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| | Er besteht weitestgehend aus [[Konglomerat]]. Das Gestein besteht aus schräg übereinander liegenden Bänken aus feinkörnigen und mittelkörnigen Schichten, zwischen denen sich schmale Sandlagen befinden (meist Grobsand, sehr selten Feinsand). Die Lagen sind unterschiedlich stark verkittet, die wenig verfestigten Lagen sind aufgrund der höheren Verwitterungsanfälligkeit gut als Nischen in den Felswänden erkennbar. | | Er besteht weitestgehend aus [[Konglomerat]]. Das Gestein besteht aus schräg übereinander liegenden Bänken aus feinkörnigen und mittelkörnigen Schichten, zwischen denen sich schmale Sandlagen befinden (meist Grobsand, sehr selten Feinsand). Die Lagen sind unterschiedlich stark verkittet, die wenig verfestigten Lagen sind aufgrund der höheren Verwitterungsanfälligkeit gut als Nischen in den Felswänden erkennbar. |
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| − | Bohrungen, die den Konglomerat durchstießen, zeigen, dass das Gestein des Mönchsbergs nicht auf hartem Untergrund, sondern vielfach auf weichem [[Flysch]], auf <span style="color:green">Gosau-Schichten</span><ref>siehe Ennstalwiki → [[enns:Gosau-Schichten]]</ref><ref>{{ennswiki}}</ref> (Sandstein und Mergel) und kleinräumig auch auf einer Grundmoräne liegt. Im Bereich der steilen Felswände bildeten sich hangparallele Entspannungsklüfte, die sich z. T. mit Lehm gefüllt haben. Sie dürften durch die Unterschneidung des Bergs durch die [[Salzach]], durch Skarpierungs- und Steinbrucharbeiten oder durch natürliche Entspannungsvorgänge entstanden sein. Die Brüche bewirken, dass vermehrt Wasser in das Gestein eindringt. Durch Frost und Erosion erweitern sich der Risse, was zum Abbruch ganzer Felspartien führen kann. Die Nord-Ost-Flanke des Mönchsbergs besteht zu einem großen Teil aus vertikalen alten Skarpierungswänden. Auch an der Ostseite lassen sich Erosionskehlen entdecken. Die Seite Richtung Mülln und [[Riedenburg]] wurde aus Verteidigungsgründen besonderst stark skarpiert (vertikal abgearbeitet). Am Mönchsberg herrschten zwei Arten von Massenbewegungen vor: Kleine Steinschläge, die durch oberflächliche Verwitterung ausgelöst wurden und [[Felsstürze]] bis zu ca. 100 000 m³. | + | Bohrungen, die den Konglomerat durchstießen, zeigen, dass das Gestein des Mönchsbergs nicht auf hartem Untergrund, sondern vielfach auf weichem [[Flysch]], auf <span style="color:green">Gosau-Schichten</span><ref>siehe Ennstalwiki → [[enns:Gosau-Schichten]]</ref><ref>{{ennswiki}}</ref> (Sandstein und Mergel) und kleinräumig auch auf einer Grundmoräne liegt. Im Bereich der steilen Felswände bildeten sich hangparallele Entspannungsklüfte, die sich z. T. mit Lehm gefüllt haben. Sie dürften durch die Unterschneidung des Bergs durch die [[Salzach]], durch Skarpierungs- und Steinbrucharbeiten oder durch natürliche Entspannungsvorgänge entstanden sein. Die Brüche bewirken, dass vermehrt Wasser in das Gestein eindringt. Durch Frost und Erosion erweitern sich der Risse, was zum Abbruch ganzer Felspartien führen kann. Die Nord-Ost-Flanke des Mönchsbergs besteht zu einem großen Teil aus vertikalen alten Skarpierungswänden. Auch an der Ostseite lassen sich Erosionskehlen entdecken. Die Seite Richtung Mülln und [[Riedenburg]] wurde aus Verteidigungsgründen besonderst stark skarpiert (vertikal abgearbeitet). Am Mönchsberg herrschten zwei Arten von Massenbewegungen vor: Kleine Steinschläge, die durch oberflächliche Verwitterung ausgelöst wurden und [[Felsstürze]] bis zu ca. 100 000 m³. In den frühen Morgenstunden des [[16. Juli]] [[1669]] fand auf Häuser der [[Gstättengasse]] und die Berglkirche herab der wohl schwerste [[Bergstürze|Bergsturz]] in der Stadt Salzburg statt. |
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| | Als Plateauberg stellt er mit seinem kleinräumigen Wechsel von Wald und Wiesen (z. B. die [[Paschkoffwiese]]) und seinen vielen Aussichtsplätzen einen Naherholungsraum und Ausflugsziel dar. Kleinräumig ist zum Erhalt der Erholungslandschaft die Verbesserung historischer Aussichten das Zurücksetzen von Wald (Niederwaldkultur) oder die die Rückführung kleiner Waldteile in Magerrasen wichtig. | | Als Plateauberg stellt er mit seinem kleinräumigen Wechsel von Wald und Wiesen (z. B. die [[Paschkoffwiese]]) und seinen vielen Aussichtsplätzen einen Naherholungsraum und Ausflugsziel dar. Kleinräumig ist zum Erhalt der Erholungslandschaft die Verbesserung historischer Aussichten das Zurücksetzen von Wald (Niederwaldkultur) oder die die Rückführung kleiner Waldteile in Magerrasen wichtig. |
