorf, 1989 | ||
* ''Kulturgeschichte der Vorzeit und Antike'', Salzburg, 1963 | |||
* ''Kulturgeschichte des [[Mittelalter]]'', Salzburg, 1963 | |||
* ''Urlaubsziel Österreich'', [[München]], 1968, niederländische Ausgabe Amsterdam 1970, | |||
sowie zusammen mit | |||
* [[Anton Ebner|Ebner, Anton]]; Partik; Stadler: ''Lehrbuch der Geschichte für die Unterstufe der Allgemeinbildenden höheren Schulen'', drei Bände, Salzburg, 1970 | |||
* [[Ernst Penninger (Archäologe)|Penninger, Ernst]]; Stadler: ''[[Hallein]]. Ursprung und Geschichte einer Salinenstadt.'', Salzburg, 1970 | |||
sowie | |||
* diverse Kirchenführer | |||
==Quellen== | |||
* [[Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde, Nekrologe|Nekrolog]] auf Dr. Georg Stadler, [[Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde]], 130, 1990, S. 838-840 ([[Kurt Conrad]]) | |||
* Kurzbiografie in ''Salzburg und das Trentino'', Seite 235 | |||
== Anmerkung == | |||
<references/> | |||
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[[Kategorie:Flachgau]] | |||
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