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| − | [[Datei:Wiespach Schloss Hallein.jpg|thumb|Schloss Wiespach]] | + | [[Datei:Schloss Wiespach.jpg|mini|Schloss Wiespach]] |
| − | [[Datei:Kastenhofgut, Lage.jpg|thumb|die Lage des Schlosses Wiespach in Hallein]] | + | [[File:Hallein-Oberalm II (Schloss Wiespach-2).jpg|thumb|Aufgang zum Schlosseingang.]] |
| | + | '''Schloss Wiespach''' ist ein Schloss in der [[Tennengau]]er Bezirkshauptstadt [[Hallein]]. Es zählt zu den [[Denkmalgeschützte Objekte in Hallein|denkmalgeschützten Objekten in Hallein]]. |
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| − | '''Schloss Wiespach''' ist ein Schloss in der Stadtgemeinde [[Hallein]].
| + | == Geschichte == |
| | + | Das Schloss liegt an der [[Wiespachstraße (Hallein)|Wiespachstraße]] umgeben von einem Park. Es ist ein rechteckiger Bau mit zwei schmalen Türmchen im Osten und Westen. Vor der im Jahr 1938 von den NS-Behörden durchgeführten Eingemeindung zur Stadt Hallein lag das Schloss im Gemeindegebiet von [[Oberalm]]. |
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| − | ==Lage und bauliche Charakteristik==
| + | Der Ursprung dieses Schlosses reicht in das [[13. Jahrhundert]] zurück. Es mag schon früher bestanden haben, da das Geschlecht der Ritter von Wiespach bis in die [[1370er]]-Jahre nachzuweisen ist. Erstmals findet sich [[1434]] eine urkundliche Erwähnung. |
| − | Das Schloss liegt inmitten eines Parks an der Grenze zu [[Oberalm]]. Es ist ein Rechteckbau mit zwei schmalen Türmchen im Osten und Westen.
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| − | ===Kapelle===
| + | Der Name ist mutmaßlich abgeleitet aus seiner Lage in der Nähe zur Mündung des [[Oberalm (Gewässer)|'pach']], der aus dem [[Wiestal]] kommt. Der Oberalm- oder Wiesbach hat wohl dem Schloss und der Familie (Wiespach/Wiespeck) den Namen gegeben |
| − | Im Erdgeschoss des Hauptbaues befindet sich eine Kapelle, die urkundlich [[1607]] erwähnt ist und seit [[1735]] die Meßlizenz besitzt.
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| − | ==Geschichte== | + | === Kapelle === |
| − | Der Ursprung dieses Schlosses reicht in das [[13. Jahrhundert]] zurück. Es mag schon früher bestanden haben, da das Geschlecht der Ritter von Wiespach bis in die [[1370er]] Jahre nachzuweisen ist. Erstmals findet sich [[1434]] eine urkundliche Erwähnung.
| + | Im Erdgeschoss des Hauptbaues befindet sich eine Kapelle, die urkundlich [[1607]] erwähnt ist und seit [[1735]] die Messlizenz besitzt. Unter dem Besitzer [[Daniel Graf Esterházy von Galántha]] erhielt sie eine besonders würdige Ausstattung. |
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| − | ===Besitzgeschichte=== | + | === Besitzer === |
| − | Das Schloss kam als Lehen an Veit [[Aschacher]] und [[1476]] an den [[Pongau]]er [[Gewerke]]n Georg Kölderer aus der Familie [[Kölderer]] von Hoch.
| + | Die Wiespacher/Wiespeck sind seit der zweiten Hälfte des [[13. Jahrhundert]]s nachweisbar. [[1434]] wird [Veit Aschacher mit dem "Sitz Wispach bey dem Hallein" belehnt. |
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| − | Dann folgte ab [[1555]] als Besitzer der fürstliche Leibarzt Dr. Paul [[Rettinger von Wiespach und Radeck]], nach dessen Tod sein Sohn [[Martin Hercules Rettinger]], Fürstbischof von [[Lavant]], und später seine Tochter Benigna Rettinger.
