| Zeile 25: |
Zeile 25: |
| | | | |
| | ==== Winter 2014/2015 ==== | | ==== Winter 2014/2015 ==== |
| − | Die „Salzburger“ Waldrappe ließen sich vom milden vorweihnachtlichen Teil des Winters 2014/2015 dazu verleiten, nördlich der Alpen zu verweilen, weil sie bis zum Wetterumschwung nach [[Weihnachten]] genug zum Fressen vorfanden und die Temperaturen mild blieben. Dann war es allerdings zu spät, um mit den eigenen Flügeln den Süden zu erreichen. Es gelang, um die Waldrappe zu retten, 17 Vögel einzufangen und diese in Bozen ([[Südtirol]]) auszusetzen, von wo sie selbständig, allerdings stets von ihren Betreuerinnen begleitet und beobachtet, weiter in ihr Überwinterungsgebiet in der Toskana fliegen konnten. Zum Zeitpunkt des Einfangens hatten die Waldrappe zwar bereits rund 20 % ihres Körpergewichts verloren, wiesen aber zum Glück keine Erfrierungen auf. | + | Die "Salzburger" Waldrappe ließen sich vom milden vorweihnachtlichen Teil des Winters 2014/2015 dazu verleiten, nördlich der Alpen zu verweilen, weil sie bis zum Wetterumschwung nach [[Weihnachten]] genug zum Fressen vorfanden und die Temperaturen mild blieben. Dann war es allerdings zu spät, um mit den eigenen Flügeln den Süden zu erreichen. Es gelang, um die Waldrappe zu retten, 17 Vögel einzufangen und diese in Bozen ([[Südtirol]]) auszusetzen, von wo sie selbständig, allerdings stets von ihren Betreuerinnen begleitet und beobachtet, weiter in ihr Überwinterungsgebiet in der Toskana fliegen konnten. Zum Zeitpunkt des Einfangens hatten die Waldrappe zwar bereits rund 20 % ihres Körpergewichts verloren, wiesen aber zum Glück keine Erfrierungen auf. |
| | | | |
| | Die größte Gefahr stellt nun die illegale Vogeljagd in Italien dar. Alle nach Italien gebrachten Vögel sind mit GPS-Trackern ausgestattet, die eine entsprechende Überwachung erlauben. Das Waldrapp-Team folgt den Vögeln und informiert unterwegs an den Zwischenstopps Jäger, Behörden und Mitglieder von Interessensgruppen vor Ort, um die Vögel zu schützen. Leider wurden immer wieder auch Vögel aus den Aufzuchtstationen in Bayern und [[Österreich]] illegal abgeschossen. | | Die größte Gefahr stellt nun die illegale Vogeljagd in Italien dar. Alle nach Italien gebrachten Vögel sind mit GPS-Trackern ausgestattet, die eine entsprechende Überwachung erlauben. Das Waldrapp-Team folgt den Vögeln und informiert unterwegs an den Zwischenstopps Jäger, Behörden und Mitglieder von Interessensgruppen vor Ort, um die Vögel zu schützen. Leider wurden immer wieder auch Vögel aus den Aufzuchtstationen in Bayern und [[Österreich]] illegal abgeschossen. |
| | | | |
| | ==== Sommer 2022 ==== | | ==== Sommer 2022 ==== |
| − | Am [[2. Juni]] [[2022]] besuchte die weltbekannte Verhaltensforscherin und Artenschützerin [[Jane Goodall]] die Waldrappkolonie am [[Georgenberg (Kuchl)|Georgenberg]] in [[Kuchl]] im Rahmen von Dreharbeiten. „Es ist für uns als Land eine Auszeichnung, dass das erfolgreiche Wiederansiedlungsprojekt für den bedrohten Zugvogel nun Teil einer internationalen Kinoproduktion mit Jane Goodall wird“, so Naturschutz[[landesrätin]] [[Daniela Gutschi]]. | + | Am [[2. Juni]] [[2022]] besuchte die weltbekannte Verhaltensforscherin und Artenschützerin [[Jane Goodall]] die Waldrappkolonie am [[Georgenberg (Kuchl)|Georgenberg]] in [[Kuchl]] im Rahmen von Dreharbeiten. "Es ist für uns als Land eine Auszeichnung, dass das erfolgreiche Wiederansiedlungsprojekt für den bedrohten Zugvogel nun Teil einer internationalen Kinoproduktion mit Jane Goodall wird", so Naturschutz[[landesrätin]] [[Daniela Gutschi]]. |
