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''Uns geht es hier ganz gut, die Umgebung ist wunderschön, es sind sehr hübsche spatziergänge, wir sind fast den ganzen Tag in freyen herum, wo ein Schatten ist lassen wir uns nieder, es sind viele hübsche Wege, da gehen wir, bald dort bald da.<ref>zu Baumkirchen vgl. den Brief vom 2. Juni 1880</ref> Wie geht es den / mit deinen Urlaub zusammen mit meiner, heimreise, ich dencke am 14 t[en] Juli von Baumkirchen wegzugehen und dan in Hall noch einige Tage zu bleiben dan über Zell am See nachhauße zu reisen, mich dort einen halben Tag bey Lürzer Otto aufzuhalten dan über Werfen wo ich mich auch einen halben Tag aufhalten werde weil ich dort wider mein Dienstmädchen abholle vieleicht bleibe ich auch in Hallein eine[n] halben Tag dan nach Hauße ich dencke bis 26 t[en] Juli vieleicht nachhauße zu kommen. Lieber Franz! ich dencke schon du wirst da du allein kömmst bey mir wohnen, ich stelle mir vor es ist für dich viel bequemer und mich freut es ja unendlich dich wider einmal bey mir zu haben. / Der Frau Patsche bitte ich mich vielmal zu empfehlen. Bey Leithe bitte ich alle von uns recht herzlich zu grüßen, sie sollen nach Baumkirchen gehen es ist ein recht gutes heilsammes Bad hier, es kommen immer recht viele Leute, es ist auch nicht sehr teuer. Die Gegend wunder schön ich bin sehr gerne hier. Therese Grüßt Euch herzlich nebst vielen Glückwünschen zu den kleinen Ankömmling. Die Therese sieht recht gut auß. Lebt nun alle recht im Herzen wohl seid inig geküßt und gesegnet,'' [gestrichen: ''und ge''] ''von Euerer Euch treu liebenden Mutter Spángler An alle Bekanten viele herzliche Grüße Rosa und Pepi werden viel zu thun haben beyde grüße ich herzlich.''
 
''Uns geht es hier ganz gut, die Umgebung ist wunderschön, es sind sehr hübsche spatziergänge, wir sind fast den ganzen Tag in freyen herum, wo ein Schatten ist lassen wir uns nieder, es sind viele hübsche Wege, da gehen wir, bald dort bald da.<ref>zu Baumkirchen vgl. den Brief vom 2. Juni 1880</ref> Wie geht es den / mit deinen Urlaub zusammen mit meiner, heimreise, ich dencke am 14 t[en] Juli von Baumkirchen wegzugehen und dan in Hall noch einige Tage zu bleiben dan über Zell am See nachhauße zu reisen, mich dort einen halben Tag bey Lürzer Otto aufzuhalten dan über Werfen wo ich mich auch einen halben Tag aufhalten werde weil ich dort wider mein Dienstmädchen abholle vieleicht bleibe ich auch in Hallein eine[n] halben Tag dan nach Hauße ich dencke bis 26 t[en] Juli vieleicht nachhauße zu kommen. Lieber Franz! ich dencke schon du wirst da du allein kömmst bey mir wohnen, ich stelle mir vor es ist für dich viel bequemer und mich freut es ja unendlich dich wider einmal bey mir zu haben. / Der Frau Patsche bitte ich mich vielmal zu empfehlen. Bey Leithe bitte ich alle von uns recht herzlich zu grüßen, sie sollen nach Baumkirchen gehen es ist ein recht gutes heilsammes Bad hier, es kommen immer recht viele Leute, es ist auch nicht sehr teuer. Die Gegend wunder schön ich bin sehr gerne hier. Therese Grüßt Euch herzlich nebst vielen Glückwünschen zu den kleinen Ankömmling. Die Therese sieht recht gut auß. Lebt nun alle recht im Herzen wohl seid inig geküßt und gesegnet,'' [gestrichen: ''und ge''] ''von Euerer Euch treu liebenden Mutter Spángler An alle Bekanten viele herzliche Grüße Rosa und Pepi werden viel zu thun haben beyde grüße ich herzlich.''
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==== Brief vom 3. und 4. Juli 1877 von Fanni Spängler an Fanny Kobler ====
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Brief von [[Franziska Spängler]] an [[Franziska Kobler]]; zwei Bögen [zweiter Bogen nicht datiert, aber vom Inhalt her dazugehörig]; / = Seitenwechsel; // = Absatz; [Ergänzung]:<br />
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''Wien 3/7 1877. Meine liebe Großmutter! Meine ersten Zeilen sollen an dich gerichtet sein, nun ich Gott sei Dank wieder kräftig und wol genug bin nach dem eben überstandenen Strauße, um ohne Ermüdung einen Brief schreiben zu können. Daß ich Alles recht gut überstanden habe und daß es mir und meinem Dirndl<ref>Franziska Spängler, * 18. Juni 1877 in Wien</ref> recht gut geht, hat meine gute Rosa<ref>die Halbschwester Rosa Schlegel, * 1857</ref> schon berichtet, wie glücklich mich aber der Besitz meiner lieben Kleinen macht, kann weder meine Schwester noch ich genugsam beschreiben. / Mein guter Mann hat auch eine große Freude an unserem Weiberl und ist glücklich daß ich und die Kleine so wol sind. Meine Tochter, Franziska, Amalia, Rosa, Maria ist sehr bei Appetit und eine Schlafhaube wie ihre Mutter. Ihre Pflege macht mir und Rosa große Freud; heute haben wir mein Fannchen zum ersten Male allein gebadet, bisher kam immer noch Frau Batsy. Zu meiner allergrößten Freude nimmt unser'' [unterstrichen:] ''Dirndl recht hübsch zu, das Stillen geht recht gut, dafür habe ich auch einen sehr guten Appetit, halte sechs Malzeiten und trinke fleißig Bier.
