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| | Der Bau des Brunnens fiel in die Jahre [[1656]] bis [[1661]]. Obwohl der Brunnen allgemein große Bewunderung erregte und für den schönsten Deutschlands galt, blieb der Name seines Schöpfers unüberliefert. Akten, die darüber Aufschluss hätten geben können, wurden in der ersten Hälfte des [[19. Jahrhundert]]s eingestampft. | | Der Bau des Brunnens fiel in die Jahre [[1656]] bis [[1661]]. Obwohl der Brunnen allgemein große Bewunderung erregte und für den schönsten Deutschlands galt, blieb der Name seines Schöpfers unüberliefert. Akten, die darüber Aufschluss hätten geben können, wurden in der ersten Hälfte des [[19. Jahrhundert]]s eingestampft. |
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| − | Im 19. Jahrhundert galt als Schöpfer des Residenzbrunnens [[Giovanni Antonio Dario]] (* wahrscheinlich 1630, † 1702), dessen Name besonders mit den Salzburger [[Dombögen]] verbunden ist. Urheber dieser Ansicht war [[Joseph Ernst Ritter von Koch-Sternfeld]] mit einer im Jahr [[1811]] veröffentlichten Arbeit<ref> ''Historisch-staatsökonomische Notizen über Straßen- und Wasserbau [und Bodenkultur im Herzogthum Salzburg und Fürstenthum Berchtesgaden]'', Salzburg 1811, S. 4.</ref>, ihm folgten [[Benedikt Pillwein]]<ref>Künsterlexikon = ''Biographische Schilderungen oder Lexikon Salzburgischer theils verstorbener theils lebender Künstler'', Salzburg 1821.</ref>, Albert Ilg<ref> Albert Ilg, ''Antonio Dario'', in Mitteilungen der k. k. Central-Commision NF XII (1886) 69. Band XIII (1914), 224. Ilg (*1847, † 1896) </ref>, und, nach eingehender Untersuchung, [[Friedrich Pirckmayer]] (1888), der Darios Anwesenheit in Salzburg für die Jahre 1656 bis 1675 nachwies<ref>Friedrich Pirckmayer, ''Giovanni Antonio Dario, der Erbauer des Residenzbrunnens.'' Sonderabdruck aus der „Salzburger Zeitung" 1888, nachgedruckt in dessen Notizen zur Bau-, und Kunstgeschichte Salzburgs in Landeskunde 43 (1903) 296-337.</ref>. | + | Im 19. Jahrhundert galt als Schöpfer des Residenzbrunnens [[Giovanni Antonio Dario]] (* wahrscheinlich 1630; † 1702), dessen Name besonders mit den Salzburger [[Dombögen]] verbunden ist. Urheber dieser Ansicht war [[Joseph Ernst Ritter von Koch-Sternfeld]] mit einer im Jahr [[1811]] veröffentlichten Arbeit<ref> ''Historisch-staatsökonomische Notizen über Straßen- und Wasserbau [und Bodenkultur im Herzogthum Salzburg und Fürstenthum Berchtesgaden]'', Salzburg 1811, S. 4.</ref>, ihm folgten [[Benedikt Pillwein]]<ref>Künsterlexikon = ''Biographische Schilderungen oder Lexikon Salzburgischer theils verstorbener theils lebender Künstler'', Salzburg 1821.</ref>, Albert Ilg<ref> Albert Ilg, ''Antonio Dario'', in Mitteilungen der k. k. Central-Commision NF XII (1886) 69. Band XIII (1914), 224. Ilg (*1847; † 1896) </ref>, und, nach eingehender Untersuchung, [[Friedrich Pirckmayer]] (1888), der Darios Anwesenheit in Salzburg für die Jahre 1656 bis 1675 nachwies<ref>Friedrich Pirckmayer, ''Giovanni Antonio Dario, der Erbauer des Residenzbrunnens.'' Sonderabdruck aus der „Salzburger Zeitung" 1888, nachgedruckt in dessen Notizen zur Bau-, und Kunstgeschichte Salzburgs in Landeskunde 43 (1903) 296-337.</ref>. |
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| − | Im Jahr [[1914]] trat dieser bis dahin unbestrittenen Ansicht der bedeutende österreichische Kunsthistoriker [[Hans Tietze]] (* 1880, † 1954) u.a. mit dem Argument entgegen, dass Dario kein Bildhauer, sondern Architekt und Ingenieur gewesen sei<ref>Hans Tietze: ''Österreichische Kunsttopographie'', Band XIII (1914), 224, und ''Salzburger Brunnen'', Sonderabdruck aus „Kunst und Kunsthandwerk" XVII (1914), S. 8-13.)</ref>. | + | Im Jahr [[1914]] trat dieser bis dahin unbestrittenen Ansicht der bedeutende österreichische Kunsthistoriker [[Hans Tietze]] (* 1880; † 1954) u.a. mit dem Argument entgegen, dass Dario kein Bildhauer, sondern Architekt und Ingenieur gewesen sei<ref>Hans Tietze: ''Österreichische Kunsttopographie'', Band XIII (1914), 224, und ''Salzburger Brunnen'', Sonderabdruck aus „Kunst und Kunsthandwerk" XVII (1914), S. 8-13.)</ref>. |