| | | | |
| | ==== November 2022: Abschuss zweier Salzburger Zucht-Waldrappe über Italien ==== | | ==== November 2022: Abschuss zweier Salzburger Zucht-Waldrappe über Italien ==== |
| Zeile 41: |
Zeile 41: |
| | | | |
| | ==== Im November 2022 erlebt Waldrapp-Projekt seine dunkelsten Tage: 27 tote Vögel ==== | | ==== Im November 2022 erlebt Waldrapp-Projekt seine dunkelsten Tage: 27 tote Vögel ==== |
| − | Im Facebook berichtet das Waldrapp-Team am [[13. Dezember]] [[2022]]:<blockquote>„Es ist der dunkelste Tag in der Geschichte unseres Projekts. In der Nacht vom [[21. November|21.]] auf den [[22. November]] verloren wir durch die Ausläufer von Zyklon „Denise“ 27 Waldrappe. Ein Teil der Waldrappgruppe wurde mitten in der Nacht von ihrem Schlafplatz [in der Südtokana] gerissen und verteilte sich über das gesamte Schutzgebiet und darüber hinaus. Am Folgetag konnten bei 27 Waldrappen anhand der Senderdaten nur mehr der Tod festgestellt werden. Wir begannen sofort mit der Suche, konnten jedoch nur an wenige Positionen Körper sichern, die wir an das Forensik Institut in Grosseto brachten. Die Forensik bestätigte als Todesursache Traumata die sich infolge von Kollisionen ergaben. Bei den restlichen Positionen konnten wir aufgrund von Prädation bisher nur Federreste und die Sender finden. Die Suchteams sind aber immer noch im Einsatz und geben ihr Bestes. Es ist ein sehr trauriges und unbegreifliches Ereignis, insbesondere auch für die beiden Ziehmütter Helena und Lisa, die in dieser Nacht 12 ihrer ehemaligen Schützlinge verloren. Wir hoffen sehr, dass sich so etwas nicht wiederholt. Allerdings deuten Prognosen auf eine zukünftige Zunahme solcher extremen Wetterphänomene aufgrund des Klimawandels hin.“ </blockquote> | + | Im Facebook berichtet das Waldrapp-Team am [[13. Dezember]] [[2022]]:<blockquote>"Es ist der dunkelste Tag in der Geschichte unseres Projekts. In der Nacht vom [[21. November|21.]] auf den [[22. November]] verloren wir durch die Ausläufer von Zyklon "Denise" 27 Waldrappe. Ein Teil der Waldrappgruppe wurde mitten in der Nacht von ihrem Schlafplatz [in der Südtoskana] gerissen und verteilte sich über das gesamte Schutzgebiet und darüber hinaus. Am Folgetag konnten bei 27 Waldrappen anhand der Senderdaten nur mehr der Tod festgestellt werden. Wir begannen sofort mit der Suche, konnten jedoch nur an wenige Positionen Körper sichern, die wir an das Forensik Institut in Grosseto brachten. Die Forensik bestätigte als Todesursache Traumata die sich infolge von Kollisionen ergaben. Bei den restlichen Positionen konnten wir aufgrund von Prädation bisher nur Federreste und die Sender finden. Die Suchteams sind aber immer noch im Einsatz und geben ihr Bestes. Es ist ein sehr trauriges und unbegreifliches Ereignis, insbesondere auch für die beiden Ziehmütter Helena und Lisa, die in dieser Nacht 12 ihrer ehemaligen Schützlinge verloren. Wir hoffen sehr, dass sich so etwas nicht wiederholt. Allerdings deuten Prognosen auf eine zukünftige Zunahme solcher extremen Wetterphänomene aufgrund des Klimawandels hin." </blockquote> |
