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| | [[Datei:Bäuerliche Schnitzerei, St. Leonhard auf Wacholderstrauch Tamsweg um 1425.jpg|mini|St. Leonhard, 1421 auf dem Wacholderstrauch aufgefunden]] | | [[Datei:Bäuerliche Schnitzerei, St. Leonhard auf Wacholderstrauch Tamsweg um 1425.jpg|mini|St. Leonhard, 1421 auf dem Wacholderstrauch aufgefunden]] |
| | [[Datei:Apostelmühle 1434 gestifte von Konrad Heltzler St. Leonhard ob Tamsweg.jpg|mini|''Goldenes Fenster'': „Apostelmühle“, 1434 von Konrad Heltzler gestiftet]] | | [[Datei:Apostelmühle 1434 gestifte von Konrad Heltzler St. Leonhard ob Tamsweg.jpg|mini|''Goldenes Fenster'': „Apostelmühle“, 1434 von Konrad Heltzler gestiftet]] |
| − | [[Datei:Wallfahrtskirche St. Leonhard bei Tamsweg, Blick von der Empore in das Kircheninnere.jpg|thumb|Wallfahrtskirche St. Leonhard bei Tamsweg, Blick von der Empore in das Kircheninnere]] | + | [[Datei:Wallfahrtskirche St. Leonhard bei Tamsweg, Blick von der Empore in das Kircheninnere.jpg|thumb|Wallfahrtskirche St. Leonhard bei Tamsweg, Blick von der Empore in das Kircheninnere]] |
| | [[Datei:Johann Dummel 1837 St. Leonhard ob Tamsweg.jpg|mini|Johann Dummel-Orgel]] | | [[Datei:Johann Dummel 1837 St. Leonhard ob Tamsweg.jpg|mini|Johann Dummel-Orgel]] |
| | [[Datei:Kirchenempore von St. Leonhard.jpg|thumb|Kirchenempore von St. Leonhard]] | | [[Datei:Kirchenempore von St. Leonhard.jpg|thumb|Kirchenempore von St. Leonhard]] |
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| | == Allgemeines == | | == Allgemeines == |
| | Das Patroziniumsfest wird am [[6. November]], dem [[Leonharditag]], begangen, an dem an den hl. [[Leonhard von Limoges]] erinnert wird und der [[Tamsweger Leonhardiritt]] stattfindet. | | Das Patroziniumsfest wird am [[6. November]], dem [[Leonharditag]], begangen, an dem an den hl. [[Leonhard von Limoges]] erinnert wird und der [[Tamsweger Leonhardiritt]] stattfindet. |
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| − | Die in mehreren Bauetappen von 2007 bis 2012 aufwändig renovierte Kirche wird von der Mesnerin [[Marianne Resch]] betreut.
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| | == Geschichte == | | == Geschichte == |
| | === Legende und Wallfahrt === | | === Legende und Wallfahrt === |
| − | [[1421]] setzte mit dem Verschwinden und einer wundersamen Wiederfindung einer Leonhardsfigur am Fuße des [[Schwarzenberg (Tamsweg)|Schwarzenberg]]es bei [[Tamsweg]] eine Wallfahrtsbewegung ein. Diese Figur war drei Mal aus der [[Pfarrkirche Tamsweg]] auf den Schwarzenberg an dieselbe Stelle ''am Bühel'' ‚zurückgekehrt‘, wo sie ''auf einem [[Wacholderstrauch]] zwischen zwei [[Lärche]]n gefunden wurde, womit der „heilige Ort“ angezeigt'' war<ref>Assmann, Dieter: ''Wallfahrten in der Erzdiözese Salzburg – ein volkskundlicher Überblick'', in: ''Salzburgs Wallfahrten in Kult und Brauch'', hg. von [[Johannes Neuhardt]], Salzburg 1986, S. 23.