Joseph II.: Unterschied zwischen den Versionen
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Nach Abschluss der Planungen nahm der Kaiser als erstes den [[niederösterreich]]ischen Anteil der [[Erzdiözese Salzburg]] ins Visier. Zur Erzdiözese Salzburg gehörte nämlich schon seit dem [[Mittelalter]] die bis [[1379]] (Vertrag von Neuberg) [[Steiermark|steirische]] Grafschaft Pitten, deren Nordgrenze im Fluss Piesting verlief. Dieses Gebiet bildete das [[Wienerneustädter Distrikt der Erzdiözese Salzburg|Wienerneustädter Archidiakonat]], oder den Wiener Neustädter Distrikt, der Erzdiözese Salzburg und umfasste zwei [[Dekanat]]e mit insgesamt 41 [[Pfarre]]n. | Nach Abschluss der Planungen nahm der Kaiser als erstes den [[niederösterreich]]ischen Anteil der [[Erzdiözese Salzburg]] ins Visier. Zur Erzdiözese Salzburg gehörte nämlich schon seit dem [[Mittelalter]] die bis [[1379]] (Vertrag von Neuberg) [[Steiermark|steirische]] Grafschaft Pitten, deren Nordgrenze im Fluss Piesting verlief. Dieses Gebiet bildete das [[Wienerneustädter Distrikt der Erzdiözese Salzburg|Wienerneustädter Archidiakonat]], oder den Wiener Neustädter Distrikt, der Erzdiözese Salzburg und umfasste zwei [[Dekanat]]e mit insgesamt 41 [[Pfarre]]n. | ||
Am [[12. Juni]] [[1782]] schrieb die böhmisch-österreichische Hofkanzlei dem [[Salzburger Erzbischof]] [[Hieronymus Graf Colloredo]], der Kaiser habe zu wirksamerer Leitung der Seelsorge den Entschluss gefasst, das Erzbistum Salzburg habe die Pfarren dieses Gebietes an das damals bestehende Bistum Wiener Neustadt abzutreten. Der Erzbischof erklärte sogleich in einem devoten Antwortschreiben sein Einverständnis. Im darauffolgenden Jahr wurde die Grenzänderung vollzogen. Dem Erzbischof ließ der Kaiser mitteilen, sein Verhalten habe ihm (dem Kaiser) | Am [[12. Juni]] [[1782]] schrieb die böhmisch-österreichische Hofkanzlei dem [[Salzburger Erzbischof]] [[Hieronymus Graf Colloredo]], der Kaiser habe zu wirksamerer Leitung der Seelsorge den Entschluss gefasst, das Erzbistum Salzburg habe die Pfarren dieses Gebietes an das damals bestehende Bistum Wiener Neustadt abzutreten. Der Erzbischof erklärte sogleich in einem devoten Antwortschreiben sein Einverständnis. Im darauffolgenden Jahr wurde die Grenzänderung vollzogen. Dem Erzbischof ließ der Kaiser mitteilen, sein Verhalten habe ihm (dem Kaiser) "zu besonderer gnädigsten Zufriedenheit gereichet". | ||
====Verdrängung des Bistums Passau aus Niederösterreich und Oberösterreich==== | ====Verdrängung des Bistums Passau aus Niederösterreich und Oberösterreich==== | ||
Noch mehr als am Wiener Neustädter Distrikt lag dem Kaiser an der Verdrängung des [[ | Noch mehr als am Wiener Neustädter Distrikt lag dem Kaiser an der Verdrängung des [[Bistum Passau|Bistums Passau]], zu dessen Diözesangebiet [[Oberösterreich]] und der Großteil Niederösterreichs gehörten (die Gebiete des Erzbistums Wien und des Bistums Wiener Neustadt waren recht klein) aus seinem Herrschaftsgebiet. Mit dem Tod des betagten [[Bischof von Passau|Passauer Bischofs]] [[Leopold Ernst Graf von Firmian|Leopold Ernst]] [[Firmian|Graf von Firmian]] (* [[1708]], † [[1783]]) ergab sich die erwartete Gelegenheit. Der Kaiser verfügte die Gründung der [[Diözese Linz]] und die Aufteilung Niederösterreichs auf die bestehenden Bistümer Wien und Wiener Neustadt. Diese Eigenmächtigkeit nahmen allerdings die kirchlichen Entscheidungsträger, besonders auch Papst Pius VI., nicht hin; der Kaiser sah sich bewogen, die Neuwahl des Bischofs von Passau abzuwarten und die Angelegenheit vertraglich zu regeln. In einem Vertrag vom [[4. Juli]] [[1784]] verzichtete Bischof [[Joseph II. Franz Anton Graf Auersperg]] auf seine Diözesanrechte an österreichischem Gebiet. Danach errichtete der Papst die Bistümer Linz und St. Pölten und hob das Bistum Wiener Neustadt zugunsten des Erzbistums Wien auf. Auf diese Weise bekam der Kaiser seinen Willen und die Vorschriften des Kirchenrechts wurden eingehalten. | ||
