Schlosspark Hellbrunn: Unterschied zwischen den Versionen

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[[Datei:Hellbrunn Park Schloss.jpg|thumb|Schloss und Park vom [[Monatsschlössl]] aus gesehen]]
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[[Datei:Hellbrunn-Park-Panorama A.jpg|thumb|center|900px|Hellbrunn-Schlossgarten-Panorama von Südost.]]
[[Datei:Schlossparkimpression Sommer 2010.jpg|thumb|Schlossparkimpression Sommer 2010]]
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[[Datei:Hellbrunner_Schlosspark,_Ansicht_vom_Hellbrunner_Berg.jpg|thumb|Schloss und Schlossgarten Hellbrunn.]]
[[Datei:Schlosspark Hellbrunn 20151223.jpg|thumb|Schlosspark Hellbrunn Panorama, Dezember 2015]]
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[[Datei:2005 09 07 Hellbrunn Schlosspark Salzburg 9.jpg|thumb|Herbststimmung im Schlossgarten.]]
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[[Datei:Schlossparkimpression Sommer 2010.jpg|thumb|Schlossgarten im Sommer 2010.]]
 
[[File:Merian Hellbrunn G1186 II.jpg|thumb|Hellbrunn, 1644 ([[Matthäus Merian]])]]
 
[[File:Merian Hellbrunn G1186 II.jpg|thumb|Hellbrunn, 1644 ([[Matthäus Merian]])]]
[[Datei:Schöne Ausblicke.jpg|thumb|Blick in den Park]]
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[[Datei:Schöne Ausblicke.jpg|thumb|Blick in den Garten.]]
[[Datei:Schloss Hellbrunn Schlosspark Hellbrunn Morzger Hügel im Winter 20160124.jpg |thumb|Schlosspark Hellbrunn im Jänner]]
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[[Datei:2004 09 19 Hellbrunn Schlosspark Salzburg 1.jpg|thumb|Der steinerne Schlossgartenhund.]]
Der '''Schlosspark Hellbrunn''' umgibt das [[Schloss Hellbrunn]] in [[Hellbrunn]] im Süden der Stadt [[Salzburg]]. Er ist allseitig vom erweiterten Schlossgarten, dem [[Landschaftsgarten Hellbrunn]] umgeben.
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Der '''Schlosspark Hellbrunn''' ist die heute allgemeine verwendete Bezeichnung für die mauerumschlossene gesamte Grünanlage von [[Schloss Hellbrunn]] in [[Hellbrunn]] im Süden der [[Stadt Salzburg]], zu der neben dem Grünraum des alten Jagdwildgartens, dem [[Hellbrunner Berg]] auch der alte [[Manierismus|manieristische]] Schlossgarten gehört.  
  
 
== Beschreibung ==
 
== Beschreibung ==
Der Schlosspark Hellbrunn steht seit dem Jahr [[2014]] wegen seiner geschichtlichen, künstlerischen oder sonstigen kulturellen Bedeutung unter [[Denkmalschutz]].<ref>Quelle [https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=10009184 Bundesgesetz betreffend den Schutz von Denkmalen wegen ihrer geschichtlichen, künstlerischen oder sonstigen kulturellen Bedeutung (Denkmalschutzgesetz - DMSG) StF: BGBl. Nr. 533/1923 (NR: GP I 1513 AB 1703 S. 209.)]</ref>
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Historischen Quellen und der Anlagengestaltung nach wäre es kein Park, sondern ein Garten. Daher verwendet das [[SALZBURGWIKI]] unter Berufung unten angeführter Quellen die Bezeichnung Garten. Der allseitig von einem erweiterten Schlossgarten, dem [[Landschaftsgarten Hellbrunn]] umgebenen, ist von einer langen Gartenmauer begrenzt. Der Garten von Schloss Hellbrunn steht seit dem Jahr [[2014]] wegen seiner geschichtlichen, künstlerischen oder sonstigen kulturellen Bedeutung unter [[Denkmalschutz]].<ref>[https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=10009184 Bundesgesetz betreffend den Schutz von Denkmalen wegen ihrer geschichtlichen, künstlerischen oder sonstigen kulturellen Bedeutung (Denkmalschutzgesetz - DMSG) StF: BGBl. Nr. 533/1923 (NR: GP I 1513 AB 1703 S. 209.)]</ref>
  
Er hat in etwa eine Breite von 500 Metern in West-Ost-Richtung und eine Länge von etwa 1&nbsp;400 Metern in Nord-Süd-Richtung; sein Gebiet umfasst eine Fläche von etwa 580&nbsp;000 Quadratmetern. Umgeben ist er von einer Schlossmauer, die etwa 3,9 Kilometer lang, etwa drei Meter hoch und im Mittel etwa 50 cm stark ist, aus Naturstein besteht, überwiegend aus [[Konglomerat]]<nowiki>gestein</nowiki>.
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Der Garten hat in etwa eine Breite von 500 Metern in West-Ost-Richtung und eine Länge von etwa 1&nbsp;400 Metern in Nord-Süd-Richtung. Sein Gebiet umfasst eine Fläche von etwa 580&nbsp;000 Quadratmetern. Umgeben ist er von einer Schlossmauer, die etwa 3,9 Kilometer lang, etwa drei Meter hoch, im Mittel etwa 50 cm stark ist und aus Naturstein besteht, überwiegend aus [[Konglomerat]]<nowiki>gestein</nowiki>.
  