</ref> Sie führte Anfangs zum Bau der Kapelle. Die Einnahmen aus dem Zustrom an Wallfahrern ermöglichte später den Bau eines gotischen Bauwerks, das am [[20. September]] [[1433]] von [[Bischöfe von Chiemsee|Bischof Johann Ebser von Chiemsee]] geweiht wurde. | + | [[1421]] setzte mit dem Verschwinden und einer wundersamen Wiederfindung einer Leonhardsfigur am Fuße des [[Schwarzenberg (Tamsweg)|Schwarzenberg]]es bei [[Tamsweg]] eine Wallfahrtsbewegung ein. Diese Figur war drei Mal aus der [[Pfarrkirche Tamsweg]] auf den Schwarzenberg an dieselbe Stelle ''am Bühel'' ‚zurückgekehrt‘, wo sie ''auf einem [[Wacholderstrauch]] zwischen zwei [[Lärche]]n gefunden wurde, womit der „heilige Ort“ angezeigt'' war<ref>Assmann, Dieter: ''Wallfahrten in der Erzdiözese Salzburg – ein volkskundlicher Überblick'', in: ''Salzburgs Wallfahrten in Kult und Brauch'', hg. von [[Johannes Neuhardt]], Salzburg 1986, S. 23.</ref> Sie führte Anfangs zum Bau der Kapelle. Die Einnahmen aus dem Zustrom an Wallfahrern ermöglichte später den Bau eines gotischen Bauwerks, das am [[20. September]] [[1433]] von [[Bischöfe von Chiemsee|Bischof Johann Ebser von Chiemsee]] geweiht wurde. |
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| | === Baugeschichte === | | === Baugeschichte === |
| − | Sie wurde ab [[1430]] von Baumeister [[Peter Harperger]] aus der [[Altstadt|Stadt Salzburg]] erbaut und ist eine der wenigen rein [[Gotik|gotischen]] Sakralbauten im [[Bundesland Salzburg|Land Salzburg]]. Aus Angst vor den beginnenden Türkeneinfällen in der zweiten Hälfte des [[15. Jahrhundert]]s erhielt die Kirche zudem eine Befestigungsmauer. | + | Sie wurde ab [[1430]] von Baumeister [[Peter Harperger]] aus der [[Altstadt|Stadt Salzburg]] erbaut und ist eine der wenigen rein [[Gotik|gotischen]] Sakralbauten im [[Bundesland Salzburg|Land Salzburg]]. Aus Angst vor den beginnenden Türkeneinfällen in der zweiten Hälfte des [[15. Jahrhundert]]s erhielt die Kirche zudem eine Befestigungsmauer. |
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| | In 17 von 19 Fenstern sind gotische Glasmalereien zu sehen,<ref>Beate Rukschcio: ''Die Glasgemälde der St. Leonhardskirche ob Tamsweg'', in: ''550 Jahre St. Leonhard 1433–1983 - Tamsweg'', hg. von Georg Neureiter, (2. Auflage Tamsweg 1987), S. 87.</ref> die aus verschiedenen Teilen Österreichs stammen. Das so genannte „Goldene Fenster“, ursprünglich mittig im Chorabschluss, seit 1912 seitlich im Chor eingebaut<ref>''Restauration der Filialkirche St. Leonhard 1909–1913''; AES: ''Kasten 9, Fach 56'', Faszikel 12.</ref>, hatte um 1440 [[Erzbischof]] [[Johann II. von Reisberg]] gestiftet, in einer der Glasscheiben ist sein Porträt zu erkennen<ref>Johannes Neuhardt: ''Wallfahrten im Erzbistum Salzburg'', München und Zürich 1982, S. 113.</ref>. | | In 17 von 19 Fenstern sind gotische Glasmalereien zu sehen,<ref>Beate Rukschcio: ''Die Glasgemälde der St. Leonhardskirche ob Tamsweg'', in: ''550 Jahre St. Leonhard 1433–1983 - Tamsweg'', hg. von Georg Neureiter, (2. Auflage Tamsweg 1987), S. 87.</ref> die aus verschiedenen Teilen Österreichs stammen. Das so genannte „Goldene Fenster“, ursprünglich mittig im Chorabschluss, seit 1912 seitlich im Chor eingebaut<ref>''Restauration der Filialkirche St. Leonhard 1909–1913''; AES: ''Kasten 9, Fach 56'', Faszikel 12.</ref>, hatte um 1440 [[Erzbischof]] [[Johann II. von Reisberg]] gestiftet, in einer der Glasscheiben ist sein Porträt zu erkennen<ref>Johannes Neuhardt: ''Wallfahrten im Erzbistum Salzburg'', München und Zürich 1982, S. 113.</ref>. |
