| − | ''Salzburg den 18t[en]/2 [18]75 Meine inigst geliebten Theuren! Wie sehr freute ich mich Euer liebe[s] Briefchen welches ich am Sonntag erhielt es traf mich zwar im Bett. Ich bin schon seit Fasching Montag nicht mehr außgegangen indem ich einen zimmlich starken Husten hatte, nur am letzten Freitag machte ich Nachmittag einen Gang zum Auer etwas zu kauffen und zur Großmutter wolte ich gehen zu sehen wie es ihr geht mit den Herzklopfen, und ich fand sie auch Gottlob zimmlich gut. Am Sammstag Mittag wurde mir so schlecht. Das ich mich legen mußte Heute bin ich Gottlob den größten theil des Tages wider auf, ich hatte auch Fieber, aber Doktor brauchte / ich Gottlob keinen. Ich habe mich nur gut gehalten, und Haußmittel gebraucht. Heute ist mir wider gut nur noch etwas matt bin ich. So gott will wird es bis zur Reise wi[e]der ganz gut. Meine lieben es war in meinen Sinn nie anders gedacht, als amm 6 t[en] Hier abzureisen, um an der Fany ihren Nammensfest unten zu sein, und eben so nicht vor Franz seinen Geburtstfest unten weg zu gehen, Der liebe Gott möge zu meinen'' [unterstrichen:] ''Wollen auch das [unterstrichen:] ''Vollbringen geben. Ich wünsche von ganzen Herzen das die Witterung bis dahin wärmer wird. Ich freue mich schon recht sehr Euch meine lieben zu sehen ich glaube schon auch das es sehr angezeugt ist warme Kleider mit zu nehmen, als leichtere / werde ich nur das Graue mit nehmen welches du liebe Fany mir gemacht hast. Das Schwarze Seidenkleid, das Wattmal [?] Kleid zihe ich zur Reise an, und das Quatroliete [?] Kleid, sonst nehme ich mir nichts mit. einen'' [mit latein. Buchstaben:] ''Baldo möchte ich mir in Wien Kauffen. Wen du liebe Fany etwas von Hier wünschest so bitte ich es früh genug zu schreiben. Wie ist es den mit der Butter in Wien, wen sie dort schwer zu bekommen ist, so nehme ich eine große Kaffepichse voll mit, aber ein paar Tage zuvor möchte ich es wissen, damit ich von der Großmutter ihren Buttenbräuern einen bekomme. Was noch ist, bitte ich zu schreiben. Die Großmutter grüßt Euch recht herzlich. Wen nur bey der Großmutter das Herzklopfen sich endlich einmal verlieren möchte, sonst ist sie gottlob gesund. Die Großmutter will mir für das gastbett zum Kieß [?] 1 Lb'' [Pfundzeichen] ''Schleiß mitgeben sie sagt es sey gar so leer [?], ich habe gesagt / ich nehme es schon mit, ich bekomme schon einen hübsch großen Koffer, das ich alles unterbringe.'' | + | ''Salzburg den 18t[en]/2 [18]75 Meine inigst geliebten Theuren! Wie sehr freute ich mich Euer liebe[s] Briefchen welches ich am Sonntag erhielt es traf mich zwar im Bett. Ich bin schon seit Fasching Montag nicht mehr außgegangen indem ich einen zimmlich starken Husten hatte, nur am letzten Freitag machte ich Nachmittag einen Gang zum Auer etwas zu kauffen und zur Großmutter wolte ich gehen zu sehen wie es ihr geht mit den Herzklopfen, und ich fand sie auch Gottlob zimmlich gut. Am Sammstag Mittag wurde mir so schlecht. Das ich mich legen mußte Heute bin ich Gottlob den größten theil des Tages wider auf, ich hatte auch Fieber, aber Doktor brauchte / ich Gottlob keinen. Ich habe mich nur gut gehalten, und Haußmittel gebraucht. Heute ist mir wider gut nur noch etwas matt bin ich. So gott will wird es bis zur Reise wi[e]der ganz gut. Meine lieben es war in