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| | Diesen Einwänden Tietzes schloss sich, nach Betrachtung der überlieferten Salzburger und späteren Tätigkeit Darios, [[Franz Martin]] an und machte sich auf die Suche nach dem wahren Meister des Residenzbrunnens. Hiezu berichtet er zunächst von einer merkwürdigen Begebenheit: | | Diesen Einwänden Tietzes schloss sich, nach Betrachtung der überlieferten Salzburger und späteren Tätigkeit Darios, [[Franz Martin]] an und machte sich auf die Suche nach dem wahren Meister des Residenzbrunnens. Hiezu berichtet er zunächst von einer merkwürdigen Begebenheit: |
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| | (nach Franco Cavarocchi<ref>Franco Cavarocchi: ''Künstler aus dem Valle Intelvi in Salzburg und Österreich'', in MGSLK 119 (1979) S. 281-304 [285 f].</ref>) | | (nach Franco Cavarocchi<ref>Franco Cavarocchi: ''Künstler aus dem Valle Intelvi in Salzburg und Österreich'', in MGSLK 119 (1979) S. 281-304 [285 f].</ref>) |
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| − | Befruchtet wurde die Beschäftigung mit dieser Frage durch die Forschungen über die Künstler des Intelvi-Tals<ref>nördlich von Como, Lombardei, Italien, in Richtung Luganer See, Schweiz</ref>, die Franco Cavarocchi (* 1911, †1996) durchführte und deren Erkenntnisse er von 1965 bis 1992 in etlichen Veröffentlichungen niederlegte. Erwähnt sei in diesem Zusammenhang eine Reise, die eine Gruppe von Mitgliedern der [[Gesellschaft für Salzburger Landeskunde]] im Mai 1978 in das Intelvital, die Heimat des Salzburger Dombaumeisters [[Santino Solari]], unternahm. In einem Ort dieses lombardischen Tales, nämlich in Pellio Inferiore, war auch Darios Familie beheimatet. Giovanni Antonio Dario war in erster Ehe mit Francesca Garuo Allio aus Scaria d'Intelvi verheiratet, deren Bruder Tommaso Garuo Allio mit dem von Franz Martin aufgefundenen italienischen Bildhauer gleichzusetzen ist. Der Familienname hatte die Schreibung '''„Garouo“ (für Garovo oder Garuo)''', die aber in „Garo'''n'''o“ verändert wurde. „Nur durch diese Verwandtschaft“ – so vermerkt Cavarocchi lakonisch – „kann man die beiden Künstler in der so oft diskutierten verwickelten Frage nach dem Plan und der Ausführung des Salzburger Residenzbrunnens unter einen Hut bringen.“ | + | Befruchtet wurde die Beschäftigung mit dieser Frage durch die Forschungen über die Künstler des Intelvi-Tals<ref>nördlich von Como, Lombardei, Italien, in Richtung Luganer See, Schweiz</ref>, die Franco Cavarocchi (* 1911; †1996) durchführte und deren Erkenntnisse er von 1965 bis 1992 in etlichen Veröffentlichungen niederlegte. Erwähnt sei in diesem Zusammenhang eine Reise, die eine Gruppe von Mitgliedern der [[Gesellschaft für Salzburger Landeskunde]] im Mai 1978 in das Intelvital, die Heimat des Salzburger Dombaumeisters [[Santino Solari]], unternahm. In einem Ort dieses lombardischen Tales, nämlich in Pellio Inferiore, war auch Darios Familie beheimatet. Giovanni Antonio Dario war in erster Ehe mit Francesca Garuo Allio aus Scaria d'Intelvi verheiratet, deren Bruder Tommaso Garuo Allio mit dem von Franz Martin aufgefundenen italienischen Bildhauer gleichzusetzen ist. Der Familienname hatte die Schreibung '''„Garouo“ (für Garovo oder Garuo)''', die aber in „Garo'''n'''o“ verändert wurde. „Nur durch diese Verwandtschaft“ – so vermerkt Cavarocchi lakonisch – „kann man die beiden Künstler in der so oft diskutierten verwickelten Frage nach dem Plan und der Ausführung des Salzburger Residenzbrunnens unter einen Hut bringen.“ |
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| | Tommaso Garuo Allio starb am 18. September 1667, zwei Tage nach Errichtung seines Testaments, in [[Padua]].<ref> [http://dominico.joanneum.at/dom_wa/projekt/glossar/glossar_t.html Glossar zum Projekt „Domenico dell'Allio“] unter Bezug auf eine Quelle „Sacardo, 1981“.</ref> Auf ihn trifft demnach das von Ertinger überlieferte Ende des italienischen Bildhauers nicht zu. | | Tommaso Garuo Allio starb am 18. September 1667, zwei Tage nach Errichtung seines Testaments, in [[Padua]].<ref> [http://dominico.joanneum.at/dom_wa/projekt/glossar/glossar_t.html Glossar zum Projekt „Domenico dell'Allio“] unter Bezug auf eine Quelle „Sacardo, 1981“.</ref> Auf ihn trifft demnach das von Ertinger überlieferte Ende des italienischen Bildhauers nicht zu. |