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| | Im Lungau waren die Lehren Martin Luthers früh verbreitet gewesen, erste Hinweise datieren aus dem Jahre [[1534]]. In späterer Folge übernahm daher [[1633]] der [[Kapuzinerorden]] die Seelsorge im Lungau, um die Bevölkerung dauerhaft zu rekatholisieren<ref>[[Valentin Hatheyer|Hatheyer, Valentin]]: ''Festschrift 1433 – 1933'', 500 Jahre Wallfahrtskirche St. Leonhard ob Tamsweg, Tamsweg 1933, S. 29</ref>. Die Kapuziner wollten offenbar einer wesentlichen Forderung des [[Südtirol#Trient|Trient]]er Konzils, nämlich die einer sinnfälligen Anbetung des Herrn im Sakrament, nachkommen. Dabei sollte die ''siegreiche Wahrheit einen solchen Triumph über Lüge und Häresie feiern, daß ihre Gegner, in dem Anblick eines so großen Glanzes und in eine so große Freude der gesamten Kirche versetzt, entweder entkräftet und gebrochen dahinschwinden oder von Scham erfüllt und verwirrt irgendwann einmal wieder zur Einsicht kommen''<ref>Konzil von Trient: ''Dekret über das Sakrament der Eucharistie''. Zitat nach: Denzinger, Heinrich: ''Kompendium der Glaubensbekenntnisse in kirchlichen Lehrentscheidungen'', Nr. 1644, verbessert hg. von Peter Hünermann, 1991 (37. Auflage), S. 531. Zitat nach: [[Rupert Klieber|Klieber, Rupert]]: ''Bruderschaften und Liebesbünde nach Trient''. Ihr Totendienst, Zuspruch und Stellenwert im kirchlichen und gesellschaftlichen Leben am Beispiel Salzburg (1600 – 1950), Wien 1997, S. 82</ref>. Vermutlich in diesem Sinne kam es in der Folgezeit zu einer Umgestaltung des Inneren der Kirche, und damit einhergehend auch zu einer Änderung in der musikalischen Praxis in St. Leonhard: [[1676]] sorgten die dafür zuständigen Mitglieder des Kapuzinerordens dafür, dass die Orgel auf die Westempore übertragen wurde. ''Sie verlor dadurch ihren hervorgehobenen Standplatz am Triumphbogen, wo heute der nördliche Seitenaltar steht''<ref>Roman Matthias Schmeißner: ''Studien zum Orgelbau in Wallfahrtskirchen der [[Erzdiözese Salzburg]]'', Dissertation [[Universität Mozarteum]] Salzburg 2012, S. 344</ref>. Schon [[1659]] hatte der Tischler und Mesner Ulrich Seitlinger, der [[1626]] an der Vergrößerung der Orgel mitgewirkt hatte<ref>Hatheyer, Valentin: ''Festschrift 1433 – 1933''. 500 Jahre Wallfahrtskirche St. Leonhard ob Tamsweg, Tamsweg 1933, S. 29</ref> mit der Errichtung eines neuen Hochaltares begonnen<ref>ebenda, S. 9</ref>, dessen Entwurf von dem Salzburger Bildhauer [[Jakob Gerold]] stammt. Im Weiteren wurden [[1676]] am sogenannten Triumphbogen zwei Altäre aufgestellt<ref> AES: ''Kasten 9, Fach 57'', Faszikel 7 (Teil 2), betreffend Tamsweg/St. Leonhard (Moosham, 14. Jänner 1676)</ref>, deren Entwürfe von [[Georg Haim]] stammen und die von [[Jakob Seitlinger]] getischlert wurden.<ref>Hatheyer, Valentin: ''Festschrift 1433 – 1933''. 500 Jahre Wallfahrtskirche St. Leonhard ob Tamsweg, Tamsweg 1933, S. 10</ref>. | | Im Lungau waren die Lehren Martin Luthers früh verbreitet gewesen, erste Hinweise datieren aus dem Jahre [[1534]]. In späterer Folge übernahm daher [[1633]] der [[Kapuzinerorden]] die Seelsorge im Lungau, um die Bevölkerung dauerhaft zu rekatholisieren<ref>[[Valentin Hatheyer|Hatheyer, Valentin]]: ''Festschrift 1433 – 1933'', 500 Jahre Wallfahrtskirche St. Leonhard ob Tamsweg, Tamsweg 1933, S. 29</ref>. Die Kapuziner wollten offenbar einer wesentlichen Forderung des [[Südtirol#Trient|Trient]]er Konzils, nämlich die einer sinnfälligen Anbetung des Herrn im