====Verdrängung der Erzdiözese Salzburg aus Steiermark und Kärnten==== | ====Verdrängung der Erzdiözese Salzburg aus Steiermark und Kärnten==== | ||
Auch in der [[Steiermark]] und [[Kärnten]] erreichte der Kaiser im Wesentlichen sein Ziel. So wurden die 96 | Auch in der [[Steiermark]] und [[Kärnten]] erreichte der Kaiser im Wesentlichen sein Ziel. So wurden die 96 Kärntner Pfarren der [[Erzbistum Salzburg|Erzdiözese Salzburg]] dem Salzburger [[Suffraganbistum]] [[Bistum Gurk|Gurk]] zugeschlagen und wurde dessen Bischofssitz nach Klagenfurt verlegt. Die Erzdiözese Salzburg verlor 1786 durch die Gründung der neuen (bis 1859 bestehenden) [[Diözese Leoben]] die Ober[[steiermark]]. Betroffen waren auch das [[Salzburger Eigenbistum]] [[Bistum Lavant|Lavant]] und das Salzburger Eigenbistum [[Bistum Seckau|Seckau]], dessen Bischofssitz nach Graz verlegt wurde. All diese Bistümer blieben aber dem [[Erzbischof von Salzburg]] unterstellt. | ||
===Erwerb des Innviertels und Haunsbergbesuch=== | ===Erwerb des Innviertels und Haunsbergbesuch=== | ||
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==Familie== | ==Familie== | ||
Joseph II. war zweimal verheiratet. Aus der Ehe ( | Joseph II. war zweimal verheiratet. Aus der Ehe ([[1760]]–[[1763]]) mit Isabella von Parma (* [[1741]]; † [[1763]]) gingen zwei Töchter hervor, die beide im Kindesalter starben. Die zweite Ehe ([[1765]]-[[1767]]) mit Maria Josepha von Bayern (* [[1739]]; † 1767) blieb kinderlos. | ||
'''Ehefrauen''' | '''Ehefrauen''' | ||
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! Name !! Geburtsdatum !! Todesdatum | ! Name !! Geburtsdatum !! Todesdatum | ||
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| Isabella von Parma || [[31. Dezember]] [[1741]]|| [[27. November]] | | Isabella von Parma || [[31. Dezember]] [[1741]]|| [[27. November]] 1763 | ||
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| Maria Josepha von Bayern || [[20. März]] | | Maria Josepha von Bayern || [[20. März]] 1739 || [[28. Mai]] 1767 | ||
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'''Kinder''' | '''Kinder''' | ||
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| Maria Theresia || [[20. März]] [[1762]] || [[23. Jänner]] [[1770]] | | Maria Theresia || [[20. März]] [[1762]] || [[23. Jänner]] [[1770]] | ||
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| Christina || [[22. November]] | | Christina || [[22. November]] 1763 || 22. November 1763 | ||
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==Literatur== | |||
*[[Franz Martin]]: ''Kaiser Joseph II. auf dem Haunsberg'', in: [[Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde]] 92, 1952, S. 156-160. | |||
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==Quellen== | ==Quellen== | ||
* [[Benutzer:Karl Irresberger|Eigenartikel Karl Irresberger]], gestützt insbesondere auf | * [[Benutzer:Karl Irresberger|Eigenartikel Karl Irresberger]], gestützt insbesondere auf | ||
** die Wikipedia-Artikel zu Joseph II. und zu den erwähnten Diözesen sowie auf den | ** die Wikipedia-Artikel zu Joseph II. und zu den erwähnten Diözesen sowie auf den SALZBURGWIKI-Artikel [[Kaiserbuche]] | ||
** Weißensteiner, Johann: ''Die Diözesanregulierung Kaiser Josephs II. und das Erzbistum Wien ''. Jahrbuch für Landeskunde von Niederösterreich [https://www.zobodat.at/pdf/Jb-Landeskde-Niederoesterreich_52_0270-0313.pdf 52, 270—313 (ZoBoDat)] | ** Weißensteiner, Johann: ''Die Diözesanregulierung Kaiser Josephs II. und das Erzbistum Wien ''. Jahrbuch für Landeskunde von Niederösterreich [https://www.zobodat.at/pdf/Jb-Landeskde-Niederoesterreich_52_0270-0313.pdf 52, 270—313 (ZoBoDat)] | ||
* Reifenscheid, Richard: ''Die Habsburger in Lebensbildern'', 2. Auflage, Wien u.a., 2007, Seite 248 und Seite 255 | * Reifenscheid, Richard: ''Die Habsburger in Lebensbildern'', 2. Auflage, Wien u. a., 2007, Seite 248 und Seite 255 | ||
{{Zeitfolge | {{Zeitfolge | ||
|AMT=Römischer Kaiser | |AMT=Römischer Kaiser | ||