Änderungen

K
Linkfix
Zeile 1: Zeile 1: −
Der '''Österreichische Kameradschaftsbund Maxglan''' ist einer von 18 Kameradschaftsvereinen in der [[Stadt Salzburg|Landeshauptstadt Salzburg]]. Unter Bedachtnahme auf seine Wurzeln im "''I. Militär- Veteranen-  und Kriegerverein Maxglan''" gilt der Kameradschaftsbund Maxglan als einer der ältesten Vereine des Salzburger Stadtteils [[Maxglan]].  
+
Der '''Österreichische Kameradschaftsbund Maxglan''' ist einer von 18 Kameradschaftsvereinen in der [[Stadt Salzburg|Landeshauptstadt Salzburg]]. Unter Bedachtnahme auf seine Wurzeln im "I. Militär- Veteranen-  und Kriegerverein Maxglan" gilt der Kameradschaftsbund Maxglan als einer der ältesten Vereine des Salzburger Stadtteils [[Maxglan]].  
    
==Geschichte==
 
==Geschichte==
 
===Gründungsjahre===
 
===Gründungsjahre===
Der Vorgänger des heutigen Kameradschaftsbundes wurde [[1873]] als "''Militär-Veteranen-  und Kriegerverein Maxglan''" gegründet. Aus der Taufe gehoben wurde dieser Verein in der noch bis [[1935]] eigenständigen Gemeinde von [[Josef Stöllner]] (* [[1847]]; † [[1921]]) und 23 weiteren Gründungsmitgliedern. Stöllner, ehemaliger Soldat, Großgrundbesitzer und seit 1873 Bauer am Bachmaiergut in [[Glanhofen]], wurde zum ersten Vorstand des neuen Vereins gewählt und übte diese Funktion bis [[1890]] aus. Später wurde er zum Ehrenvorstand des II. Maxglaner Veteranenvereins gewählt.  
+
Der Vorgänger des heutigen Kameradschaftsbundes wurde [[1873]] als "Militär-Veteranen-  und Kriegerverein Maxglan" gegründet. Aus der Taufe gehoben wurde dieser Verein in der noch bis [[1935]] eigenständigen Gemeinde von [[Josef Stöllner]] (* [[1847]]; † [[1921]]) und 23 weiteren Gründungsmitgliedern. Stöllner, ehemaliger Soldat, Großgrundbesitzer und seit 1873 Bauer am Bachmaiergut in [[Glanhofen]], wurde zum ersten Vorstand des neuen Vereins gewählt und übte diese Funktion bis [[1890]] aus. Später wurde er zum Ehrenvorstand des II. Maxglaner Veteranenvereins gewählt.  
    
[[1874]] erfolgte die Fahnenweihe. Als Fahnenbild wurde eine Kombination mit dem hl. Maximilian, dem Maxglaner Kirchenpatron und dem Salzburger Fürstenwappen ausgewählt. Von [[1890]] bis [[1906]] bekleidete Konrad Erbschwendner die Position des Vorstandes. [[1898]] war Helene Stöllner, die Ehegattin des Gründers, Fahnenmutter der zweiten Fahnenweihe.
 
[[1874]] erfolgte die Fahnenweihe. Als Fahnenbild wurde eine Kombination mit dem hl. Maximilian, dem Maxglaner Kirchenpatron und dem Salzburger Fürstenwappen ausgewählt. Von [[1890]] bis [[1906]] bekleidete Konrad Erbschwendner die Position des Vorstandes. [[1898]] war Helene Stöllner, die Ehegattin des Gründers, Fahnenmutter der zweiten Fahnenweihe.
    