Sakrament, nachkommen. Dabei sollte die ''siegreiche Wahrheit einen solchen Triumph über Lüge und Häresie feiern, daß ihre Gegner, in dem Anblick eines so großen Glanzes und in eine so große Freude der gesamten Kirche versetzt, entweder entkräftet und gebrochen dahinschwinden oder von Scham erfüllt und verwirrt irgendwann einmal wieder zur Einsicht kommen''<ref>Konzil von Trient: ''Dekret über das Sakrament der Eucharistie''. Zitat nach: Denzinger, Heinrich: ''Kompendium der Glaubensbekenntnisse in kirchlichen Lehrentscheidungen'', Nr. 1644, verbessert hg. von Peter Hünermann, 1991 (37. Auflage), S. 531. Zitat nach: [[Rupert Klieber|Klieber, Rupert]]: ''Bruderschaften und Liebesbünde nach Trient''. Ihr Totendienst, Zuspruch und Stellenwert im kirchlichen und gesellschaftlichen Leben am Beispiel Salzburg (1600 – 1950), Wien 1997, S. 82</ref>. Vermutlich in diesem Sinne kam es in der Folgezeit zu einer Umgestaltung des Inneren der Kirche, und damit einhergehend auch zu einer Änderung in der musikalischen Praxis in St. Leonhard: [[1676]] sorgten die dafür zuständigen Mitglieder des Kapuzinerordens dafür, dass die Orgel auf die Westempore übertragen wurde. ''Sie verlor dadurch ihren hervorgehobenen Standplatz am Triumphbogen, wo heute der nördliche Seitenaltar steht''<ref>Roman Matthias Schmeißner: ''Studien zum Orgelbau in Wallfahrtskirchen der [[Erzdiözese Salzburg]]'', Dissertation [[Universität Mozarteum]] Salzburg 2012, S. 344</ref>. Schon [[1659]] hatte der Tischler und Mesner Ulrich Seitlinger, der [[1626]] an der Vergrößerung der Orgel mitgewirkt hatte<ref>Hatheyer, Valentin: ''Festschrift 1433 – 1933''. 500 Jahre Wallfahrtskirche St. Leonhard ob Tamsweg, Tamsweg 1933, S. 29</ref> mit der Errichtung eines neuen Hochaltares begonnen<ref>ebenda, S. 9</ref>, dessen Entwurf von dem Salzburger Bildhauer [[Jakob Gerold]] stammt. Im Weiteren wurden [[1676]] am sogenannten Triumphbogen zwei Altäre aufgestellt<ref> AES: ''Kasten 9, Fach 57'', Faszikel 7 (Teil 2), betreffend Tamsweg/St. Leonhard (Moosham, 14. Jänner 1676)</ref>, deren Entwürfe von [[Georg Haim]] stammen und die von [[Jakob Seitlinger]] getischlert wurden.<ref>Hatheyer, Valentin: ''Festschrift 1433 – 1933''. 500 Jahre Wallfahrtskirche St. Leonhard ob Tamsweg, Tamsweg 1933, S. 10</ref>. |
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| | + | In mehreren Bauetappen wurde die Wallfahrtskirche von 2007 bis 2012 aufwändig renoviert. |
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| | + | == Personen == |
| | + | Der Maler [[Gregor Lederwasch I.]] und Begründer der Malerfamilie [[Lederwasch]] war seeit [[1665]] Mesner. Dieses Amt wird bis heute von den Nachfahren der Familie Lederwasch bekleidet. Aktuell ist [[Marianne Resch]] Mesnerin. |
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| | == Orgel == | | == Orgel == |
