Salzburg (Bundesland): Unterschied zwischen den Versionen

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[[Bild:Www.bischofshofen.jpg|thumb|350px|Bundesland Salzburg und seine angrenzenden Nachbarn]]
[[Bild:Www.bischofshofen.jpg|thumb|350px|Bundesland Salzburg und seine angrenzenden Nachbarn]]
Das Bundesland '''Salzburg''', ist eines der neun Bundesländer Österreichs. Das war nicht immer so. Denn es hatte bis [[1815]] eine ganz eigene Stellung als selbständiges Fürstentum im Staatsverband des "Heiligen Römischen Reiches".  
Das Bundesland '''Salzburg''', ist eines der neun Bundesländer Österreichs.  


== Geografie ==
== Geografie ==
Die Fläche von Salzburg beträgt 7154,23 km² (das sind 8,5 % von Österreich) mit einer über 174 km langen Grenze zu benachbarten Staaten, die es zum allergrößten mit der Bundesrepublik Deutschland ([[Bayern]]) und zu einem kleinen Teil mit Italien ([[Südtirol]]) im [[Oberpinzgau]] teilt. Im Norden und Nordosten grenzt Salzburg an [[Oberösterreich]], im Osten an die [[Steiermark]], im Süden an [[Kärnten]] und [[Osttirol]] und im Westen an [[Nordtirol]].
 
Die Fläche von Salzburg beträgt 7.156,03 km² (das sind 8,5 % der Fläche Österreichs) mit einer über 174 km langen Grenze zu benachbarten Staaten, die es zum allergrößten mit der Bundesrepublik Deutschland ([[Bayern]]) und zu einem kleinen Teil mit Italien ([[Südtirol]]) im [[Oberpinzgau]] teilt. Im Norden und Nordosten grenzt Salzburg an [[Oberösterreich]], im Osten an die [[Steiermark]], im Süden an [[Kärnten]] und [[Osttirol]] und im Westen an [[Nordtirol]].


Im Bundesland leben 518.587 Einwohner (das sind 6,4 % der österreichischen Bevölkerung), das einer Bevölkerungsdichte von 72 Einwohner pro Quadratkilometer entspricht (99 Einwohner/qkm). In der [[Salzburg|Stadt Salzburg]] leben 144.817 Bewohner und sie ist damit die viertgrößte Stadt Österreichs.
Im Bundesland leben (Anfang 2009) 530.359 Einwohner (das sind 6,3 % der österreichischen Bevölkerung), was einer Bevölkerungsdichte von 72 Einwohnern pro Quadratkilometer entspricht.  
 
In der [[Salzburg|Landeshauptstadt Salzburg]] leben (Anfang 2009) 149.108 Einwohner; sie ist damit die viertgrößte Stadt Österreichs.