Die Figuren im Schlosspark, der frei zugänglich ist, stammen vom Bildhauer [[Hans Waldburger]] selbst oder sind seiner Werkstätte zuzurechnen.
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Die Figuren im Schlossgarten, der abseits der Wasserspiele frei zugänglich ist, stammen vom Bildhauer [[Hans Waldburger]] selbst oder sind seiner Werkstätte zuzurechnen.
  
== Bereiche der Parkanlage ==
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== Die Gliederung der Gartenanlage ==
Der Schlosspark wurde im Laufe der Zeit verändert und gliedert sich heute in folgende Bereiche:
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Der Schlossgarten wurde im Laufe der Zeit teilweise verändert, er gliedert sich bis heute in  
* der [[Manierismus|manieristische]] Garten im sog. ''Wasserparterre'', zu dem auch die [[Wasserspiele Hellbrunn|Wasserspiele]] gehören, mit den Teichen<ref>In den [http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=slk&datum=1891&page=317&size=26 Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde] beschreibt [[Eberhard Fugger]] den Unterschied zwischen Teich und Weiher. Die [http://www.pfenninger.at/gewaesser/  Peter-Pfenninger-Schenkung Liefering] schreibt Schloss''teiche''.</ref>  und [[barock]]en Ornamenten aus Pflanzen und Blumen;
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* den manieristischen Garten im sog. Wasserparterre, zu dem auch die [[Wasserspiele Hellbrunn|Wasserspiele]] gehören, mit den [[Schlossweiher im Schlossgarten von Hellbrunn|Schlossweihern]] und [[barock]]en Ornamenten aus Pflanzen; in den kunstvollen Wasserbecken - einst unverzichtbarer Teil der Schlossgartenanlage - wurden früher auch seltene Fische, aber auch [[Saibling]]e und [[Forelle]]n, gehalten sowie seltene Wasservögel; in einem Zierbecken befinden sich heute wieder [[Stör]]e;
* der Landschaftsgarten im englischen Stil;
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* den englischen Landschaftsgartenteil, weitgehend unter [[Fürsterzbischof]] [[Hieronymus Graf Colloredo|Colloredo]] angelegt;  
* der Naturpark, in dem sich ein [[Spielplatz Hellbrunn|Spielplatz]] für Kinder, eine große Liegewiese und ein Fitness-Parcours befinden; hier können zahlreiche Sportmöglichkeiten ([[Laufen (Sport)|Laufen]], [[Nordic Walking]], Yoga, Frisbee, Federball) ausgeübt werden und im Winter beginnt hier eine [[Langlaufloipe Hellbrunn|Langlaufloipe]] zur kostenlosen Benutzung;
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* die Wiesen im Osten (Teil des Jagdwildgartens), in denen  sich ein [[Spielplatz Hellbrunn|Spielplatz]] für Kinder, eine große Liegewiese und ein Fitness-Parcours mit [[Kneippbecken im Schlossgarten von Hellbrunn|Kneippbecken]] befinden; in diesem Teil des Gartens können auch Sportmöglichkeiten betrieben werden ([[Laufen (Sport)|Laufen]], [[Nordic Walking]], Yoga, Frisbee, Ballspiele;); umrahmt werden diese große Wiesen von der [[Eichenreihe im Schlosspark Hellbrunn|Eichenreihe]]; im Winter beginnt hier bei ausreichender Schneelage eine [[Langlaufloipe Hellbrunn|Langlaufloipe]] zur kostenlosen Benutzung;  
* dem [[Hellbrunner Berg]], auf dem sich das [[Steintheater]] und das [[Monatsschlössl]] mit dem [[Volkskunde Museum]] befinden;  
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* den [[Hellbrunner Berg]], Teil des Jagdwildgartens, auf dem sich das [[Steintheater]] und das [[Monatsschlössl]] mit dem [[Volkskunde Museum]] sowie drei Aussichten befinden;  
* an seiner Westseite, in einen Teil im ehemaligen sakralen Park, liegt der [[Zoo Salzburg]];
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* den an seiner Westseite liegenden [[Zoo Salzburg]];
* ausgedehnte Wiesen und eine [[Eichenreihe im Schlosspark Hellbrunn|Eichenreihe]] an der Ostseite, die bis [[1800]] ein Teil des fürsterzbischöflichen Jagdgatters (historischer Tiergarten) waren und heute zum Spazieren, Wandern oder Sport allgemein genutzt wird;
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* den Raum ganz im Süden, also um den ehemaligen sakralen Garten um den [[Anifer Alterbach]];
  
== Parkteile im Detail ==
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== Die Teile des Gartens im Einzelnen ==
 
=== Manieristischer Garten ===  
 
=== Manieristischer Garten ===  
Der manieristische Garten mit dem Wasserparterre ist die große barock geprägte Gartenanlage vor dem Schloss Hellbrunn, die sich in südöstlicher Richtung erstreckt. Der barocke Ziergarten bildet mit der Allee aus Fichten eine Sicht- und Landschaftsachse in südöstlicher Richtung, die über die [[Salzach]] auf das [[Schloss Goldenstein]] sowie zur aufgehenden Sonne hin ausgerichtet ist.  
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Der manieristische Garten mit dem Wasserparterre ist die große barock geprägte Gartenanlage vor dem Schloss Hellbrunn, die sich in südöstlicher Richtung erstreckt. Der barocke Ziergarten bildet mit der Allee aus [[Fichte]]n eine Sicht- und Landschaftsachse in südöstlicher Richtung, die über die [[Salzach]] auf das [[Schloss Goldenstein]] sowie zur aufgehenden Sonne hin ausgerichtet ist.  
  
