Verein für eine Erneuerung der Katholischen Kirche: Unterschied zwischen den Versionen
K →Quellen |
K Textersetzung - „ Pfingsten “ durch „ Pfingsten “ |
||
| (4 dazwischenliegende Versionen desselben Benutzers werden nicht angezeigt) | |||
| Zeile 25: | Zeile 25: | ||
Als Mutter agiert ein Verein mit Sitz in Wien. Fünf Prozent des Einkommens müsse man an die Gemeinschaft abgeben. Dies werde aber nicht exekutiert. Vor allem junge Menschen hätten kaum Einkommen. "Ein Mal pro Jahr bekennt man sich erneut zur Gemeinschaft." Es sei auch wichtig, große Ausgangstüren zu haben. Darüber hinaus engagieren sich viele im Ehrenamt. Auch ein neues Modell praktiziert die Gemeinschaft: Menschen, die sich aktiv kirchlich einbringen möchten, können ein Partner-Modell aufbauen. Konkret: Die Arbeitsstelle wird von vielen externen Sponsoren finanziert. An die 30 Stellen werden so in der ''Home Base'' ermöglicht. "Ich glaube, die Erzdiözese blickt interessiert auf unsere finanziellen Modelle", sagt Mayr-Melnhof. Das bestätigt [[Cornelius Inama]], Direktor der [[Finanzkammer der Erzdiözese Salzburg|Finanzkammer]] der Erzdiözese Salzburg und selbst in die Gründungsphase der Loretto-Bewegung involviert. "Wir haben auch konkrete Anfragen, Positionen über mehrere Partnerschaften zu finanzieren, und prüfen das Konzept für die Diözese." | Als Mutter agiert ein Verein mit Sitz in Wien. Fünf Prozent des Einkommens müsse man an die Gemeinschaft abgeben. Dies werde aber nicht exekutiert. Vor allem junge Menschen hätten kaum Einkommen. "Ein Mal pro Jahr bekennt man sich erneut zur Gemeinschaft." Es sei auch wichtig, große Ausgangstüren zu haben. Darüber hinaus engagieren sich viele im Ehrenamt. Auch ein neues Modell praktiziert die Gemeinschaft: Menschen, die sich aktiv kirchlich einbringen möchten, können ein Partner-Modell aufbauen. Konkret: Die Arbeitsstelle wird von vielen externen Sponsoren finanziert. An die 30 Stellen werden so in der ''Home Base'' ermöglicht. "Ich glaube, die Erzdiözese blickt interessiert auf unsere finanziellen Modelle", sagt Mayr-Melnhof. Das bestätigt [[Cornelius Inama]], Direktor der [[Finanzkammer der Erzdiözese Salzburg|Finanzkammer]] der Erzdiözese Salzburg und selbst in die Gründungsphase der Loretto-Bewegung involviert. "Wir haben auch konkrete Anfragen, Positionen über mehrere Partnerschaften zu finanzieren, und prüfen das Konzept für die Diözese." | ||
Spannender ist die Struktur abseits des Vereins. Vor allem die "Home Base gemeinnützige GmbH". 100-Prozent-Eigentümer ist der Loretto-Gebetskreis in Wien. Ein Blick in die Bilanz zeigt: Dem Unternehmen geht es gut und auch die Bilanzgewinne sind beträchtlich. Ins Auge fallen Investitionszuschüsse in Millionenhöhe. Die [[Dombuchhandlung]], eine Jüngerschaftsschule, ein Restaurant und ein Medienhaus werden in dieser Gesellschaft verwaltet. Ihr Sitz ist im [[Bärengässchen]], eine Immobilie der [[Kongregation der Barmherzigen Schwestern]], überlassen an die "Home Base". Auch ein Vorkaufrecht ist im Grundbuch hinterlegt. "Um Immobilienbesitz geht es uns nicht, die Menschen müssen im Vordergrund stehen", so