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| | Die "Datenklau-Affäre" im [[Oktober]] [[1997]] brachte nicht nur das Ende der Regierungstätigkeit Schnells, sondern zugleich auch die Abschaffung des Proporzes in der Salzburger [[Landesregierung]]. FP-Mitarbeiter sollen durch eine Computerpanne an eine vertrauliche Liste aus dem PC des [[SPÖ]]-Obmannes [[Gerhard Buchleitner]] gekommen sein, in der geplante Postenbesetzungen verzeichnet waren. Die Enthüllung des "Postenschachers" ging für die FPÖ daneben: ÖVP und SPÖ stellten einen Misstrauensantrag gegen Schnell und schafften in einem Aufwaschen auch gleich den Regierungsproporz ab. | | Die "Datenklau-Affäre" im [[Oktober]] [[1997]] brachte nicht nur das Ende der Regierungstätigkeit Schnells, sondern zugleich auch die Abschaffung des Proporzes in der Salzburger [[Landesregierung]]. FP-Mitarbeiter sollen durch eine Computerpanne an eine vertrauliche Liste aus dem PC des [[SPÖ]]-Obmannes [[Gerhard Buchleitner]] gekommen sein, in der geplante Postenbesetzungen verzeichnet waren. Die Enthüllung des "Postenschachers" ging für die FPÖ daneben: ÖVP und SPÖ stellten einen Misstrauensantrag gegen Schnell und schafften in einem Aufwaschen auch gleich den Regierungsproporz ab. |
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| − | In der Folge verschlechterte sich das Verhältnis von Schnell zu seinem einstigen Mentor Haider. Dessen Stellvertreterin [[Susanne Riess-Passer]] setzte sämtliche FPÖ-Funktionäre im Land Salzburg ab. Ein "Kniefall" Schnells vor Haider machte diesen Schritt wieder rückgängig und rettete Schnell sein Amt als Landesparteiobmann. Schnell soll im Zuge dieser Affäre die Bezeichnung "Königskobra" für Riess-Passer erfunden haben. | + | In der Folge brach ein interner Machtkampf aus. Der Versuch von FPÖ-Funktionären, Schnell zu stürzen, scheiterte. Am [[20. April]] [[1998]] erklärte Schnell selbst seinen Rücktritt als Landesobmann. Zugleich verschlechterte sich das Verhältnis von Schnell zu seinem einstigen Mentor Haider. Dessen Stellvertreterin [[Susanne Riess-Passer]] setzte sämtliche FPÖ-Funktionäre im Land Salzburg ab. Ein "Kniefall" Schnells vor Haider machte diesen Schritt wieder rückgängig, außerdem kehrte Schnell in sein Amt als Landesparteiobmann zurück. Schnell soll im Zuge dieser Affäre die Bezeichnung "Königskobra" für Riess-Passer erfunden haben. |
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| − | [[1999]] erreichte die FPÖ mit 19,58 Prozent ihr bestes [[Landtagswahlen|Landtagswahl]]ergebnis. [[2000]] machte Schnell bundespolitisch Schlagzeilen: In einer Rede am [[28. November]] im Hotel Renaissance verwendete er im Zusammenhang mit Bundespräsident Thomas Klestil die Bezeichnung "Lump". Seine Immunität als Landtagsabgeordneter wurde aufgehoben, er musste nach einer Verurteilung eine Geldstrafe von 7267 Euro bezahlen. Die nach der Knittelfeld-Affäre von [[2002]] schwer angeschlagene FPÖ stürzte bei der [[Landtagswahl 2004]] auch in Salzburg ab und erreichte nur noch 8,69 Prozent der Wählerstimmen. Schnell blieb entgegen der allgemeinen Erwartung auch nach dieser Schlappe in seinem Amt. | + | [[1999]] erreichte die FPÖ mit 19,58 Prozent ihr bestes [[Landtagswahlen|Landtagswahl]]ergebnis. [[2000]] machte Schnell bundespolitisch Schlagzeilen: In einer Rede am [[28. November]] im Hotel Renaissance verwendete er im Zusammenhang mit Bundespräsident Thomas Klestil die Bezeichnung "Lump". Seine Immunität als Landtagsabgeordneter wurde aufgehoben, er musste nach einer Verurteilung eine Geldstrafe von 7267 Euro bezahlen. |