| − | | + | Die Orgel wurde [[1838]] von [[Johann Dummel]] aufgestellt. [[1840]] ließ der [[Bezirksgericht Tamsweg|Pfleger]] von Tamsweg, [[Karl von Kürsinger]], die Orgel von ''zweÿ'' Schullehrern, nämlich Jakob ''Elmauthaler'' von [[St. Michael im Lungau|St. Michael]] und Franz ''Wimmer'' aus [[Zederhaus]], ''aufs genauste untersuchen''<ref>[[Salzburger Landesarchiv|SLA]], Kreisamt, Karton 577, Faszikel 637/II, betreffend Tamsweg/St. Leonhard, Nr. 111. IV 3. XX, zitiert nach: Schmeißner,, Roman Matthias: ''Studien zum Orgelbau in Wallfahrtskirchen der Erzdiözese Salzburg'', Dissertation Universität Mozarteum Salzburg 2012, S. 292f</ref>. In ihrer Beurteilung des Instruments vom [[6. Dezember]] 1840, die ungünstig ausfiel, gaben sie die Disposition wie folgt wieder<ref>''Das Gebläse ist sehr schwer aufzuziehen;'' […] ''Das Manual geht sehr tief und stark, so daß fast unmöglich schnell eine Tonleiter ordentlich zu spielen ist. Was die Stimmung betrifft, so stimmen die Register weder einzeln noch zusammen rein, und die Orgel stimmt auch um einen viertel Ton tiefer als Grenzton''. […] ''Die Orgel hat mit vollen Registern einen hauchenden, rauhen Ton und der Zahl der Register gemäß, wenig Stärke. Die ganze Orgel ist sehr nachlässig ausgeputzt, während der Untersuchung mußte 2 Mal eine Leiter genommen werden, um aus den Ventillen die Scharten und Fasern zu räumen, wodurch das Fortpfeifen verursacht wurde. Auch das Pedal blieb bei der Untersuchung stecken'' […] In: Pfarrarchiv Tamsweg, ''St. Leonhard'', Orgel, zitiert nach: Schmeißner, Roman Matthias: ''Studien zum Orgelbau in Wallfahrtskirchen der Erzdiözese Salzburg'', Dissertation Universität Mozarteum Salzburg 2012, S. 311f.</ref>. |
| − | Die Orgel wurde [[1838]] von [[Johann Dummel]] aufgestellt. [[1840]] ließ der [[Bezirksgericht Tamsweg|Pfleger]] von Tamsweg, [[Karl von Kürsinger]], die Orgel von ''zweÿ'' Schullehrern, nämlich Jakob ''Elmauthaler'' von [[St. Michael im Lungau|St. Michael]] und Franz ''Wimmer'' aus [[Zederhaus]], ''aufs genauste untersuchen''<ref>[[Salzburger Landesarchiv|SLA]], Kreisamt, Karton 577, Faszikel 637/II, betreffend Tamsweg/St. Leonhard, Nr. 111. IV 3. XX, zitiert nach: Schmeißner,, Roman Matthias: ''Studien zum Orgelbau in Wallfahrtskirchen der Erzdiözese Salzburg'', Dissertation Universität Mozarteum Salzburg 2012, S. 292f</ref>. In ihrer Beurteilung des Instruments vom [[6. Dezember]] 1840, die ungünstig ausfiel, gaben sie die Disposition wie folgt wieder<ref>''Das Gebläse ist sehr schwer aufzuziehen;'' […] ''Das Manual geht sehr tief und stark, so daß fast unmöglich schnell eine Tonleiter ordentlich zu spielen ist. Was die Stimmung betrifft, so stimmen die Register weder einzeln noch zusammen rein, und die Orgel stimmt auch um einen viertel Ton tiefer als Grenzton''. […] ''Die Orgel hat mit vollen Registern einen hauchenden, rauhen Ton u. der Zahl der Register gemäß, wenig Stärke. Die ganze Orgel ist sehr nachlässig ausgeputzt, während der Untersuchung mußte 2 Mal eine Leiter genommen werden, um aus den Ventillen die Scharten und Fasern zu räumen, wodurch das Fortpfeifen verursacht wurde. Auch das Pedal blieb bei der Untersuchung stecken'' […] In: Pfarrarchiv Tamsweg, ''St. Leonhard'', Orgel, zitiert nach: Schmeißner, Roman Matthias: ''Studien zum Orgelbau in Wallfahrtskirchen der Erzdiözese Salzburg'', Dissertation Universität Mozarteum Salzburg 2012, S. 311f.</ref>. | |
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| | === Disposition === | | === Disposition === |
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| | 2005–2007 wurde sie von Orgelbau Walter Vonbank restauriert.<ref>[http://www.vonbank-orgelbau.at/seiten/orgeln_restaurierung.html Fotos und Disposition] auf der Website von Walter Vonbank Orgelbau, abgerufen am 23. März 2014.</ref> | | 2005–2007 wurde sie von Orgelbau Walter Vonbank restauriert.<ref>[http://www.vonbank-orgelbau.at/seiten/orgeln_restaurierung.html Fotos und Disposition] auf der Website von Walter Vonbank Orgelbau, abgerufen am 23. März 2014.</ref> |