viel ist Geschäftsführer Patrick Knittelfelder zu entlocken. "Wir stellen uns gerne so richtig kritischen Fragen zur ''Home Base'', das mögen wir, aber erst nach Pfingsten", zeigt er sich gegenüber den [[SN]]. Dabei geschieht unter seiner Führung schon jetzt Gutes. Speisen für die Ärmsten der Gesellschaft werden kostenlos ausgegeben und in der Suppenküche der Barmherzigen Schwestern helfen die Mitglieder. Auch an diesem Dienstag greifen etliche zu den Gratis-Essenssäckchen im Holzregal. Die Sozialbestattung am [[Kommunalfriedhof]] wird von der "Home Base" mitgestaltet. | Spannender ist die Struktur abseits des Vereins. Vor allem die "Home Base gemeinnützige GmbH". 100-Prozent-Eigentümer ist der Loretto-Gebetskreis in Wien. Ein Blick in die Bilanz zeigt: Dem Unternehmen geht es gut und auch die Bilanzgewinne sind beträchtlich. Ins Auge fallen Investitionszuschüsse in Millionenhöhe. Die [[Dombuchhandlung]], eine Jüngerschaftsschule, ein Restaurant und ein Medienhaus werden in dieser Gesellschaft verwaltet. Ihr Sitz ist im [[Bärengässchen]], eine Immobilie der [[Kongregation der Barmherzigen Schwestern]], überlassen an die "Home Base". Auch ein Vorkaufrecht ist im Grundbuch hinterlegt. "Um Immobilienbesitz geht es uns nicht, die Menschen müssen im Vordergrund stehen", so viel ist Geschäftsführer Patrick Knittelfelder zu entlocken. "Wir stellen uns gerne so richtig kritischen Fragen zur ''Home Base'', das mögen wir, aber erst nach [[Pfingsten]]", zeigt er sich gegenüber den [[SN]]. Dabei geschieht unter seiner Führung schon jetzt Gutes. Speisen für die Ärmsten der Gesellschaft werden kostenlos ausgegeben und in der Suppenküche der Barmherzigen Schwestern helfen die Mitglieder. Auch an diesem Dienstag greifen etliche zu den Gratis-Essenssäckchen im Holzregal. Die Sozialbestattung am [[Kommunalfriedhof]] wird von der "Home Base" mitgestaltet. | ||
Knittelfelder sitzt in einem Büro am [[Kapitelplatz]] 6, eine Immobilie der Erzdiözese, 67 Meter entfernt vom [[Erzbischöfliches Palais|Erzbischöflichen Palais]]. | Knittelfelder sitzt in einem Büro am [[Kapitelplatz]] 6, eine Immobilie der Erzdiözese, 67 Meter entfernt vom [[Erzbischöfliches Palais|Erzbischöflichen Palais]]. | ||
Finanzkammerdirektor Inama versichert: "Die Dombuchhandlung und die Büros sind zu marktüblichen Preisen vermietet." Auch ein TV-Studio ist im [[Kapitelsaal]] beheimatet. Mehrere Bischofsgewänder hängen in der Ecke, neben ''Make-up'' und Mikrofonen. Über einen Onlinekanal kann am Sonntagvormittag ein Gottesdienst verfolgt werden. Knapp 1 100 Aufrufe zählte das Video vom [[29. Mai]] 2022. Gezeigt wird eine Art Talkshow, Musikeinlagen, umrahmt von einer Predigt. "Dieser Bereich ist als Bittleihe an die ''Home Base'' überlassen." Ziel sei, die Zusammenarbeit zwischen der ''Home Base'', dem Amt für Kommunikation der Erzdiözese, dem "[[Rupertusblatt]]" und der Katholischen Aktion zu fördern. Zusätzlich fördere man eine Pastoralstelle und die [[Stadtpfarre Salzburg-St. Blasius|Stadtpfarre St. Blasius]]. Im Rahmen von Pfingsten im Dom habe man das Festival mit 10.000 Euro gefördert, rechnet