| − | Die Kolonie besteht nun nur noch aus 51 Vögeln. Insgesamt − mit allen weiteren Kolonien − gibt es noch 195 Waldrappe.<ref>[https://www.sn.at/salzburg/chronik/kuchler-waldrappe-fanden-in-der-toskana-im-wirbelsturm-den-tod-131152327 www.sn.at], 13. Dezember 2022</ref> | + | Die Kolonie bestand nun nur noch aus 51 Vögeln. Insgesamt − mit allen weiteren Kolonien − gibt es noch 195 Waldrappe.<ref>[https://www.sn.at/salzburg/chronik/kuchler-waldrappe-fanden-in-der-toskana-im-wirbelsturm-den-tod-131152327 www.sn.at], 13. Dezember 2022</ref> |
| | | | |
| | ==== Jänner 2023: Vogelabschüsse ==== | | ==== Jänner 2023: Vogelabschüsse ==== |
| | Bereits im Herbst 2022 meldete das Waldrapp-Team auf seiner ''Facebook''-Seite den illegalen Abschuss eines Waldrapps über der Poebene. Am [[23. Jänner]] [[2023]] musste man abermals eine traurige Meldung posten: Zwei Waldrappe wurden ebenfalls Opfer von Wilderei. Sie wurden in Kampanien nahe der Stadt Caserta illegal getötet. Die beiden Tiere gehörten zu den handaufgezogenen Waldrappen, die in den kommenden Jahren als potentielle Brutvögel in den beiden Brutgebiete Burghausen und Kuchl wichtig gewesen wären.<ref>[https://www.facebook.com/Waldrappteam/photos/pcb.10162487272060760/10162487271925760/ www.facebook.com], Waldrapp-Team-''Facebook'', Posting vom 23. Jänner 2023</ref> | | Bereits im Herbst 2022 meldete das Waldrapp-Team auf seiner ''Facebook''-Seite den illegalen Abschuss eines Waldrapps über der Poebene. Am [[23. Jänner]] [[2023]] musste man abermals eine traurige Meldung posten: Zwei Waldrappe wurden ebenfalls Opfer von Wilderei. Sie wurden in Kampanien nahe der Stadt Caserta illegal getötet. Die beiden Tiere gehörten zu den handaufgezogenen Waldrappen, die in den kommenden Jahren als potentielle Brutvögel in den beiden Brutgebiete Burghausen und Kuchl wichtig gewesen wären.<ref>[https://www.facebook.com/Waldrappteam/photos/pcb.10162487272060760/10162487271925760/ www.facebook.com], Waldrapp-Team-''Facebook'', Posting vom 23. Jänner 2023</ref> |
| | + | |
| | + | ==== Herbst 2023: Vögel fliegen in die falsche Richtung ==== |
| | + | Aus nicht bekannten Gründen flogen im Herbst 32 Jungvögel von Salzburg nicht gegen Süden, sondern nach Norden. Beim Einsetzen der Schneefälle befanden sich die Vögel hauptsächlich in [[Dänemark]] und im Norden Deutschlands. Sechs Waldrappe sind gar nach [[Schweden]] geflogen, wo sie sich noch Anfang Dezember in der Gegend von Jönköping aufhielten. Für die Waldrappe in Schweden konnte eine Kooperation mit dem Zoo Nordens Ark etabliert werden. Dort können die Waldrappe auch temporär untergebracht werden. Man wollte sie einfangen, doch die schwedischen Behörden erteilten keine Genehmigung für das Einfangen. |
| | + | |
| | + | Vom Jungtier "Satu" wurde die letzte Aktivität am [[27. November]] in der Nähe von Jönköping aufgezeichnet. Seither lieferte der GPS-Sender des Tieres keine Daten mehr. Der Vogel dürfte gestorben sein. "Satu" war ein Waldrappmännchen und wurde 2023 in der Brutkolonie Kuchl von seinen Eltern aufgezogen. Er hätte eigentlich im Herbst mit seinen erfahrenen Artgenossen in Richtung Süden aufbrechen sollen. Aus ungeklärter Ursache flog eine große Gruppe Waldrappe allerdings Ende Oktober Richtung Norden und nicht Richtung Süden auf. Während die älteren Mitglieder der Gruppe bald wieder umdrehten, blieben etliche Jungvögel in Schweden, Dänemark und Norddeutschland. Aufgrund des Klimawandels und der milden Witterung fanden sie dort genügend Nahrung.<ref>[https://www.sn.at/salzburg/chronik/kein-lebenszeichen-waldrapp-satu-149462197 www.sn.at], 1. Dezember 2023</ref> |
