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{{Baustellenartikel}}Der '''Stiftsarmstollen''' des [[Almkanal]]s ist der älteste [[mittelalter]]liche Wasserstollen Mitteleuropas. Er wurde zwischen [[1136]] und [[1140]] ausgebrochen und diente zur Wasserversorgung des [[Benediktiner-Erzabtei St. Peter|Benediktiner-Erzstifts St. Peter]].

== Geschichte ==
Der hochmittelalterliche Almkanalstollen führt von [[Riedenburg]] südlich des [[Mönchsberg]]es in der [[Stadt Salzburg]] durch den Fels nach Norden in die [[Altstadt]] wo er im Bereich der Benediktiner-Erzabtei St. Peter wieder zum Vorschein kommt.

Wenn man von der Altstadtseite in den Stollen bis lfm 249,5 m geht, kommt man zu einem Querschlag mit einem weiteren Stollensystem. Es besteht aus dem Brunnstollen und dem Quellstollen. Zwar ist dieses Stollensystem in einer Chronik aus dem Jahr [[1719]] dokumentiert, wurde aber erst in den [[2010er]]-Jahren wieder entdeckt. Und zwar im Zuge einer Projektstudie im Jahr [[2013]] für eine Erweiterung der [[Mönchsberggaragen]].

=== Mögliche Wasserversorgung von Ivavum? ===
Dr. Vetters vermutete damals, dass es sich um ein [[Römer|römisches]] Bauwerk handeln könnte. Anhaltspunkte dazu gaben ihm der Querschnitt und ein mit aus [[Flyschzone|Flyschsandstein]]-Platten abgedeckter Mittelkanal. Beides erinnerten ihn an römische Quellfassungen. Stefan Karwiese, der jahrelang die archäologischen Grabungen auf dem Stiftsgelände leitete, äußerte bei einem Expertentreffen am [[8. Mai]] [[2014]], das in der Erzabtei stattfand, dieselbe Vermutung. Er hatte nämlich römische Wohnbauten auf dem Stiftsgelände entdeckt, doch fehlte ihm noch eine notwendige Wasserversorgung dazu.

Die beiden Wissenschafter stellten daraufhin theoretische Überlegungen zu diesem Thema an, da leider die Stollenanlagen im Laufe der Jahrhunderte mehrmals überarbeitet worden waren. Bisher nahm man an, dass die Wasserversorgung des römischen [[Juvavum]] nur mittels Brunnen und Zisternen erfolgte. Allerdings hatte man immer schon Bedenken, da die Römer hohe hygienische Ansprüche stellten und viel Wasser für ihre öffentlichen Brunnen, Thermen und Latrinen benötigt hatten. Wohl hatte es auch Grundwasser gegeben, dies aber durch ausgedehnten Sümpfe und Moore im heutigen Gebiet der Altstadt sicher nicht sauber genug gewesen war.

=== Geologischer Aufbau des Mönchsberges ===
Geologisch besteht der Mönchsberg im oberen Teil aus [[Konglomerat]]. Darunter befinden sich Ablagerungen einer Grundmoräne sowie Gosauschichten vermischt mit Konglomerat, Sandstein und Tonschiefer.

=== Hydrologische Notizen ===
Auf der Seite der Erzabtei findet man die das Bergwasser stauende Grundmoräne in einer Höhe von etwa 416 [[m ü. A.]]. Zur Römerzeit lag das Gebiet auf etwa 420 m ü. A., also etwas unterhalb der Siedlung kam das Bergwasser in Brunnen, wie ein Brunnen aus dem 2. Jahrhundert nach Christus belegt. Allerdings war Bergwasser sehr unregelmäßig vorhanden.

Während beim Bau des [[Sigmundstor]]es keine Wasserprobleme bekannt sind, kam es [[1924]] beim Bau des [[Collegium Benedictinum|Kollegs St. Benedikt]] im [[Hof Kolleg St. Peter|Hof Kolleg]] nahe der Mönchsbergwand zu einem starken Wassereinbruch.

