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| | ==Geschichte== | | ==Geschichte== |
| − | Im [[Mittelalter]] stand südwestlich der [[Monikapforte (Müllner Schanze)|Monikapforte]] beim [[Mönchstein]] ein Turm, den man ''Tetelheimer Turm'' nannte nach den [[Tetlhaimer]]n, die in der Mitte des [[13. Jahrhundert]]s das [[Pflegegericht]] um [[Waging am See]] inne hatten. Von [[1419]] scheint dann die Familie [[Fröschlmooser]] bis [[1565]] als Besitzer des Turmes auf. Nach dem Tod von Christof Fröschlmooser verkauft die verarmte Witwe 1565 das gesamte Areal dem [[Bürger der Stadt Salzburg|Salzburger Bürger]] Wolf Windisch. Der Teil des Berges zwischen [[Augustinerkloster Salzburg|Augustinerkloster Mülln]] bis zum Bürgerholz bei der [[Bürgerwehr]] wurde dann ''Windischberg'' genannt. Nach mehreren Besitzerwechseln, unter anderem auch an das Augustinerkloster Mülln ([[1622]]), erwarb das Areal [[1654]] die [[Alte Universität|Universität Salzburg]]. Hier erbaute die Universität südöstlich der Monikapforte ein kleines Schlösschen, in dem Professoren ihren Sommerurlaub verbrachten, daher hatte das Anwesen den Namen ''Professorenschlösschen''. Für einige Jahre wohnte hier der Schriftsteller [[Lorenz Hübner]]. | + | === Mittelalterliche Bauten im Umfeld === |
| | + | Im [[Mittelalter]] stand südwestlich der [[Monikapforte (Müllner Schanze)|Monikapforte]] beim [[Mönchstein]] ein Turm, den man ''Tetelheimer Turm'' nannte nach den [[Tetlhaimer]]n, die in der Mitte des [[13. Jahrhundert]]s das [[Pflegegericht]] um [[Waging am See]] inne hatten. Von [[1419]] scheint dann die Familie [[Fröschlmooser]] bis [[1565]] als Besitzer des Turmes auf. Oberhalb der Monikapforte stand als Wachturm der [[Mönchsteinturm]]. |
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| − | Der erste [[Jüdischer Friedhof Salzburg|jüdische Friedhof]] in Salzburg lag im [[14. Jahrhundert|14.]] und [[15. Jahrhundert]] in der Vorstadt [[Mülln]] unweit der [[Müllner Kirche]]. Nächst diesem Judenfriedhof wurde 1654 auf dem gleichnamigen Gelände ein [[Observatorium Universität Salzburg|Observatorium]] für die Universität Salzburg - eine [[Astronomie|astronomische]] Beobachtungsstelle (''mathematischer Turm'') - erbaut, die [[1770]] baufällig geworden war und bald danach abgerissen wurde.
| + | Nach dem Tod von Christof Fröschlmooser verkauft die verarmte Witwe [[1565]] das gesamte Areal dem [[Bürger der Stadt Salzburg|Salzburger Bürger]] Wolf Windisch. Der Teil des Berges zwischen [[Augustinerkloster Salzburg|Augustinerkloster Mülln]] bis zum Bürgerholz bei der [[Bürgerwehr]] wurde dann ''Windischberg'' genannt. |
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| − | Die bereits um 1540 erwähnte Kapelle wurde am [[31. August]] [[1661]] zu Ehren der heiligen Maria, Anna und aller heiligen Mönche vom Universitätsrektor neu geweiht. Eine neuerliche große Feier, zu der alle Professoren und Studenten der Universität in einem feierlichen Zug beim Schlösschen erschienen, fand 100 Jahre später zur Jahrhundertfeier statt.