===Teilung in zwei Vereine für Alt- und Neumaxglan===
 
===Teilung in zwei Vereine für Alt- und Neumaxglan===
Der Riss der zu jener Zeit durch das teilweise noch bäuerlich geprägte [[Altmaxglan]] und dem aufstrebenden städtischen Ortsteil [[Neumaxglan]] ging, führte einhergehend mit der (damals noch bestehenden) räumlichen Trennung der beiden Siedlungsgebiete im Jahr [[1903]] zur Teilung des Vereins in den "''I. Militär-Veteranen- und Kriegerverein Altmaxglan''" und den "''II. Militär-Veteranen- und Kriegerverein Neumaxglan''" dem der [[Bürgermeister der Gemeinde Maxglan|Maxglaner Bürgermeister]] [[Engelbert Stechl]] vorstand. Als Fahnenbild des zweiten Vereins wurde der hl. Georg in Kombination mit dem österreichisch - ungarischen Doppeladler genommen, die Fahnenweihe erfolgte [[1910]] mit Alicia von Bourbon-Parma, Großherzogin von Toskana<ref>zweite Ehefrau von [[Ferdinand IV. von Toskana]]</ref> als Fahnenmutter. Als Vereinslokale wurden der [[Gasthof Hartlwirt|Hartlwirt]] in Altmaxglan für den I. Verein und der [[Gasthaus Neuwirt (Maxglan)|Neuwirt]] in Neu-Maxglan für den II. Verein gewählt.
+
Der Riss der zu jener Zeit durch das teilweise noch bäuerlich geprägte [[Altmaxglan]] und dem aufstrebenden städtischen Ortsteil [[Maxglan#Neumaxglan|Neummaxglan]] ging, führte einhergehend mit der (damals noch bestehenden) räumlichen Trennung der beiden Siedlungsgebiete im Jahr [[1903]] zur Teilung des Vereins in den "I. Militär-Veteranen- und Kriegerverein Altmaxglan" und den "II. Militär-Veteranen- und Kriegerverein Neumaxglan" dem der [[Bürgermeister der Gemeinde Maxglan|Maxglaner Bürgermeister]] [[Engelbert Stechl]] vorstand. Als Fahnenbild des zweiten Vereins wurde der hl. Georg in Kombination mit dem österreichisch - ungarischen Doppeladler genommen, die Fahnenweihe erfolgte [[1910]] mit Alicia von Bourbon-Parma, Großherzogin von Toskana<ref>zweite Ehefrau von [[Ferdinand IV. von Toskana]]</ref> als Fahnenmutter. Als Vereinslokale wurden der [[Gasthof Hartlwirt|Hartlwirt]] in Altmaxglan für den I. Verein und der [[Gasthaus Neuwirt (Maxglan)|Neuwirt]] in Neu-Maxglan für den II. Verein gewählt.
    
===Errichtung des "Kaiser-Franz-Josef-Denkmal" und des Kriegerdenkmals===
 
===Errichtung des "Kaiser-Franz-Josef-Denkmal" und des Kriegerdenkmals===
Zeile 18: Zeile 18:     
===Wiedervereinigung der beiden Vereine und Auflösung 1938===
 
===Wiedervereinigung der beiden Vereine und Auflösung 1938===
Am [[19. März]] [[1932]] wurde auf Initiative der Vorstände Bartl Kemetinger und Sebastian Fuchsreiter auf der Jahreshauptversammlung des "''II. Militär-Veteranen-  und Kriegervereines Neumaxglan''" die Wiedervereinigung der beiden Vereine beschlossen.  
+
Am [[19. März]] [[1932]] wurde auf Initiative der Vorstände Bartl Kemetinger und Sebastian Fuchsreiter auf der Jahreshauptversammlung des "II. Militär-Veteranen-  und Kriegervereines Neumaxglan" die Wiedervereinigung der beiden Vereine beschlossen.  
    
Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich musste das Kaiser-Franz-Josef-Denkmal auf Druck der neuen Machthaber aus der Öffentlichkeit entfernt werden und fand bis [[1985]] im Hof des Brennerbauern Simon Bayerhammer Verwahrung. Auch der Verein selbst wurde noch im selben Jahr von den Nationalsozialisten zwangsaufgelöst. Die Belange des bisherigen dem "Gedenken" zugewandten Veteranenvereins übernahm bis zum Zusammenbruch des dritten Reiches der weitaus martialischere NS-Kriegerbund unter Johann Lienbacher.  
 
Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich musste das Kaiser-Franz-Josef-Denkmal auf Druck der neuen Machthaber aus der Öffentlichkeit entfernt werden und fand bis [[1985]] im Hof des Brennerbauern Simon Bayerhammer Verwahrung. Auch der Verein selbst wurde noch im selben Jahr von den Nationalsozialisten zwangsaufgelöst. Die Belange des bisherigen dem "Gedenken" zugewandten Veteranenvereins übernahm bis zum Zusammenbruch des dritten Reiches der weitaus martialischere NS-Kriegerbund unter Johann Lienbacher.  
Zeile 27: Zeile 27:  
===Errichtung des neuen Kriegerdenkmales===
 
===Errichtung des neuen Kriegerdenkmales===
 
[[Datei:Kriegerdenkmal Maxglan.jpg|thumb|Kriegerdenkmal Maxglan]]
 
[[Datei:Kriegerdenkmal Maxglan.jpg|thumb|Kriegerdenkmal Maxglan]]
Dem bereits kurz nach der Wiedergründung aufkeimendem Gedanken einer Erneuerung des [[Kriegerdenkmal Maxglan|Kriegerdenkmals]] wurde mit engagierter Arbeit und der Installierung eines Kriegerdenkmal - Komitees mit Obmann Simon Bayrhammer, Obmann-Stellvertreter Paul Knoll, Schriftführer Josef Franke sen., dem Kassier Georg Lienbacher und den Herren Franz Stöllner, Paul Greiner, Josef Schaber und Josef Hinterlechner entgegengeschritten. [[1953]] trug der Kameradschaftsbund Maxglan das alte Denkmal auf seine Kosten ab, sechs Jahre später erfolgte [[1959]], gemeinsam mit der Fahnenweihe, die Einweihung des neuen Denkmals. Zu diesem Anlass trugen zehn Musikkapellen, darunter auch die [[Trachtenmusikkapelle Maxglan]], 35 Kameradschaftsvereine, vier Traditionsverbände, fünf Trachten -  und Ortsvereine sowie die [[Reitergruppe Wals]] mit 23 Pferden zum Gelingen der festlichen Veranstaltung bei. Als Ehrengäste waren [[Landeshauptmann]] [[ Josef Klaus]], der Salzburger Vize - Bürgermeister [[Josef Weilhartner]] und Kameradschaftsbund - Landesobmann Josef "Sepp" Schöpp zugegen. Auf sieben Marmortafeln wird seither vor dem [[Maxglaner Friedhof]] an der [[Siezenheimer Straße]] der 200 Gefallenen des [[Erster Weltkrieg|Ersten]] und der 317 gefallenen Maxglanern des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkriegs]] gedacht.
+
Dem bereits kurz nach der Wiedergründung aufkeimendem Gedanken einer Erneuerung des [[Kriegerdenkmal Maxglan|Kriegerdenkmals]] wurde mit engagierter Arbeit und der Installierung eines Kriegerdenkmal - Komitees mit Obmann Simon Bayrhammer, Obmann-Stellvertreter Paul Knoll, Schriftführer Josef Franke sen., dem Kassier Georg Lienbacher und den Herren Franz Stöllner, Paul Greiner, Josef Schaber und Josef Hinterlechner entgegengeschritten. [[1953]] trug der Kameradschaftsbund Maxglan das alte Denkmal auf seine Kosten ab, sechs Jahre später erfolgte [[1959]], gemeinsam mit der Fahnenweihe, die Einweihung des neuen Denkmals. Zu diesem Anlass trugen zehn Musikkapellen, darunter auch die [[Trachtenmusikkapelle Maxglan]], 35 Kameradschaftsvereine, vier Traditionsverbände, fünf Trachten -  und Ortsvereine sowie die Reitergruppe Wals mit 23 Pferden zum Gelingen der festlichen Veranstaltung bei. Als Ehrengäste waren [[Landeshauptmann]] [[Josef Klaus (Politiker)|Josef Klaus]], der Salzburger [[Vizebürgermeister]] [[Josef Weilhartner]] und Kameradschaftsbund-Landesobmann [[Josef Schöpp|Josef "Sepp" Schöpp]] zugegen. Auf sieben Marmortafeln wird seither vor dem [[Maxglaner Friedhof]] an der [[Siezenheimer Straße]] der 200 Gefallenen des [[Erster Weltkrieg|Ersten]] und der 317 gefallenen Maxglanern des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkriegs]] gedacht.
    
