Graf von Schernberg: Unterschied zwischen den Versionen
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Die Familie '''Graf von Schernberg''' war ein Adelsgeschlecht aus [[St. Veit im Pongau|St. Veit]] bzw. [[Schwarzach]]. Erstmals | Die Familie '''Graf von Schernberg''' war ein [[Salzburger Adel|Adelsgeschlecht]] aus [[St. Veit im Pongau|St. Veit]] bzw. [[Schwarzach]]. Erstmals fand es Erwähnung im Jahr [[1193]]. | ||
== Herkunft == | == Herkunft == | ||
Die Familie Graf soll aus [[Kärnten]] stammen. Im [[14. Jahrhundert]] erscheinen sie als reiche | Die Familie Graf soll aus [[Kärnten]] stammen. Im [[14. Jahrhundert]] erscheinen sie als reiche Eisen[[gewerke]]n im [[Pongau]], wo der Ober[[pfleger]] Heinrich Graf im Jahre [[1370]] die Herrschaft Schernberg besaß. Seit diesem Zeitpunkt nannten sie sich ab und zu auch "Graf von Schernberg", auch wurden sie "Graf von [[Radstadt]]" (damals "Rastatt") genannt, weil die Familie die dortige Pflege jahrhundertelang erblich innehatte. | ||
== Familienname "Graf" == | == Familienname "Graf" == | ||
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'''Konrad Graf''' vertauschte 1344 seinen Posten als [[Erklärungen früherer Bezeichnungen und Ausdrücke#U|Urbar]]propst von [[Werfen]] mit der Richterstelle in Radstadt. | '''Konrad Graf''' vertauschte 1344 seinen Posten als [[Erklärungen früherer Bezeichnungen und Ausdrücke#U|Urbar]]propst von [[Werfen]] mit der Richterstelle in Radstadt. | ||
Konrads Sohn '''Heinrich Graf''' kaufte 1370 das [[Schloss Schernberg]] und übernahm zugleich von der ausgestorbenen Familie Schernberg das Adelsprädikat | Konrads Sohn '''Heinrich Graf''' kaufte 1370 das [[Schloss Schernberg]] und übernahm zugleich von der ausgestorbenen Familie Schernberg das Adelsprädikat "von Schernberg". | ||
1396 wurde '''Konrad Graf II. ''' Pfleger in Radstadt, wo er Güter erwarb: Zuerst [[Mauer-Schlössl|Mauer]] als befestigter Wohnsitz, dann 1400 das ,, | 1396 wurde '''Konrad Graf II. ''' Pfleger in Radstadt, wo er Güter erwarb: Zuerst [[Mauer-Schlössl|Mauer]] als befestigter Wohnsitz, dann 1400 das ,,Grafenhaus" in der Stadt selbst. Aus jeder folgenden Generation war jeweils ein Mitglied der Familie Pfleger des Gerichtes Radstadt. | ||
1480 erwarb der Pfleger '''Wilhelm Graf von Schernberg''' vom Erzbischof das [[Schloss Goldegg]].<ref>[http://www.theaterspielplan.at/index.php?pagePos=62&id=13248 | 1480 erwarb der Pfleger '''Wilhelm Graf von Schernberg''' vom [[Erzbischof]] das [[Schloss Goldegg]].<ref>[http://www.theaterspielplan.at/index.php?pagePos=62&id=13248 "Schloss Goldegg" auf www.theaterspielplan.at]</ref> | ||
'''Christoph Graf''', Pfleger und Verteidiger von Radstadt im [[Salzburger Bauernaufstände | '''Christoph Graf''', Pfleger und Verteidiger von Radstadt im [[Salzburger Bauernaufstände|Bauernkrieg]] von 1526, hatte Erzbischof [[Matthäus Lang]] 3.000 Gulden für die Kriegskasse vorgestreckt und erhielt 1527 als Belohnung für seine Treue das [[Schloss Goldegg]] für sich und seine Nachkommen als Pfleg- und Urbaramt verliehen.<ref>[http://www.goldegg.gv.at/chronik.htm www.goldegg.gv.at/chronik]</ref> Er baute bis zum Jahr 1542 die Burg in ein bewohnbares Schloss um. Seine Frau Elisabeth von [[Keutschach]] war eine Verwandte des Erzbischofs [[Leonhard von Keutschach]]<ref>[[Schloss Goldegg|Artikel "Schloss Goldegg"]]</ref>. | ||
'''Johann Georg Graf von Schernberg''' wurde im Jahr 1635 Pfleger in Goldegg und Landrichter von [[St. Veit im Pongau]]; er verlegte den Amtssitz des Landgerichtes von St. Veit nach [[Goldegg]].<ref>[http://www.goldegg.gv.at/chronik.htm www.goldegg.gv.at/chronik]</ref> | |||
