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[[Datei:Waagplatz DSC 0127.JPG|thumb|Das "Schaffner-Haus" Waagplatz 2]]
Das '''Schaffner-Haus''' ist ein unter [[Denkmalschutz]] stehendes historisches Gebäude in der [[Salzburg]]er [[Altstadt]] am [[Waagplatz]].

== Einleitung ==
Das Schaffner-Haus besteht aus zwei Gebäuden. Im Gebäude direkt an den Waagplatz grenzend befindet sich heute das [[K+K Restaurant am Waagplatz]], in dem ein historisches Gewölbe aus dem [[12. Jahrhundert]] als [[Freysauffkeller]] genutzt wird.

Im hinterer Teil, der über einen kurzen Weg an der linke Gebäudeeck erreichbar ist, trägt heute die Adresse ''Waagplatz 1a'' und wird als heute [[Georg-Trakl-Haus]] bezeichnet. Dieser Teil des Gebäudes ist das Geburtshaus des Dichters [[Georg Trakl]] (* [[1887]], † [[1914]]).

Der Großteil der Bausubstanz beider Gebäudeteile stammt aus dem [[16. Jahrhundert]]. Die heutige Fassade wurde um [[1860]] neu gestaltet.

Heute befindet sich im hinteren Gebäude und um dessen Hof eine Gedenkstätte mit Museum für Georg Trakl sowie die [[Salzburger Kulturvereinigung]].

Im sogenannten Trakl-Hof kann man die von Arno Breker geschaffene Büste des senegalesischen Politikers und Dichters [[Léopold Sédar Senghor]] (* [[1906]], † [[2001]]) und eine [[Ziehbrunnen Georg-Trakl-Haus|Ziehbrunnen]] sehen. Die Bürgerhäuser um diesen Hof stammen im Kern aus dem Mittelalter.

== Geschichte der Gebäudeteile ==
Wie der Fund eines Mosaikbodens innerhalb der Toreinfahrt beweist, stehen die Gebäude auf Resten des alten [[Iuvavum|Iuvavums]].

Um [[1181]]–83 wird ein ''Meinhard '''vor''' der Pforte'' als Besitzer des Hauses genannt. Damit wurde ausdrückt, dass Meinhard innerhalb der damals dort gelegenen Pforte (Stadttor?) wohnte. Im Gegensatz zu seinem Sohn oder Enkel, den man um [[1231]] als ''Meinhard '''an''' der Pforte'' bezeichnete.

[[1250]] findet sich in den Büchern des [[Domkapitel]]s eine Geldanweisung an die Söhne von Karl von [[Guetrater|Gutrat]] Otto und [[Chuno]], die im Hause ''Meinhard an der Pforte'' wohnten. Dieses Haus hatten die Gutrater zu Erbrecht, den noch [[1364]] den Namen ''des drugsazz haws''' - die Gutrater waren des [[Erzstift Salzburg|Erzstifts]] [[Erklärungen früherer Bezeichnungen und Ausdrücke#T|Erbtruchsesse]].

[[Erzbischof]] [[Friedrich III. von Leibnitz]] tauschte [[1327]] mit dem [[Benediktinerstift Admont]] deren [[Admonter Hof|älteren Admonter Hof]] gegen diese beiden Häuser am Waagplatz. Friedrich errichtete daraufhin anstelle des alten Admonter Hofes das [[Bürgerspital St. Blasius]].

[[1412]] gab Abt <span style="color:green">Georg Lueger</span><ref>siehe Ennstalwiki → [[enns:Georg Lueger]]</ref><ref>{{ennswiki}}</ref> von Admont das Haus dem Goldschmied Peter zu ''Leibgeding'' (auf drei ''Leib'': Peter, seiner Frau und Schwester).

[[1443]] bekam die Hälfte des Hauses der Maler Hanns Mynner zu Erbrecht, die andere Hälfte Oswald Kramer.

[[1454]] besaß es oder wohnte darin der Apotheker Zacharias Stewitz. [[1476]] ging es im Erbrecht von dessen Kindern auf den [[Bürgermeister der Stadt Salzburg|Bürgermeister]] (1468, 1469, 1476 und 1477) [[Jakob Schönperger]] über.

Aber noch zu dieser Zeit bestand die Verpflichtung, Mönchen von Admont während ihres Aufenthalts in Salzburg mit ''Dach und Fach'' zu versorgen.

[[1496]] findet sich die Erwähnung als ''des von Admont haws'', [[1514]] wohnte der abgedankte Abt <span style="color:green">Michael Kollin</span><ref>siehe Ennstalwiki → [[enns:Michael Kollin]] im ''oberen Stübchen'' des Hauses.

[[1500]] erhielt Afra Stumpf das Gebäude zu Leibgeding, [[1526]] war es des ''Stumphen und Rudolph-haws''.

Das Gebäude ging dann höchstwahrscheinlich [[1575]] in das erzbischöfliche Urbar über und befand sich noch [[1650]] in demselben.

[[1593]] erwarb es Wolf Baurnfeind durch Kauf, des Mathias Baurnfeind Witwe, geb. Zapler, wieder verheiratete ''Fraißsauf'', erhielt [[1641]] beide Häuser. [[1647]] besaß Egidius Berner den hinten errichteten Neubau, das ''Bernerstöckl''. Seine Frau Sophia war eine Tochter Baurnfeinds. Frau von Kimpflern, geb. Baurfeind, vereinigte dann [[1676]] beide Häuser.

Mehrere Verwandte erhielten die Gebäude und es kam immer wieder zu Teilungen.

Es folgen u. a. Johann Sebastian, dann [[1806]] Caspar von Freißauf (Fraißauf und Freisauf), 1808 ein Kaufmann Freyssauf, [[1813]] dessen Erbe und vier weitere Verwandte und [[1818]] der Kaufmann Schaffner, der dem Haus den Namen gab. [[1858]] gab es drei Besitzer und [[1874]] folgten Karl Roll und Harretsberger.

Auch wird wiederkehrend eine Unterscheidung zwischen dem vorderen (Waagplatz 2) und dem hinteren (heute Waagplatz 1a) Gebäude erwähnt. Bei den Teilungen des Hauses in ein vorderes, hinteres, in Böden, in Viertel, 32tel, 74tel wurden auch die Fischbehälter, die Keller, das Torwartzimmer, das Wagen-, Speise- und Käsegewölbe, der Stall, die Teile des Dachbodens den jeweiligen Eigentümner zugeschrieben.

== Quellen ==
* Die Einleitung stammt vom Text "Waagplatz" und dortigen Quellen
* [[Franz Valentin Zillner]]: ''Geschichte der Stadt Salzburg'', zwei Bände, in drei Teilen, Salzburg 1885–1890, Seite 277 (bei [https://archive.org/details/bub_gb_M5MJAAAAIAAJ/page/n290 Internetabfrage] Seite 290)
* [[Digitaler Stadtplan von Salzburg]]

== Weblinks ==
* Lage auf dem [https://maps.stadt-salzburg.at/#zoom=6&lat=47.79925&lon=13.04712&layers=0&marker=1 digitalen Stadtplan von Salzburg]

== Fußnote ==
<references/>

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