== Verwaltung ==
== Verwaltung ==
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== Geschichte ==
== Geschichte ==
: ''Hauptartikel: [[Geschichte des Landes]]''
: ''Hauptartikel: [[Geschichte des Landes]]''
[[Bild:Stift_nonnberg_1.jpg|thumb|300px|Das [[Stift Nonnberg]]]]Die Geschichte der Besiedlung Salzburgs reicht bis in die vorgeschichtliche Zeit. Von den [[Kelten]] stammt der älteste Name der Stadt: [[Iuvavum]]. Unter den Römern war Iuvavum ein Verwaltungsbezirk innerhalb der Provinz 'Noricum'. Seit dem [[6. Jahrhundert]] gehörte das Gebiet des Landes Salzburg unter den Fürsterzbischöfen (noch ohne dem [[Lungau]]) zum Herzogtum Baiern. Die Gründung des [[Erzstift St. Peter|Erzstifts St. Peter]] [[696]] und des [[Stift Nonnberg|Benediktiner Frauenklosters auf dem Nonnberg]] [[713]] bildete für den [[Rupert von Worms|hl. Rupert]], dem Landespatron von Salzburg, die Grundlage für ein Bistum ([[739]]) und später [[Erzbistum (Überblick)|Erzbistum]] [[798]]. Dieses umfasste nahezu den gesamten altbayerisch Raum (Teile links der [[Salzach]]), auch als "[[Rupertiwinkl]]" bezeichnet, sowie das [[Innviertel]]).
[[Bild:Stift_nonnberg_1.jpg|thumb|300px|Das [[Stift Nonnberg]]]]Die Geschichte der Besiedlung Salzburgs reicht bis in die vorgeschichtliche Zeit. Von den [[Kelten]] stammt der älteste Name der Stadt: [[Iuvavum]]. Unter den Römern war Iuvavum ein Verwaltungsbezirk innerhalb der Provinz 'Noricum'. Seit dem [[6. Jahrhundert]] gehörte das Gebiet des Landes Salzburg, noch ohne den [[Lungau]], zum Herzogtum Baiern. Die Gründung des [[Erzstift St. Peter|Erzstifts St. Peter]] [[696]] und des [[Stift Nonnberg|Benediktiner Frauenklosters auf dem Nonnberg]] [[713]] bildete für den [[Rupert von Worms|hl. Rupert]], den Landespatron von Salzburg, die Grundlage für ein Bistum ([[739]]), das [[798]] zum [[Erzbistum (Überblick)|Erzbistum]] erhoben wurde. Dieses umfasste nahezu den gesamten altbayerischen Raum (Teile links der [[Salzach]]), auch als "[[Rupertiwinkl]]" bezeichnet, sowie das [[Innviertel]]).
 
Erzbischof [[Eberhard II. von Regensburg]], einem entschiedenen Parteigänger der Staufer, gelang es [[1200]] bis [[1246]], aus Grafschaften, Gerichtsbezirken und Vogteien ein geschlossenes erzbischöfliches Herrschaftsgebiet aufzubauen. Mit der Anerkennung der Grenzen durch den Bayernherzog im Jahre [[1275]] begann die letzte Phase der Ablösung Salzburgs vom Herzogtum Baiern. [[1328]] wurde Salzburg durch die Erlassung einer eigenen Landesordnung zum weitgehend selbständigen Staat innerhalb des "Heiligen Römischen Reiches".  


Erzbischof [[Eberhard II. von Regensburg]], einem entschiedenen Parteigänger der Staufer, gelang es [[1200]] bis [[1246]] aus Grafschaften, Gerichtsbezirken und Vogteien ein geschlossenes erzbischöfliches Herrschaftsgebiet aufzubauen. Mit der Anerkennung der Grenzen durch den Bayernherzog im Jahre [[1275]] begann die letzte Phase der Ablösung Salzburgs von Bayern. [[1328]] wurde Salzburg durch die Erlassung einer eigenen Landesordnung zum weitgehend selbständigen Staat innerhalb des "Heiligen Römischen Reiches".  
Das Fürsterzbistum erhielt auch eine große strategische Bedeutung als "Staat" zwischen Bayern und den Habsburgischen Landen. Der geschickten Diplomatie vieler [[Salzburger Erzbischöfe|Erzbischöfe]] ist es zu verdanken, dass Salzburg im Laufe der Jahrhunderte kaum von Kriegen oder Plünderungen heimgesucht wurde. Auch zählten etliche Fürsterzbischöfe zu engen Beratern deutscher Kaiser.  


Das Fürsterzbistum erhielt auch eine große strategische Bedeutung als "Staat" zwischen Bayern und den Habsburger Landen. Der geschickten Diplomatie vieler [[Salzburger Erzbischöfe|Erzbischöfe]] ist es zu verdanken, dass Salzburg im Laufe der Jahrhunderte kaum von Kriegen oder Plünderungen heim gesucht wurde. Auch zählten etliche Fürsterzbischöfe zu engen Beratern deutscher Kaiser. Den Reichtum des Fürsterzbistum bildeten vor allem zwei Rohstoffe im Land: das [[Salzbergbau|Salz]] und der damit zusammenhängende [[Salzachschifffahrt|Salzhandel]], sowie der  [[Goldbergbau|Goldabbau]] im [[Gasteiner Tal]] und im Zillertal, das bis [[1803]] zum [[Erzbistum (Überblick)|Erzbistum]] Salzburg gehörte. Die Abbaumengen waren damals die größten in ganz Mitteleuropa.
Den Reichtum des Fürsterzbistum bildeten vor allem zwei Rohstoffe im Land: das [[Salzbergbau|Salz]] und der damit zusammenhängende [[Salzachschifffahrt|Salzhandel]], sowie der  [[Goldbergbau|Goldabbau]] im [[Gasteiner Tal]] und im Zillertal, das bis [[1803]] zum [[Erzbistum (Überblick)|Erzbistum]] Salzburg gehörte. Die Abbaumengen waren damals die größten in ganz Mitteleuropa.