Den Mittelpunkt des Ziergartens bildet der geometrisch gestaltete große Weiher mit einer rechteckigen, künstlichen Insel darin, auf der sich im [[17. Jahrhundert]] in der Mitte ursprünglich ein Hügel mit [[Erdbeere]]n erhob. Das Manieristische sind die kunstvoll in Kastenform geschnittenen drei Alleen aus Winter[[linde]]n, der Schmuck mit verschiedenen Skulpturen, die Einhörner und Obelisken, sowie auch die früher einmal mit Buchs und Blumen bepflanzten ornamentalen Rasenflächen. Flankiert wird das Wasserparterre von zwei weiteren, symmetrisch angeordneten Wasserbecken (Fischweihern), in denen die Salzburger Fürsterzbischöfe einst [[Äsche]]n, [[Forelle]]n, [[Saibling]]e und [[Karpfen]] hielten. Noch heute werden darin Karpfen gehalten und in einem Becken auch [[Stör]]e.
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Den Mittelpunkt des Ziergartens bildet der geometrisch gestaltete große Weiher mit einer rechteckigen Insel darin, auf der sich im [[17. Jahrhundert]] in der Mitte ursprünglich ein Hügel mit [[Erdbeere]]n erhob. Zu diesem Garten gehören die kunstvoll in Kastenform geschnittenen drei Alleen aus Winter[[linde]]n, der Schmuck durch verschiedene Skulpturen, die Einhörner und Obelisken, sowie auch die früher einmal mit Buchs und Blumen bepflanzten ornamentalen Rasenflächen. Flankiert wird das Wasserparterre von zwei weiteren, symmetrisch angeordneten Wasserbecken und barocken Ornamenten aus Pflanzen und Blume.
  
Um [[1750]] wurde die Anlage und ihr damaliges Aussehen von [[Anton Danreiter]] in einem kolorierten Kupferstich dargestellt.<ref>[http://austria-forum.org/af/Wissenssammlungen/Historische_Bilder/Garten_des_Schlo%C3%9F_Hellbrunn_(Salzburg) austria-forum.org - Garten von Schloss Hellbrunn nach Osten, Anton Danreiter, 1750]</ref>
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Um [[1750]] wurde die Anlage und ihr damaliges Aussehen von [[Anton Danreiter]] in einem kolorierten Kupferstich dargestellt.<ref>[https://austria-forum.org/af/Wissenssammlungen/Historische_Bilder/Garten_des_Schlo%C3%9F_Hellbrunn_(Salzburg) austria-forum.org], Garten von Schloss Hellbrunn nach Osten, Anton Danreiter, 1750]</ref>
  
 
=== Jagdgarten mit dem historisch jüngeren englischen Landschaftsgarten ===
 
=== Jagdgarten mit dem historisch jüngeren englischen Landschaftsgarten ===
Im Osten des Hellbrunner Parks breiten sich größere Wiesen aus, die früher als Auwiesen zur [[Hellbrunner Au (Landschaftsschutzgebiet)|Hellbrunner Au]] gehörten. Der Jagdgarten war einst für die Jagd auf Rotwild und Niederwild bestimmt. Heute wird der Stadt nahe gelegene nördliche Teil als Liegewiese und als Kinderspielplatz genutzt. Der südlichen Teil mit einer geschützten [[Eichenreihe im Schlosspark Hellbrunn|Eichenreihe]] wird extensiv genutzt.  
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Im Osten des Hellbrunner Gartens breiten sich größere Wiesen aus, die früher als Auwiesen zur [[Hellbrunner Au (Landschaftsschutzgebiet)|Hellbrunner Au]] gehörten. Der Jagdgarten war einst für die Jagd auf Rotwild und Niederwild bestimmt. Heute wird der Stadt nahe gelegene nördliche Teil als Liegewiese und als Kinderspielplatz genutzt. Der südlichen Teil mit einer geschützten Eichenreihe wird extensiv genutzt.  
  
Beginnend bei der [[Orangerie Schloss Hellbrunn|Orangerie]] nach Osten, im Zwickel von Schlosszufahrt und Manieristischen Garten, wurde im Jasgdgaten um 1800 ein Landschaftsgarten im englischen Stil errichtet. Dort stehen exotische Bäume, wie amerikanischer Riesen-Mammutbaum (Sequoia), Zeder, Akazie, Pinie, Blutbuche. Dort wurden entlang von Wegen nach 1850 zahlreiche Roßkastanien gepflanzt.  
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Beginnend bei der [[Orangerie Schloss Hellbrunn|Orangerie]] nach Osten, im Zwickel von Schlosszufahrt und manieristischen Garten, wurde im Jagdgarten schon vor [[1800]] ein Landschaftsgarten im englischen Stil errichtet. Dort stehen exotische Bäume, wie amerikanische Küstenmammutbaum (''Sequoia sempervirens''), amerikanische Weymouth-[[Kiefer]], Zeder, Akazie, Pinie oder Blutbuche. Dort wurden entlang von Wegen nach [[1850]] auch zahlreiche [[Gewöhnliche Rosskastanie|Rosskastanien]] gepflanzt.
  