| + | === ''Professorenschlösschen'' für die Benediktineruniversität === |
| | + | Nach mehreren Besitzerwechseln, unter anderem auch an das Augustinerkloster Mülln ([[1622]]), verkauft Elisabeth Huber, Witwe nach Balthasar Huber, Doktor der Rechte, Hofkammerrat und Landschaftskanzler,<ref>Quelle [http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sch&datum=18960523&query=%22M%c3%b6nchstein%22&ref=anno-search&seite=4 ANNO], [[Salzburger Chronik]], Ausgabe vom 23. Mai 1896, Seite 4</ref> das Areal [[1654]] die [[Alte Universität|Universität Salzburg]]. Hier erbaute die [[Benediktineruniversität]] südöstlich der Monikapforte ein kleines Schlösschen, in dem Professoren ihren Sommerurlaub verbrachten, daher hatte das Anwesen den Namen ''Professorenschlösschen''. Das daneben liegende Gebäude nannte man ''Konviktschlösschen''.<ref>Quelle [http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=19140215&query=%22M%c3%b6nchstein%22&ref=anno-search&seite=3 ANNO], [[Salzburger Wacht]], Ausgabe vom 15. Februar 1914, Seite 3</ref> |
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| | + | === Salzburger Universitätsobservatorium === |
| | + | Der erste [[Jüdischer Friedhof Salzburg|jüdische Friedhof]] in Salzburg lag im [[14. Jahrhundert|14.]] und [[15. Jahrhundert]] in der Vorstadt [[Mülln]] unweit der [[Müllner Kirche]]. Seine genaue Lage lässt sich nicht mehr eruieren. Nächst diesem Judenfriedhof wurde 1654 auf dem gleichnamigen Gelände ein [[Observatorium Universität Salzburg|Observatorium]] für die Universität Salzburg - eine [[Astronomie|astronomische]] Beobachtungsstelle (''mathematischer Turm'') - erbaut, die unter [[Rektoren der Benediktineruniversität Salzburg|Rektor]] [[Augustin Schelle]] (Ende [[18. Jahrhundert]]) aufgelassen und bald danach abgerissen wurde. Für einige Jahre wohnte hier der Schriftsteller [[Lorenz Hübner]] und schrieb sein Gedicht "''Abschied vom Mönchsberg''".<ref name="SV1914">Quelle [http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=19140215&query=%22M%c3%b6nchstein%22&ref=anno-search&seite=3 ANNO], Salzburger Volksblatt, Ausgabe vom 15. Februar 1914, Seite 3</ref> |
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| | + | === Nicht mehr bestehende Kapelle === |
| | + | Die bereits um 1540 auf diesem Grundstück erwähnte Kapelle wurde am [[31. August]] [[1661]] zu Ehren der heiligen Maria, Anna und aller heiligen Mönche vom Universitätsrektor neu geweiht. Eine neuerliche große Feier, zu der alle Professoren und Studenten der Universität in einem feierlichen Zug beim Schlösschen erschienen, fand 100 Jahre später zur Jahrhundertfeier statt. Sie wurde vor 1867 abgerissen. Drei der Glasgemälde aus dieser Kapelle konnten 1870 in München entdeckt und für das [[Salzburg Museum|Städtische Museum]] angekauft werden.<ref>Quelle [http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sza&datum=18700627&query=%22M%c3%b6nchstein%22&ref=anno-search&seite=2 ANNO], [[Salzburger Zeitung]], Ausgabe vom 27. Juni 1870, Seite 2</ref> |
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| | + | === 19. Jahrhundert === |
| | Nach der Aufhebung der Universität wurde das Anwesen unter der bayerischen Regierung im November [[1813]] versteigert und von [[Joseph Felner]], einem damals als königlich-bayerischer Rat am Obersten Gerichtshof tätigen Salzburger erworben. | | Nach der Aufhebung der Universität wurde das Anwesen unter der bayerischen Regierung im November [[1813]] versteigert und von [[Joseph Felner]], einem damals als königlich-bayerischer Rat am Obersten Gerichtshof tätigen Salzburger erworben. |
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| − | Als das abgebrannte [[Schloss Mirabell]] nach 1818 in neuem Stil von [[Peter Nobile]] erneuert wurde, fielen der Spitzhacke neben anderen Schmuckelementen auch 36 Figuren, damals entlang des unteren Dachfirstes aufgestellt, zum Opfer. Etliche Statuen wurden damals mit dem Karren zum Garten des Schlosses Mönchstein gebracht und dort aufgestellt.<ref>Quelle Dr. [[Reinhard Medicus]] in [[Diskussion:Mirabellgarten]] Eintrag vom 26. August 2018</ref>