| | + | |
| | + | ==== 2023: Klimawandel machte neues Wintergebiet notwendig ==== |
| | + | Bisher war dieses in der Toskana. Doch der Klimawandel führt dazu, dass es nördlich der [[Alpen]] immer länger ein gutes Nahrungsangebot gibt, da die Böden nicht einfrieren. Doch je später die Waldrappe zur Alpenüberquerung ansetzen, desto seltener gelingt ihnen der Überflug. Die Ursachen dafür sind nicht endgültig geklärt, denn Waldrappe sind exzellente Flieger. Vermutlich ändere sich die Thermik über den Alpen, wenn dort Schnee liegt, zu stark. Oder die Waldrappe kehren aus Rücksicht auf schwächere Vögel in der Formation vorsichtshalber eher um. |
| | + | |
| | + | 2023 wurden daher Vögel in Baden-[[Württemberg]] aufgezogen und von dort in ein neues Brutgebiet nach Andalusien (Süd[[spanien]]) gelotst. Diese Route ist zwar mit 2 300 Kilometern fast drei Mal so lang wie jene in die Toskana, doch die Waldrappe müssen die Alpen nicht mehr überqueren, sondern können sie umfliegen.<ref>[https://www.sn.at/salzburg/chronik/waldrappe-skandinavien-148566523 www.sn.at], 14. November 2023</ref> |
| | + | |
| | + | ==== 2025: Waldrapp durch Golfball erschlagen ==== |
| | + | Am [[11. Juli]] [[2025]] wurde ein Waldrappmännchen beim Abflug von einem Golfball tödlich getroffen. Der Vorfall ereignete sich auf dem [[Golfclub Salzburg|Golfplatz Rif]] ([[Hallein]]), wo er naturgemäß für große Aufregung sorgte, wie Anlagenleiterin Sabrina Freitag schildert: "Am schlechtesten ist es dem Spieler gegangen, dem hat das Ganze furchtbar leidgetan." Besonders hervorheben wolle man jedenfalls die Reaktion des Golfplatz-Managements in Rif, wie Johannes Fritz, Waldrappteam-Gründer und -Projektleiter, schildert: "Sie haben von sich aus angeboten, dass sie künftig Spielflächen sperren, auf denen Waldrappe stochern". Der in [[Rif]] getötete Waldrapp stammt eigentlich aus Grünau im Almtal ([[OÖ]]). Dort lebt eine Gruppe Vögel ganzjährig in der Konrad-Lorenz-Forschungsstelle. Im Winter werden sie dort gefüttert, weil Schnee, Bodenfrost oder Kälte das Überleben erschweren.<ref>[https://www.sn.at/salzburg/chronik/bedauerlicher-vorfall-sportler-waldrapp-golfball-rif-181829503 www.sn.at], 23. Juli 2025</ref> |
| | + | |
| | + | ==== 2025: Besondere Ansammlung in der Glansiedlung ==== |
| | + | Eine beeindruckende Vogelart konnte man zwischen [[7. Oktober|7.]] und [[9. Oktober]] [[2025]] in der [[Glansiedlung]] unweit des [[Salzburger Flughafen]]s beobachten. Rund 55 Waldrappe hatten sich dort versammelt, um sich auf den Flug nach Süden vorzubereiten. Einige der Vögel seien laut einem Fotografen mit Ringnummern ausgestattet, wodurch die Namen der Tiere herausgefunden werden können. Mit dabei in dem Schwarm sind etwa Droelf, Marsala, Ama, Attila und Cordula.<ref>[[SALZBURG24]] vom [https://www.salzburg24.at/news/salzburg/tennengau/streng-geschuetzte-vogelart-55-waldrappe-rund-um-glansiedlung-gesichtet-art-304704 9. Oktober 2025]</ref> |
| | | | |
| | === "Flugtrainings-Center" === | | === "Flugtrainings-Center" === |
| Zeile 54: |
Zeile 70: |
