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==Allgemeines==
 
==Allgemeines==
Das Trinkwasser der Stadt Salzburg hat eine besonders hohe Qualität und muss zum überwiegenden Teil nicht desinfiziert werden. Es besteht zu 90% aus Grund- und zu 10% aus Quellwasser. Das Salzburger Trinkwasser hat im Durchschnitt Härtegrad II.
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Das Trinkwasser der Stadt Salzburg hat eine besonders hohe Qualität und muss zum überwiegenden Teil nicht desinfiziert werden. Es besteht zu 90% aus Grund- und zu 10% aus Quellwasser. Das Salzburger Trinkwasser hat im Durchschnitt Härtegrad II. 90 Prozent des gesamten Trinkwasserbedarfs für die Stadt Salzburg stammt vom [[Untersberg]].
    
==Geschichte==  
 
==Geschichte==  
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Vor allem der im [[12. Jahrhundert]] erbaute Denkmal geschützte [[Almkanal]] spielt bis heute eine bedeutende Rolle für Salzburg. Seit [[1286]] führt dieses Meisterwerk mittelalterlicher Ingenieurskunst Wasser von der [[Königseeache]] bei [[Sankt Leonhard (Grödig)]] in die Stadt Salzburg und war als Antrieb für Mühlen und Hammerwerke, für die [[Salzburger Wirtschaft]] ebenso bedeutend wie für die Frischwasserver- und Abwasserentsorgung.
 
Vor allem der im [[12. Jahrhundert]] erbaute Denkmal geschützte [[Almkanal]] spielt bis heute eine bedeutende Rolle für Salzburg. Seit [[1286]] führt dieses Meisterwerk mittelalterlicher Ingenieurskunst Wasser von der [[Königseeache]] bei [[Sankt Leonhard (Grödig)]] in die Stadt Salzburg und war als Antrieb für Mühlen und Hammerwerke, für die [[Salzburger Wirtschaft]] ebenso bedeutend wie für die Frischwasserver- und Abwasserentsorgung.
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Zunächst mussten Quellen aus den Stadtbergen, Grundwasserbrunnen in der Stadt und in Zisternen gesammeltes (Regen-)Wasser für die Versorgung der Stadtbevölkerung ausreichen. Die ersten einfachen Gerinne für die Wasserversorgung von Salzburg entstanden erst im [[12. Jahrhundert]] und wurden durch den [[Almkanal]] gespeist. Zunächst war es nur ein Stichkanal vom [[Untersberg]], der Wasser in die Stadt leitete. Bis zum [[14. Jahrhundert]] entstanden so 19 Almbrunnenleitungen mit 80 Ausläufen.
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Zunächst mussten Quellen aus den Stadtbergen, Grundwasserbrunnen in der Stadt und in Zisternen gesammeltes (Regen-)Wasser für die Versorgung der Stadtbevölkerung ausreichen. Die ersten einfachen Gerinne für die Wasserversorgung von Salzburg entstanden erst im [[12. Jahrhundert]] und wurden durch den [[Almkanal]] gespeist. Zunächst war es nur ein Stichkanal vom Untersberg, der Wasser in die Stadt leitete. Bis zum [[14. Jahrhundert]] entstanden so 19 Almbrunnenleitungen mit 80 Ausläufen.
    
Allerdings wurden anfangs nur das [[Domkapitel]], die [[Erzabtei St. Peter]] und die [[Fürstenstadt|erzbischöflichen Einrichtungen]] mit "Fließwasser" versorgt. Die [[Bürgerstadt]] hingegen musste sich anders mit Wasser behelfen. Seuchen waren an der Tagesordnung. Auch bei Bränden fehlte Löschwasser, was meist zu verheerenden Ausmaßen von Stadtbränden führte. Erst [[1335]] gestattete Erzbischof [[Friedrich III. von Leibnitz]] Wasser bis zum [[Bürgerspital]] zu leiten. Es wurde ein Stollen durch den [[Mönchsberg]] geschlagen, der Wasser vom Almkanalast [[Mülln]] zum Bürgerspital und weiter in die [[Salzach]] brachte.  
 