Inama vor. Man bekomme von der "Home Base" viel mehr, als man als Diözese gebe. | Finanzkammerdirektor Inama versichert: "Die Dombuchhandlung und die Büros sind zu marktüblichen Preisen vermietet." Auch ein TV-Studio ist im [[Kapitelsaal]] beheimatet. Mehrere Bischofsgewänder hängen in der Ecke, neben ''Make-up'' und Mikrofonen. Über einen Onlinekanal kann am Sonntagvormittag ein Gottesdienst verfolgt werden. Knapp 1 100 Aufrufe zählte das Video vom [[29. Mai]] 2022. Gezeigt wird eine Art Talkshow, Musikeinlagen, umrahmt von einer Predigt. "Dieser Bereich ist als Bittleihe an die ''Home Base'' überlassen." Ziel sei, die Zusammenarbeit zwischen der ''Home Base'', dem Amt für Kommunikation der Erzdiözese, dem "[[Rupertusblatt]]" und der Katholischen Aktion zu fördern. Zusätzlich fördere man eine Pastoralstelle und die [[Stadtpfarre Salzburg-St. Blasius|Stadtpfarre St. Blasius]]. Im Rahmen von [[Pfingsten]] im Dom habe man das Festival mit 10.000 Euro gefördert, rechnet Inama vor. Man bekomme von der "Home Base" viel mehr, als man als Diözese gebe. | ||
Nicht äußern wollte sich Erzbischof Franz Lackner, was die Beziehung der Diözese zu den Lorettos betrifft. Auch zur Finanzierung und zu den Mieten wollte er keine Fragen beantworten. | Nicht äußern wollte sich Erzbischof Franz Lackner, was die Beziehung der Diözese zu den Lorettos betrifft. Auch zur Finanzierung und zu den Mieten wollte er keine Fragen beantworten. | ||
| Zeile 42: | Zeile 42: | ||
[[Datei:Loretto-Gemeinschaft Fest der Jugend 2014 01.jpg|thumb|Fest der Jugend 2014, der in Licht getauchte Innenraum des [[Salzburger Dom]]s]] | [[Datei:Loretto-Gemeinschaft Fest der Jugend 2014 01.jpg|thumb|Fest der Jugend 2014, der in Licht getauchte Innenraum des [[Salzburger Dom]]s]] | ||
[[Datei:Loretto-Gemeinschaft Fest der Jugend 2014 02.jpg|thumb|Fest der Jugend 2014, im Salzburger Dom]] | [[Datei:Loretto-Gemeinschaft Fest der Jugend 2014 02.jpg|thumb|Fest der Jugend 2014, im Salzburger Dom]] | ||
Zu Pfingsten veranstaltet die Loretto Gemeinschaft jährlich das große "Fest der Jugend" in und um den [[Salzburger Dom]]. Dabei kommen tausende Jugendliche aus allen österreichischen Bundesländern, den Nachbarländern aber auch weiter entfernten Ländern, wie der Ukraine, nach Salzburg, um gemeinsam zu beten, singen, Workshops zu besuchen, hl. Messen zu feiern und sich auszutauschen. Das Fest der Jugend beginnt mit einem Musical am Freitagabend und endet mit der Firmung am Montag Vormittag. Ein besonderes Highlight ist der Abend der Barmherzigkeit am Samstag: 100 Priester bieten Beichte und Aussprache an, die Warteschlangen dafür gehen bis zum Domeingang zurück. Außerdem ist das Allerheiligste ausgesetzt, Kerzenlicht, Weihrauch, ruhige Lobpreismusik hüllen den Salzburger Dom in eine ganz besondere Atmosphäre. Zu diesem Abend kommen auch immer wieder zahlreiche Salzburger, die sonst nicht am Programm teilnehmen. Ein weiteres ''Highlight'' ist der Marsch auf die Festung, der jedes Jahr am Sonntagabend stattfindet. Die Jugendlichen ziehen dabei mit [[Erzbischof]] [[Franz Lackner (Erzbischof)|Franz Lackner]] auf