| + | [[1476]] kam es an den [[Pongau]]er [[Gewerke]]n Georg Kölderer aus der Familie [[Kölderer]] von [[Schloss Höch|Höch]]. Kölderer baute den bisherigen Wohnturm um, oder ganz neu, sodass ein schmucker Ansitz entstand. |
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| − | [[1570]] kam der Sitz an Stephan [[Frankmann von Ochsenfeld]], den Salzburger Stadtrichter. Dessen Stiefsohn [[Marx von Gils]], erzbischöflicher Kuchelmeister und [[Pfleger]] von [[Glanegg]], erbte [[1601]] den Besitz. | + | [[1541]] belehnte Salzburger [[Erzbischof]]-Administrator [[Ernst Herzog von Bayern]] den erzbischöflichen Leibarzt Dr. [[Paul Rettinger von Wiespach und Radeck|Paul Rettinger]] mit dem Schloss Wiespach. Dieses fiel [[1562]] an seine Kinder Dr. [[Martin Herkules Rettinger von Wiespach|Martin Herkules Rettinger]], [[Bischof von Lavant|Fürstbischof von Lavant]] und Benigna, verheiratete Frankmann von Ochsenfeld, und nach des Bischofs Tode im Jahr [[1570]] ganz an Benigna.<ref>Michael L. Rettinger, Artikel [http://www.rettinger.tv/53549/index.html ''Paul Rettinger von Wiespach und Radeck"'',] gestützt auf Buberl, Paul/[[Franz Martin|Martin, Franz]], ''Die Denkmale des politischen Bezirks Hallein''. Der Jahreszahl 1541 wird hier gegenüber der im Artikel ''Schloss Wiespach/Schloss Wispach'' genannten Jahreszahl 1555 der Vorzug gegeben.</ref> |
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| − | [[1647]] kaufte Johann Christof [[Paurnfeind# Pauernfeind von Eyß|Pauernfeind von Eyß]] (* 1625, † 1694) den Sitz Wiespach, den er 1660 an die Brüder [[Staudacher von Wispach|Baltasar]] – seinen Schwiegersohn -, Elias und Franz [[Staudacher von Wispach|Staudacher]] weitergab. Im Geschlecht der [[Staudacher von Wispach]] verblieb das Schloss, bis Paris Ignaz (Enkel des Franz) Staudacher von Wispach es [[1760]] an Leopold Freiherrn von [[Pranckh|Prank]] verkaufte.<ref>[[Franz Martin]], Beiträge zur Salzburger Familiengeschichte: ''9. Paurnfeind von Eyß'', in: [[Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde]] (MGSLK) Band 69 (1929) S. 72-76 (73) und ''41. Staudacher von Wispach'', MGSLK Band 77 (1937) S. 140 ff (141) = [[Franz Martin]]: ''[[Hundert Salzburger Familien]]'' (Verlag der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde, Salzburg [[1946]]) S. 54 ff und 176 ff.</ref> | + | [[1570]] kam der Sitz an Benignas Ehemann [[Stephan Frankmann von Ochsenfeld]], den Salzburger Stadtrichter. Dessen Stiefsohn [[Marx von Gils]], erzbischöflicher [[Oberstküchenmeister|Kuchelmeister]] und [[Pfleger]] im [[Pfleggericht Glanegg]], erbte [[1601]] den Besitz. |
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| − | Acht Jahre später wurde der Besitz an Franz Friedrich Freiherrn von [[Negri]] veräußert. [[1816]] wurde das Schloss versteigert. [[1878]] erwarb Daniel Graf Esterhazy das Schloss und 1926 wurde es von den Kuratoren des entmündigten Sohnes, Franz Graf Esterhazy, an die Familie [[Steinbacher]] verkauft. 1958 übernahm die Stadtgemeinde Hallein das Schloss. [[2010]] verkaufte es die Stadtgemeinde um 200.000 Euro an [[Claus Spruzina|Claus]] und Gabriela Spruzina, die nun daraus ein Haus der Kunst machen möchten mit Galerie, Künstlercafé und Ateliers.
| + | Anfangs des [[17. Jahrhundert]]s erhielt das Schloss durch eine neu gestaltete Fassade ein früh[[barock]]es Aussehen. |
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| − | ===Bau- und Nutzungsgeschichte=== | + | [[1647]] kaufte Johann Christof [[Paurnfeind#Pauernfeind von Eyß|Pauernfeind von Eyß]] (* [[1625]]; † [[1694]]) den Sitz Wiespach, den er [[1660]] an die Brüder Baltasar – seinen Schwiegersohn -, Elias und Franz Staudacher weitergab. Im Geschlecht der [[Staudacher von Wispach]] verblieb das Schloss, bis Paris Ignaz (Enkel des Franz) Staudacher von Wispach es [[1760]] an Leopold Freiherrn von [[Pranckh|Prank]] verkaufte.<ref>[[Franz Martin|Martin, Franz]], ''Beiträge zur Salzburger Familiengeschichte: 9. Paurnfeind von Eyß'', in: [[Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde]] (MGSLK) Band 69 (1929) [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?apm=0&aid=slk&datum=19290003&zoom=2&seite=00000072 S. 72-76] [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?apm=0&aid=slk&datum=19290003&zoom=2&seite=00000073 (73)] und ''41. Staudacher von Wispach'', MGSLK Band 77 (1937) [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?apm=0&aid=slk&datum=19370003&zoom=2&seite=00000140 S. 140 ff] [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?apm=0&aid=slk&datum=19370003&zoom=2&seite=00000141 (141)] = [[Franz Martin]]: ''[[Hundert Salzburger Familien]]'' (Verlag der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde, Salzburg [[1946]]) S. 54 ff und 176 ff.</ref> |
| − | Der 1476 in den Besitz gelangte Gewerke Georg Kölderer baute den bisherigen turmartigen Bau um, oder ganz neu, sodass ein schmucker Ansitz entstand.