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| − | == Bruderschaft == | + | == Bruderschaft == |
| | Seit [[1434]] ist die [[Bruderschaft]] [[Corporis-Christi-Bruderschaft|Corporis-Christi]] an der Wallfahrtskirche nachgewiesen, die [[1989]] eine Wiederbelebung erfuhr. Es entwickelte sich noch eine zweite Bruderschaft, die [[St.-Leonhards-Bruderschaft]], der bis zum Ende des 15. Jahrhunderts knapp 4 800 Mitglieder angehörten. | | Seit [[1434]] ist die [[Bruderschaft]] [[Corporis-Christi-Bruderschaft|Corporis-Christi]] an der Wallfahrtskirche nachgewiesen, die [[1989]] eine Wiederbelebung erfuhr. Es entwickelte sich noch eine zweite Bruderschaft, die [[St.-Leonhards-Bruderschaft]], der bis zum Ende des 15. Jahrhunderts knapp 4 800 Mitglieder angehörten. |
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| | * [[Leonhardsweg]] | | * [[Leonhardsweg]] |
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| | {{Commonscat|St. Leonhard ob Tamsweg}} | | {{Commonscat|St. Leonhard ob Tamsweg}} |
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| | * Hatheyer, Valentin: ''Die protestantische Bewegung im Lungau und das Kapuzinerkloster in Tamsweg'', in: ''Jahresbericht des f.e. Gymnasiums am Collegium Borromäum'', hg. vom f.e. Kollegium Borromäum, 53. Jg. (1902) | | * Hatheyer, Valentin: ''Die protestantische Bewegung im Lungau und das Kapuzinerkloster in Tamsweg'', in: ''Jahresbericht des f.e. Gymnasiums am Collegium Borromäum'', hg. vom f.e. Kollegium Borromäum, 53. Jg. (1902) |
| | * Kretzenbacher, Leopold: ''Die Verehrung des hl. Leonhard in Europa'', in: ''550 Jahre St. Leonhard 1433 – 1983 – Tamsweg'', hg. von Georg Neureiter, Tamsweg 1987 (2. Auflage), S. 45–68 | | * Kretzenbacher, Leopold: ''Die Verehrung des hl. Leonhard in Europa'', in: ''550 Jahre St. Leonhard 1433 – 1983 – Tamsweg'', hg. von Georg Neureiter, Tamsweg 1987 (2. Auflage), S. 45–68 |
| − | * ''Österreichische Kunsttopographie 22'': Die Denkmale des politischen Bezirkes Tamsweg in Salzburg (ÖKT 22), Wien 1929 | + | * ''Österreichische Kunsttopographie 22'': Die Denkmale des politischen Bezirkes Tamsweg in Salzburg (ÖKT 22), Wien 1929 |
| | * Rukschcio, Beate: ''Die Glasgemälde der St. Leonhardskirche ob Tamsweg/Lungau, Salzburg.'' in: ''Das Münster.'' 27, 1974, S. 411–413 | | * Rukschcio, Beate: ''Die Glasgemälde der St. Leonhardskirche ob Tamsweg/Lungau, Salzburg.'' in: ''Das Münster.'' 27, 1974, S. 411–413 |
| | * [[Roman Schmeißner|Schmeißner, Roman]]: ''Orgelbau in Salzburger Wallfahrtskirchen'', Duisburg & Köln: WiKu-Verlag 2015, ISBN 978-3-86553-446-0 (zugleich Dissertation: ''Studien zum Orgelbau in Wallfahrtskirchen der [[Erzdiözese Salzburg]]'', [[Universität Mozarteum]] 2012). | | * [[Roman Schmeißner|Schmeißner, Roman]]: ''Orgelbau in Salzburger Wallfahrtskirchen'', Duisburg & Köln: WiKu-Verlag 2015, ISBN 978-3-86553-446-0 (zugleich Dissertation: ''Studien zum Orgelbau in Wallfahrtskirchen der [[Erzdiözese Salzburg]]'', [[Universität Mozarteum]] 2012). |
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