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| | == Geschichte == | | == Geschichte == |
| − | Als um das Jahr [[1278]] die ersten [[Stadtmauern der Stadt Salzburg|Stadtmauern]] errichtet wurden, gehörte das Gebiet zwischen dem [[Festungsberg]] und der [[Bürgerwehr]] bereits zum Gebiet der [[Stadt Salzburg]]. Über Kauf- oder Tauschvertrags mit dem [[Benediktiner-Erzabtei St. Peter|Erzstift St. Peter]] ist in dieser Zeit wenig bekannt. Schon früh erbauten die Bürger der Stadt und das Kloster St. Peter erste Wehrtürme und Wehrmauern. So entstanden unter anderem zwei Wehrtürme im Bereich der [[Mönchsbergscharte]]. Auch vier Türme auf der [[Richterhöhe]] wurden erbaut. Der Mönchsberg bietet durch seine Lage und Form einen natürlichen Schutz, der an seiner Nordostseite die Bildung einer [[Iuvavum#Geschichte|Siedlung]] begünstigte. Durch zahlreiche Wehranlagen und Wehrtürme hatte man später die strategisch vorteilhafte Lage noch verstärkt. | + | Als um das Jahr [[1278]] die ersten [[Stadtmauern der Stadt Salzburg|Stadtmauern]] errichtet wurden, gehörte das Gebiet zwischen dem [[Festungsberg]] und der [[Bürgerwehr]] wohl bereits zum Gebiet der [[Stadt Salzburg]]. Über Kauf- oder Tauschvertrags mit dem [[Benediktiner-Erzabtei St. Peter|Erzstift St. Peter]] ist in dieser Zeit wenig bekannt. Schon früh erbauten die Bürger der Stadt und das Kloster St. Peter erste Wehrtürme und Wehrmauern. So entstanden unter anderem zwei Wehrtürme im Bereich der [[Mönchsbergscharte]]. Auch vier Türme auf der [[Richterhöhe]] wurden erbaut. Der Mönchsberg bietet durch seine Lage und Form einen natürlichen Schutz, der an seiner Nordostseite die Bildung einer [[Iuvavum#Geschichte|Siedlung]] begünstigte. Durch zahlreiche Wehranlagen und Wehrtürme hatte man später die strategisch vorteilhafte Lage noch verstärkt. |
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| | Die [[Befestigung der Stadt Salzburg|Wehrbauten]] auf dem Mönchsberg sind weitgehend erhalten. | | Die [[Befestigung der Stadt Salzburg|Wehrbauten]] auf dem Mönchsberg sind weitgehend erhalten. |
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| | Schon [[1137]] bis [[1143]] wurde der [[Stiftsarmstollen des Almkanals|Stiftsarmstollen]] des [[Almkanal]]s bergmännisch durch den Berg getrieben, um das Wasser des Almkanals in den [[St.-Peter-Bezirk]] zu leiten und dort über mehrere Kanäle durch die Altstadt geführt wurde. Dieses einzigartige Stollenbauwerk ist bis heute erhalten und kann während der jährlichen [[Almabkehr]] im [[September]] besichtigt werden. | | Schon [[1137]] bis [[1143]] wurde der [[Stiftsarmstollen des Almkanals|Stiftsarmstollen]] des [[Almkanal]]s bergmännisch durch den Berg getrieben, um das Wasser des Almkanals in den [[St.-Peter-Bezirk]] zu leiten und dort über mehrere Kanäle durch die Altstadt geführt wurde. Dieses einzigartige Stollenbauwerk ist bis heute erhalten und kann während der jährlichen [[Almabkehr]] im [[September]] besichtigt werden. |
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| − | [[Äbte von St. Peter|Äbte]] der [[Benediktiner-Erzabtei St. Peter]] bauten die heutige [[Edmundsburg]] oberhalb der [[Felsenreitschule]] als Sommersitz aus, der Bau wird heute von der Universität genutzt. Das älteste [[Observatorium Universität Salzburg|Observatorium der Universität Salzburg]] befand sich auf dem Mönchsberg auf dem Gebiet des heutigen [[Schloss Mönchstein|Schlosses Mönchstein]], wo sich ein sogenanntes ''Professorenschlössl'' befunden hatte. | + | [[Äbte von St. Peter|Äbte]] der [[Benediktiner-Erzabtei St. Peter]] bauten die heutige [[Edmundsburg]] oberhalb der [[Felsenreitschule]] als Sommersitz aus, der Bau wird heute von der Universität genutzt. Das älteste [[Observatorium Universität Salzburg|Observatorium der Universität Salzburg]] befand sich auf dem Mönchsberg südlich des heutigen [[Schloss Mönchstein|Schlosses Mönchstein]], wo sich auch ein ''Professorenschlössl'' befunden hatte. |
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| − | In den frühen Morgenstunden des [[16. Juli]] [[1669]] fand auf Häuser der [[Gstättengasse]] und die Berglkirche herab der wohl schwerste [[Bergstürze|Bergsturz]] in der Stadt Salzburg statt.
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| | Das [[Sigmundstor]] (im Volksmund ''Neutor'' genannt) wurde von [[1764]] bis [[1766]] erbaut. Es verbindet die [[Altstadt]] mit dem [[Salzburger Stadtteil|Stadtteil]] [[Riedenburg]] im Westen. | | Das [[Sigmundstor]] (im Volksmund ''Neutor'' genannt) wurde von [[1764]] bis [[1766]] erbaut. Es verbindet die [[Altstadt]] mit dem [[Salzburger Stadtteil|Stadtteil]] [[Riedenburg]] im Westen. |