| | Einer der letzen Hagenauer in Bayern war der oben genannte Georg Hagenauer de Allershausen, Herr zu Westerndorf, der im Jahr [[1503]] geheiratet hatte. Er oder sein Sohn Sebastian gab das Gut in Westerndorf zwischen [[1530]] und [[1545]] auf (Indersdorfer Urkunde). Auf Grund der Verwüstungen im Zuge des Schmalkaldischen Krieges [[1546]] verließen seine Nachkommen Bayern und tauchten acht Jahre später in Hammerau bei Salzburg auf. Somit hatten die Hagenauer bis zum Ende des [[15. Jahrhundert]]s alle ihre Stammsitze und bis Mitte des [[16. Jahrhundert]]s ihre restlichen Güter verloren. Die Besitzungen und Lehen waren entweder unrechtmäßig eingezogen, gestiftet oder verkauft worden. Der verbliebene Stammsitz Allershausen wurde zwar schon 1484 aufgegeben, das letzte Gut in unmittelbarer Nähe in Westerndorf allerdings erst um 1530. Zu diesem Zeitpunkt waren die Hagenauer bereits derart verarmt, dass sie auf den Bauernstand herabgesunken waren und nur noch vereinzelt in Urkunden genannt wurden. Ihr erneuter Aufstieg in Salzburg hatte zu diesem Zeitpunkt noch nicht begonnen. | | Einer der letzen Hagenauer in Bayern war der oben genannte Georg Hagenauer de Allershausen, Herr zu Westerndorf, der im Jahr [[1503]] geheiratet hatte. Er oder sein Sohn Sebastian gab das Gut in Westerndorf zwischen [[1530]] und [[1545]] auf (Indersdorfer Urkunde). Auf Grund der Verwüstungen im Zuge des Schmalkaldischen Krieges [[1546]] verließen seine Nachkommen Bayern und tauchten acht Jahre später in Hammerau bei Salzburg auf. Somit hatten die Hagenauer bis zum Ende des [[15. Jahrhundert]]s alle ihre Stammsitze und bis Mitte des [[16. Jahrhundert]]s ihre restlichen Güter verloren. Die Besitzungen und Lehen waren entweder unrechtmäßig eingezogen, gestiftet oder verkauft worden. Der verbliebene Stammsitz Allershausen wurde zwar schon 1484 aufgegeben, das letzte Gut in unmittelbarer Nähe in Westerndorf allerdings erst um 1530. Zu diesem Zeitpunkt waren die Hagenauer bereits derart verarmt, dass sie auf den Bauernstand herabgesunken waren und nur noch vereinzelt in Urkunden genannt wurden. Ihr erneuter Aufstieg in Salzburg hatte zu diesem Zeitpunkt noch nicht begonnen. |
| − | In Salzburg hatten die Hagenauer Mitglieder alteingesessener Familien des [[Rupertiwinkel|Rupertiwinkels]] wie die von Apfalt(er), von Altham(er), von Altmutt(er), von Perg(er) oder von Sur(er) etc. geheiratet, sich aber (wahrscheinlich auf Grund von Mesalliancen und Verarmung) nicht in den Adelsmatrikeln der Hohe Salzburger Landschaft eintragen lassen oder lassen können. Ihr Adel war verdunkelt, aber sie führten weiterhin das Familien-Wappen, den Hagenstrauch auf einem Dreiberg. Das Wappen wurde ihnen als Salzburger Untertanen im 17. Jahrhundert, vermehrt um zwei Adler auf goldenem Grund und die Decke nun in den Farben Salzburgs, vom kaiserlichen Palatin bestätigt (Darstellung z. B. auf den Familiengrüften in Salzburg, am Fronbogen der Kirche von [[Grödig]], oder am [[Salzburger Hof - Arnsdorf|Salzburger Hof]] in [[Arnsdorf in der Wachau|Oberarnsdorf in der Wachau]]). | + | In Salzburg hatten die Hagenauer Mitglieder alteingesessener Familien des [[Rupertiwinkel|Rupertiwinkels]] wie die von Apfalt(er), von Altham(er), von Altmutt(er), von Perg(er) oder von Sur(er) etc. geheiratet, sich aber (wahrscheinlich auf Grund von Mesalliancen und Verarmung) nicht in den Adelsmatrikeln der Hohe Salzburger Landschaft eintragen lassen oder lassen können. Ihr Adel war verdunkelt, aber sie führten weiterhin das Familien-Wappen, den Hagenstrauch auf einem Dreiberg. Das Adels-Wappen wurde ihnen als Salzburger Untertanen im 17. Jahrhundert, vermehrt um zwei Adler auf goldenem Grund und die Decke nun in den Farben Salzburgs, vom kaiserlichen Palatin bestätigt (Darstellung z. B. auf den Familiengrüften in Salzburg, am Fronbogen der Kirche von [[Grödig]], oder am [[Salzburger Hof - Arnsdorf|Salzburger Hof]] in [[Arnsdorf in der Wachau|Oberarnsdorf in der Wachau]]). |