[[1462]] und [[1525]]/[[1526|26]] kam es zu [[Vor und nach den Bauernkriegen (Überblick)|Bauernaufständen]]. In diese Zeit fällt auch die Legendenbildung vom "[[Salzburger Stierwascher]]".
[[1462]] und [[1525]]/[[1526|26]] kam es zu [[Vor und nach den Bauernkriegen (Überblick)|Bauernaufständen]]. In diese Zeit fällt auch die Legendenbildung vom "[[Salzburger Stierwascher]]".


Unter Fürsterzbischof [[Leopold Anton Freiherr von Firmian ]] erlebte Salzburg eines seiner dunkelsten geschichtlichen Kapitel:  [[1731]]/[[1732|32]] die Auswanderung von rund 20.000 Protestanten ("[[Protestantenvertreibung|Salzburger Exulanten]]").
Unter Fürsterzbischof [[Leopold Anton Freiherr von Firmian]] erlebte Salzburg eines seiner dunkelsten geschichtlichen Kapitel:  [[1731]]/[[1732|32]] die Landesverweisung von rund 20.000 Protestanten ("[[Protestantenvertreibung|Salzburger Exulanten]]").


[[1803]] kam das Fürstentum als säkularisiertes Kurfürstentum an den Großherzog [[Ferdinand III.]] von Toskana, [[1805]] (der in der [[Alte Residenz|alten Residenz]] einen Flügel für einige Jahre bewohnte, heute Teil der [[Universität Salzburg]] - der [[Toskanatrakt]]) mit Berchtesgaden zu Österreich. [[1810]] wurde Salzburg Bayern zugesprochen und schließlich [[1816]] (nach dem Wiener Kongress) wurde es ohne [[Berchtesgaden]] und dem [[Rupertiwinkl]] endgültig Teil von Österreich, [[1849]] wurde es [[Kaiserliches Kronland (Überblick)|kaiserliches Kronland]], [[1920]] nach der Neugestaltung von Österreich zu einem Bundesland.  
[[1803]] kam das Fürstentum als säkularisiertes Kurfürstentum an den Großherzog [[Ferdinand III.]] von Toskana, [[1805]] (der in der [[Alte Residenz|alten Residenz]] einen Flügel für einige Jahre bewohnte, heute Teil der [[Universität Salzburg]] - der [[Toskanatrakt]]) mit Berchtesgaden zu Österreich. [[1810]] wurde Salzburg Bayern zugesprochen und schließlich [[1816]] (nach dem Wiener Kongress) wurde es ohne [[Berchtesgaden]] und den [[Rupertiwinkl]] endgültig Teil von Österreich, [[1849]] wurde es [[Kaiserliches Kronland (Überblick)|kaiserliches Kronland]], [[1920]] nach der Neugestaltung von Österreich zu einem Bundesland.  


Das kirchliche [[Erzbistum (Überblick)|Erzbistum]] selbst wurde [[1807]] auf das Gebiet des Landes Salzburg und das östliche Nordtirol beschränkt und in diesem Umfang [[1818]] und [[1825]] neu organisiert.
Das kirchliche [[Erzbistum (Überblick)|Erzbistum]] selbst wurde [[1807]] auf das Gebiet des Landes Salzburg und das östliche Nordtirol beschränkt und in diesem Umfang [[1818]] und [[1825]] neu organisiert.