| + | Nachdem er das Schlösschen renovieren hatte lassen, betraute Felner, da er sich selten in Salzburg befand, [[Josef Leopold Hagenauer]] mit der Verwaltung des Gutes. [[Hagenauer]]s Sohn Josef erwarb schließlich [[1834]] das Anwesen. [[1815]] besuchte die russische Zarin den Pächter Hagenauer und schenkte ihm als Dank für seine Führung ihr seidenes Gürtelband.<ref name="SV1914"></ref> |
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| | + | Im Garten fand dann eine skurrile Sammlung Hagenauers Platz: Er hatte nach dem [[Stadtbrand Salzburg 1818|Stadtbrand]] [[1818]] im [[Schloss Mirabell]] die vom Dach herunter geworfenen Statuen gesammelt. Etliche Statuen wurden damals mit dem Karren zum Garten des Schlosses Mönchstein gebracht und dort aufgestellt<ref>Quelle Dr. [[Reinhard Medicus]] in [[Diskussion:Mirabellgarten]] Eintrag vom 26. August 2018</ref> und er versah sie mir recht originellen Beschriftungen. ''Himmel, wer hätte das geglaubt! Was Krieg und Stürme nicht vermochten, dies war dem Frieden vorbehalten, mir meine Linke abzureißen'' war beispielsweise bei einer Statue zu finden, deren Arm abgebrochen war<ref>weitere Details dazu in der Publikation von [[Adolf Frank]], ''Der Mönchsberg und seine Baulichkeiten'', [[Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde]] 70, 1930, S. 1-44</ref>. |
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| − | Nachdem er das Schlösschen renovieren hatte lassen, betraute Felner, da er sich selten in Salzburg befand, [[Josef Leopold Hagenauer]] mit der Verwaltung des Gutes. [[Hagenauer]]s Sohn Josef erwarb schließlich [[1834]] das Anwesen. Im Garten fand dann eine skurrile Sammlung Hagenauers Platz: er hatte nach dem Brand [[1818]] im [[Schloss Mirabell]] die vom Dach herunter geworfenen Statuen gesammelt, stellte sie im Garten auf und versah sie mir recht originellen Beschriftungen. ''Himmel, wer hätte das geglaubt! Was Krieg und Stürme nicht vermochten, dies war dem Frieden vorbehalten, mir meine Linke abzureißen'' war beispielsweise bei einer Statue zu finden, deren Arm abgebrochen war<ref>weitere Details dazu in der Publikation von [[Adolf Frank]], ''Der Mönchsberg und seine Baulichkeiten'', [[Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde]] 70, 1930, S. 1-44</ref>.
| + | === 20. Jahrhundert === |
| | + | Jedenfalls verkauften dann [[1887]] Hagenauers Erben das Gut an den Privatbankier [[Karl Leitner]], der dann dem Anwesen seinen Namen gab. Seine Frau Kreszentia Leitner beauftragte [[Jakob Ceconi]] mit Umbauarbeiten. Bereits [[1905]] annoncierte Leitner sein ''Schlößchen Mönchstein'' zum teilweise oder gesamten Anmieten - also der Beginn des späteren Hotels.<ref>Quelle [http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=19050816&query=%22M%c3%b6nchstein%22&ref=anno-search&seite=8 ANNO], [[Salzburger Volksblatt]], Ausgabe vom 16. August 1905, Seite 8</ref> |
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| − | Jedenfalls verkauften dann [[1887]] Hagenauers Erben das Gut an den Privatbankier [[Karl Leitner]], der dann dem Anwesen seinen Namen gab. Seine Frau Kreszentia Leitner beauftragte [[Jakob Ceconi]] mit Umbauarbeiten. Sie veräußerte nach dem Tod ihres Mannes (1911) [[1917]] das Anwesen an Generaldirektor [[Hofrat]] [[Bela Veith]], den damaligen Finanzberater des rumänischen Königshauses. Dieser vergrößerte den Besitz und gab ihm sein heutiges Aussehen. Nach seinem Tod [[1933]] verschuldeten sich seine beide Söhne Guido und Ferdinand schwer.
| + | Nach dem Tod ihres Mannes (1911) veräußerte seine Witwe [[1917]] das Anwesen an Generaldirektor [[Hofrat]] [[Bela Veith]], den damaligen Finanzberater des rumänischen Königshauses. Dieser vergrößerte den Besitz und gab ihm sein heutiges Aussehen. Nach seinem Tod [[1933]] verschuldeten sich seine beide Söhne Guido und Ferdinand schwer. |
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| − | Im [[20. Jahrhundert]] wohnte nächstgelegen in der zugehörigen einstigen Meierei der Maler [[Anton Faistauer]]. | + | Im [[20. Jahrhundert]] wohnte in der zugehörigen einstigen Meierei der Maler [[Anton Faistauer]]. |
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| | == Das kleine Schlösschen wird Hotel == | | == Das kleine Schlösschen wird Hotel == |
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| | {{SORTIERUNG: Mönchstein, Schloss}} | | {{SORTIERUNG: Mönchstein, Schloss}} |
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