Blumbesuchsrecht: Unterschied zwischen den Versionen
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Im Unterschied zu einer Weide auf Eigengrund war ein sogenanntes '''Blumbesuchsrecht''' die Berechtigung, sein Vieh auf fremdem, meist der jeweiligen Grundherrschaft gehörendem Wald- oder | Im Unterschied zu einer Weide auf Eigengrund war ein sogenanntes '''Blumbesuchsrecht''' die Berechtigung, sein Vieh auf fremdem, meist der jeweiligen Grundherrschaft gehörendem [[Wald]]- oder Wiesen- oder [[Alm]]grund zu weiden. | ||
==Drei Beispiele== | ==Drei Beispiele== | ||
Es kommt selten vor, dass bei der Suche nach einem Begriff im Internet nur drei Ergebnisse aufscheinen. | Es kommt selten vor, dass bei der Suche nach einem Begriff im Internet nur drei Ergebnisse aufscheinen. Blumbesuchsrechte werden dabei einmal im Zuge einer Besitzauflistung anlässlich einer Versteigerung, ein anderes Mal im Zusammenhang mit einer Unterkunft für einen Hirten, im selben Text im Zusammenhang mit der Missachtung solcher Rechte durch einen Hirten und im dritten Text wegen eines Streites erwähnt: | ||
In einer Anzeige in der Augsburgische Ordinari Postzeitung über eine öffentliche Versteigerung findet sich die genaue Beschreibung des zur Veräußerung gelangenden Gutes, in der es u. A. heißt: ''Dieses Anwesen besteht aus einem ganz gemauerten Wohnhause, nebst angebauten Ökonomiegebäuden im besten baulichen Zustande, ¼ Tagw. Obstgarten und Hausanger … dann aus einem Blumbesuchsrechte in dem sogenannten Mehlweg auf soviel Rinder, als beym Gute genährt werden können.'' | In einer Anzeige in der Augsburgische Ordinari Postzeitung über eine öffentliche Versteigerung findet sich die genaue Beschreibung des zur Veräußerung gelangenden Gutes, in der es u. A. heißt: ''Dieses Anwesen besteht aus einem ganz gemauerten Wohnhause, nebst angebauten Ökonomiegebäuden im besten baulichen Zustande, ¼ Tagw. Obstgarten und Hausanger … dann aus einem '''Blumbesuchsrechte''' in dem sogenannten Mehlweg auf soviel Rinder, als beym Gute genährt werden können.'' | ||
In einem Artikel über das Böhmerwälder Hirtenleben: '' | In einem Artikel über das Böhmerwälder Hirtenleben: ''An eine Unterkunft für die Hirten wurde bei älteren ≫Verstiftungen≪ von '''Blumbesuchsrechten''' in Wäldern wiederholt gedacht. So geschieht [[1701]], als die Eisensteiner Herrschaft ein solches Recht an zwei bayrische Dörfer neuerdings vermietet, der von den Bauern bereits aufgerichteten Behausung im Walde, die kurz vorher abgebrannt und von ihnen wieder aufgebaut worden war, Erwähnung, und als [[1729]] einige Untertanen ein Stück Wald zu Weidezwecken kauften, erhielten sie ausdrücklich die Bewilligung, in demselben ein In- oder Huthaus zu erbauen.'' Im selben Artikel über die Sünden eines Hirten: ''…Noch ärger sündigte ([[1740]]) Georg Thurnpauer von der Heinrichs-Einöd in Eisenstein, der mit 19 Stück Rindvieh und 8 Stück Geisen in des Glasmeisters Hafenbradl '''≫Blumbbesuchs-Waltung≪''' einhütete, und gar der Bauer, der durch Einhüten in den herrschaftlichen Wald dem Jäger die Hirschsulz verdorben hatte.'' | ||
Im SALZBURGWIKIartikel [[Wolfbachtal]] heißt es: ''[[1432]] gab es wegen neuer [[Almgebäude|Alphütten]] im [[Wolfbachtal]] einen Streit zwischen dem Stift Berchtesgaden als Eigentümer des Tales einerseits, und Bauern aus [[Höf]] und vom [[Taxenbach]]er [[Thannberg]] andererseits, die im Wolfbachtal über '''Blumbesuchsrechte''' verfügten. Es kam aber zu keinem Ausgleich. Erst mit der Zeit trat wieder Beruhigung ein.'' | |||
==Quellen== | ==Quellen== | ||
*Nr. 264, [[2. November]] [[1816]], Augsburgische Ordinari Postzeitung. Von Staats-, Gelehrten, historisch- u. ökonomischen Neuigkeiten. Mit allerhöchsten Privilegien. Gedruckt und verlegt bey Joseph Anton Moy, wohnhaft auf dem obern Graben in dem sogenannten Schneidhaus. | *Nr. 264, [[2. November]] [[1816]], Augsburgische Ordinari Postzeitung. Von Staats-, Gelehrten, historisch- u. ökonomischen Neuigkeiten. Mit allerhöchsten Privilegien. Gedruckt und verlegt bey Joseph Anton Moy, wohnhaft auf dem obern Graben in dem sogenannten Schneidhaus. (Digitalisiert von Google). | ||
*Josef Blau, Freihols, Böhmerwälder Hirtenleben, S. 58 und S. 66, Zeitschrift für österr. Volkskunde. Organ des Vereines fur osterreichische Volkskunde in Wien. XVII. Jahrgang, 1911 | *Josef Blau, Freihols, Böhmerwälder Hirtenleben, S. 58 und S. 66, Zeitschrift für österr. Volkskunde. Organ des Vereines fur osterreichische Volkskunde in Wien. XVII. Jahrgang, [[1911]] | ||
* | *SALZBURGWIKI, Stichwort [[Wolfbachtal]] | ||
[[Kategorie:Geschichte]] | [[Kategorie:Geschichte]] | ||
[[Kategorie:Recht]] | [[Kategorie:Recht]] | ||
[[Kategorie:Landwirtschaft]] | [[Kategorie:Landwirtschaft]] | ||
[[Kategorie:Almwirtschaft]] | [[Kategorie:Almwirtschaft]] | ||