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[[Datei:Weyerturm 3.jpg|thumb|Ehemaliger Erker an der Westfassade des Weyerturms]]
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[[Datei:Weyerturm 8.jpg|thumb|Zoomaufnahme der Südfassade des Turmes]]
[[Datei:Weyerturm 8.jpg|thumb|Zoomaufnahme der Südfassade des Turmes]]
Der '''Weyerturm''' in der Ortschaft [[Weyer]] bei [[Bramberg am Wildkogel]] ist eine ehemalige Burganlage.
Der '''Weyerturm''' in der Ortschaft [[Weyer]] bei [[Bramberg am Wildkogel]] ist eine ehemalige Burganlage. Er zählt zu den [[Denkmalgeschützte Objekte in Bramberg am Wildkogel|denkmalgeschützten Objekten]] in der Gemeinde.
 
==Lage==
==Lage==
Er befindet sich etwa 25 m über dem Talboden des [[Salzachtal]]s oberhalb des [[Weyerhof]]es auf einem Felsen am westlichen Rand der Ortschaft Weyer.  
Er befindet sich etwa 25 m über dem Talboden des [[Salzachtal]]s oberhalb des [[Weyerhof]]es auf einem Felsen am westlichen Rand der Ortschaft Weyer.  
==Beschreibung==
==Beschreibung==
Er ist das letzte Beispiel der für den [[Pinzgau]] typischen kleinen Burganlagen. Ähnliche Wohntürme fanden sich einst in [[Walchen]], in Reittau und in [[Hollersbach]]. Von ihnen sind nur mehr kümmerliche Mauerreste erhalten.  
Er ist das letzte Beispiel der für den [[Pinzgau]] typischen kleinen Burganlagen. Ähnliche Wohntürme fanden sich einst in [[Walchen]], in Reittau und in [[Hollersbach im Pinzgau]]. Von ihnen sind nur mehr kümmerliche Mauerreste erhalten.  


