Parornix torquillella: Unterschied zwischen den Versionen
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'''Parornix torquillella''' (''Ornix torquillella'' Zeller, 1850) ist eine [[Glossar Biologie#A|Art]] aus der [[Glossar Biologie#O|Ordnung]] [[Lepidoptera]], [[Glossar Biologie#F|Familie]] [[Gracillariidae]] (Miniermotten oder Blatt-Tütenmotten). | '''Parornix torquillella''' (''Ornix torquillella'' Zeller, 1850: 161-162) ist eine [[Glossar Biologie#A|Art]] aus der [[Glossar Biologie#O|Ordnung]] [[Lepidoptera]] (Schmetterlinge), [[Glossar Biologie#F|Familie]] [[Gracillariidae]] (Miniermotten oder Blatt-Tütenmotten). | ||
==Diagnose== | |||
Sofern nicht die Jugendminen der Raupen vorliegen, ist eine Bestimmung der [[Glossar Biologie#I|Imag]]ines nur durch Genitaluntersuchung zuverlässig. Die Jugendminen sind ähnlich jenen der ''[[Parornix finitimella]]'', sind aber flacher und ziehen das Blatt weniger stark zusammen. | |||
==Verbreitung, Lebensraum und Phänologie<ref>siehe [[Glossar Biologie#P|Phänologie]]</ref>== | ==Verbreitung, Lebensraum und Phänologie<ref>siehe [[Glossar Biologie#P|Phänologie]]</ref>== | ||
''P. torquillella'' wird bereits von [[Karl Mitterberger|Mitterberger]] (1909) erstmals für [[Salzburg (Bundesland)|Salzburg]] angegeben (aus dem [[Salzburger Stadtteil]] [[Morzg]] vom [[7. August]] [[1909]]), die Angabe ist aber nicht überprüft und wegen der Ähnlichkeit der ''Parornix''-Arten daher nicht gesichert. Fraßspuren der Art wurden aber bereits seit einigen Jahren an der [[Fuschler Ache]] in [[Thalgau]] gefunden und konnten am [[20. September]] [[2018]] eindeutig ''P. torquillella'' zugeordnet werden, als erstmals auch die flachen Jugendminen entdeckt wurden, die die Art recht zuverlässig von den stark zusammen gezogenen Jugendminen der ''[[Parornix finitimella]]'' unterscheiden (Embacher, Gros & Kurz 2020). Der Fundort in Thalgau liegt in Zone I ([[Alpenvorland]] und [[Flyschzone]] nach Embacher et al. 2024) in rund 550 m Höhe, der Fund Mitterbergers (1909) liegt in rund 450 m Höhe. Die Generationsfolge in Salzburg ist nicht bekannt (Imago im August, Minen ab September), Lebensraum der Art in Thalgau ist ein Gehölzstreifen entlang der Fuschler Ache (Kurz & Kurz 2025). | |||
''P. torquillella'' | ==Nachbarfaunen== | ||
Bei Huemer (2013) wird ''P. torquillella'' aus allen Bundesländern von Österreich gemeldet. In [[Oberösterreich]] sind wenige Funde aus allen drei Landesteilen bekannt (Klimesch 1990). In [[Bayern]] ist die Art ebenfalls aus allen vier Landesteilen nachgewiesen, im voralpinen Hügel- und Moorland (Alpenvorland) und den [[Alpen]] aber nur mit Funden vor 1970 (Haslberger & Segerer 2016). | |||
==Biologie und Gefährdung== | ==Biologie und Gefährdung== | ||
Über die Biologie der Art ist aus Salzburg nichts bekannt. Die Raupen fressen an ''[[Prunus spinosa]]'', der Schlehe, wurden knapp außerhalb der Landesgrenze am [[Mattsee]] aber auch an Zwetschke (''[[Prunus domestica]]'') gefunden. Gegenseitige Beeinflussung durch Ressourcennutzung wurde zu Raupen der eigenen Art festgestellt, aber auch zu Raupen von ''[[Stigmella plagicolella]]''. Eine direkte Konkurrenz am selben Blatt wurde aber noch nicht beobachtet (Kurz & Kurz 2025). Mangels Daten ist eine zuverlässige Beurteilung einer eventuellen Gefährdung im Land zur Zeit nicht möglich, die Situation dürfte aber ähnlich wie bei der ebenfalls an Schlehe lebenden ''[[Parornix finitimella]]'' zu bewerten sein. Aus diesem Grund wird auch ''P. torquillella'' vorerst als potentiell bedroht angesehen (Einstufung NT nach Embacher et al. 2024). | |||
Über die Biologie der Art ist aus Salzburg nichts bekannt. Die Raupen fressen an ''[[Prunus spinosa]]'', der | |||
==Weiterführende Informationen== | ==Weiterführende Informationen== | ||
{{NKIS | taxonid=1254}} | {{NKIS | taxonid=1254}} | ||
{{Fauna und Flora Projekt}} | |||
== Bilder == | == Bilder == | ||
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==Quellen== | ==Quellen== | ||
*Embacher G., P. Gros & M. A. Kurz 2020. Sechster Nachtrag zu "Die Schmetterlinge des Landes Salzburg" (Insecta: Lepidoptera). Beiträge zur Entomofaunistik 21: 69-78. | *Embacher G., P. Gros & M. A. Kurz 2020. Sechster Nachtrag zu "Die Schmetterlinge des Landes Salzburg" (Insecta: Lepidoptera). Beiträge zur Entomofaunistik 21: 69-78. | ||
* | *{{Quelle Embacher et al. 2024}} | ||
*Haslberger, A. & A.H. Segerer 2016. Systematische, revidierte und kommentierte Checkliste der Schmetterlinge Bayerns (Insecta: Lepidoptera). Mitteilungen der Münchner Entomologischen Gesellschaft 106. Supplement: 336 pp. | |||
*Huemer, P. 2013. Die Schmetterlinge Österreichs (Lepidoptera). Systematische und faunistische Checkliste. Studiohefte 12. Tiroler Landesmuseum Innsbruck: 304 pp. | |||
*Klimesch, J. 1990. Die Schmetterlinge Oberösterreichs, Teil 6. Microlepidoptera I. Ent. Arbeitsgemeinschaft am O.Ö. Landesmuseum Linz: 1–332. | |||
*Kurz, M. A. & [[Marion Kurz|M. E. Kurz]] 2000–2025. Naturkundliches Informationssystem. URL: http://www.nkis.info [online 2025.05.24]. | |||
*[[Karl Mitterberger|Mitterberger, K.]] 1909. Verzeichnis der im [[Kronland Salzburg|Kronlande Salzburg]] bisher beobachteten Mikrolepidopteren (Kleinschmetterlinge). – In: [[Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde]] 49: [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?apm=0&aid=slk&datum=19090003&zoom=2&seite=00000195 195-552]. | *[[Karl Mitterberger|Mitterberger, K.]] 1909. Verzeichnis der im [[Kronland Salzburg|Kronlande Salzburg]] bisher beobachteten Mikrolepidopteren (Kleinschmetterlinge). – In: [[Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde]] 49: [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?apm=0&aid=slk&datum=19090003&zoom=2&seite=00000195 195-552]. | ||
== Einzelnachweis == | |||
<references/> | |||
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