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| − | Das '''Salzburger Volksblatt''' (1870–1979) war über hundert Jahre eine national-liberale [[Tageszeitungen|Tageszeitung]] in [[Salzburg]], später dann als [[FPÖ]] Parteizeitung noch eine Wochenzeitung. | + | [[Datei:Großglockner Hochalpenstraße Eröffnung 1935 01.jpg|thumb|Titelseite der Ausgabe des Salzburger Volksblatts vom 5. August 1935, mit einem Bild von der [[Eröffnung der Großglockner Hochalpenstraße]], die am [[3. August]] eröffnet worden war.]] |
| | + | [[Datei:Salzburger Volksblatt 03 Jänner 1871.jpg|thumb|Titelseite der Ausgabe des Salzburger Volksblatts vom 3. Jänner 1871.]] |
| | + | Das '''Salzburger Volksblatt''' war über hundert Jahre eine national-liberale [[Tageszeitungen|Tageszeitung]] in der [[Stadt Salzburg]], später dann als [[FPÖ]] Parteizeitung noch eine Wochenzeitung. |
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| | ==Geschichte== | | ==Geschichte== |
| − | Die Geschichte des Blattes beginnt am [[29. Dezember]] [[1870]], als der Stuttgarter [[Reinhold Kiesel]] in der [[Keyl'sche Buchdruckerei]] (aus der später das [[Salzburger Verlagshaus Kiesel]] wird) die erste Probenummer der Tageszeitung druckt. Am [[14. Mai]] [[1872]] veröffentlicht Kiesel ein Inserat in seiner eigenen Zeitung, dass er Zeitung und Druckerei an ein Konsortium unter der Führung von [[Gustav Trauner]] verkauft habe. Zwei Jahre später kauft er sie wieder zurück. Die Zeitung erscheint wieder dreimal wöchentlich (Dienstag, Donnerstag, Samstag) und wird erst am [[1. Jänner]] 1882 endgültig in eine echte Tageszeitung umgewandelt. Eine andere Quelle<ref>Quelle [http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sch&datum=19250102&query=%22Maurus+Berndl%22&ref=anno-search&seite=4 ANNO], [[Salzburger Chronik]], Ausgabe vom 2. Jänner 1925, Seite 4</ref> schreibt, dass das Salzburger Volksblatt bereits mit [[2. Jänner]] [[1873]] zum Tagblatt wurde. | + | === 1870 bis 1979 === |
| | + | Die Geschichte des Blattes beginnt am [[29. Dezember]] [[1870]], als der Stuttgarter [[Reinhold Kiesel]] in der [[Keyl'sche Buchdruckerei]] (aus der später das [[Salzburger Verlagshaus Kiesel]] wird) die erste Probenummer der Tageszeitung druckt. Am [[14. Mai]] [[1872]] veröffentlicht Kiesel ein Inserat in seiner eigenen Zeitung, dass er Zeitung und Druckerei an ein Konsortium unter der Führung von [[Gustav Trauner]] verkauft habe. Zwei Jahre später kauft er sie wieder zurück. Die Zeitung erscheint wieder dreimal wöchentlich (Dienstag, Donnerstag, Samstag) und wird erst am [[1. Jänner]] 1882 endgültig in eine echte Tageszeitung umgewandelt. Eine andere Quelle<ref>Quelle [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sch&datum=19250102&query=%22Maurus+Berndl%22&ref=anno-search&seite=4 ANNO], [[Salzburger Chronik]], Ausgabe vom 2. Jänner 1925, Seite 4</ref> schreibt, dass das Salzburger Volksblatt bereits mit [[2. Jänner]] [[1873]] zum Tagblatt wurde. |
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| − | [[1893]] bekommt die Redaktion des Volksblatts den ersten Telefonanschluss Salzburgs. Es dauert fast zwanzig Jahre, bis das Volksblatt für seinen Eigentümer endlich einen Gewinn abwirft. Als Reinhold Kiesel am [[2. November]] [[1897]] stirbt, übernimmt seine Witwe [[Marie Kiesel|Marie]] das Unternehmen. Am [[2. Juli]] [[1909]] gehen dann die Eigentumsrechte an ihre drei Schwiegersöhne [[Hans Glaser d. Ä.|Hans Glaser]], [[Engelbert Buchroithner]] und [[Josef Rutzinger]] über. | + | [[1893]] bekommt die Redaktion des Volksblatts den ersten Telefonanschluss Salzburgs. Es dauert fast zwanzig Jahre, bis das Volksblatt für seinen Eigentümer endlich einen Gewinn abwirft. |
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| − | Während des Ersten Weltkrieges erschien zusätzlich auch noch siebenmal wöchentlich eine Mittagsausgabe die wenig später unter dem Titel [[Neueste Nachrichten]] in eine Morgenausgabe umgewandelt wurde.
