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==== Brief vom 5. November 1876 von der Mutter Antonia Spängler, an die Familie Franz II. Xaver Gregor Spängler in Wien ====
 
==== Brief vom 5. November 1876 von der Mutter Antonia Spängler, an die Familie Franz II. Xaver Gregor Spängler in Wien ====
 
Brief von [[Antonia Spängler]] an [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]]; ein Bogen, Prägestempel "A S" mit Kranz und Verzierung; vier Seiten beschrieben, markiert mit römisch I bis IIII; / = Seitenwechsel (Leseabsatz eingefügt); fragliche [?] und XX unleserliche Stellen:<br />
 
Brief von [[Antonia Spängler]] an [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]]; ein Bogen, Prägestempel "A S" mit Kranz und Verzierung; vier Seiten beschrieben, markiert mit römisch I bis IIII; / = Seitenwechsel (Leseabsatz eingefügt); fragliche [?] und XX unleserliche Stellen:<br />
''I Salzburg den 5/11 1876 Meine lieben Theuren! Endlich konte auch ich ein Briefchen von Euch erleben, – wahr ist es schon ich hörte durch 2 Briefe das es Euch gut geht, was mir immer das Liebste zu hören ist. Bey uns ging es sehr lebhaft – und festlich zu. Ihr werdet alles in denen Zeitungen geleßen haben, Die kirchliche Feier bey der Pischofs Weihe [von &nbsp;[[Franz de Paula Albert Eder]], Anm.] dauerte von 8 Uhr bis nach 12 Uhr, wo ich ein ½ Stund weggeblieben, die übrige Zeit war ich gegenwärtig. Er selbst war sehr angegriffen, und sah völig weiß auß. Die Beleichtung welche der Magistrat gewiß 1000 f[l] gekostet war wunderschön, beim Fackelzug waren 700 Lampions alle verschieden Färbig, dan die PriXX mußick, die Veterannen / II und Liedertafel wechselten mit der Mußick ab alles auf den Kapitelplatz, auf der Katz [?] wo er gerade von seinen Fenstern hinsehen konnte war eine so große Stelasch aufgestehlt wo sein Wagen [?] sein Namme'' [latein. Schrift:] ''Salve alles in Priliant Feuer, groß, herlich, beleuchtet war. Der neue Herr Erzpischhof hat wie seine Bedienten alles neu, und das sieht so schön auß, er sieht auch heute schon wider viel beßer aus. Dann war von beyden Prälaten die Weih, und von der Abtissin. Nun ist Ruhe eingetreten.''
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''I Salzburg den 5/11 1876 Meine lieben Theuren! Endlich konte auch ich ein Briefchen von Euch erleben, – wahr ist es schon ich hörte durch 2 Briefe das es Euch gut geht, was mir immer das Liebste zu hören ist. Bey uns ging es sehr lebhaft – und festlich zu. Ihr werdet alles in denen Zeitungen geleßen haben, Die kirchliche Feier bey der Pischof Weihe'' [von &nbsp;[[Franz de Paula Albert Eder]], Anm.] ''dauerte von 8 Uhr bis nach 12 Uhr, wo ich ein ½ Stund weggeblieben, die übrige Zeit war ich gegenwärtig. Er selbst war sehr angegriffen, und sah völig weiß auß. Die Beleichtung welche der Magistrat gewiß 1000 f[l] gekostet war wunderschön, beim Fackelzug waren 700 Lampions alle verschieden Färbig, dan die PriXX mußick, die Veterannen / II und Liedertafel wechselten mit der Mußick ab alles auf den Kapitelplatz, auf der Katz [?] wo er gerade von seinen Fenstern hinsehen konnte war eine so große Stelasch aufgestehlt wo sein Wagen [?] sein Namme'' [latein. Schrift:] ''Salve alles in Priliant Feuer, groß, herlich, beleuchtet war. Der neue Herr Erzpischhof hat wie seine Bedienten alles neu, und das sieht so schön auß, er sieht auch heute schon wider viel beßer aus. Dann war von beyden Prälaten die Weih, und von der Abtissin. Nun ist Ruhe eingetreten.''
    