Allerdings wurden anfangs nur das [[Domkapitel]], die [[Erzabtei St. Peter]] und die [[Fürstenstadt|erzbischöflichen Einrichtungen]] mit "Fließwasser" versorgt. Die [[Bürgerstadt]] hingegen musste sich anders mit Wasser behelfen. Seuchen waren an der Tagesordnung. Auch bei Bränden fehlte Löschwasser, was meist zu verheerenden Ausmaßen von Stadtbränden führte. Erst [[1335]] gestattete Erzbischof [[Friedrich III. von Leibnitz]] Wasser bis zum [[Bürgerspital]] zu leiten. Es wurde ein Stollen durch den [[Mönchsberg]] geschlagen, der Wasser vom Almkanalast [[Mülln]] zum Bürgerspital und weiter in die [[Salzach]] brachte.  
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===Die Festung Hohensalzburg===
 
===Die Festung Hohensalzburg===
Die [[Festung Hohensalzburg]] war von Anfang an so geplant, dass sie sich autark versorgen konnte. Ein ausgeklügeltes Dach- und Dachrinnensystem sammelte das auch früher reichlich vorhandene [[Salzburger Schnürlregen|Regenwasser]] in der ''Zisterne''. Dies reicht für die Versorgung der Festung stets aus.
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Die [[Festung Hohensalzburg]] war von Anfang an so geplant, dass sie sich autark versorgen konnte. Ein ausgeklügeltes Dach- und [[Dachrinnen]]system sammelte das auch früher reichlich vorhandene [[Salzburger Schnürlregen|Regenwasser]] in der ''Zisterne''. Dies reicht für die Versorgung der Festung stets aus.
    
===Wassertum am Mönchsberg===
 
===Wassertum am Mönchsberg===
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==Trinkwasser heute==
 
==Trinkwasser heute==
Das zur Versorgung der Stadt Salzburg benötigte Trinkwasser gewinnt die [[Salzburg AG]] aus verschiedenen Wasservorkommen. In dem am Fuße des [[Untersberg]]es gelegenen Grundwasserwerk [[Glanegg]] werden drei Vertikalfilterbrunnen und ein [[1965]] errichteter Horizontalfilterbrunnen betrieben.  
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Das zur Versorgung der Stadt Salzburg benötigte Trinkwasser gewinnt die [[Salzburg AG]] aus verschiedenen Wasservorkommen. In dem am Fuße des Untersberges gelegenen Grundwasserwerk [[Glanegg]] werden drei Vertikalfilterbrunnen und ein [[1965]] errichteter Horizontalfilterbrunnen betrieben.  
 
      
 
      
 
Aus diesem Grundwasser dürfen bis zu 10,3 Mio. m³ Wasser pro Jahr gefördert werden. Seit [[1998]] versickert das Wasser der Fürstenbrunnquelle, einer [[1875]] gefasste Karstquelle, die am Untersberg entspringt, zur Anreicherung des Grundwasserwerkes Glanegg.  
 
Aus diesem Grundwasser dürfen bis zu 10,3 Mio. m³ Wasser pro Jahr gefördert werden. Seit [[1998]] versickert das Wasser der Fürstenbrunnquelle, einer [[1875]] gefasste Karstquelle, die am Untersberg entspringt, zur Anreicherung des Grundwasserwerkes Glanegg.  
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[[1976]] wurde beim Grundwasserwerk St. Leonhard ein Horizontalfilterbrunnen in Betrieb genommen. Mit ihm wird ein unabhängiges Wasservorkommen genützt, das vom Grundwasser-Begleitstrom der [[Königseeache]] gespeist wird. Hier kann ebenfalls bestes Grundwasser gewonnen werden.  
 
[[1976]] wurde beim Grundwasserwerk St. Leonhard ein Horizontalfilterbrunnen in Betrieb genommen. Mit ihm wird ein unabhängiges Wasservorkommen genützt, das vom Grundwasser-Begleitstrom der [[Königseeache]] gespeist wird. Hier kann ebenfalls bestes Grundwasser gewonnen werden.  
 