 
=== Sakraler Garten ===
 
=== Sakraler Garten ===
Als Gegenpol zum fürstlich-prunkvollen Lustgarten (ganz im Norden des Parks angelegt), errichtete Fürsterzbischof Markus Sittikus im äußersten Süden des Schlossparks im Geiste des [[Kapuzinerorden]]s des heiligen Franziskus und im Geiste seines Onkels, des heiligen Carlo Borromeo, einen sakralen Wildnis-Garten am [[Anifer Alterbach]] in Gestalt eines Kalvarienberges, in dem auch verschiedene Skulpturen von Einsiedlern (welche die Kalvarienbergkapellen andächtig bewunderten) und eine echte Einsiedelei zu finden waren. Die Wildnis als Gegensatz zum feudal-aufwändigen Lustgarten sollte die naturbelassene göttliche Schöpfung symbolisieren. Auch sollte die Andacht nicht durch weltlichen Prunk gestört werden. Von diesen sakralen Denkmälern sind heute nur wenige Fundamente erhalten. Erhalten blieb aber der sehr naturnah belassene Wildnisgarten um den Anifer Alterbach als selbständiger Teil des historischen Schlossparks. Dieses Areal gehört heute zum Tierpark.
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Als Gegenpol zum fürstlich-prunkvollen Lustgarten (ganz im Norden des Parks angelegt), errichtete Fürsterzbischof [[Markus Sittikus]] im äußersten Süden des Schlossgartens im Geiste des [[Kapuzinerorden]]s des heiligen [[Franz von Assisi auf Lampedusa|Franziskus]] und im Geiste seines Onkels, des heiligen [[Kapelle zum heiligen Borromäus|Carlo Borromeo]], einen sakralen Wildnis-Garten am Anifer Alterbach in Gestalt eines [[Kalvarienberg]]es, in dem auch verschiedene Skulpturen von Einsiedlern (welche die Kalvarienbergkapellen andächtig bewunderten) und eine echte Einsiedelei zu finden waren. Die Wildnis als Gegensatz zum feudal-aufwändigen Lustgarten sollte die naturbelassene göttliche Schöpfung symbolisieren. Auch sollte die Andacht nicht durch weltlichen Prunk gestört werden. Von diesen sakralen Denkmälern sind heute nur wenige Fundamente erhalten. Erhalten blieb aber der sehr naturnah belassene Wildnisgarten um den Anifer Alterbach als selbständiger Teil des historischen Schlossparks.
 
 
== Kurioses ==
 
[[Datei:Hans Poelzig Festspielhaus Salzburg 1 Projekt.jpg|thumb|Plan eines nicht verwirklichten Projektes für ein
 
<br/> [[Festspielhaus]] im Schlosspark Hellbrunn]]
 
[[Ungebautes Salzburg]]: [[Hans Poelzig]] (* 1869; † 1936) plante zwischen 1919 bis 1922 ein [[Haus für Mozart|Festspielhaus]] für Salzburg mit Standort im Park von Hellbrunn. Es sollte am südöstlichen Ausläufer des Hellbrunner Berges errichtet werden. Das Projekt wurde jedoch infolge der galoppierenden Inflation nicht realisiert, obwohl der Grundstein für das große Bauvorhaben 1922 mit viel Prominenz gelegt worden war.
 
 
 
== Der weitläufige den Schlosspark umgebende Landschaftsgarten ==
 
Von Schlosspark Hellbrunn greifen drei Achsen weit in die Landschaft hinaus:
 
* Einzigartig ist auch der gut erhaltene Landschaftsraum der [[Hellbrunner Allee]], die älteste erhaltene Allee Mitteleuropas (vermutlich sogar die weltweit älteste erhaltene Allee), die Fürsterzbischof [[Markus Sittikus von Hohenems]] [[1614]]/[[1615]] im Geiste der Spät[[renaissance]] in der Achse zum [[Schloss Freisaal|Wasserschloss Freisaal]] hin anliegen ließ, verlängerte den hochfürstlichen Garten weit in die Landschaft hinaus und manifestierte den absoluten Herrschaftsanspruch des jungen Grafen. Wie Perlen liegen dort einzelne Adelssitze: [[Schloss Emslieb]], die [[Emsburg]], die [[Frohnburg]] und die [[Kaiserburg]]. Die seitlichen Alleen dieser kleinen Schlösser mit kleineren Bäumen (meist Obstbäumen) bestanden, führen oder führten entweder zur [[Salzach]] (Emslieb, Emsburg, Frohnburg) oder nach Westen ([[Freisaal]]).
 
 
 
* der [[Fürstenweg (Salzburg)|Fürstenweg]] führt als alte Lindenallee zur Salzach. Er wurde 1615 ebenfalls unter Markus Sittikus errichtet und stellt - ebenfalls weit in die Landschaft ausgreifend - die Achse des Schlossgebäudes und des Sternweihers (Weiher Altems) zur Salzach dar.  
 
