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| − | '''Schüttdorf''' ist ein in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts entstandener und vorwiegend in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts stark gewachsener Stadtteil der [[Pinzgau|Pinzgauer]] Stadt [[Zell am See]]. Unter der Bezeichnung [https://de.wikipedia.org/wiki/Zell_am_See-Süd Zell am See-Süd] ist Schüttdorf Teil der Katastralgemeinde Zell am See. | + | '''Schüttdorf''' ist ein in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts entstandener und vorwiegend in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts stark gewachsener Stadtteil der [[Pinzgau|Pinzgauer]] Stadt [[Zell am See]]. Unter der Bezeichnung [[Zell am See-Süd]] ist Schüttdorf Teil der Katastralgemeinde Zell am See. |
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| | == Lage == | | == Lage == |
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| | == Allgemeines == | | == Allgemeines == |
| − | In diesem Stadtteil wohnten mit Stand 1.1. 2018 igs. 5345 Einwohner (Zählsprengel: Schüttdorf-Flugplatz-Zellermoos 2.379, Schüttdorf-Ost-Granisiedlung 1.511, Schüttdorf-Ost 1.455). Schüttdorf hat damit mehr Einwohner als die anderen Zeller Zählsprengel zusammen (4507, entfallend auf Zell am See-Zentrum 1.025, Zell am See-Nord 1.161, [[Bruckberg (Zell am See)|Bruckberg-Schmitten]] 1.198 und [[Thumersbach]]-Erlberg 1.123).<ref>Einwohnerzahl nach Zählsprengel 1.1.2018 Gebietsstand 1.1.2018) https://www.statistik.at/web_de/nomenu/suchergebnisse/index.html</ref> Die Beherbergungsbetriebe bieten über 3200 Gästebetten an (Stand Februar 2011). | + | In diesem Stadtteil wohnten mit Stand [[1. Jänner]] [[2018]] 5 345 Einwohner (Zählsprengel Schüttdorf-Flugplatz-Zellermoos 2 379, Schüttdorf-Ost-Granisiedlung 1 511, Schüttdorf-Ost 1 455). Schüttdorf hat damit mehr Einwohner als die anderen Zeller Zählsprengel zusammen (4 507, entfallend auf Zell am See-Zentrum 1 025, Zell am See-Nord 1 161, [[Bruckberg (Zell am See)|Bruckberg-Schmitten]] 1 198 und [[Thumersbach]]-Erlberg 1 123).<ref>Einwohnerzahl nach Zählsprengel 1. Jänner 2018 Gebietsstand 1. Jänner 2018) [https://www.statistik.at/web_de/nomenu/suchergebnisse/index.html www.statistik.at]</ref> Die Beherbergungsbetriebe bieten über 3 200 Gästebetten an (Stand Februar 2011). |
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| | == Entstehung und Entwicklung == | | == Entstehung und Entwicklung == |
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| | == Namengebung und Geschichte== | | == Namengebung und Geschichte== |
| − | Die Wurzeln des Namens Schüttdorf sind im mittelalterlichen „sit“, „sid“ bzw. mittelhochdeutschen „schüt[e]“ und somit dem „Schütt“ (Anschüttung, Anschwemmung) des Schüttbaches zu suchen. Auch der Hofname Schütter zu Schütt (heute [https://de.wikipedia.org/wiki/Schüttgut_(Zell_am_See) Schüttgut]) ist daraus abzuleiten. | + | Die Wurzeln des Namens Schüttdorf sind im mittelalterlichen „sit“, „sid“ bzw. mittelhochdeutschen „schüt[e]“ und somit dem „Schütt“ (Anschüttung, Anschwemmung) des Schüttbaches zu suchen. Auch der Hofname Schütter zu Schütt (heute [[Schüttgut]]) ist daraus abzuleiten. |
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| − | Infolge von Regulierungsmaßnahmen an der Salzach und der Anlage der Seekanäle wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts der Seespiegel des Zeller Sees um rund einen Meter gesenkt.<ref>Dürlinger, Josef (1866): Von Pinzgau. 1. Geschichtliche Übersichten, 2. Orte- und Kirchenmatrikel; mit chronologischer Tabelle. Selbstverlag: Salzburg. S. 22. In: Rainer Hochhold. Cella in Bisontio - Zell im Pinzgau - Zell am See. Eine historische Zeitreise. 2013; S. 185 bzw. Seefeldner, Erich (1961): Salzburg und seine Landschaften. Verlag „Das Bergland-Buch“: Salzburg/Stuttgart. S. 222. </ref> Dadurch konnte ein Großteil der Zeller Möser in Wiesen- und teilweise sogar in Ackerland verwandelt werden, auf den dadurch neu entstandenen Kulturflächen wurden zu Beginn des 20. Jahrhunderts auch erste „Hütteln“ gebaut, nach denen der neu entstehende Ortsteil als "Hütteldorf" bezeichnet wurde. Auf Antrag der Bewohner fasste die Stadtvertretung am 22. August 1930 den einstimmigen Beschluss, den Namen in Schüttdorf umzuändern.