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| | + | In den Jahren [[2000]] und [[2001]] wurde gegen Schnell und seine beiden Funktionäre [[Helmut Naderer]] und [[Friedrich Wiedermann]] in der "Spitzelaffäre" der Verdacht des Datenmissbrauchs erhoben. Sie sollen unerlaubt Daten aus dem Sicherheitssystem der Gendarmerie (bei der Naderer und Wiedermann tätig waren) bzw. der Sozialbehörden weitergegeben oder entgegengenommen sowie teilweise für politische Zwecke eingesetzt haben. Die Ermittlungen der Justiz wurden eingestellt. |
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| | + | Im [[Juli]] [[2003]] eskalierte ein Konflikt zwischen Schnell und der [[Flachgau]]er FPÖ, in dessen Folge [[Helmut Naderer]] aus der Partei ausgeschlossen wurde. Die nach der Knittelfeld-Affäre von [[2002]] schwer angeschlagene FPÖ stürzte bei der [[Landtagswahl 2004]] auch in Salzburg ab und erreichte nur noch 8,69 Prozent der Wählerstimmen. Schnell blieb entgegen der allgemeinen Erwartung auch nach dieser Schlappe in seinem Amt. |
| | Neuen Aufwind, aber auch den Bruch mit Jörg Haider brachte ihm die Abspaltung des [[BZÖ]] im Jahr [[2005]]. Schnell hielt den Großteil seiner Landespartei vom Wechsel zu den "Orangen" ab. [[2006]] kehrte Schnell, Inhaber eines Hubschrauberpilotenscheins, in den Arztberuf zurück und betreibt seither wieder eine Praxis in seinem Heimatort [[Saalbach-Hinterglemm]]. | | Neuen Aufwind, aber auch den Bruch mit Jörg Haider brachte ihm die Abspaltung des [[BZÖ]] im Jahr [[2005]]. Schnell hielt den Großteil seiner Landespartei vom Wechsel zu den "Orangen" ab. [[2006]] kehrte Schnell, Inhaber eines Hubschrauberpilotenscheins, in den Arztberuf zurück und betreibt seither wieder eine Praxis in seinem Heimatort [[Saalbach-Hinterglemm]]. |
| | Bei der [[Landtagswahl 2009]] kandidierte Schnell zum vierten Mal als Spitzenkandidat der Salzburger Freiheitlichen und zog nach dem Zugewinn von 4,3 Prozentpunkten mit fünf Mandaten (2004: drei) in den Landtag ein. Im Wahlkampf wurde bekannt, dass Schnell am [[21. Juni]] [[2008]] als Gastredner beim Europakongress der deutschen Rechtspartei "Die Republikaner" in Rosenheim aufgetreten war. Eine Regierungsbeteiligung der FPÖ erklärte Karl Schnell wiederholt für unwahrscheinlich - SPÖ und ÖVP würden alles tun, um seine Partei von Regierungsämtern fernzuhalten. | | Bei der [[Landtagswahl 2009]] kandidierte Schnell zum vierten Mal als Spitzenkandidat der Salzburger Freiheitlichen und zog nach dem Zugewinn von 4,3 Prozentpunkten mit fünf Mandaten (2004: drei) in den Landtag ein. Im Wahlkampf wurde bekannt, dass Schnell am [[21. Juni]] [[2008]] als Gastredner beim Europakongress der deutschen Rechtspartei "Die Republikaner" in Rosenheim aufgetreten war. Eine Regierungsbeteiligung der FPÖ erklärte Karl Schnell wiederholt für unwahrscheinlich - SPÖ und ÖVP würden alles tun, um seine Partei von Regierungsämtern fernzuhalten. |