| + | Am [[29. Dezember]] [[1895]] feierte das Blatt sein 25-jähriges Bestandsjubiläum im [[Hotel Mirabell (Stadt Salzburg)|Hotel Mirabell]]. |
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| − | Am [[25. November]] [[1924]] übersiedelte die Redaktion in das neue [[Kieselgebäude]] an der [[Rainerstraße]]. Bis zum [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] entwickelte sich das Volksblatt zur führenden Zeitung der Stadt Salzburg. Nach der Ausschaltung des österreichischen Parlaments im März [[1933]] stand das Volksblatt aber bald unter verschärfter Vorlagepflicht und wurde regelmäßig am Erscheinen gehindert.
| + | Als Reinhold Kiesel am [[2. November]] [[1897]] stirbt, übernimmt seine Witwe [[Marie Kiesel|Marie]] das Unternehmen. Am [[2. Juli]] [[1909]] gehen dann die Eigentumsrechte an ihre drei Schwiegersöhne [[Hans Glaser senior]], [[Engelbert Buchroithner]] und [[Josef Rutzinger]] über. Mit der Übernahme ging die liberale Blattlinie etwas zurück und die deutschnationale Grundhaltung wurde verstärkt. Überraschend ist, dass der weitverbreitete Antisemitismus im Blatt keinen Widerhall fand. Noch 1913 schrieb der Rabbiner Adolf Altmann einen Artikel gegen die Ritualmordlüge und gegen die Pogrome in Rußland. Erst 1918 schwenkte die Zeitung auf einen antisemitischen Kurs ein. |
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| − | [[1941]] wurde es mit der [[Salzburger Landes-Zeitung]] zur [[Salzburger Zeitung (1938)|Salzburger Zeitung]] vereinigt. Anders als bei den anderen Zeitungsgründungen der [[Nachkriegszeit]] dauert es beim Volksblatt wegen der [[Nationalsozialismus|nationalsozialistischen]] Vergangenheit der Eigentümerfamilie Glaser fünf Jahre länger, bis das Blatt wieder auf den Markt kommt. Am [[15. Juni]] [[1950]] erscheint das Salzburger Volksblatt wieder unter seinem eigentlichen Namen. | + | Während des [[Ersten Weltkrieg]]es erschien zusätzlich auch noch siebenmal wöchentlich eine Mittagsausgabe die wenig später unter dem Titel [[Neueste Nachrichten]] in eine Morgenausgabe umgewandelt wurde. |
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| | + | Am [[25. November]] [[1924]] übersiedelte die Redaktion in das neue [[Kieselgebäude]] an der [[Rainerstraße]]. Bis zum [[Zweiten Weltkrieg]] entwickelte sich das Volksblatt zur führenden Zeitung der Stadt Salzburg. Nach der Ausschaltung des österreichischen Parlaments im März [[1933]] stand das Volksblatt aber bald unter verschärfter Vorlagepflicht und wurde regelmäßig am Erscheinen gehindert. |
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| | + | Im November [[1942]] wurde es mit der [[Salzburger Landeszeitung (NSDAP)|Salzburger Landeszeitung]] zur [[Salzburger Zeitung (1938)|Salzburger Zeitung]] vereinigt. Anders als bei den anderen Zeitungsgründungen der [[Nachkriegszeit]] dauert es beim Volksblatt wegen der [[Nationalsozialismus|nationalsozialistischen]] Vergangenheit der Eigentümerfamilie Glaser fünf Jahre länger, bis das Blatt wieder auf den Markt kommt. Am [[15. Juni]] [[1950]] erscheint das Salzburger Volksblatt wieder unter seinem eigentlichen Namen. |
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| | + | 1950 erschien die Erzählung von [[Thomas Bernhard]] "'Das rote Licht" erscheint im Salzburger Volksblatt als seine erste literarische Veröffentlichung unter dem Pseudonym Thomas Fabian.<ref>[https://thomasbernhard.at/das-leben/zeittafel/ thomasbernhard.at]</ref> |
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| | Zwar gelingt es dem Volksblatt in den Anfangsjahren einen national-freiheitlichen Leserkreis zu gewinnen, die wirtschaftlichen Erfolge der [[Zwischenkriegszeit]] bleiben jedoch unerreicht. | | Zwar gelingt es dem Volksblatt in den Anfangsjahren einen national-freiheitlichen Leserkreis zu gewinnen, die wirtschaftlichen Erfolge der [[Zwischenkriegszeit]] bleiben jedoch unerreicht. |