''Die Jung ist neulich sehr schnel gestorben, sie war am Montag noch im Theater, auch bey der Beleuchtung, und 3 Tag darauf ist sie gestorben, es hatte ihr kleiner / III Knab den Scharlach, und sie hatte die Differitiss, und hat sich verkühlt weil sie öfter aufgestanden auf einmmal bekamm sie einen Stückanfall, und war auch gleich weg, 1 Stunde nach ihren Tod war sie ganz Scharlach roth – die Doktoren erklärten sie müße so gleich eingeschlagen werden, und auß dem Hauße kommen, was dan auch geschah. Nun sind mehrere von der Fammile am Scharlach krank, aber nicht lebensgefährlich. Der alte Honner [?] ist auch gerade acht Tag nach der Weihe zum Prälaten seines Sohnes gestorben. Bey uns ist Gottlob außer der Louisel welche Diare hat zimmlich wohl. Die Witterung ist sehr kalt, so das wir uns schon ganz eingewintert haben. Alles heitzt wie im / IIII Winter. Recht leid thut es mir wegen der Leithe Gott gebe das es nichts weiter zu bedeuten hat, ich bitte sie von mir recht herzlich zu grüßen ich lasse gute Beßerung wünschen. Wie ich höre soll der Sauter Ludwich schon seit Neujahr immer trocknen Husten haben und sehr melankolisch dabey sein da würde ich die Beyden sehr bedauern, nun wirds bey der Steiner auch nicht lange mehr dauern bis es loos geht, ich wünsche das alles gut vorüber geht. Alle Bekanten Großmutter, bey welcher ich heute war grüßt Euch herzlich, Gestern hatte sie starkes Klopfen, Heute ist sie aber schon wider außgegangen Von Otto und Louise viele herzliche Grüße. Lebt recht wohl 1000 küße von Eure[r] treuen Mutter Spángler.'' [Seite 3 oben auf dem Kopf:] ''Mit meiner Ana bin ich noch gottlob recht zufrieden. Die Rosa grüße ich recht herzlich.''
 
''Die Jung ist neulich sehr schnel gestorben, sie war am Montag noch im Theater, auch bey der Beleuchtung, und 3 Tag darauf ist sie gestorben, es hatte ihr kleiner / III Knab den Scharlach, und sie hatte die Differitiss, und hat sich verkühlt weil sie öfter aufgestanden auf einmmal bekamm sie einen Stückanfall, und war auch gleich weg, 1 Stunde nach ihren Tod war sie ganz Scharlach roth – die Doktoren erklärten sie müße so gleich eingeschlagen werden, und auß dem Hauße kommen, was dan auch geschah. Nun sind mehrere von der Fammile am Scharlach krank, aber nicht lebensgefährlich. Der alte Honner [?] ist auch gerade acht Tag nach der Weihe zum Prälaten seines Sohnes gestorben. Bey uns ist Gottlob außer der Louisel welche Diare hat zimmlich wohl. Die Witterung ist sehr kalt, so das wir uns schon ganz eingewintert haben. Alles heitzt wie im / IIII Winter. Recht leid thut es mir wegen der Leithe Gott gebe das es nichts weiter zu bedeuten hat, ich bitte sie von mir recht herzlich zu grüßen ich lasse gute Beßerung wünschen. Wie ich höre soll der Sauter Ludwich schon seit Neujahr immer trocknen Husten haben und sehr melankolisch dabey sein da würde ich die Beyden sehr bedauern, nun wirds bey der Steiner auch nicht lange mehr dauern bis es loos geht, ich wünsche das alles gut vorüber geht. Alle Bekanten Großmutter, bey welcher ich heute war grüßt Euch herzlich, Gestern hatte sie starkes Klopfen, Heute ist sie aber schon wider außgegangen Von Otto und Louise viele herzliche Grüße. Lebt recht wohl 1000 küße von Eure[r] treuen Mutter Spángler.'' [Seite 3 oben auf dem Kopf:] ''Mit meiner Ana bin ich noch gottlob recht zufrieden. Die Rosa grüße ich recht herzlich.''