  
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=== Der weitläufige den inneren Schlossgarten umgebende weitläufige Landschaftsgarten ===
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Vom Schlossgarten Hellbrunn greifen drei Achsen weit in die Landschaft hinaus:
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* Einzigartig ist auch der gut erhaltene Landschaftsraum der [[Hellbrunner Allee]], die älteste erhaltene Allee Mitteleuropas (vermutlich sogar die weltweit älteste erhaltene Allee), die Fürsterzbischof [[Markus Sittikus von Hohenems]] [[1614]] bis [[1615]] im Geiste der Spät[[renaissance]] in der Achse zum [[Wasserschloss Freisaal]] hin anliegen ließ, verlängerte den hochfürstlichen Garten weit in die Landschaft hinaus und manifestierte den absoluten Herrschaftsanspruch des jungen Grafen. Wie Perlen liegen dort einzelne Adelssitze: [[Schloss Emslieb]], die [[Emsburg]], die [[Frohnburg]] und die [[Kaiserburg]]. Die seitlichen Alleen dieser kleinen Schlösser mit kleineren Bäumen (meist Obstbäumen) bestanden, führen oder führten entweder zur [[Salzach]] (Emslieb, Emsburg, Frohnburg) oder nach Westen ([[Freisaal]]).
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* Der [[Fürstenweg (Salzburg)|Fürstenweg]] führt als alte [[Linde]]nallee zur Salzach. Er wurde [[1615]] ebenfalls unter Markus Sittikus errichtet und stellt - ebenfalls weit in die Landschaft ausgreifend - die Achse des Schlossgebäudes und des Sternweihers (Weiher Altems) zur Salzach dar.
 
* Die große Gartenachse beginnt bei einer Statue der Diana und verläuft als zentrale Achse über den ornamentalen Garten, über den Jagdgarten und dahinter über die Salzachauen bis zum Schloss Goldenstein jenseits der Salzach.
 
* Die große Gartenachse beginnt bei einer Statue der Diana und verläuft als zentrale Achse über den ornamentalen Garten, über den Jagdgarten und dahinter über die Salzachauen bis zum Schloss Goldenstein jenseits der Salzach.
  
==Künftige Gestaltung entlang des Fürstenweges==
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== Kurioses ==
Derzeit sind ehemalige historische Gartenflächen von Hellbrunn innerhalb der Schlossmauern, d. h. im historischen Schlosspark noch als unschöne asphaltierte Pkw-Abstellplätze genutzt. Der einst repräsentative Zufahrtsbereich von der Hellbrunner Allee zum Ostportal des Schlosses ist derzeit ebenfalls noch asphaltierter Pkw Abstellplatz. Eine Verlegung dieser sehr störenden Parkplätze und die Zusammenführung der verschiedenen PKW und Bus-Parkplätze zu einem geschlossenen Parkplatz bieten sich an. In der Folge ist die Gestaltung der Asphaltflächen gemäß historischen Vorbildern wichtig.  
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[[Datei:Hans Poelzig Festspielhaus Salzburg 1 Projekt.jpg|thumb|Plan eines nicht verwirklichten Projektes für ein [[Festspielhaus]] im Schlossgarten Hellbrunn.]]
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[[Ungebautes Salzburg]]: Hans Poelzig (* [[1869]]; † [[1936]]) plante zwischen [[1919]] bis [[1922]] ein [[Festspielhaus]] für Salzburg mit Standort im Garten von Hellbrunn. Es sollte am südöstlichen Ausläufer des Hellbrunner Berges errichtet werden. Das Projekt wurde jedoch infolge der galoppierenden Inflation nicht realisiert, obwohl der Grundstein für das große Bauvorhaben 1922 mit viel Prominenz gelegt worden war.  
  
== Erreichbarkeit ==
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== Sonstiges ==
Der Schlosspark von Hellbrunn ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln (Buslinie {{Symbol-Buslinie|25}}) zu erreichen. Es gibt mehrere gebührenpflichtige Parkplätze.  
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Nördlich des Schlossparks, an der Schlossmauer, befinden drei gebührenpflichtige Parkplätze. An seiner Nordseite befinden sich der Haupteingang in den Schlosspark befinden sich [[Öffentliche Toiletten in der Stadt Salzburg|Toilettenanlagen]], der [[Sound of Music Pavillon]] sowie der [[Stadl in Hellbrunn|Stadl]], ein Wirtschaftsgebäude, in dem in den [[1960er]]-Jahren ein Motorveteranen Museum angedacht war.
  
== Bildergalerie ==
 
* Panoramabilder
 
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Datei:Spielplatz in Hellbrunn.JPG|Kinderspielplatz in Hellbrunn
 
Datei:Hellbrunn-Park-Panorama A.jpg|Hellbrunn-Schlosspark-Panorama v. Südost
 
Datei:Schlosspark Hellbrunn Panorama 20170128.jpg | Schlosspark Hellbrunn im [[Jänner 2017]], Blick nach West
 
Datei:Schlosspark Hellbrunn Panorama 20160416 152829.jpg | Schlosspark Hellbrunn, April 2016, Blick nach Nord
 