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| − | Am [[13. April]] [[1976]] kauft die eigens dafür gegründete Salzburger Beteiligungsges.m.b.H (SABEG) unter Führung der GZB und der Raiffeisengruppe der Besitzerfamilie Glaser 51 Prozent der Anteile ab, um sich im Jahr darauf auch die verbliebenen 49 Prozent zu sichern. Im November 1976 wird der Salzburger Publizist [[Gerd Bacher]] Generaldirektor des Salzburger Verlagshauses Kiesel und [[1978]] [[Helmut Mödlhammer]] Chefredakteur des Salzburger Volksblattes, das allerdings aufgrund wirtschaftlicher Schwierigkeiten am [[14. April]] [[1979]] sein Erscheinen einstellen muss. | + | Am [[13. April]] [[1976]] kaufte die eigens dafür gegründete Salzburger Beteiligungsges.m.b.H (SABEG) unter Führung der GZB und der Raiffeisengruppe der Besitzerfamilie Glaser 51 Prozent der Anteile ab, um sich im Jahr darauf auch die verbliebenen 49 Prozent zu sichern. Im November 1976 wurde der Salzburger Publizist [[Gerd Bacher]] Generaldirektor des Salzburger Verlagshauses Kiesel und [[1978]] [[Helmut Mödlhammer]] Chefredakteur des Salzburger Volksblattes, das allerdings aufgrund wirtschaftlicher Schwierigkeiten am [[14. April]] [[1979]] sein Erscheinen einstellen musste. |
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| | + | Quellenmäßig nicht belegt ist eine Eintragung im Internet, dass das ''Salzburger Volksblatt'' [[1991]] endgültig eingestellt wurde. |
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| | + | === FPÖ-Parteizeitung === |
| | + | Im Mai [[1984]] wurde die ''FPÖ - Freiheitliche Medienbetriebsges. m. b. H.'', die zu 100 Prozent der [[FPÖ]] gehört, gegründet. Ab [[1985]] brachte sie das ''Salzburger Volksblatt'' zunächst als Wochenzeitung heraus. Im Dezember [[1988]] trennte sich die FPÖ wieder vom Volksblatt und verkaufte im Jänner [[1989]] die ''FPÖ - Freiheitliche Medienbetriebsges. m. b. H.'' um einen [[Schilling]] an den Wiederbegründer der Zeitung, Dr. [[Bernhard Hütter]]. Die Gesellschaft wurde in ''Salzburger Volksblatt Medienbetriebsges. m. b. H.'' umbenannt mit Alleingesellschafter Dr. Bernhard Hütter. Die Zeitung erschien zweimal wöchentlich. |
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| | ==Chefredakteure== | | ==Chefredakteure== |
| − | *[[Reinhold Kiesel]] (1871–1872) | + | *[[Reinhold Kiesel]] ([[1871]]–1872) |
| − | *[[Johannes Emmer]] (1872–1874) | + | *[[Johannes Emmer]] (1872–[[1874]]) |
| | *[[Reinhold Kiesel]] (1874–1897) | | *[[Reinhold Kiesel]] (1874–1897) |
| | *[[Rudolf Freisauff von Neudegg]] (1897–1916) | | *[[Rudolf Freisauff von Neudegg]] (1897–1916) |
| − | *[[Thomas Mayrhofer]] (1916–1934) | + | *[[Thomas Mayrhofer]] ([[1916]]–1934) |
| − | *[[Reinhold Glaser]] (1934–1942) | + | *[[Reinhold Glaser]] ([[1934]]–1942) |
| − | *[[Hans Menzel]] (1950–1977) | + | *[[Hans Menzel]] (1950–[[1977]]) |
| | *[[Ernst Wachalovsky]] (1977–1978) | | *[[Ernst Wachalovsky]] (1977–1978) |
| | *[[Helmut Mödlhammer]] (1978–1979) | | *[[Helmut Mödlhammer]] (1978–1979) |
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| | ==Literatur== | | ==Literatur== |
| − | Gerlinde Neureiter: ''Die Geschichte des "Salzburger Volksblattes" von 1870 bis 1942. Salzburg 1985.'' Universität Salzburg, geisteswissenschaftliche Dissertation | + | Gerlinde Neureiter: ''Die Geschichte des "Salzburger Volksblattes" von 1870 bis 1942. Salzburg 1985.'' [[Universität Salzburg]], geisteswissenschaftliche Dissertation |
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| | ==Quellen== | | ==Quellen== |
| | + | * [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=19300718&seite=10&zoom=33&query=%22Max%2BGlonner%22&ref=anno-search ANNO], "Salzburger Volksblatt", Ausgabe vom 18. Juli 1930: "60 Jahre Salzburger Volksblatt" |
| | * Muzik, Peter: ''Die Zeitungsmacher'', Verlag Orac 1984, ISBN 3-85368-976-0 | | * Muzik, Peter: ''Die Zeitungsmacher'', Verlag Orac 1984, ISBN 3-85368-976-0 |
| − | * [[Waltraud Jakob|Jakob, Waltraud]]: ''Salzburger Zeitungsgeschichte'', Salzburg Dokumentationen, Band 39, [[Landespressebüro]] 1979 | + | * Jakob, Waltraud: ''Salzburger Zeitungsgeschichte'', Salzburg Dokumentationen, Band 39, [[Landespressebüro]] 1979 |
| | + | *[https://www.zobodat.at/pdf/MGSL_128_0345-0364.pdf Ernst Hanisch: Die Salzburger Presse in der Ersten Republik 1918-1938 S.3] |
| | + | * ''Medien in Salzburg'', Almanach Landespressebüro '84–'89, erschienen in der [[Schriftenreihe des Landespressebüros]], Juli 1989 |
| | + | * [https://zdb-katalog.de/list.xhtml?t=1054475-6&key=zdb&asc=false zdb-katalog.de] |
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| − | == Fußnote == | + | == Einzelnachweise == |
| | <references/> | | <references/> |
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