Der Weyerturm war gegen Norden durch einen Graben – er ist heute kaum noch sichtbar – und einen Weiher gesichert, von dem noch eine Mulde geblieben ist. Wahrscheinlich war der Weiher auch namengebend für Turm und Hof. (In den Urkunden kommen die Bezeichnungen ''Wihara'', ''Wiare'', ''Wiarn'' und ''Weinern'' vor.)
Der Weyerturm war gegen Norden durch einen Graben – er ist heute kaum noch sichtbar – und einen Weiher gesichert, von dem noch eine Mulde geblieben ist. Wahrscheinlich war der Weiher auch namengebend für Turm und Hof. (In den Urkunden kommen die Bezeichnungen ''Wihara'', ''Wiare'', ''Wiarn'' und ''Weinern'' vor.)
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==Die Herren von Weyer==
==Die Herren von Weyer==
Die erste urkundliche Erwähnung der Herren von Weyer ist vom Anfang des [[12. Jahrhundert]]s bekannt. Nachfolgend ein Auszug aus der Bramberger Ortschronik:
Die erste urkundliche Erwähnung der Herren von Weyer ist vom Anfang des [[12. Jahrhundert]]s bekannt. Nachfolgend ein Auszug aus der Bramberger Ortschronik:
*[[1130]] Rapoto de Wiare
* [[1130]]: Rapoto de Wiare
*[[1137]] Reginbot de Wihara ist Zeuge, als [[Weikersbach]] bei [[Saalfelden]] an den Erzbischof übergeben wird.
* [[1137]]: Reginbot de Wihara ist Zeuge, als [[Weikersbach]] bei [[Saalfelden]] an den Erzbischof übergeben wird.
*[[1150]] Chunrad
* [[1150]]: Chunrad
*[[1160]] Heimo
* [[1160]]: Heimo
*[[1252]] Gerhoh von Wiarn muß nach dem Friedensschluss zwischen Erzbischof Philipp mit dem Grafen Albert von Tirol und Meinhard von Görz über den [[Hoher Tauern|Tauern]] reiten, um in Großkirchheim und an der Möll Schätzungen vorzunehmen.
* [[1252]]: Gerhoh von Wiarn muß nach dem Friedensschluss zwischen Erzbischof Philipp mit dem Grafen Albert von Tirol und Meinhard von Görz über den [[Hoher Tauern|Tauern]] reiten, um in Großkirchheim und an der Möll Schätzungen vorzunehmen.
*Um [[1270]] scheinen die Bischöfe von Chiemsee die Herrschaft über Weyer erhalten zu haben, denn Gerhoh von Weyer, der Letzte dieses Stammes, ist bereits chiemseeischer Lehensmann.
* Um [[1270]] scheinen die Bischöfe von Chiemsee die Herrschaft über Weyer erhalten zu haben, denn Gerhoh von Weyer, der Letzte dieses Stammes, ist bereits chiemseeischer Lehensmann.
*[[1271]] gibt Gerhoh den Weyerturm und seine anderen Lehen zurück und bekommt dafür vom Bischof Besitzungen in [[Windisch Matrei]] und im [[Lungau]] als Lehen.  
* [[1271]] gibt Gerhoh den Weyerturm und seine anderen Lehen zurück und bekommt dafür vom Bischof Besitzungen in [[Windisch Matrei]] und im [[Lungau]] als Lehen.  
*[[1292]] Walther von [[Neukirchen am Großvenediger|Neukirchen]] übernimmt den Turm nicht zum Eigentum, es wird ihm nur die Burghut anvertraut.
* [[1292]] Walther von [[Neukirchen am Großvenediger|Neukirchen]] übernimmt den Turm nicht zum Eigentum, es wird ihm nur die Burghut anvertraut.
*Über die folgenden 160 Jahre ist den Weyerturm betreffend nichts bekannt.
*Über die folgenden 160 Jahre ist den Weyerturm betreffend nichts bekannt.
*[[1454]] Florian Stuhlfelder und seine zwei Söhne übernehmen den Turm zu Leibgeding.  
* [[1454]] Florian Stuhlfelder und seine zwei Söhne übernehmen den Turm zu Leibgeding.  
*[[1504]] – [[1519]] Gregor und Erasmus Mandl von Steinfels
* [[1504]]–1519: Gregor und Erasmus Mandl von Steinfels
*1519 – [[1533]] Ludwig Lebenauer, Pfarrer von Bramberg
* [[1519]]–1533: Ludwig Lebenauer, Pfarrer von Bramberg
*1533 – [[1570]] Christian Plangk zu Büchl
* [[1533]]–1570: Christian Plangk zu Büchl
*1570 Karl und Wilhelm Jocher
* [[1570]]: Karl und Wilhelm Jocher
Es ist nicht überliefert, ab wann die Besitzer des Turmes in die darunter liegende Meierei ([[Weyerhof]]), die besser ausgestattet und bequemer zu bewohnen war, übersiedelt sind. Diese ist schon ab [[1162]] als Taverne nachgewiesen. Auch nach der Übersiedlung in die Meierei blieb die Erhaltungspflicht für den Turm bestehen, damit der Bischof, der ihn als Absteige während der Jagd nutzte, dort jederzeit eine ''„wohlbestallte Wohnung der Orten finden könnte“''.
Es ist nicht überliefert, ab wann die Besitzer des Turmes in die darunter liegende Meierei ([[Weyerhof]]), die besser ausgestattet und bequemer zu bewohnen war, übersiedelt sind. Diese ist schon ab [[1162]] als Taverne nachgewiesen. Auch nach der Übersiedlung in die Meierei blieb die Erhaltungspflicht für den Turm bestehen, damit der Bischof, der ihn als Absteige während der Jagd nutzte, dort jederzeit eine ''"wohlbestallte Wohnung der Orten finden könnte"''.
*[[1600]] Michael Bock. Er musste zur Strafe 120 [[Gulden]] entrichten, da er seine Erhaltungspflicht vernachlässigt hatte.
* [[1600]]: Michael Bock. Er musste zur Strafe 120 [[Gulden]] entrichten, da er seine Erhaltungspflicht vernachlässigt hatte.
*[[1609]] Nikolaus Einöder. Er löste sich gegen Bezahlung von 150 Gulden von der Erhaltungspflicht. Ab nun wurde die Taverne als Unterkunft festgelegt und der Turm dem Verfall preis gegeben.
* [[1609]]: Nikolaus Einöder. Er löste sich gegen Bezahlung von 150 Gulden von der Erhaltungspflicht. Ab nun wurde die Taverne als Unterkunft festgelegt und der Turm dem Verfall preis gegeben.


==Quellen==
==Quellen==
*[[Hans Hönigschmied]], Bramberg am Wildkogel, S. 81 – 85, HG Gemeinde Bramberg am Wildkogel, [[1993]]
* [[Hans Hönigschmid|Hönigschmid, Hans]]: ''Bramberg am Wildkogel'' Gemeinde Bramberg am Wildkogel, [[1993]], S. 81–85,
*[[Friederike Zaisberger]], Walter Schlegel, Burgen und Schlösser in Salzburg, S. 85 – 86, Birken-Verlag Wien, [[1978]]
* [[Friederike Zaisberger|Zaisberger, Friederike]] und [[Walter Schlegel]]: ''Burgen und Schlösser in Salzburg''. Birken-Verlag Wien, [[1978]]. S. 85–86,


[[Kategorie:Denkmalschutz]]
[[Kategorie:Denkmalschutz (Bramberg am Wildkogel)]]
[[Kategorie:Architektur]]
[[Kategorie:Architektur]]
[[Kategorie:Historische Gebäude]]
[[Kategorie:Gebäude]]
[[Kategorie:historisches Gebäude]]
[[Kategorie:Geschichte]]
[[Kategorie:Geschichte]]
[[Kategorie:Pinzgau]]
[[Kategorie:Pinzgau]]
[[Kategorie:Bramberg am Wildkogel]]
[[Kategorie:Bramberg am Wildkogel]]