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, 10:58, 31. Okt. 2018
Die '''Walpurgisnacht''' ist eine ''verhexte'' Nacht von [[30. April]] auf [[1. Mai]].
== Geschichte ==
In dieser Nacht sagt man, haben Hexen Ausgang und treffen sich in dieser ''Freinacht''. Heidnische Vorstellungen von bösen Mächten, die in dieser Nacht ihr Unwesen trieben, mag der Brauch des ''Sach Vertragn'' in dieser Nacht hängengeblieben sein.
Die hl. Walpurgis (''Wapurga'') war eine angelsächische Königstochter. Sie lebte im [[8. Jahrhundert]]. Sie war Äbtissin eines deutschen Doppelklosters und wurde am 1. Mai, vermutlich im Jahr 870, von Papst Hadrian II. heiliggesprochen. Sie ist eine Patronin der Kranken, Bauern und Wöchnerinnen.
Wahrscheinlich war diese Nacht schon vor dem Erscheinen von [[Johann Wolfgang von Goethe|Goethes]] ''Faust'' als Hexennacht bekannt. Nachdem Goethe im Jahr 1777 den ''Bocksberg'', einen Brocken im norddeutschen Harzgebirge, bestiegen hatte, schrieb er die Ballade "''Die erste Walpurgisnacht''".
== Beltene ==
Die [[Kelten]] feierten das Fest ''Beltene''. Mit 30. April ging die dunkle Jahreshälfte zu Ende und der Sommer begann für sie. Auch in dieser Nacht, wie in jener am Beginn von [[Allerheiligen#Samhain|Samhain]], standen die Türen zur ''Anderswelt'' zu den Verstorbenen (für einen "Besuch") offen. Das Fest stand unter dem Schutz des keltischen Lichtgottes ''Belenus''. Dieser fand besonders in den [[Ostalpen]] große Verehrung.
Es fand in der Zeit statt, in der alles schnell ''ins Kraut schießt'' und stellte somit das zentrale Fruchtbarkeitsfest der Kelten dar. Dies bezog sich aber nicht nur auf die Natur sondern auch auf die Menschen. So überlebte der Brauch im ostalpinen Raum, dass sich junge Leute, fest umarmt, paarwiese eine Wiesen hinunter rollen. Dies soll Mensch und Boden Fruchtbarkeit bringen.
Zu alpinen Ritualen der Kelten gehörte in dieser Nacht auch auf bestimmten Bergen Feuer zu entzünden und sie brennend ins Tal rollen zu lassen.
== Philippeln ==
Dass dann diese Nacht zum ''Philippeln'' wurde könnte auf fränkisches Recht zurückgehen. Dieses hatte diese Nacht als außergerichtliche Konfliktaustragung vorgesehen. Es gab aber mehrere sogenannte Unruhnächte. So galtrn auch die Nächte von [[Ostersonntag]] auf Ostermontag, von Pfingstsonntag und Pfingsmontag und der Vorrabend des Festes zu Ehren des Apostels Philippus als solche.
Der im Salzburger [[Flachgau|Flach]]- und [[Tennengau]] ausgeübte Brauch wird allerdings immer seltener. Hingegen genießt er im [[Rupertiwinkel]] noch hohes Ansehen. Im [[Berchtesgadener Land]] nennt man diese Nacht ''Dugnacht'', in der gleichfalls viel Unfug getrieben wird.
Der Apostel Philippus sagt man, ist im Himmel für Ordnung zuständig. Doch man verlegte seinen Gedenktag vom 1. Mai auf den [[3. Mai]], was aber nichts daran änderte, den Brauch weiterhin in der Nacht vom 30. April auf 1. Mai auszuüben.
== Quellen ==
* [[Verschwundene Bräuche]], Seite 203f
* [[Die Kelten]], Seite 125f
* [[Salzburger Brauch]], Seite 172
[[Kategorie:Kultur und Bildung]]
[[Kategorie:Kultur]]
[[Kategorie:Volkskultur]]
[[Kategorie:Brauch]]