Burg Golling: Unterschied zwischen den Versionen
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Diese waren ursprünglich für den baulichen Zustand und die Mannschaft der Burg verantwortlich und bei Verteidigungskriegen für die Einberufung der Landfahne und die Ausgabe der Bewaffnung zuständig. Seit dem [[15. Jahrhundert]] übten sie als Pflegrichter auch das Amt eines [[Landrichter]]s im Kuchltal aus und konnten in erster Instanz sogar Todesurteile fällen. Der Pfleger war in seinem Bereich oberster Verwaltungsbeamter, Steuereinnehmer, Militärkommandant und Richter. | Diese waren ursprünglich für den baulichen Zustand und die Mannschaft der Burg verantwortlich und bei Verteidigungskriegen für die Einberufung der Landfahne und die Ausgabe der Bewaffnung zuständig. Seit dem [[15. Jahrhundert]] übten sie als Pflegrichter auch das Amt eines [[Landrichter]]s im Kuchltal aus und konnten in erster Instanz sogar Todesurteile fällen. Der Pfleger war in seinem Bereich oberster Verwaltungsbeamter, Steuereinnehmer, Militärkommandant und Richter. | ||
In der Zeit der [[Salzburger Bauernaufstände | In der Zeit der [[Salzburger Bauernaufstände|Bauernkriege]] war Golling im Jahr [[1525]] Sammelplatz der Aufständischen aus dem [[Innergebirg|Gebirge]]. [[1526]] wurden der Markt und die Burg vom Bauernheer überfallen, beschossen und geplündert. Die schwer beschädigte Burg musste im Jahr [[1532]] umfassend saniert werden. [[1565]] wurde eine ständige Besatzung von 50 Mann in die Burg gelegt. Sie wurden gegen die Anhänger der reformatorischen Lehre des protestantischen Glaubens im Gebirge eingesetzt. | ||
Die dem [[Salzach]]-[[Hochwasser]] von [[1573]] vorausgegangenen starken Regenfälle haben an der Burg schwere Schäden verursacht. [[1589]] wurde mit umfassenden Neu- und Umbauten begonnen. Das ganze [[17. Jahrhundert]] war mit nahezu jährlichen Reparaturarbeiten ausgefüllt. Nach einer Besichtigung des Gebäudes im Jahr [[1722]] befahl Fürsterzbischof [[Franz Anton Fürst Harrach]] den Umbau der Zimmer im ersten Stock des Nordtraktes, die immer für Besuche des Landesfürsten bereitgehalten werden mussten. | Die dem [[Salzach]]-[[Hochwasser]] von [[1573]] vorausgegangenen starken Regenfälle haben an der Burg schwere Schäden verursacht. [[1589]] wurde mit umfassenden Neu- und Umbauten begonnen. Das ganze [[17. Jahrhundert]] war mit nahezu jährlichen Reparaturarbeiten ausgefüllt. Nach einer Besichtigung des Gebäudes im Jahr [[1722]] befahl Fürsterzbischof [[Franz Anton Fürst Harrach]] den Umbau der Zimmer im ersten Stock des Nordtraktes, die immer für Besuche des Landesfürsten bereitgehalten werden mussten. | ||
Mit der [[Säkularisation]] des reichsunmittelbaren geistlichen [[Fürsterzbistum Salzburg|Fürsterzbistums Salzburg]] endete die Ära der erzbischöflichen Verwaltung. Verschiedene andere Herren bestimmten von nun an das Geschehen in der Burg. Von [[1803]] bis [[1805]] wurde das Land zusammen mit [[Berchtesgaden]] und [[Eichstätt]] ein [[Kurfürstentum]], von [[1805]]bis [[1809]] war es zum ersten Mal [[Habsburgermonarchie|Österreichisch]] und von [[1810]] bis [[1816]] war es Teil des [[Königreich Bayern|Königreiches Bayern]], kam aber im Jahr [[1816]] endgültig zu k&k Österreich. | Mit der [[Säkularisation]] des reichsunmittelbaren geistlichen [[Fürsterzbistum Salzburg|Fürsterzbistums Salzburg]] endete die Ära der erzbischöflichen Verwaltung. Verschiedene andere Herren bestimmten von nun an das Geschehen in der Burg. Von [[1803]] bis [[1805]] wurde das Land zusammen mit [[Berchtesgaden]] und [[Eichstätt]] ein [[Kurfürstentum Salzburg|Kurfürstentum]], von [[1805]]bis [[1809]] war es zum ersten Mal [[Habsburgermonarchie|Österreichisch]] und von [[1810]] bis [[1816]] war es Teil des [[Königreich Bayern|Königreiches Bayern]], kam aber im Jahr [[1816]] endgültig zu k&k Österreich. | ||
Die Burg wurde weiterhin als Verwaltungs- und Gerichtssitz verwendet. Der Umbau und die Erhöhung des Südtraktes im Jahr [[1871]] brachte eine entscheidende Änderung der Ansicht des Gebäudes. Bis [[1923]] bestand als Folgeinstitution des [[Pfleggericht Golling|Pfleggerichts Golling]] ein Bezirksgericht und bis in die frühen [[1970er]]-Jahre waren hier noch eine Zollwacheabteilung und eine Steueraufsichtsstelle eingerichtet. | Die Burg wurde weiterhin als Verwaltungs- und Gerichtssitz verwendet. Der Umbau und die Erhöhung des Südtraktes im Jahr [[1871]] brachte eine entscheidende Änderung der Ansicht des Gebäudes. Bis [[1923]] bestand als Folgeinstitution des [[Pfleggericht Golling|Pfleggerichts Golling]] ein Bezirksgericht und bis in die frühen [[1970er]]-Jahre waren hier noch eine Zollwacheabteilung und eine Steueraufsichtsstelle eingerichtet. | ||
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[[Kategorie:Tennengau]] | [[Kategorie:Tennengau]] | ||
[[Kategorie:Golling an der Salzach]] | [[Kategorie:Golling an der Salzach]] | ||
[[Kategorie:Kultur und Bildung]] | |||
[[Kategorie:Architektur]] | [[Kategorie:Architektur]] | ||
[[Kategorie:Verteidigungsanlage]] | [[Kategorie:Verteidigungsanlage]] | ||