Friderica Derra de Moroda: Unterschied zwischen den Versionen
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'''Friderica Derra de Moroda''' (* [[2. Juni]] [[1897]] in Preßburg, | [[Prof]]. Dr. h.c. '''Friderica Derra de Moroda''' (* [[2. Juni]] [[1897]] in Preßburg, slowakisch ''Bratislava'', [[Ungarn]]; † [[19. Juni]] [[1978]] in der [[Stadt Salzburg]]) war eine bedeutende Tänzerin, Choreografin und Tanzpädagogin. | ||
==Leben== | == Leben == | ||
Friderica war die Tochter eines griechischen Schriftstellers und einer ungarischen Kunsthistorikerin. Nach dem Tod des Vaters übersiedelte die Familie nach München und hier genoss sie ihren ersten Ballettunterricht. Am [[22. Februar]] [[1912]] hatte sie ihren ersten öffentlichen Auftritt als freie Tänzerin in der Wiener Sezession. | Friderica war die Tochter eines [[Griechenland|griechischen]] Schriftstellers und einer ungarischen Kunsthistorikerin. Nach dem Tod des Vaters übersiedelte die Familie nach [[München]] und hier genoss sie ihren ersten Ballettunterricht. Am [[22. Februar]] [[1912]] hatte sie ihren ersten öffentlichen Auftritt als freie Tänzerin in der Wiener Sezession. | ||
Zu Kriegsbeginn [[1914]] war Friderica mit ihrer Mutter in England und ließ sich dort nieder. Ihre Schwester Minka hatte kurz zuvor den in Salzburg lebenden Münchner Bierbaron [[Ludwig Schmederer]] geheiratet. Nach dem [[ | Zu Kriegsbeginn [[1914]] war Friderica mit ihrer Mutter in [[Großbritannien|England]] und ließ sich dort nieder. Ihre Schwester Minka hatte kurz zuvor den in Salzburg lebenden Münchner Bierbaron [[Ludwig Schmederer]] geheiratet. Nach dem [[Ersten Weltkrieg]] gründete Moroda in London ihre erste eigene Tanzschule und arbeitete als Publizistin für Fachmagazine wie die ''Dancing Times''. Ab [[1918]] erhielt sie vier Jahre lang Unterricht bei Enrico Cecchetti und trat danach [[1923]] erstmals in Salzburg auf: Ein Solotanzabend im [[Großer Saal der Stiftung Mozarteum|Großen Saal]] des [[Mozarteum (Gebäude)|Mozarteum]]s begeisterte das Publikum. | ||
Das Jahr [[1928]] verbrachte Moroda in Ungarn zum Studium der Volkstänze, in den [[1930er]]n arbeitete sie als Korrespondentin der deutschen Zeitschrift ''Der Tanz'' und hatte Lehraufträge am Mozarteum ([[1934]] | Das Jahr [[1928]] verbrachte Moroda in Ungarn zum Studium der Volkstänze, in den [[1930er]]n arbeitete sie als Korrespondentin der deutschen Zeitschrift ''Der Tanz'' und hatte Lehraufträge am Mozarteum ([[1934]]–[[1939]]) und ab 1937 in Berlin. Zudem war sie auch als Ballettprüferin in England und Südafrika tätig. [[1936]] nahm sie die britische Staatsbürgerschaft an. | ||
Als der [[Zweiter Weltkrieg|Zweite Weltkrieg]] | Als der [[Zweiter Weltkrieg|Zweite Weltkrieg]] ausbrach hielt sich Friderica Derra de Moroda gerade bei ihrer Schwester in [[Parsch]] auf und blieb dort. [[1941]] erhielt sie überraschend das Angebot, in Berlin ein klassisches Tanzensemble zu übernehmen. Bis [[1944]] unternahm dieses Ballett regelmäßig Tourneen, dann wurde der Tanzbetrieb in den letzten Kriegsmonaten komplett eingestellt. Moroda wurde als britische Staatsbürgerin in einem Lager am Bodensee interniert. | ||
Nach der Befreiung durch die Alliierten | Nach der Befreiung durch die Alliierten kehrte Moroda im Juni [[1945]] nach Parsch zurück, da ihr Haus in London durch Bomben zerstört wurde. Nach dem Tod ihrer Schwester Minka im Dezember [[1950]] erbte Friderica die [[Villa Schmederer]] und richtete hier [[1952]] eine Ballettschule ein, die sie bis [[1967]] betrieb und die vor allem von Mitgliedern des [[Landestheater]]-Balletts, aber auch tanzbegabte Kinder wie die spätere Solotänzerin [[Margot Werner]] besucht wurde. | ||
Ab [[1960]] | Ab [[1960]] widmete sie sich auch wieder vermehrt der Tanzforschung und baut eine umfangreiche Bibliothek an tanzspezifischer Literatur auf. | ||
Ein Jahr nach ihrem 80. Geburtstag verstarb Moroda und wurde auf dem [[Friedhof Aigen]] beerdigt. Der Nachlass des "Derra de Moroda Dance Archives" ist seither am Institut für | Ein Jahr nach ihrem 80. Geburtstag verstarb Moroda und wurde auf dem [[Friedhof Aigen]] beerdigt. Der Nachlass des "Derra de Moroda Dance Archives" ist seither am [[Fakultäten und Fachbereiche der Universität Salzburg#Kultur- und Gesellschaftswissenschaftliche Fakultät|Institut für Musikwissenschaft]] der [[Universität Salzburg]] öffentlich zugänglich. | ||
==Ehrungen== | == Ehrungen == | ||
[[1965]] erhielt Friderica Derra de Moroda ihre erste bedeutende Auszeichnung, die Silberne Wappenmedaille der Stadt Salzburg. Es folgte [[1972]] der Professorentitel der Universität Salzburg und [[1974]] von Königin Elisabeth II. einen O.B.E. (Ordinary Officer of the Civil Division of the Order of the British Empire) für ihre Verdienste als Präsidentin der Anglo-Austrian Society. Zu ihrem 80. Geburtstag wurde sie in Salzburg mit dem [[Verdienstzeichen|Goldenen Verdienstzeichen]] des Landes Salzburg und dem Ehrendoktor der Universität ausgezeichnet. | [[1965]] erhielt Friderica Derra de Moroda ihre erste bedeutende Auszeichnung, die [[Wappenmedaille der Stadt Salzburg|Silberne Wappenmedaille der Stadt Salzburg]]. Es folgte [[1972]] der Professorentitel der Universität Salzburg und [[1974]] von Königin Elisabeth II. einen O.B.E. (Ordinary Officer of the Civil Division of the Order of the British Empire) für ihre Verdienste als Präsidentin der Anglo-Austrian Society. Zu ihrem 80. Geburtstag wurde sie in Salzburg mit dem [[Verdienstzeichen des Landes Salzburg|Goldenen Verdienstzeichen]] des Landes Salzburg und dem Ehrendoktor der Universität ausgezeichnet. | ||
==Quellen== | Die [[Derra-de-Moroda-Straße]] im Salzburger Stadtteil Parsch wurde [[1982]] nach ihr benannt. | ||
== Quellen == | |||
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{{Quelle Parsch erzählt}} | {{Quelle Parsch erzählt}} | ||
* | * [http://www.salzburgmuseum.at/136.html Salzburg Museum] | ||
* | * [http://de.encarta.msn.com/encyclopedia_81501549/Friderica_Derra_de_Moroda.html MSN Encarta] | ||
{{SORTIERUNG:Derra de Moroda, Friderica}} | |||
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