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== Bilder ==
 
== Bilder ==
 
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== Weblink ==
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[[Datei:2025_05_03_Rätselreise_Hellbrunn_01.jpg|thumb|2025, Rätselreise durch Hellbrunn - Hellbrunner Taferl-Quiz im Schlosspark Hellbrunn in der [[Stadt Salzburg]]. Diese Tafel ist beim Eingang in den Schlosspark an der Innenseite der Schlossmauer angebracht.]]
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* Lage auf [https://www.openstreetmap.org/relation/86630#map=17/47.762133/13.064654 www.openstreetmap.org]
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==Literatur und Quellen ==
 
==Literatur und Quellen ==
* [[Wilfried Schaber]]: ''Hellbrunn – Schloss, Park und Wasserspiele'', Salzburg, Schlossverwaltung Hellbrunn, Sbg. 2004. ISBN 3-200-00075-9.
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* Robert Bigler: ''Schloss Hellbrunn, Wunderkammer der Gartenarchitektur'', Bölau Verlag Wien, 1996
* [[Reinhard Medicus]]: ''Der Kreuzwegberg in Hellbrunn und der Anifer Alterbach'', in: Bastei – Zeitschrift des Stadtvereines Salzburg für die Erhaltung und Pflege von Bauten, Kultur und Gesellschaft. 54 Jg. Salzburg 2005. 2. Folge, S. 31–35.
+
* [[Reinhard Medicus|Medicus, Reinhard]]: ''[[Salzburgs Stadtberge und Stadtgärten im Wandel der Zeit]]'', [[Verlag Anton Pustet]], Salzburg, 2021
* Robert Bigler: ''Schloss Hellbrunn, Wunderkammer der Gartenarchitektur'', Bölau Vlg Wien, 1996
+
* Medicus, Reinhard: ''Der Kreuzwegberg in Hellbrunn und der Anifer Alterbach'', in: [[Bastei]] – Zeitschrift des [[Stadtverein Salzburg|Stadtvereines Salzburg]] für die Erhaltung und Pflege von Bauten, Kultur und Gesellschaft. 54 Jg. Salzburg 2005. 2. Folge, S. 31–35.
* Sibylle Kampl, Christof Kühberger (Herausgeber): ''Schaulust- Die unerwartete Welt des Markus Sittikus'', Verlag Schlossverwaltung Hellbrunn, Salzburg 2016
+
* [[Wilfried Schaber|Schaber, Wilfried]]: ''Hellbrunn – Schloss, Park und Wasserspiele'', Salzburg, Schlossverwaltung Hellbrunn, Salzburg 2004. ISBN 3-200-00075-9.
==== Einzelnachweise ====
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* Kampl, Sibylle; Kühberger, Christof (Herausgeber): ''Schaulust- Die unerwartete Welt des Markus Sittikus'', Verlag Schlossverwaltung Hellbrunn, Salzburg 2016
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* [[Hans Tietze|Tietze, Hans]]:  ''Die Denkmale des Gerichtsbezirkes Salzburg'', 1916, [https://diglib.tugraz.at/themes/img/pdf.png als pdf]
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== Einzelnachweise ==
 
<references/>
 
<references/>
  
{{SORTIERUNG: Hellbrunn, Schlosspark}}
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{{SORTIERUNG: Hellbrunn, Schlossgarten}}
[[Kategorie:Tourismus]]
 
 
[[Kategorie:Stadt Salzburg]]
 
[[Kategorie:Stadt Salzburg]]
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[[Kategorie:Hellbrunn]]
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[[Kategorie:Wissenschaft]]
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[[Kategorie:Geografie]]
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[[Kategorie:Landschaft]]
 
[[Kategorie:Park]]
 
[[Kategorie:Park]]
[[Kategorie:Ausflugsziel]]
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[[Kategorie:Naturschutz]]
[[Kategorie:Hellbrunn]]
 
 
[[Kategorie:Landschaftsschutzgebiet‏‎]]
 
[[Kategorie:Landschaftsschutzgebiet‏‎]]
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[[Kategorie:Kultur und Bildung]]
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[[Kategorie:Kunst]]
 
[[Kategorie:Denkmalschutz]]
 
[[Kategorie:Denkmalschutz]]
 
[[Kategorie:Denkmalschutz (Stadt Salzburg)]]
 
[[Kategorie:Denkmalschutz (Stadt Salzburg)]]
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[[Kategorie:Ausflugsziel]]
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[[Kategorie:Tourismus]]

Aktuelle Version vom 4. Mai 2025, 14:41 Uhr

Hellbrunn-Schlossgarten-Panorama von Südost.
Schloss und Schlossgarten Hellbrunn.

Herbststimmung im Schlossgarten.
Schlossgarten im Sommer 2010.
Hellbrunn, 1644 (Matthäus Merian)
Blick in den Garten.
Der steinerne Schlossgartenhund.

Der Schlosspark Hellbrunn ist die heute allgemeine verwendete Bezeichnung für die mauerumschlossene gesamte Grünanlage von Schloss Hellbrunn in Hellbrunn im Süden der Stadt Salzburg, zu der neben dem Grünraum des alten Jagdwildgartens, dem Hellbrunner Berg auch der alte manieristische Schlossgarten gehört.

