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Textersetzung - „Archiv der Stadt Salzburg“ durch „Stadtarchiv Salzburg“
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Es war reine Habgier, die Eduard Rambousek antrieb. Sieben Millionen Kronen hat der einflussreiche Präsidialchef der Salzburger Landesregierung bis zum Kriegsende 1918 unterschlagen. Bereits seit 1913 hatte er regelmäßig und zunehmend höhere Geldbeträge veruntreut. Diese stammten großteils aus Flüchtlings- und Notstandsgeldern. Daneben wirkt der jüngste [[Finanzskandal 2012 in der Finanz- und Vermögensverwaltung des Landes|Salzburger Finanzskandal]] fast wie ein [[Salzburger Marionettentheater|Marionettentheater]]. Ermöglicht hatten den Korruptionsfall kriminelle Energie und Machtfülle.  
 
Es war reine Habgier, die Eduard Rambousek antrieb. Sieben Millionen Kronen hat der einflussreiche Präsidialchef der Salzburger Landesregierung bis zum Kriegsende 1918 unterschlagen. Bereits seit 1913 hatte er regelmäßig und zunehmend höhere Geldbeträge veruntreut. Diese stammten großteils aus Flüchtlings- und Notstandsgeldern. Daneben wirkt der jüngste [[Finanzskandal 2012 in der Finanz- und Vermögensverwaltung des Landes|Salzburger Finanzskandal]] fast wie ein [[Salzburger Marionettentheater|Marionettentheater]]. Ermöglicht hatten den Korruptionsfall kriminelle Energie und Machtfülle.  
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Rambousek war Sohn jenes Stabsarztes, der den Thronfolger [[Franz Ferdinand]] wegen seines Lungenleidens in Budweis behandelte. Er galt als enger Vertrauensmann des Erzherzogs. Diese Tatsache gab dem Salzburger Präsidialchef und ranghöchsten Beamten des Kronlandes ein bedeutsames Profil. „''Dr. Eduard Rambousek war ein einflussreicher Mann, auch deshalb, weil er viele beteilte''“, schreibt der Historiker vom [[Archiv der Stadt Salzburg|Salzburger Stadtarchiv]], [[Thomas Weidenholzer]], im aktuellen Sammelband „[[Salzburg im Ersten Weltkrieg]]“. So soll Salzburgs [[Bürgermeister der Stadt Salzburg|Bürgermeister]] [[Max Ott]] regelmäßig Lebensmittel bekommen haben.  
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Rambousek war Sohn jenes Stabsarztes, der den Thronfolger [[Franz Ferdinand]] wegen seines Lungenleidens in Budweis behandelte. Er galt als enger Vertrauensmann des Erzherzogs. Diese Tatsache gab dem Salzburger Präsidialchef und ranghöchsten Beamten des Kronlandes ein bedeutsames Profil. „''Dr. Eduard Rambousek war ein einflussreicher Mann, auch deshalb, weil er viele beteilte''“, schreibt der Historiker vom [[Stadtarchiv Salzburg|Salzburger Stadtarchiv]], [[Thomas Weidenholzer]], im aktuellen Sammelband „[[Salzburg im Ersten Weltkrieg]]“. So soll Salzburgs [[Bürgermeister der Stadt Salzburg|Bürgermeister]] [[Max Ott]] regelmäßig Lebensmittel bekommen haben.  
    
Rambousek, geboren 1873 in Prag, war seit 1896 im Staatsdienst und seit [[1907]] bei der Salzburger Landesregierung tätig. Seine Fähigkeiten verhalfen ihm zu einem schnellen Aufstieg. Seine Beziehungen zu höchstgestellten Persönlichkeiten trugen das Ihre dazu bei. Mit Kriegsausbruch leitete er nicht nur das [[Präsidialbüro der Salzburger Landesregierung]]. Rambousek führte auch das gesamte Militärreferat und hatte die Agenden der Staatspolizei über. Ihm unterstanden die Kriegsanleihepropaganda, die Hilfs- und Notstandsaktionen und die Flüchtlingsfürsorge. Aus Letzterer lukrierte Rambousek Gelder für die landeseigenen Wirtschaftsbetriebe. Diese arbeiteten auf seine Anweisung auf Gewinn. „''Um möglichst große Umsätze zu erzielen, wurden Lebensmittel für das [[Lager Niederalm|Flüchtlingslager]] in [[Niederalm]] angekauft, die dort gar nicht mehr benötigt wurden''“, stellt Weidenholzer fest. Diese Lebensmittel wurden profitabel weiterverkauft, die Gewinne landeten auf einem eigenen Konto, das nach Angaben Rambouseks die Grundlage eines Invalidenfonds bilden sollte. In Wirklichkeit finanzierte sich der Regierungsrat aus den illegalen Geschäften ein Leben in Luxus, während Salzburgs Bevölkerung hungerte. So wurden 32 Waggons Kartoffelwalzgrieß nach Wien verkauft, der dringend als Mehlersatz benötigt worden wäre.
 
Rambousek, geboren 1873 in Prag, war seit 1896 im Staatsdienst und seit [[1907]] bei der Salzburger Landesregierung tätig. Seine Fähigkeiten verhalfen ihm zu einem schnellen Aufstieg. Seine Beziehungen zu höchstgestellten Persönlichkeiten trugen das Ihre dazu bei. Mit Kriegsausbruch leitete er nicht nur das [[Präsidialbüro der Salzburger Landesregierung]]. Rambousek führte auch das gesamte Militärreferat und hatte die Agenden der Staatspolizei über. Ihm unterstanden die Kriegsanleihepropaganda, die Hilfs- und Notstandsaktionen und die Flüchtlingsfürsorge. Aus Letzterer lukrierte Rambousek Gelder für die landeseigenen Wirtschaftsbetriebe. Diese arbeiteten auf seine Anweisung auf Gewinn. „''Um möglichst große Umsätze zu erzielen, wurden Lebensmittel für das [[Lager Niederalm|Flüchtlingslager]] in [[Niederalm]] angekauft, die dort gar nicht mehr benötigt wurden''“, stellt Weidenholzer fest. Diese Lebensmittel wurden profitabel weiterverkauft, die Gewinne landeten auf einem eigenen Konto, das nach Angaben Rambouseks die Grundlage eines Invalidenfonds bilden sollte. In Wirklichkeit finanzierte sich der Regierungsrat aus den illegalen Geschäften ein Leben in Luxus, während Salzburgs Bevölkerung hungerte. So wurden 32 Waggons Kartoffelwalzgrieß nach Wien verkauft, der dringend als Mehlersatz benötigt worden wäre.

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