<ref>Sitzungsprotokoll der Stadtgemeinde Zell am See. In: Rainer Hochhold. Cella in Bisontio - Zell im Pinzgau - Zell am See. Eine historische Zeitreise. 2013; S. 307</ref> | + | Infolge von Regulierungsmaßnahmen an der Salzach und der Anlage der Seekanäle wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts der Seespiegel des Zeller Sees um rund einen Meter gesenkt.<ref>Dürlinger, Josef (1866): Von Pinzgau. 1. Geschichtliche Übersichten, 2. Orte- und Kirchenmatrikel; mit chronologischer Tabelle. Selbstverlag: Salzburg. S. 22. In: Rainer Hochhold. Cella in Bisontio - Zell im Pinzgau - Zell am See. Eine historische Zeitreise. 2013; S. 185 bzw. Seefeldner, Erich (1961): Salzburg und seine Landschaften. Verlag „Das Bergland-Buch“: Salzburg/Stuttgart. S. 222</ref> Dadurch konnte ein Großteil der Zeller Möser in Wiesen- und teilweise sogar in Ackerland verwandelt werden, auf den dadurch neu entstandenen Kulturflächen wurden zu Beginn des 20. Jahrhunderts auch erste „Hütteln“ gebaut, nach denen der neu entstehende Ortsteil als "Hütteldorf" bezeichnet wurde. Auf Antrag der Bewohner fasste die Stadtvertretung am 22. August 1930 den einstimmigen Beschluss, den Namen in Schüttdorf umzuändern.<ref>Sitzungsprotokoll der Stadtgemeinde Zell am See. In: Rainer Hochhold. Cella in Bisontio - Zell im Pinzgau - Zell am See. Eine historische Zeitreise. 2013; S. 307</ref> |
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| | An den Berglehnen der Areit und des Bruckberges lagen früher bedeutende Bergbaureviere. Die Gruben der Kupfer- und Schwefelkiesbergwerke wurden im 16. Jh. von privaten Gewerken (Rosenberger, Freyeisen, ...) und anschließend von der fürsterzbischöflichen Hofkammer betrieben. Die im Wesentlichen bis 1803 befahrenen Einbaue befanden sich zwischen dem Schüttbachgraben im Osten und vom Beilgut in Richtung Westen bis Limberg. | | An den Berglehnen der Areit und des Bruckberges lagen früher bedeutende Bergbaureviere. Die Gruben der Kupfer- und Schwefelkiesbergwerke wurden im 16. Jh. von privaten Gewerken (Rosenberger, Freyeisen, ...) und anschließend von der fürsterzbischöflichen Hofkammer betrieben. Die im Wesentlichen bis 1803 befahrenen Einbaue befanden sich zwischen dem Schüttbachgraben im Osten und vom Beilgut in Richtung Westen bis Limberg. |
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| | Über die frühere Verwaltungsstruktur von Bruckberg (Bezeichnung nach Lahnsteiner: „Bruckberg-Schmitten“)<ref>Lahnsteiner, Josef (1980a): Mitter- und Unterpinzgau: Mitterpinzgau. Saalbach, Saalfelden, Lofer, Salzburgisches Saaletal. – Unterpinzgau. Zell am See, Taxenbach, Rauris. 2. Aufl. (1. Aufl. 1960). Selbstverlag: Hollersbach. S. 21. In: Rainer Hochhold. Cella in Bisontio - Zell im Pinzgau - Zell am See. Eine historische Zeitreise. 2013; S. 309 bzw. 422</ref> ist sehr wenig bekannt, jedenfalls gehörte aber der Großteil der Berglehnen bis hin zur [[Schmittenhöhe]] zu einer eigenständigen Kommune. Die Eingemeindung in den Kommunalverband Zell am See erfolgte am 1. Oktober 1935, als letzter Vorstand von Bruckberg-Schmitten amtierte der Unterkeilbauer Alois Amoser. | | Über die frühere Verwaltungsstruktur von Bruckberg (Bezeichnung nach Lahnsteiner: „Bruckberg-Schmitten“)<ref>Lahnsteiner, Josef (1980a): Mitter- und Unterpinzgau: Mitterpinzgau. Saalbach, Saalfelden, Lofer, Salzburgisches Saaletal. – Unterpinzgau. Zell am See, Taxenbach, Rauris. 2. Aufl. (1. Aufl. 1960). Selbstverlag: Hollersbach. S. 21. In: Rainer Hochhold. Cella in Bisontio - Zell im Pinzgau - Zell am See. Eine historische Zeitreise. 2013; S. 309 bzw. 422</ref> ist sehr wenig bekannt, jedenfalls gehörte aber der Großteil der Berglehnen bis hin zur [[Schmittenhöhe]] zu einer eigenständigen Kommune. Die Eingemeindung in den Kommunalverband Zell am See erfolgte am 1. Oktober 1935, als letzter Vorstand von Bruckberg-Schmitten amtierte der Unterkeilbauer Alois Amoser. |
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| | ==Einzelnachweise== | | ==Einzelnachweise== |
| | + | <references/> |
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