Beschreibung

Historischen Quellen und der Anlagengestaltung nach wäre es kein Park, sondern ein Garten. Daher verwendet das SALZBURGWIKI unter Berufung unten angeführter Quellen die Bezeichnung Garten. Der allseitig von einem erweiterten Schlossgarten, dem Landschaftsgarten Hellbrunn umgebenen, ist von einer langen Gartenmauer begrenzt. Der Garten von Schloss Hellbrunn steht seit dem Jahr 2014 wegen seiner geschichtlichen, künstlerischen oder sonstigen kulturellen Bedeutung unter Denkmalschutz.[1]

Der Garten hat in etwa eine Breite von 500 Metern in West-Ost-Richtung und eine Länge von etwa 1 400 Metern in Nord-Süd-Richtung. Sein Gebiet umfasst eine Fläche von etwa 580 000 Quadratmetern. Umgeben ist er von einer Schlossmauer, die etwa 3,9 Kilometer lang, etwa drei Meter hoch, im Mittel etwa 50 cm stark ist und aus Naturstein besteht, überwiegend aus Konglomeratgestein.

Die Figuren im Schlossgarten, der abseits der Wasserspiele frei zugänglich ist, stammen vom Bildhauer Hans Waldburger selbst oder sind seiner Werkstätte zuzurechnen.

Die Gliederung der Gartenanlage

Der Schlossgarten wurde im Laufe der Zeit teilweise verändert, er gliedert sich bis heute in

  • den manieristischen Garten im sog. Wasserparterre, zu dem auch die Wasserspiele gehören, mit den Schlossweihern und barocken Ornamenten aus Pflanzen; in den kunstvollen Wasserbecken - einst unverzichtbarer Teil der Schlossgartenanlage - wurden früher auch seltene Fische, aber auch Saiblinge und Forellen, gehalten sowie seltene Wasservögel; in einem Zierbecken befinden sich heute wieder Störe;
  • den englischen Landschaftsgartenteil, weitgehend unter Fürsterzbischof Colloredo angelegt;
  • die Wiesen im Osten (Teil des Jagdwildgartens), in denen sich ein Spielplatz für Kinder, eine große Liegewiese und ein Fitness-Parcours mit Kneippbecken befinden; in diesem Teil des Gartens können auch Sportmöglichkeiten betrieben werden (Laufen, Nordic Walking, Yoga, Frisbee, Ballspiele;); umrahmt werden diese große Wiesen von der Eichenreihe; im Winter beginnt hier bei ausreichender Schneelage eine Langlaufloipe zur kostenlosen Benutzung;
  • den Hellbrunner Berg, Teil des Jagdwildgartens, auf dem sich das Steintheater und das Monatsschlössl mit dem Volkskunde Museum sowie drei Aussichten befinden;
  • den an seiner Westseite liegenden Zoo Salzburg;
  • den Raum ganz im Süden, also um den ehemaligen sakralen Garten um den Anifer Alterbach;

Die Teile des Gartens im Einzelnen

Manieristischer Garten

Der manieristische Garten mit dem Wasserparterre ist die große barock geprägte Gartenanlage vor dem Schloss Hellbrunn, die sich in südöstlicher Richtung erstreckt. Der barocke Ziergarten bildet mit der Allee aus Fichten eine Sicht- und Landschaftsachse in südöstlicher Richtung, die über die Salzach auf das Schloss Goldenstein sowie zur aufgehenden Sonne hin ausgerichtet ist.

Den Mittelpunkt des Ziergartens bildet der geometrisch gestaltete große Weiher mit einer rechteckigen Insel darin, auf der sich im 17. Jahrhundert in der Mitte ursprünglich ein Hügel mit Erdbeeren erhob. Zu diesem Garten gehören die kunstvoll in Kastenform geschnittenen drei Alleen aus Winterlinden, der Schmuck durch verschiedene Skulpturen, die Einhörner und Obelisken, sowie auch die früher einmal mit Buchs und Blumen bepflanzten ornamentalen Rasenflächen. Flankiert wird das Wasserparterre von zwei weiteren, symmetrisch angeordneten Wasserbecken und barocken Ornamenten aus Pflanzen und Blume.

Um 1750 wurde die Anlage und ihr damaliges Aussehen von Anton Danreiter in einem kolorierten Kupferstich dargestellt.[2]

Jagdgarten mit dem historisch jüngeren englischen Landschaftsgarten

Im Osten des Hellbrunner Gartens breiten sich größere Wiesen aus, die früher als Auwiesen zur Hellbrunner Au gehörten. Der Jagdgarten war einst für die Jagd auf Rotwild und Niederwild bestimmt. Heute wird der Stadt nahe gelegene nördliche Teil als Liegewiese und als Kinderspielplatz genutzt. Der südlichen Teil mit einer geschützten Eichenreihe wird extensiv genutzt.

Beginnend bei der Orangerie nach Osten, im Zwickel von Schlosszufahrt und manieristischen Garten, wurde im Jagdgarten schon vor 1800 ein Landschaftsgarten im englischen Stil errichtet. Dort stehen exotische Bäume, wie amerikanische Küstenmammutbaum (Sequoia sempervirens), amerikanische Weymouth-Kiefer, Zeder, Akazie, Pinie oder Blutbuche. Dort wurden entlang von Wegen nach 1850 auch zahlreiche Rosskastanien gepflanzt.