===Wiederaufstellung des Kaiser-Franz-Josef-Denkmals===
 
===Wiederaufstellung des Kaiser-Franz-Josef-Denkmals===
[[1964]] gründete sich innerhalb des Kameradschaftsbundes Maxglan der Schützenverein. [[1985]] wurde der seit [[1981]] geschäftsführende Obmann Hans Maurer zum ordentlichen Obmann gewählt. [[1985]] folgte die Renovierung und Wiederaufstellung des 46 Jahre lang im Brennerhof des Simon Bayrhammer verwahrten "Kaiser-Franz-Josef-Denkmals" vor dem [[Maxglaner Heimathaus]] im [[Stölzlpark]] unter tatkräftiger Unterstützung des damaligen Stadtrates [[Dietrich Masopust]]. Im selben Jahr verstarb am [[31. Dezember]] Simon Bayerhammer, der seit der Wiedergründung 1951 bis 1981 aktiv (bis 1985 offiziell) als Obmann die Geschicke des Vereins leitete und durch seine Initiative das Kaiserdenkmal vor der Zerstörung und dem Zerfall rettete. Das Begräbnis Bayerhamers am Maxglaner Stadtfriedhof geriet zu einem seltenen Ereignis der Verbundenheit und Wertschätzung durch die Vereine und die Bevölkerung Maxglans.  
+
[[1964]] gründete sich innerhalb des Kameradschaftsbundes Maxglan der Schützenverein. [[1985]] wurde der seit [[1981]] geschäftsführende Obmann Hans Maurer zum ordentlichen Obmann gewählt. [[1985]] folgte die Renovierung und Wiederaufstellung des 46 Jahre lang im Brennerhof des Simon Bayrhammer verwahrten "Kaiser-Franz-Josef-Denkmals" vor dem [[Heimathaus Maxglan|Maxglaner Heimathaus]] im [[Stölzlpark]] unter tatkräftiger Unterstützung des damaligen Stadtrates [[Dietrich Masopust]]. Im selben Jahr verstarb am [[31. Dezember]] Simon Bayerhammer, der seit der Wiedergründung 1951 bis 1981 aktiv (bis 1985 offiziell) als Obmann die Geschicke des Vereins leitete und durch seine Initiative das Kaiserdenkmal vor der Zerstörung und dem Zerfall rettete. Das Begräbnis Bayerhamers am Maxglaner Stadtfriedhof geriet zu einem seltenen Ereignis der Verbundenheit und Wertschätzung durch die Vereine und die Bevölkerung Maxglans.  
    
==Vereinsvorstände bzw. Obmänner==
 
==Vereinsvorstände bzw. Obmänner==
Zeile 57: Zeile 57:  
* Salzburger Bildungswerk Maxglan (Hg.): ''Maxglan – Ein Salzburger Stadtteil''. Autoren: [[Walter Häufler]], [[Guido Müller]], [[Martin Wiedemair]]. Salzburg 1990
 
* Salzburger Bildungswerk Maxglan (Hg.): ''Maxglan – Ein Salzburger Stadtteil''. Autoren: [[Walter Häufler]], [[Guido Müller]], [[Martin Wiedemair]]. Salzburg 1990
 
* [[Peter Kramml]], [[Franz Lauterbacher]], [[Guido Müller]] (Hrsg.): ''Maxglan. Hundert Jahre Pfarre 1907–2007. Salzburgs zweitgrößter Stadtfriedhof.'' Salzburg 2007
 
* [[Peter Kramml]], [[Franz Lauterbacher]], [[Guido Müller]] (Hrsg.): ''Maxglan. Hundert Jahre Pfarre 1907–2007. Salzburgs zweitgrößter Stadtfriedhof.'' Salzburg 2007
* Hans Maurer: ''Festschrift der Kameradschaft Maxglan anlässlich des 100jährigen Gründungsfestes 1873 - 1973''. Ö.K.B. Maxglan Obmann Hans Maurer. (Hg.). [Salzburg 1973]
+
* Hans Maurer: ''Festschrift der Kameradschaft Maxglan anlässlich des 100jährigen Gründungsfestes 1873–1973''. Ö.K.B. Maxglan Obmann Hans Maurer. (Hg.). [Salzburg 1973]
    
== Einzelnachweis ==
 
== Einzelnachweis ==