| − | Die niederösterreichische Linie wurde 1098 in Außerkasten bei Böheimkirchen von Hartwigs Sohn Reimprecht von Hagenau begründet. Der aus Freising stammende Domvogt von Passau Reimprecht von Hagenau errichtete dort seinen Stammsitz und erwarb mehrere Güter. Die Urkunden über den Böheimkirchner Zweig der Hagenauer im 13. und 14. Jahrhunderts sind eher dürftig. Wie bereits erwähnt, standen die Herren von Hagenau im [[13. Jahrhundert]] noch auf der gleichen Stufe mit den Reichsministerialen und gingen im [[14. Jahrhundert]] in der Ministerialität unter. Die Hagenauer siegelten nun in Urkunden als Stifter oder Zeugen, in denen sie als Verwalter im Range eines Burggrafen, als Ritter, Nobile, Edle oder Herren genannt wurden. In einer Klosterneuburger Urkunde vom [[23. April]] [[1314]] verkaufte Chunrat Hagenauer (Hagnower) zwei Lehen zu Albrechtsdorf an das Stift. [[1322]] verkauften wieder jener ''"Chunrat der Hagenauer von Rezzing, Margret seine Hausfrau u. Chunrat deren Sohn an Offen von Ozberch u. dessen Hausfrau Getraud ihr rechtes Eigen, 9 Schilling Pfg. Gült auf den Hof datz dem Dürrenhag"'' (Archiv Starhemberg), welches bei dem Burg Hagenau in Außerkasten lag. Ob mit Rezzing das 70 km nördliche Retz gemeint war, ist ungewiss. Konrads Bruder Seifridus de Hagenau, der sich bereits Hagenauer nannte, wurde 27. Abt des Stiftes Melk: ''"Aus einer angesehenen, im V.O.W.W. (Viertel Ober-Wienerwald) begüterten, uralt adeligen Familie, ward Seifried im Jahre [[1378]] einhellig zum Abte gewählt, stand aber in dieser Würde nur durch drei Jahre, denn er starb schon im Jahre [[1382]]"'' (Freiherr v. Schweickhardt). In einer St. Pöltner Urkunde von [[1374]] verkaufte "Friedrich der Hagenauer" dem Stifte seinen Hof zu Anger in der Pfarre Böheimkirchen und noch andere Güter und Gülten. In einer anderen St. Pöltner Urkunde aus dem Jahr 1374 werden die drei "Brüder Hanns, Jacob und Stephan die Hagenauer" als Zeugen genannt. "Stefan der Hagenauer" (ein weiterer Bruder des Abtes von Melk) war [[1394]] Burggraf zu Perchtoldsdorf. Der "ehrbare Ritter Hans Hagenauer" siegelte und bezeugte [[1428]] einen Vermächtnisbrief des Herbot von Auersperg (dieser Name sollte im [[18. Jahrhundert|18. Jh.]] bei der Familie wieder eine Rolle spielen). Der "Edle Georg Hagenauer" ([[1439]] melkerische Urkunde) und jener Ritter Hans Hagenauer waren (laut F. Wissgrill) die Letzten der niederösterreichischen Linie, die in Urkunden genannt wurden. Jedoch scheint noch [[1446]] Albrecht der Hagenauer (Albrechten der Hagnauer) in einer Urkunde bezüglich seines Bleibe-Rechts im Burgfried in Wien auf. In diesem an den Bürgermeister, Richter und Rath zu Wien gerichteten Brief (Wiener-Neustädter Urkunde), von König Friedrich IV. (dem späteren Kaiser Friedrich III.) unterzeichnet, werden auch Albrechts Frau und Kinder erwähnt. Da seine Kinder in keinen späteren Urkunden mehr auftauchen, scheint mit den Kindern von Albrecht dem Hagenauer auch die Böheimkirchner Linie ausgestorben zu sein. | + | Die niederösterreichische Linie wurde 1098 in Außerkasten bei Böheimkirchen von Hartwigs Sohn Reimprecht von Hagenau begründet. Der aus Freising stammende Domvogt von Passau Reimprecht von Hagenau errichtete dort seinen Stammsitz und erwarb mehrere Güter. Die Urkunden über den Böheimkirchner Zweig der Hagenauer im 13. und 14. Jahrhunderts sind eher dürftig. Wie bereits erwähnt, standen die Herren von Hagenau im [[13. Jahrhundert]] noch auf der gleichen Stufe mit den Reichsministerialen und gingen im [[14. Jahrhundert]] in der Ministerialität unter. Die Hagenauer siegelten nun in Urkunden als Stifter oder Zeugen, in denen sie als Verwalter im Range eines Burggrafen, als Ritter, Nobile, Edle oder Herren genannt wurden. In einer Klosterneuburger Urkunde vom [[23. April]] [[1314]] verkaufte Chunrat Hagenauer (Hagnower) zwei Lehen zu Albrechtsdorf an das Stift. [[1322]] verkauften wieder jener ''"Chunrat der Hagenauer von Rezzing, Margret seine Hausfrau u. Chunrat deren Sohn an Offen von Ozberch u. dessen Hausfrau Gertraud ihr rechtes Eigen, 9 Schilling Pfg. Gült auf den Hof datz dem Dürrenhag"'' (Archiv Starhemberg), welches bei dem Burg Hagenau in Außerkasten lag. Ob mit Rezzing das 70 km nördliche Retz gemeint war, ist ungewiss. Konrads Bruder Seifridus de Hagenau, der sich bereits Hagenauer nannte, wurde 27. Abt des Stiftes Melk: ''"Aus einer angesehenen, im V.O.W.W. (Viertel Ober-Wienerwald) begüterten, uralt adeligen Familie, ward Seifried im Jahre [[1378]] einhellig zum Abte gewählt, stand aber in dieser Würde nur durch drei Jahre, denn er starb schon im Jahre [[1382]]"'' (Freiherr v. Schweickhardt). In einer St. Pöltner Urkunde von [[1374]] verkaufte "Friedrich der Hagenauer" dem Stifte seinen Hof zu Anger in der Pfarre Böheimkirchen und noch andere Güter und Gülten. In einer anderen St. Pöltner Urkunde aus dem Jahr 1374 werden die drei "Brüder Hanns, Jacob und Stephan die Hagenauer" als Zeugen genannt. "Stefan der Hagenauer" (ein weiterer Bruder des Abtes von Melk) war [[1394]] Burggraf zu Perchtoldsdorf. Der "ehrbare Ritter Hans Hagenauer" siegelte und bezeugte [[1428]] einen Vermächtnisbrief des Herbot von Auersperg (dieser Name sollte im [[18. Jahrhundert|18. Jh.]] bei der Familie wieder eine Rolle spielen). Der "Edle Georg Hagenauer" ([[1439]] melkerische Urkunde) und jener Ritter Hans Hagenauer waren (laut F. Wissgrill) die Letzten der niederösterreichischen Linie, die in Urkunden genannt wurden. Jedoch scheint noch [[1446]] Albrecht der Hagenauer (Albrechten der Hagnauer) in einer Urkunde bezüglich seines Bleibe-Rechts im Burgfried in Wien auf. In diesem an den Bürgermeister, Richter und Rath zu Wien gerichteten Brief (Wiener-Neustädter Urkunde), von König Friedrich IV. (dem späteren Kaiser Friedrich III.) unterzeichnet, werden auch Albrechts Frau und Kinder erwähnt. Da seine Kinder in keinen späteren Urkunden mehr auftauchen, scheint mit den Kindern von Albrecht dem Hagenauer auch die Böheimkirchner Linie ausgestorben zu sein. |