Ganz anders stellt sich die Situation an der Südseite des Mönchsberges dar. Dort befindet sich eine bereits um 800 genannte Quelle, die sogenannte "Weingartenquelle" auf einer Quellhöhe von etwa 433 m ü. A., die den [[Riedenburgbach]] speist. Dieser Bach fließt aber nicht ostwärts in Richtung [[Salzach]], sondern nach Westen nach [[Mülln]]. Diese Quelle dürfte der Wasserversorgung des Weingartenschlössls seit dem 13. Jahrhundert gedient (heute [[Villa Berta]]). Umgeben war diese Quelle von Mooren, deren Seetonschicht nur etwa zwei bis fünf Meter tief liegt.

=== Römischer Aquäduktstollen ===
Die Voraussetzungen dafür, dass es bereits ein römisches Aquädukt als Vorläufer des heutigen Stiftsarmes gegeben haben könnte, wären gut. Die geologischen Voraussetzung wären günstig, ein Höhenunterschied zwischen der Quelle in der [[Riedenburg]] zur römischen Siedlung wäre mit rund neun Metern ebenfalls gegeben. Der heute nicht mehr vorhandene Riedenburgbach dürfte sein Wasser aus Terrassenschotter aus einer Tiefe von zwei bis fünf Metern erhalten haben, also klares Wasser. Er hätte also Lieferant für römisches Trink- und Nutzwasser sein können. Eine spekulative Wasserführung von etwa 36 m³/h wären denkbar. Diese Annahme stützt sich auf bekanntes Wissen, dass um 800 Mühlen vom Riedenburgbach angetrieben worden waren.

Der Bau selbst sollte für die Römer keine Probleme dargestellt haben. Der Stollen wurde beidseitig angeschlagen. Nach jeweils etwa 100 Metern war der Durchschlag erfolgt. Diese Anlage blieb bis Ende des [[7. Jahrhundert]]s in Betrieb. Also etwa bis zur Ankunft von [[Rupert von Worms]] in Salzburg. Er wählte dann zur (Neu)Gründung des Klosters einen sicheren Platz, der gegen [[Hochwasser]] geschützt und mit einer sicheren [[Trinkwasser für die Stadt Salzburg|Trinkwasserversorgung]] ausgestattet war.

Um 800 n. Chr. liegen Berichte vor, dass der Riedenburgbach um den [[Rainberg]] umgeleitete worden war, um die Mühlenbetriebe in Mülln aufrecht erhalten zu können. Die Gründe, weshalb man trotz der Bedeutung einer sicheren Trinkwasserversorgung diesen Bach umleiten musste, finden sich in einer Hangrutschung. Diese hatte den südlichen Teil des Römerstollens weitreichend zugeschüttet und unbrauchbar gemacht. So staute der Bach und versumpfte die wichtigen Weideplätze der St. Peter Wiesen.

Doch es dürfte noch Restmengen an Wasser gegeben haben, das durch den Stollen in das Stift durchsickerte. Man nimmt an, dass es etwa ein Drittel der Orginalmenage war und etwa 10 m³/h betrug.

=== Die ältesten Wasserleitungen im St.-Peter-Bezirk ===
Im südlichen Kreuzgangarm der [[Benediktiner-Erzabtei St. Peter, die Klosteranlage|Klosteranlage]] fand man 1983 einen gemauerten Tiefbrunnenschacht aus der Römerzeit.

=== Die Baugeschichte des Stiftsarmes ===


== Quelle ==
* G. Wiplinger & W. Letzner (eds): ''Wasserwesen zur Zeit des Frontinus'', ein Beitrag von [[Wolfgang Vetters]] (mit einem Beitrag von [[Stefan Karwiese]]): ''Das Almstollensystem im Mönchsberg von Salzburg'', ISBN 978-90-429-3561-7

[[Kategorie:Geografie]]
[[Kategorie:Hydrografie]]
[[Kategorie:Wasser]]
[[Kategorie:Stadt Salzburg]]
[[Kategorie:Altstadt]]
[[Kategorie:Riedenburg]]
[[Kategorie:Erzabtei St. Peter]]

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