| | Vor ihrer großen Reise in den Süden stand ein Rundflug über dem [[Flachgau]] ins angrenzende [[Oberösterreich]] auf dem Trainingsprogramm: "Wir sind zunächst bis nach [[Straßwalchen]] geflogen. Da haben wir eine Zwischenlandung gemacht. Dann ging es weiter zum [[Mondsee (See)|Mondsee]] und zum [[Attersee]] und über den [[Fuschlsee]] dann zurück nach Seekirchen. Es waren rund 70 Kilometer Luftlinie", sagt Boschitz. Pilotiert wurden die zwei Fluggeräte von Profi-Flieger Walter Holzmüller und Waldrapp-Projektleiter Johannes Fritz, der dafür extra den Flugschein absolviert hat. | | Vor ihrer großen Reise in den Süden stand ein Rundflug über dem [[Flachgau]] ins angrenzende [[Oberösterreich]] auf dem Trainingsprogramm: "Wir sind zunächst bis nach [[Straßwalchen]] geflogen. Da haben wir eine Zwischenlandung gemacht. Dann ging es weiter zum [[Mondsee (See)|Mondsee]] und zum [[Attersee]] und über den [[Fuschlsee]] dann zurück nach Seekirchen. Es waren rund 70 Kilometer Luftlinie", sagt Boschitz. Pilotiert wurden die zwei Fluggeräte von Profi-Flieger Walter Holzmüller und Waldrapp-Projektleiter Johannes Fritz, der dafür extra den Flugschein absolviert hat. |
| | | | |
| − | Diese ersten längeren Flugerfahrungen konnten die Jungvögel auch als Vorbereitung für ihre Italien-Reise gut brauchen. Boschitz begleitete den großen Flug per Auto: "Wir brauchen dafür stabiles Schönwetter. Denn die Flugzeuge fliegen nur mit 40 km/h, daher sollte möglichst kein Gegenwind sein. Und auch bei Regen fliegen wir nicht. Wir fliegen in sechs Etappen von je 110 bis 190 Kilometern; also drei bis vier Stunden pro Tag." Die Reise ist auch eine logistische Herausforderung: Denn nach drei bis spätestens vier Stunden müssen die Maschinen aufgetankt werden. Und auch die Zwischenstopps könne man nicht immer ganz genau im Voraus planen, sagt Boschitz: "Daher können wir auch keine Wiese organisieren. Aber wenn es einen Flugplatz in der Nähe gibt, fragen wir dort, ob wir landen können. Das muss spontan entschieden werden. Daher gibt es ständigen Funkkontakt vom Begleitfahrzeug am Boden mit den beiden Piloten." Fix sei aber zumindest der erste Zwischenstopp in Radfeld in Tirol, sagte die 32-jährige Boschitz. Sie fungiert im Waldrapp-Team als Camp-Managerin: "Denn für die Übernachtung der Mannschaft haben wir Campingbusse und Zelte mit." Denn zusätzlich zu den 14 Mitgliedern des Waldrapp-Teams wird auch ein Filmteam die große Reise begleiten.<ref>[https://www.sn.at/salzburg/chronik/waldrappe-fliegen-diese-woche-von-seekirchen-nach-italien-108049606 www.sn.at], 16. August 2021</ref> | + | Diese ersten längeren Flugerfahrungen konnten die Jungvögel auch als Vorbereitung für ihre Italien-Reise gut brauchen. Boschitz begleitete den großen Flug per Auto: "Wir brauchen dafür stabiles Schönwetter. Denn die Flugzeuge fliegen nur mit 40 km/h, daher sollte möglichst kein Gegenwind sein. Und auch bei Regen fliegen wir nicht. Wir fliegen in sechs Etappen von je 110 bis 190 Kilometern; also drei bis vier Stunden pro Tag." Die Reise ist auch eine logistische Herausforderung: Denn nach drei bis spätestens vier Stunden müssen die Maschinen aufgetankt werden. Und auch die Zwischenstopps könne man nicht immer ganz genau im Voraus planen, sagt Boschitz: "Daher können wir auch keine Wiese organisieren. Aber wenn es einen Flugplatz in der Nähe gibt, fragen wir dort, ob wir landen können. Das muss spontan entschieden werden. Daher gibt es ständigen Funkkontakt vom Begleitfahrzeug am Boden mit den beiden Piloten." Fix sei aber zumindest der erste Zwischenstopp in Radfeld in [[Tirol]], sagte die 32-jährige Boschitz. Sie fungiert im Waldrapp-Team als Camp-Managerin: "Denn für die Übernachtung der Mannschaft haben wir Campingbusse und Zelte mit." Denn zusätzlich zu den 14 Mitgliedern des Waldrapp-Teams wird auch ein Filmteam die große Reise begleiten.<ref>[https://www.sn.at/salzburg/chronik/waldrappe-fliegen-diese-woche-von-seekirchen-nach-italien-108049606 www.sn.at], 16. August 2021</ref> |