die [[Festung Hohensalzburg]], um dort für die Stadt, das Land, aber vor allem für den Frieden zu bitten. Jedes Jahr nehmen mehr Jugendliche an diesem Pfingstfest teil. Da der Dom schon zu klein wird, wird am Vorplatz ein großes transparentes Zelt aufgebaut, in dem auf Bildschirmen die Veranstaltungen live übertragen werden. In die Organisation des Festes sind über 300 Freiwillige involviert. Die meisten darunter sind selbst Jugendliche, die in den Vorbereitungen helfen, Workshops leiten, Vorträge halten. | Zu [[Pfingsten]] veranstaltet die Loretto Gemeinschaft jährlich das große "Fest der Jugend" in und um den [[Salzburger Dom]]. Dabei kommen tausende Jugendliche aus allen österreichischen Bundesländern, den Nachbarländern aber auch weiter entfernten Ländern, wie der Ukraine, nach Salzburg, um gemeinsam zu beten, singen, Workshops zu besuchen, hl. Messen zu feiern und sich auszutauschen. Das Fest der Jugend beginnt mit einem Musical am Freitagabend und endet mit der Firmung am Montag Vormittag. Ein besonderes Highlight ist der Abend der Barmherzigkeit am Samstag: 100 Priester bieten Beichte und Aussprache an, die Warteschlangen dafür gehen bis zum Domeingang zurück. Außerdem ist das Allerheiligste ausgesetzt, Kerzenlicht, Weihrauch, ruhige Lobpreismusik hüllen den Salzburger Dom in eine ganz besondere Atmosphäre. Zu diesem Abend kommen auch immer wieder zahlreiche Salzburger, die sonst nicht am Programm teilnehmen. Ein weiteres ''Highlight'' ist der Marsch auf die Festung, der jedes Jahr am Sonntagabend stattfindet. Die Jugendlichen ziehen dabei mit [[Erzbischof]] [[Franz Lackner (Erzbischof)|Franz Lackner]] auf die [[Festung Hohensalzburg]], um dort für die Stadt, das Land, aber vor allem für den Frieden zu bitten. Jedes Jahr nehmen mehr Jugendliche an diesem Pfingstfest teil. Da der Dom schon zu klein wird, wird am Vorplatz ein großes transparentes Zelt aufgebaut, in dem auf Bildschirmen die Veranstaltungen live übertragen werden. In die Organisation des Festes sind über 300 Freiwillige involviert. Die meisten darunter sind selbst Jugendliche, die in den Vorbereitungen helfen, Workshops leiten, Vorträge halten. | ||
=== 2014 === | === 2014 === | ||
| Zeile 62: | Zeile 62: | ||
== Quellen == | == Quellen == | ||
* {{Quelle SN|10. Juni 2014}} | * {{Quelle SN|10. Juni 2014}} | ||
* [https://www.sn.at/salzburg/leben/loretto-gemeinschaft-die-einflussreichen-lorettos-hinterfragen-die-erzdioezese-122258983 www.sn.at], 4. Juni 2022 | * [https://www.sn.at/salzburg/leben/loretto-gemeinschaft-die-einflussreichen-lorettos-hinterfragen-die-erzdioezese-122258983 www.sn.at], 4. Juni 2022 "Die einflussreichen Lorettos hinterfragen die Erzdiözese", ein Beitrag von [[Marco Riebler]] | ||
{{homepage|http://www.loretto.at/}} | {{homepage|http://www.loretto.at/}} | ||
== Einzelnachweise == | == Einzelnachweise == | ||
<references/> | <references/> | ||
[[Kategorie:Organisation]] | |||
[[Kategorie:Verein]] | |||
[[Kategorie:Kultur und Bildung]] | |||
[[Kategorie:Religion]] | [[Kategorie:Religion]] | ||
[[Kategorie:Stadt Salzburg]] | [[Kategorie:Stadt Salzburg]] | ||