Änderungen

K
Textersetzung - „Archiv der Stadt Salzburg“ durch „Stadtarchiv Salzburg“
Zeile 4: Zeile 4:  
Fanny Heilmayr wusste sich in der Männerwelt zu bewegen. Als die verwitwete Mühlenbesitzerin [[1927]] den Fürsorgeausschuss vertrat, war sie keine Unbekannte mehr. Sie saß zu dieser Zeit schon seit fünf Jahren für die Großdeutsche Volkspartei im Salzburger Gemeinderat. Die Mandatarin hatte aber nicht nur auf der politischen Bühne von sich reden gemacht. Dass eine Frau einen Mühlenbetrieb leitete, gab es bisher nicht und ihr Faible für das damals noch revolutionäre Automobil brachte ihr zusätzlichen Respekt ein.
 
Fanny Heilmayr wusste sich in der Männerwelt zu bewegen. Als die verwitwete Mühlenbesitzerin [[1927]] den Fürsorgeausschuss vertrat, war sie keine Unbekannte mehr. Sie saß zu dieser Zeit schon seit fünf Jahren für die Großdeutsche Volkspartei im Salzburger Gemeinderat. Die Mandatarin hatte aber nicht nur auf der politischen Bühne von sich reden gemacht. Dass eine Frau einen Mühlenbetrieb leitete, gab es bisher nicht und ihr Faible für das damals noch revolutionäre Automobil brachte ihr zusätzlichen Respekt ein.
   −
Franziska Heilmayr wurde am am 8. April 1880 als Tochter des umtriebigen Lokalpolitikers und Gemeinderats [[Karl Brunner]] geboren und lernte früh das glatte politische Parkett kennen. „Das politische Engagement hat sie sicher vom Vater vorgelebt bekommen“, sagt die Historikerin [[Sabine Veits-Falk]] vom [[Archiv der Stadt Salzburg|Salzburger Stadtarchiv]]. Sie hat die Biografie der streitbaren Gemeinderätin aufgearbeitet. 1900 heiratete Fanny Heilmayr schließlich den Mühlenmitbesitzer [[Franz Josef Heilmayr]]. Dieser führte gemeinsam mit seinem Bruder Anton den ansehnlichen Mühlenbetrieb im [[Salzachgässchen]] und im [[Bärengässchen]]. Ein Jahr später kam ihr Sohn Robert auf die Welt. Das Schicksal meinte es gut mit ihr. Doch 1916 wandelte es sich. Ihr Mann Franz Josef starb plötzlich, und die 36-Jährige stand allein da. Mitten im [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]], die [[Russland|russische Sommeroffensive]] gegen die [[Reich#k._k.|k. k.]] Armee hatte gerade begonnen, übernahm sie ihren Familienanteil an der Mühle. Unter schwierigen Umständen führte sie diesen weiter und erweiterte den Betrieb. 1917 wurde ihr und ihrer Schwägerin Kathi der Einbau einer Turbine genehmigt.
+
Franziska Heilmayr wurde am am 8. April 1880 als Tochter des umtriebigen Lokalpolitikers und Gemeinderats [[Karl Brunner]] geboren und lernte früh das glatte politische Parkett kennen. „Das politische Engagement hat sie sicher vom Vater vorgelebt bekommen“, sagt die Historikerin [[Sabine Veits-Falk]] vom [[Stadtarchiv Salzburg|Salzburger Stadtarchiv]]. Sie hat die Biografie der streitbaren Gemeinderätin aufgearbeitet. 1900 heiratete Fanny Heilmayr schließlich den Mühlenmitbesitzer [[Franz Josef Heilmayr]]. Dieser führte gemeinsam mit seinem Bruder Anton den ansehnlichen Mühlenbetrieb im [[Salzachgässchen]] und im [[Bärengässchen]]. Ein Jahr später kam ihr Sohn Robert auf die Welt. Das Schicksal meinte es gut mit ihr. Doch 1916 wandelte es sich. Ihr Mann Franz Josef starb plötzlich, und die 36-Jährige stand allein da. Mitten im [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]], die [[Russland|russische Sommeroffensive]] gegen die [[Reich#k._k.|k. k.]] Armee hatte gerade begonnen, übernahm sie ihren Familienanteil an der Mühle. Unter schwierigen Umständen führte sie diesen weiter und erweiterte den Betrieb. 1917 wurde ihr und ihrer Schwägerin Kathi der Einbau einer Turbine genehmigt.
    
Doch Heilmayr soll nicht nur eine geschäftstüchtige Unternehmerin gewesen sein, sie hatte auch eine soziale Ader. Das zeigt nicht nur der Umstand, dass sie Taufpatin von zehn Kindern war und damit deren materielle Zukunft absicherte. Heilmayr half auch der Hunger leidenden Bevölkerung. Die Salzburger Beamtentochter und Patenkind Hella Hoffmann erinnert sich in einem Interview daran. „Sie hat uns hie und da mehr Mehl gegeben.“
 
Doch Heilmayr soll nicht nur eine geschäftstüchtige Unternehmerin gewesen sein, sie hatte auch eine soziale Ader. Das zeigt nicht nur der Umstand, dass sie Taufpatin von zehn Kindern war und damit deren materielle Zukunft absicherte. Heilmayr half auch der Hunger leidenden Bevölkerung. Die Salzburger Beamtentochter und Patenkind Hella Hoffmann erinnert sich in einem Interview daran. „Sie hat uns hie und da mehr Mehl gegeben.“