| | | | |
| | === ''Animal Tracker App'' === | | === ''Animal Tracker App'' === |
| Zeile 61: |
Zeile 77: |
| | == Bildergalerien == | | == Bildergalerien == |
| | === Bilder aus Kuchl === | | === Bilder aus Kuchl === |
| − | <gallery> | + | <gallery mode="nolines" mode="packed-hover" heights="200"> |
| | Datei:WaldrappP1070590.jpg|Waldrapp-Brutgebiet am Georgenberg in Kuchl | | Datei:WaldrappP1070590.jpg|Waldrapp-Brutgebiet am Georgenberg in Kuchl |
| | Datei:Waldrapp Voliere in Kuchl P1070599.jpg|Waldrapp-Voliere in Kuchl (noch vor Umbau 2018) | | Datei:Waldrapp Voliere in Kuchl P1070599.jpg|Waldrapp-Voliere in Kuchl (noch vor Umbau 2018) |
| Zeile 69: |
Zeile 85: |
| | ===Bilder aus dem Stadtgebiet von Salzburg=== | | ===Bilder aus dem Stadtgebiet von Salzburg=== |
| | Diese Gruppe von insgesamt 23 Vögeln stammt aus den Aufzuchtstationen Burghausen und Kuchl. Sie hatte sich im Sommer 2017 einen Kranausleger im Stadtgebiet von Salzburg als "Schlafbaum" erwählt. Ende August 2017 verbrachte die Gruppe ihre allerletzte Nacht in Salzburg auf einem wenige hundert Meter südlich davon befindlichen Baukran. Ein erster Schritt in die richtige (südliche) Vogelzug-Richtung. | | Diese Gruppe von insgesamt 23 Vögeln stammt aus den Aufzuchtstationen Burghausen und Kuchl. Sie hatte sich im Sommer 2017 einen Kranausleger im Stadtgebiet von Salzburg als "Schlafbaum" erwählt. Ende August 2017 verbrachte die Gruppe ihre allerletzte Nacht in Salzburg auf einem wenige hundert Meter südlich davon befindlichen Baukran. Ein erster Schritt in die richtige (südliche) Vogelzug-Richtung. |
| − | <gallery> | + | <gallery mode="nolines" mode="packed-hover" heights="200"> |
| | Datei:Waldrappe auf Kranausleger.JPG|Waldrappe auf Kranausleger, 19. August 2017 | | Datei:Waldrappe auf Kranausleger.JPG|Waldrappe auf Kranausleger, 19. August 2017 |
| | Datei:Waldrapp 1, 21. August 2017.JPG|Waldrapp auf Kranausleger, 21. August 2017 | | Datei:Waldrapp 1, 21. August 2017.JPG|Waldrapp auf Kranausleger, 21. August 2017 |
| Zeile 76: |
Zeile 92: |
| | Datei:Waldrapp 4, 21. August 2017.JPG|Waldrapp auf Kranausleger, 21. August 2017 | | Datei:Waldrapp 4, 21. August 2017.JPG|Waldrapp auf Kranausleger, 21. August 2017 |
| | Datei:Waldrapp 5, 21. August 2017.JPG|Waldrapp auf Kranausleger, 21. August 2017 | | Datei:Waldrapp 5, 21. August 2017.JPG|Waldrapp auf Kranausleger, 21. August 2017 |
| − | <gallery> | + | <gallery mode="nolines" mode="packed-hover" heights="200"> |
| | </gallery> | | </gallery> |
| − | ==Weitere Sichtungen== | + | |
| | + | === Weitere Sichtungen === |