Sakraler Garten

Als Gegenpol zum fürstlich-prunkvollen Lustgarten (ganz im Norden des Parks angelegt), errichtete Fürsterzbischof Markus Sittikus im äußersten Süden des Schlossgartens im Geiste des Kapuzinerordens des heiligen Franziskus und im Geiste seines Onkels, des heiligen Carlo Borromeo, einen sakralen Wildnis-Garten am Anifer Alterbach in Gestalt eines Kalvarienberges, in dem auch verschiedene Skulpturen von Einsiedlern (welche die Kalvarienbergkapellen andächtig bewunderten) und eine echte Einsiedelei zu finden waren. Die Wildnis als Gegensatz zum feudal-aufwändigen Lustgarten sollte die naturbelassene göttliche Schöpfung symbolisieren. Auch sollte die Andacht nicht durch weltlichen Prunk gestört werden. Von diesen sakralen Denkmälern sind heute nur wenige Fundamente erhalten. Erhalten blieb aber der sehr naturnah belassene Wildnisgarten um den Anifer Alterbach als selbständiger Teil des historischen Schlossparks.

Der weitläufige den inneren Schlossgarten umgebende weitläufige Landschaftsgarten

Vom Schlossgarten Hellbrunn greifen drei Achsen weit in die Landschaft hinaus:

  • Einzigartig ist auch der gut erhaltene Landschaftsraum der Hellbrunner Allee, die älteste erhaltene Allee Mitteleuropas (vermutlich sogar die weltweit älteste erhaltene Allee), die Fürsterzbischof Markus Sittikus von Hohenems 1614 bis 1615 im Geiste der Spätrenaissance in der Achse zum Wasserschloss Freisaal hin anliegen ließ, verlängerte den hochfürstlichen Garten weit in die Landschaft hinaus und manifestierte den absoluten Herrschaftsanspruch des jungen Grafen. Wie Perlen liegen dort einzelne Adelssitze: Schloss Emslieb, die Emsburg, die Frohnburg und die Kaiserburg. Die seitlichen Alleen dieser kleinen Schlösser mit kleineren Bäumen (meist Obstbäumen) bestanden, führen oder führten entweder zur Salzach (Emslieb, Emsburg, Frohnburg) oder nach Westen (Freisaal).
  • Der Fürstenweg führt als alte Lindenallee zur Salzach. Er wurde 1615 ebenfalls unter Markus Sittikus errichtet und stellt - ebenfalls weit in die Landschaft ausgreifend - die Achse des Schlossgebäudes und des Sternweihers (Weiher Altems) zur Salzach dar.
  • Die große Gartenachse beginnt bei einer Statue der Diana und verläuft als zentrale Achse über den ornamentalen Garten, über den Jagdgarten und dahinter über die Salzachauen bis zum Schloss Goldenstein jenseits der Salzach.

Kurioses

Plan eines nicht verwirklichten Projektes für ein Festspielhaus im Schlossgarten Hellbrunn.

Ungebautes Salzburg: Hans Poelzig (* 1869; † 1936) plante zwischen 1919 bis 1922 ein Festspielhaus für Salzburg mit Standort im Garten von Hellbrunn. Es sollte am südöstlichen Ausläufer des Hellbrunner Berges errichtet werden. Das Projekt wurde jedoch infolge der galoppierenden Inflation nicht realisiert, obwohl der Grundstein für das große Bauvorhaben 1922 mit viel Prominenz gelegt worden war.

Sonstiges

Nördlich des Schlossparks, an der Schlossmauer, befinden drei gebührenpflichtige Parkplätze. An seiner Nordseite befinden sich der Haupteingang in den Schlosspark befinden sich Toilettenanlagen, der Sound of Music Pavillon sowie der Stadl, ein Wirtschaftsgebäude, in dem in den 1960er-Jahren ein Motorveteranen Museum angedacht war.

Bilder

 Schlosspark Hellbrunn – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im SALZBURGWIKI
 Schlosspark Hellbrunn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien auf Wikimedia Commons

Weblink

2025, Rätselreise durch Hellbrunn - Hellbrunner Taferl-Quiz im Schlosspark Hellbrunn in der Stadt Salzburg. Diese Tafel ist beim Eingang in den Schlosspark an der Innenseite der Schlossmauer angebracht.

Literatur und Quellen

  • Robert Bigler: Schloss Hellbrunn, Wunderkammer der Gartenarchitektur, Bölau Verlag Wien, 1996
  • Medicus, Reinhard: Salzburgs Stadtberge und Stadtgärten im Wandel der Zeit, Verlag Anton Pustet, Salzburg, 2021
  • Medicus, Reinhard: Der Kreuzwegberg in Hellbrunn und der Anifer Alterbach, in: Bastei – Zeitschrift des Stadtvereines Salzburg für die Erhaltung und Pflege von Bauten, Kultur und Gesellschaft. 54 Jg. Salzburg 2005. 2. Folge, S. 31–35.
  • Schaber, Wilfried: Hellbrunn – Schloss, Park und Wasserspiele, Salzburg, Schlossverwaltung Hellbrunn, Salzburg 2004. ISBN 3-200-00075-9.
  • Kampl, Sibylle; Kühberger, Christof (Herausgeber): Schaulust- Die unerwartete Welt des Markus Sittikus, Verlag Schlossverwaltung Hellbrunn, Salzburg 2016
  • Tietze, Hans: Die Denkmale des Gerichtsbezirkes Salzburg, 1916, als pdf

Einzelnachweise