| | Die Herren von Hagenau hatten ja bis ins 13. Jahrhundert Besitzungen in der Gegend von Salzburg, im [[Bistum Chiemsee]], das komplett vom Erzbistum Salzburg umschlossen war, sogar noch im 15. Jahrhundert. Von Bayern nach Salzburg hatten sie bereits Ende des [[15. Jahrhundert]]s urkundlich belegte gute Kontakte und so sollten sie im [[16. Jahrhundert]] auch wieder dorthin zurück kehren. Viele ihrer früheren Besitzungen, wie zum Beispiel der Weiler "Hagenau" mit Mühle bei [[Ainring]] oder der Hof "Hagenau" bei Anthering, trugen ihren Namen. Diese "Mühle Hagenau" bzw. das "Gut Hagenau" wurden bereits im [[11. Jahrhundert|11.]]/[[12. Jahrhundert]] als solche bezeichnet. So war es bei etlichen anderen Landschaften oder Weilern entlang der Siedlungsrouten der Hagenauer der Fall. Dieses bei [[Bergheim]] ([[Maria Plain]]) liegendes Gut [[Hagenau]] (Hagenaw) nördlich von Salzburg lag an der Salzach zwischen dem Salzburger Stadtteil [[Itzling]] und der Gemeinde [[Bergheim]] und muß bereits vor [[1239]] existiert haben. Es wurde nach Ludowicus von Hagenauers Tod (1239) zusammen mit allen anderen seiner Besitzungen durch den Bayrischen Herzog Otto III. eingezogen. Noch im [[14. Jahrhundert]] wurde ''"das hofbare Gut der Grundherrschaft des Erzbischofs von Salzburg im Amt Perchheim - officium Anthering unter Nr. 9 der Hof der Hag(e)naw genannt"'' erwähnt. Dieser Hof Hagenau bei Anthering sowie die Mühle Hagenau bei Ainring lagen nur 4,5 km voneinander entfernt und waren beide ehemalige Besitzungen der Herren von Hagenau. Im Historischen Atlas von Bayern heißt es unter anderem bei den angrenzenden Besitzungen der ebenfalls dort begüterten [[Herren von Wispeck]]: ''"Für die benachbart liegenden Anwesen der Wispecken zu Ainring, Eham, Hagenauer Mühle, Ödhof und Ottmaning, alles freieigene Güter, liegt erst [[1286]], und nur für Ottmaning, ein Eigentumsbeweis vor"''. Beide ehemaligen Besitzungen der Herren von Hagenau (bzw. die dortige Gegend) werden noch heute als "Hagenau" bezeichnet. | | Die Herren von Hagenau hatten ja bis ins 13. Jahrhundert Besitzungen in der Gegend von Salzburg, im [[Bistum Chiemsee]], das komplett vom Erzbistum Salzburg umschlossen war, sogar noch im 15. Jahrhundert. Von Bayern nach Salzburg hatten sie bereits Ende des [[15. Jahrhundert]]s urkundlich belegte gute Kontakte und so sollten sie im [[16. Jahrhundert]] auch wieder dorthin zurück kehren. Viele ihrer früheren Besitzungen, wie zum Beispiel der Weiler "Hagenau" mit Mühle bei [[Ainring]] oder der Hof "Hagenau" bei Anthering, trugen ihren Namen. Diese "Mühle Hagenau" bzw. das "Gut Hagenau" wurden bereits im [[11. Jahrhundert|11.]]/[[12. Jahrhundert]] als solche bezeichnet. So war es bei etlichen anderen Landschaften oder Weilern entlang der Siedlungsrouten der Hagenauer der Fall. Dieses bei [[Bergheim]] ([[Maria Plain]]) liegendes Gut [[Hagenau]] (Hagenaw) nördlich von Salzburg lag an der Salzach zwischen dem Salzburger Stadtteil [[Itzling]] und der Gemeinde [[Bergheim]] und muß bereits vor [[1239]] existiert haben. Es wurde nach Ludowicus von Hagenauers Tod (1239) zusammen mit allen anderen seiner Besitzungen durch den Bayrischen Herzog Otto III. eingezogen. Noch im [[14. Jahrhundert]] wurde ''"das hofbare Gut der Grundherrschaft des Erzbischofs von Salzburg im Amt Perchheim - officium Anthering unter Nr. 9 der Hof der Hag(e)naw genannt"'' erwähnt. Dieser Hof Hagenau bei Anthering sowie die Mühle Hagenau bei Ainring lagen nur 4,5 km voneinander entfernt und waren beide ehemalige Besitzungen der Herren von Hagenau. Im Historischen Atlas von Bayern heißt es unter anderem bei den angrenzenden Besitzungen der ebenfalls dort begüterten [[Herren von Wispeck]]: ''"Für die benachbart liegenden Anwesen der Wispecken zu Ainring, Eham, Hagenauer Mühle, Ödhof und Ottmaning, alles freieigene Güter, liegt erst [[1286]], und nur für Ottmaning, ein Eigentumsbeweis vor"''. Beide ehemaligen Besitzungen der Herren von Hagenau (bzw. die dortige Gegend) werden noch heute als "Hagenau" bezeichnet. |