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| − | Nach Beginn des [[17. Jahrhundert]]s erhielt das Schloss durch eine neue Fassadengestaltung ein frühbarockes Aussehen.
| + | Acht Jahre später wurde der Besitz an Franz Friedrich Freiherrn von [[Negri]] veräußert. [[1816]] wurde das Schloss versteigert. |
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| − | Nach dem Erwerb (1958) durch die Stadtgemeinde Hallein wurde eine Jugendherberge im Schloss eingerichtet.
| + | [[1878]] erwarb [[Daniel Graf Esterházy von Galántha]] das Schloss und [[1926]] wurde es von den Kuratoren des entmündigten Sohnes, Franz Graf Esterhazy, an die Familie Steinbacher verkauft. |
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| − | Der [[Verein Jugend- und Familiengästehäuser]] betrieb die Jugendherberge bis Ende 2006, als der Vertrag auslief und nicht mehr verlängert wurde. Seither verfällt das Gebäude.
| + | [[1958]] erwarb die [[Stadtgemeinde Hallein]] das Schloss und richtete darin eine Jugendherberge ein. Der Verein Jugend- und Familiengästehäuser betrieb die Jugendherberge bis der Vertrag Ende [[2006]] auslief. |
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| − | ==Quellen, Fußnoten== | + | [[2010]] verkaufte die Stadtgemeinde Hallein das Schloss um 200.000 Euro an [[Claus Spruzina|Claus]] und Gabriela Spruzina, die nun daraus ein Haus der Kunst machten. Im Schloss Wiespach befinden sich heute eine Galerie, ein Künstlercafé und mehrere Ateliers. |
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| | + | == Weblinks == |
| | + | * [https://www.schloss-wiespach.at www.schloss-wiespach.at] |
| | + | * [http://de.esterhazy.net/index.php/Wiespach de.esterhazy.net], Geschichte des Schlosses |
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| | + | == Quellen == |
| | + | * [[Ernst Penninger (Archäologe)|Penninger, Ernst]]: "''Die Straßennamen der Stadt Hallein''", Sonderdruck aus: [[Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde]], Band 110, Salzburg 1970 |
| | * [[Salzburger Woche|Tennengauer Nachrichten]], 12. Mai 2010 | | * [[Salzburger Woche|Tennengauer Nachrichten]], 12. Mai 2010 |
| − | * [http://www.rettinger.tv/62011/55780.html?*session*id*key*=*session*id*val* www.rettinger.tv] mit dortigen Quellen: Erzbischöfliches Konsistorialarchiv SalzburgBb-VI-1854 Bischöfe von Lavant von Karlmann Tangl, Verlag Lehn MDCCCXLI., DEHIO Salzburg, Georg Clam-Martinic (Burgen&Schlösser in Österreich) | + | * Michael Ludwig Rettingers ''Rettinger-Familien-Homepage'', |
| − | * Artikel [http://www.burgen-austria.com/Archiv.asp?Artikel=Wiespach ''„Wiespach“''] auf www.burgen-austria.com ≈ Artikel [http://de.esterhazy.net/index.php?title=Wiespach ''„Wiespach“''] auf de.esterhazy.net | + | ** Artikel [http://www.rettinger.tv/62011/55780.html?*session*id*key*=*session*id*val* Schloss Wiespach/Schloss Wispach] mit dortigen Quellen: |
| | + | *** Erzbischöfliches Konsistorialarchiv Salzburg |
| | + | *** Bb-VI-1854 Bischöfe von Lavant von Karlmann Tangl, Verlag Lehn MDCCCXLI., |
| | + | *** [[Dehio Salzburg]] |
| | + | *** Georg Clam-Martinic (Burgen&Schlösser in Österreich) |
| | + | ** Artikel [http://www.rettinger.tv/53549/index.html ''Paul Rettinger von Wiespach und Radeck''] |
| | + | * Artikel [http://www.burgen-austria.com/Archiv.asp?Artikel=Wiespach ''"Wiespach"''] auf www.burgen-austria.com ≈ Artikel [http://de.esterhazy.net/index.php?title=Wiespach ''"Wiespach"''] auf de.esterhazy.net |
| | * [[Salzburger Nachrichten]], 23. Oktober 2010 | | * [[Salzburger Nachrichten]], 23. Oktober 2010 |
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| | + | == Einzelnachweise == |
| | <references/> | | <references/> |
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| − | [[Kategorie:Schloss|Wiespach, Schloss]] | + | [[Kategorie:Hallein]] |
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| | + | [[Kategorie:Denkmalschutz]] |
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