meinen Sinn nie anders gedacht, als amm 6 t[en] Hier abzureisen, um an der Fany ihren Nammensfest unten zu sein, und eben so nicht vor Franz seinen Geburtstfest unten weg zu gehen, Der liebe Gott möge zu meinen'' [unterstrichen:] ''Wollen auch das'' [unterstrichen:] ''Vollbringen geben. Ich wünsche von ganzen Herzen das die Witterung bis dahin wärmer wird. Ich freue mich schon recht sehr Euch meine lieben zu sehen ich glaube schon auch das es sehr angezeugt ist warme Kleider mit zu nehmen, als leichtere / werde ich nur das Graue mit nehmen welches du liebe Fany mir gemacht hast. Das Schwarze Seidenkleid, das Wattmal [?] Kleid zihe ich zur Reise an, und das Quatroliete [?] Kleid, sonst nehme ich mir nichts mit. einen'' [mit latein. Buchstaben:] ''Baldo möchte ich mir in Wien Kauffen. Wen du liebe Fany etwas von Hier wünschest so bitte ich es früh genug zu schreiben. Wie ist es den mit der Butter in Wien, wen sie dort schwer zu bekommen ist, so nehme ich eine große Kaffepichse voll mit, aber ein paar Tage zuvor möchte ich es wissen, damit ich von der Großmutter ihren Buttenbräuern einen bekomme. Was noch ist, bitte ich zu schreiben. Die Großmutter grüßt Euch recht herzlich. Wen nur bey der Großmutter das Herzklopfen sich endlich einmal verlieren möchte, sonst ist sie gottlob gesund. Die Großmutter will mir für das gastbett zum Kieß [?] 1 Lb'' [Pfundzeichen] ''Schleiß mitgeben sie sagt es sey gar so leer [?], ich habe gesagt / ich nehme es schon mit, ich bekomme schon einen hübsch großen Koffer, das ich alles unterbringe.'' |
| | ''Das Die Kopsa Marie am 4 t[en] April ihre Vermehlung feyert mit einen Ingeneur an der technischen Hochschule in Wien und heißt Friedrich Steiner und hat schon auf den Wieden eine recht nette Wohnung genohmen. Ihr könt Euch denken wie Glücklich sich Marie fühlt. Und wie erfreut die Eltern darüber sind. Rudolf Guttenberg bedauern wir alle von Herzen er war ja so unendlich glücklich. Bey Payer ist auch nun das Mädchen welches so lange Krank war gestorben. Sie bathen selbst den lieben Gott um Auflößung. Hier ist der Doktor Stieger, und Herr Kigele [?] gestorben. Die Doktor Schlögl<ref> [[Katharina Arrigler]], verheiratet [[Richard Franz Schlegel]]</ref> ist nun Gottlob wider auf den Beinen hat sich nun auch schon wider erholt. Otto liegt auch seit 3 Tagen an einer Haldentzündung. Die Ubrigen haben fast alle Husten besonders auch die Frau.'' [drei Stiche] | | ''Das Die Kopsa Marie am 4 t[en] April ihre Vermehlung feyert mit einen Ingeneur an der technischen Hochschule in Wien und heißt Friedrich Steiner und hat schon auf den Wieden eine recht nette Wohnung genohmen. Ihr könt Euch denken wie Glücklich sich Marie fühlt. Und wie erfreut die Eltern darüber sind. Rudolf Guttenberg bedauern wir alle von Herzen er war ja so unendlich glücklich. Bey Payer ist auch nun das Mädchen welches so lange Krank war gestorben. Sie bathen selbst den lieben Gott um Auflößung. Hier ist der Doktor Stieger, und Herr Kigele [?] gestorben. Die Doktor Schlögl<ref> [[Katharina Arrigler]], verheiratet [[Richard Franz Schlegel]]</ref> ist nun Gottlob wider auf den Beinen hat sich nun auch schon wider erholt. Otto liegt auch seit 3 Tagen an einer Haldentzündung. Die Ubrigen haben fast alle Husten besonders auch die Frau.'' [drei Stiche] |