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Der historische ''Zwergelgarten'' südlich der [[Mirabellgarten#Die Wasserbastei|Wasserbastei]] ist ein Teil jener Gartenanlage, die [[Johann Ernst Graf Thun]] unter Leitung von [[Fischer von Erlach]] ausgestalten ließ. Die ersten Zwerge entstanden vermutlich 1691/92, der Garten war dann um 1695 weitgehend fertig. Er wurde in der [[Barock|barocken]] Formgebung Ende des [[18. Jahrhundert]]s zerstört, weil der maßgeblich von der Aristokratie Frankreichs geförderte Barockstil damals als hoffnungslos veraltet galt und auch hier einem englischen Landschaftsgarten weichen musste, der heute ebenfalls nicht mehr besteht. Die Zwerge des Gartens wurden [[1811]] entfernt. Der Garten ist der älteste Zwergengarten Europas und auch daher von besonders hoher kultureller Bedeutung. Die vielfältige Symbolsprache des Mirabellgartens wird maßgeblich auch vom Zwergengarten mitbestimmt.
 
Der historische ''Zwergelgarten'' südlich der [[Mirabellgarten#Die Wasserbastei|Wasserbastei]] ist ein Teil jener Gartenanlage, die [[Johann Ernst Graf Thun]] unter Leitung von [[Fischer von Erlach]] ausgestalten ließ. Die ersten Zwerge entstanden vermutlich 1691/92, der Garten war dann um 1695 weitgehend fertig. Er wurde in der [[Barock|barocken]] Formgebung Ende des [[18. Jahrhundert]]s zerstört, weil der maßgeblich von der Aristokratie Frankreichs geförderte Barockstil damals als hoffnungslos veraltet galt und auch hier einem englischen Landschaftsgarten weichen musste, der heute ebenfalls nicht mehr besteht. Die Zwerge des Gartens wurden [[1811]] entfernt. Der Garten ist der älteste Zwergengarten Europas und auch daher von besonders hoher kultureller Bedeutung. Die vielfältige Symbolsprache des Mirabellgartens wird maßgeblich auch vom Zwergengarten mitbestimmt.
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Ursprünglich waren es 28 aus [[Untersberger Marmor]] gehauene Steinstatuen, die den historischen ''Zwergelgarten'' bevölkerten. Die Zwerge wurden vermutlich unter einem Künstlerkollektiv unter Leitung von [[Ottavio Mosto]] und [[Bernhard Michael Mandl]] geschaffen, in dem auch [[Sebastian Stumpfegger]] und Hans Schwäbl mitarbeiteten. Auf fast allen europäischen Fürstenhöfen wurden in der Barockzeit aber bedauernswerte, verwachsene Menschen zur Belustigung gehalten, die jedoch - ob ihrer Treue und Loyalität - dabei hoch geschätzt wurden.  
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Ursprünglich waren es 28 aus [[Untersberger Marmor]] gehauene Steinstatuen, die den historischen ''Zwergelgarten'' bevölkerten. Die Zwerge wurden vermutlich unter einem Künstlerkollektiv unter Leitung von [[Ottavio Mosto]] und [[Bernhard Michael Mandl]] geschaffen, in dem auch [[Sebastian Stumpfegger]] und Hans Schwäbl mitarbeiteten. An sehr vielen europäischen Fürstenhöfen wurden in der Barockzeit verwachsene und kleinwüchige Menschen angestellt, die jedoch - ob ihrer Treue und Loyalität - dabei hoch geschätzt wurden.  
    
In der Zeit der Aufklärung gerieten die Marmorfiguren missgestalteter Menschen im Mirabellgarten immer mehr in Verruf. Dem schöngeistige bayrische Kronprinz [[Ludwig I. von Bayern]] missfielen während der kurzen [[Herzogtum Salzburg#1810 bis 1816 (Zugehörigkeit zu Bayern)|bayrischen Regentschaft]] über Salzburg die hier aufgestellten Marmorzwerge. Er wollte sie angeblich als Kalkrohmaterial in einen Kalkofen werfen lassen. Der Geschäftssinn siegte aber und die Figuren wurden im Jahr 1811, großteils um den sehr geringen Betrag von nur zwei [[Gulden]] je Stück versteigert. So waren die Salzburger Zwerge bald in alle Winde verstreut.  
 
In der Zeit der Aufklärung gerieten die Marmorfiguren missgestalteter Menschen im Mirabellgarten immer mehr in Verruf. Dem schöngeistige bayrische Kronprinz [[Ludwig I. von Bayern]] missfielen während der kurzen [[Herzogtum Salzburg#1810 bis 1816 (Zugehörigkeit zu Bayern)|bayrischen Regentschaft]] über Salzburg die hier aufgestellten Marmorzwerge. Er wollte sie angeblich als Kalkrohmaterial in einen Kalkofen werfen lassen. Der Geschäftssinn siegte aber und die Figuren wurden im Jahr 1811, großteils um den sehr geringen Betrag von nur zwei [[Gulden]] je Stück versteigert. So waren die Salzburger Zwerge bald in alle Winde verstreut.  
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