Christophs Bruder '''Konrad Graf''' erwarb die Herrschaft Groppenstein in Kärnten und blieb dort ansässig. | Christophs Bruder '''Konrad Graf''' erwarb die Herrschaft Groppenstein in Kärnten und blieb dort ansässig. | ||
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Jakob Graf hatte die beiden Söhne '''Konrad''' und '''Heinrich Graf'''. Beide starben im Jahr 1610. Heinrich hinterließ 9 Kinder. | Jakob Graf hatte die beiden Söhne '''Konrad''' und '''Heinrich Graf'''. Beide starben im Jahr 1610. Heinrich hinterließ 9 Kinder. | ||
[[1620]] wurde die Familie in die [[Salzburger | [[1620]] wurde die Familie in die [[Hohe Salzburger Landschaft]] aufgenommen. | ||
Der letzte '''Konrad Graf''' starb [[1668]] als Letzter dieser Familie im Salzburgischen. | Der letzte '''Konrad Graf''' starb am [[17. August]] [[1668]] als Letzter dieser Familie im Salzburgischen. Er war hochfürstlich salzburgischer Rat und [[Erklärungen früherer Bezeichnungen und Ausdrücke#K|Kämmerer]] und hatte in zweiter Ehe am 19. Juni 1651 in [[Mauterndorf]] Maria Barbara [[Ritz|Ritz von Grub]] (*2. Februar 1631) geheiratet. | ||
Der Ehe entspross die Tochter Maria Barbara (* 12. Februar 1654 [[St. Veit im Pongau]]; † 13. Mai 1710 Schernberg). Diese war dreimal verheiratet: | |||
# (1673 Goldegg) mit Franz Willibald von ''[[Motzel]]'' (*1642; † 1682), hochfürstlich salzburgischer Beamter; | |||
# 1685 mit Raimund Karl von ''[[Rehlingen]]''; | |||
# 1693 mit Virgil Rudolf Emeran ''[[Auer von Winkel (Adelsgeschlecht)|Gold von Lampoding]]''. | |||
Sie brachte die Konrad Graf’schen Güter der Familie [[Motzel]] – nachmals Freiherren Motzel von Schernberg zu Grub – zu.<ref>[[Karl Ledochowski|Ledóchowski, Karl]]: ''Beiträge zur Salzburger Familiengeschichte, 14. Ritz (Salzburger Linie)'', in: [[Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde]] 70 (1930), S. [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?apm=0&aid=slk&datum=19300003&zoom=2&seite=00000060 60]-64 [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?apm=0&aid=slk&datum=19300003&zoom=2&seite=00000064 64] = [[Franz Martin]], [[Hundert Salzburger Familien]], Verlag der [[Gesellschaft für Salzburger Landeskunde]], Salzburg 1946. S. 72-76 [76].</ref> | |||
== Quellen == | == Quellen == | ||
* [http://www.gde-schwarzach.salzburg.at/Gemeinde/chronik.html?ClientID=50421&ReportType=detail&NrOfWeeks=20&FindingValue=0 Chronik von Schwarzach] | * [http://www.gde-schwarzach.salzburg.at/Gemeinde/chronik.html?ClientID=50421&ReportType=detail&NrOfWeeks=20&FindingValue=0 Chronik von Schwarzach] | ||
* Moriz Maria Edler von Weittenhiller: Der Salzburgische Adel ("Siebmacher, Salzburg"), Verlag Von Bauer und Raspe, Nürnberg 1883. | * [[Moriz Maria Edler von Weittenhiller]]: Der Salzburgische Adel ("Siebmacher, Salzburg"), Verlag Von Bauer und Raspe, Nürnberg 1883. | ||
*[[Friederike Zaisberger]], Walter Schlegel: ''Burgen und Schlösser in Salzburg. Pongau, Pinzgau und Lungau.'' Birken-Verlag Wien 1978. ISBN 3-85030-037-4. S. | * [[Friederike Zaisberger]], [[Walter Schlegel]]: ''Burgen und Schlösser in Salzburg. Pongau, Pinzgau und Lungau.'' Birken-Verlag Wien 1978. ISBN 3-85030-037-4. S. 34 ff. (Abschnitt Mauer-Oberbräuschlößl mit Angabe von Vertretern der Familie von 1344 bis 1610.) | ||
== | ==Einzelnachweise== | ||
<references/> | <references/> | ||
[[Kategorie:Pongau]] | [[Kategorie:Pongau]] | ||
[[Kategorie:Schwarzach im Pongau]] | [[Kategorie:Schwarzach im Pongau]] | ||
[[Kategorie: | [[Kategorie:St. Veit im Pongau]] | ||
[[Kategorie:Geschichte]] | [[Kategorie:Geschichte]] | ||