| | Am [[7. Juni|7.]] und am [[8. Juni]] 2018 waren zwei Waldrappe im Gemeindegebiet von [[Saalfelden am Steinernen Meer]] beim Feldern zu beobachten. Beide Vögel waren − wie alle aus den Aufzuchtprogrammen − beringt, einer auch besendert. Der Ring des nicht besenderten Vogels konnte trotz großer Entfernung ausgelesen werden (siehe untenstehendes Bild), die Ringnummer des besenderten Vogels leider nicht. Die Sichtung der Vögel wurde dem Projektleiter gemeldet. | | Am [[7. Juni|7.]] und am [[8. Juni]] 2018 waren zwei Waldrappe im Gemeindegebiet von [[Saalfelden am Steinernen Meer]] beim Feldern zu beobachten. Beide Vögel waren − wie alle aus den Aufzuchtprogrammen − beringt, einer auch besendert. Der Ring des nicht besenderten Vogels konnte trotz großer Entfernung ausgelesen werden (siehe untenstehendes Bild), die Ringnummer des besenderten Vogels leider nicht. Die Sichtung der Vögel wurde dem Projektleiter gemeldet. |
| | | | |
| − | <gallery> | + | <gallery mode="nolines" mode="packed-hover" heights="200"> |
| | Datei:WaldrappsichtungSaalfelden.JPG|Aufnahme in Saalfelden, 8. Juni 2018 | | Datei:WaldrappsichtungSaalfelden.JPG|Aufnahme in Saalfelden, 8. Juni 2018 |
| | Datei:WaldrappRingnummer149.JPG|Waldrapp mit Ringnummer 149 | | Datei:WaldrappRingnummer149.JPG|Waldrapp mit Ringnummer 149 |
| Zeile 88: |
Zeile 105: |
| | | | |
| | == Siehe auch == | | == Siehe auch == |
| − | * [[Salzburgwiki]]-Artikel [[Storchennester in der Altstadt und der Klausrab 1578 in der Mönchsbergwand]] | + | * [[SALZBURGWIKI]]-Artikel: |
| | + | : [[Storchennester in der Altstadt und der Klausrab 1578 in der Mönchsbergwand]] |
| | + | : [[Forscher optimieren Waldrapp-Flugtracker im Windkanal]] |
| | {{mehr}} | | {{mehr}} |
| − | ==Weblink== | + | ==Weblinks== |
| | * [http://waldrapp.eu/index.php/de/projektstandorte/brutgebiet-kuchl Bericht über das Waldrapp-Brutgebiet in Kuchl] | | * [http://waldrapp.eu/index.php/de/projektstandorte/brutgebiet-kuchl Bericht über das Waldrapp-Brutgebiet in Kuchl] |
| − | * [https://livetrackingapp.com/track.php?user=geronticus15%40gmail.com&trackID=1660630152486 livetrackingapp.com], Live-Verfolgung des Fluges der Waldrappe 2022 ab 16. August 2022 in die Toskana | + | * [https://livetrackingapp.com/track.php?user=geronticus15%40gmail.com&trackID=1660630152486 livetrackingapp.com], Live-Verfolgung des Fluges der Waldrappe 2022 ab 16. August 2022 in die Toskana |
| | + | * [https://mailchi.mp/7459b9b513b4/der-unglaubliche-flug-von-knubbel-und-ihr-trauriges-ende?e=cef04b8564 mailchi.mp], Der unglaubliche Flug von Knubbel und ihr trauriges Ende 2023 |
| | + | |
| | == Quellen == | | == Quellen == |
| | * [http://www.waldrapp.eu/it/ waldrapp.eu], homepage des Projekts | | * [http://www.waldrapp.eu/it/ waldrapp.eu], homepage des Projekts |
| | * [https://service.salzburg.gv.at/lkorrj/detail?nachrid=47709 service.salzburg.gv.at] | | * [https://service.salzburg.gv.at/lkorrj/detail?nachrid=47709 service.salzburg.gv.at] |
| − | * [[Salzburger Nachrichten]], 8. Jänner 2015: ''Waldrappe vor Kälte gerettet'' | + | * [[Salzburger Nachrichten]], 8. Jänner 2015: "Waldrappe vor Kälte gerettet" |
| | | | |
| | == Einzelnachweise == | | == Einzelnachweise == |
| | <references/> | | <references/> |
| | + | |
| | [[Kategorie:Wissenschaft]] | | [[Kategorie:Wissenschaft]] |
| | [[Kategorie:Naturwissenschaft]] | | [[Kategorie:Naturwissenschaft]] |
| | [[Kategorie:Biologie]] | | [[Kategorie:Biologie]] |
| | [[Kategorie:Fauna]] | | [[Kategorie:Fauna]] |
| − | [[Kategorie:Wirbeltier]] | + | [[Kategorie:Wirbeltiere]] |
| − | [[Kategorie:Vogel]] | + | [[Kategorie:Vögel]] |
| | [[Kategorie:Ruderfüßer]] | | [[Kategorie:Ruderfüßer]] |
| − | [[Kategorie:Zell am See]]
| |
| − | [[Kategorie:Pinzgau]]
| |