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''Daß mein Weiberl hinreichend / Nahrung findet bei mir, wird bewiesen, indem die Kleine ganz gut ihre 2, manchmal auch 3 oder 4 Stunden aushält ehe sie ihre Mahlzeit fordert. Dieß geschieht aber dann sehr energisch und es ist eine Lust, wie gut sie es sich schmecken läßt. Wenn das Wetter günstig ist, werde ich sammt meiner Tochter am nächsten Sonntag zum ersten Male ausgehen. Wem unser Dirndl ähnlich wird, läßt sich natürlich noch nicht sagen, ihr Mund scheint meinem Munde nicht unähnlich und die Nase, bilde ich mir ein, gleicht der meines Vaters. Die Augen sind blau, im Ganzen sieht sie aus wie eben kleine Kinder meistens aussehen, doch sagen die Leute, daß sie schon groß sei für ihr Alter von 16 Tagen. /
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''4./7. 77. Liebe Großmutter nun kommt noch eine Bitte. Da deine Urenkelin bei so gutem Appetit ist und in Folge dessen deine Enkelin einen noch größeren Hunger hat, so ist Gefahr vorhanden, daß wir meinen Mann arm essen, denn hier ist Alles theuer, nun hatten wir durch die Wanderung und dann durch mein Wochenbett manche bedeutendere Auslagen, so daß wir dich bitten müßen, uns a conto meiner Zulage 130 fl.'' [Gulden] ''noch zu schicken, die Mutter wird schon so gut sein, das Geld mittels Postanweisung an uns gelangen zu laßen. Mit den 20 fl, die ich mir durch Schwager Otto a conto habe geben laßen haben wir dann 150 fl heraus genommen.''
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[zweiter Bogen:] ''Käme nicht mit 1. August auch noch der ledige Zins'' [Miete] '', so wäre es nicht notwendig, daß wir dich um einen so bedeutenden Vorschuß bitten. Sei nicht böse, liebe Großmutter, wegen unsrer Bitte, wenn du, wie wir hoffen im Laufe des Sommers zu uns kommst, um unser Dirndl zu sehen, so werde ich dir mündlich ausführlich berichten, wo wir unser Geld hingethan haben. Noch muß ich dich bitten, den Vorschuß, wenn möglich, in der 2ten Hälfte Juli uns zu schicken. Alle Bekannten, die sich so freundlich nach mir erkundigen, und an meiner Freude Antheil nehmen, bitte ich dich, allerbestens zu grüßen. / Unsere Bekannten hier und in Mödling haben mir die freundlichste Theilname gezeigt. Ein ganzes Paket Gratulationsbriefe und Karten liegt bei uns, Viele haben sich selbst mehr als einmal herbemüht, um nach mir u. der Kleinen zu sehen. Bei Präsident Babitsch haben sie in den ersten 9 Tagen immer geschickt, die Frau Präsidentin war selbst 2 mal bei uns. Mehrere Male schon habe ich gesagt, daß sich so Viele über die Geburt meiner Kleinen freuen ist mir auch eine rechte Freude, möge es eine gute Vorbedeutung für das Leben meines lieben Mädchens sein. /
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''Von meiner Rosi soll ich dir viele Handküße entrichten, und ihren Dank für dein Geschenk. Auch ich danke dir dafür sowie für das Taufgeschenk für meine Kleine Fanni. Meinen Eltern von Franzl, Rosa und mir die besten Grüße, Franzl grüßt dich und Rosa küßt dir die Hand. Auch den Geschwistern unsere Grüße. // An die gute Mutter werde ich allernächstens schreiben Wie geht es denn dem Enkel Winzenz? ist er noch in Salzburg, und werden wir ihn hier sehen? Es würde mich sehr freuen. / Du wirst dich wundern, daß ich dir so viel geschrieben habe; ich bin gar nicht ermüdet davon, freilich habe ich mehrere Male begonnen mit Schreiben, öfters hat mich mein Dirndl abgerufen Indem ich endlich schließe, wiederhole ich meine Bitte, wegen des Geldes und freue mich, dich in nicht sehr langer Zeit hier begrüßen zu können. Bis dahin bleibe ich deine dankbare Enkelin Fanni Spängler. // Meine Tochter grüßt dich bestens sie würde selbst einige Zeilen beifügen, doch geruht sie dermalen fest zu schlafen.''
 
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