   
 
   
Bereits seit dem 15. bzw. 17. Jahrhundert werden verschiedene kleine Quellen für die Wasserversorgung genützt. Die Schüttung dieser Quellen reicht heute noch für Teile der ursprünglichen Versorgungsgebiete.1976 wurde der "Wasserverband Salzburger Becken (WSB)gegründet und [[1984]] wurde als Notversorgung die so genannte „Wasserschiene“, eine Verbindungsleitung zwischen Salzburg und [[Hallein]], errichtet. [[2003]] wurde die „Wasserschiene“ von Hallein bis Jadorf , mit einer Länge von 4.157 Metern errichtet. Im Anschluß daran wurde der Brunnen Taugl abgeteuft und ging am 01. April 2004, mit einem Konsens von 150 Liter por Sekunde in Betrieb.  
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Bereits seit dem 15. bzw. 17. Jahrhundert werden verschiedene kleine Quellen für die Wasserversorgung genützt. Die Schüttung dieser Quellen reicht heute noch für Teile der ursprünglichen Versorgungsgebiete. [[1976]] wurde der "Wasserverband Salzburger Becken (WSB)gegründet und [[1984]] wurde als Notversorgung die so genannte „Wasserschiene“, eine Verbindungsleitung zwischen Salzburg und [[Hallein]], errichtet. [[2003]] wurde die „Wasserschiene“ von Hallein bis Jadorf , mit einer Länge von 4.157 Metern errichtet. Im Anschluss daran wurde der Brunnen Taugl abgeteuft und ging am [[1. April]] [[2004]], mit einem Konsens von 150 Liter pro Sekunde in Betrieb.  
 
   
 
   
 
Damit wurde eine gegenseitige Wasserlieferung möglich. Über diese Verbindungsleitung kann Wasser aus dem [[Grundwasserwerk Gamp]] in die Versorgungsleitungen der Stadt Salzburg eingespeist und an die Verbandsgemeinden verteilt werden. Die Behälter [[Mönchsberg]] und [[Kapuzinerberg]] werden mit Mischwasser aus den Grundwasserwerken Glanegg und St. Leonhard sowie gegebenenfalls der Wasserschiene gespeist.  
 
Damit wurde eine gegenseitige Wasserlieferung möglich. Über diese Verbindungsleitung kann Wasser aus dem [[Grundwasserwerk Gamp]] in die Versorgungsleitungen der Stadt Salzburg eingespeist und an die Verbandsgemeinden verteilt werden. Die Behälter [[Mönchsberg]] und [[Kapuzinerberg]] werden mit Mischwasser aus den Grundwasserwerken Glanegg und St. Leonhard sowie gegebenenfalls der Wasserschiene gespeist.  
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Das Wasser aus den Grundwasserwerken und der Wasserschiene bedarf keiner Entkeimung und wird im Naturzustand abgegeben. Aus hygienischen Gründen wird jedoch das Wasser der Quellen entkeimt. Dies erfolgt für die [[Tiefenbach]]quelle und für die Quellen am [[Gniglerberg]] und [[Gersberg]] sowie in der [[Glasenbachklamm]] mit UV-Licht.  
 
Das Wasser aus den Grundwasserwerken und der Wasserschiene bedarf keiner Entkeimung und wird im Naturzustand abgegeben. Aus hygienischen Gründen wird jedoch das Wasser der Quellen entkeimt. Dies erfolgt für die [[Tiefenbach]]quelle und für die Quellen am [[Gniglerberg]] und [[Gersberg]] sowie in der [[Glasenbachklamm]] mit UV-Licht.  
 
        
 
        
Für den Notfall sind alle Brunnen und Quellen mit stromunabhängigen Chlorgasanlagen zur Desinfektion ausgestattet. Die Salzburg AG hat ein eigenes, mit Mitarbeitern und Geräten sehr gut ausgestattetes chemisch-bakteriologisches Labor eingerichtet. 2000 Wasserproben aus dem eigenen Netz werden pro Jahr bakteriologisch und 400 chemisch untersucht.
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Für den Notfall sind alle Brunnen und Quellen mit Strom unabhängigen Chlorgasanlagen zur Desinfektion ausgestattet. Die Salzburg AG hat ein eigenes, mit Mitarbeitern und Geräten sehr gut ausgestattetes chemisch-bakteriologisches Labor eingerichtet. 2000 Wasserproben aus dem eigenen Netz werden pro Jahr bakteriologisch und 400 chemisch untersucht.
    
==Quellen==
 
==Quellen==