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Das letzte Stück des Aufstiegs führt nahe an der Bergstation des Schlepplifts links (nördlich) vorbei und in großem Rechtsbogen hinauf zur Bergstation der Goldbergbahn. Hier taucht, wie schon unten nächst der [[Schiedeck-Hütte]], wieder die kugelförmige Metallkonstuktion auf, die der renommierte Salzburger Architekt [[Gerhard Garstenauer]] vor ca. vier Jahrzehnten entworfen hat. Wir gehen aber noch ein Stückchen weiter nach Süden hinauf und erreichen endlich den Gipfel des Kreuzkogels in 2 686 m. A. Seehöhe. Es bietet sich ein gewaltiger Rundblick über die Dreitausender, vom [[Ankogel]] über [[Geiselkopf]] und [[Schareck]] zum [[Hohen Sonnblick|Sonnblick]] und [[Hocharn]]. Nach einer wohlverdienten Rast widmen wir unser Augenmerk den Pflanzen. Es gibt in dieser Höhe sogar noch eine Weide, nämlich die winzige [[Kraut-Weide]. Je nach Jahreszeit blühen die [[Zwerg-Primel]], die [[Kleb-Primel]] ("Blauer Speik"), der [[Gletscher-Hahnenfuß]], der [[Frühlings-Enzian]], der [[Alpen-Mannsschild]], verschiedene [[Steinbrech]]-Arten, die [[Kriech-Nelkenwurz]], der [[Eigentliche-Tauern-Eisenhut]] (sehr giftig!), der [[Alpen-Mauerpfeffer]] ("Fetthenne") und viele weitere. Von den Farnen ist es der Bruch-Blasenfarn, der sehr hoch steigt, bis ca. 2500 [[m ü. A.]]. Aus der Gruppe der [[Flechte]]n sind als Gipfelbereich-Beispiele zu nennen die [[Landkartenflechte]], die [[Totengerippe-Flechte]] und die [[alpine Strunkflechte]].
 
Das letzte Stück des Aufstiegs führt nahe an der Bergstation des Schlepplifts links (nördlich) vorbei und in großem Rechtsbogen hinauf zur Bergstation der Goldbergbahn. Hier taucht, wie schon unten nächst der [[Schiedeck-Hütte]], wieder die kugelförmige Metallkonstuktion auf, die der renommierte Salzburger Architekt [[Gerhard Garstenauer]] vor ca. vier Jahrzehnten entworfen hat. Wir gehen aber noch ein Stückchen weiter nach Süden hinauf und erreichen endlich den Gipfel des Kreuzkogels in 2 686 m. A. Seehöhe. Es bietet sich ein gewaltiger Rundblick über die Dreitausender, vom [[Ankogel]] über [[Geiselkopf]] und [[Schareck]] zum [[Hohen Sonnblick|Sonnblick]] und [[Hocharn]]. Nach einer wohlverdienten Rast widmen wir unser Augenmerk den Pflanzen. Es gibt in dieser Höhe sogar noch eine Weide, nämlich die winzige [[Kraut-Weide]. Je nach Jahreszeit blühen die [[Zwerg-Primel]], die [[Kleb-Primel]] ("Blauer Speik"), der [[Gletscher-Hahnenfuß]], der [[Frühlings-Enzian]], der [[Alpen-Mannsschild]], verschiedene [[Steinbrech]]-Arten, die [[Kriech-Nelkenwurz]], der [[Eigentliche-Tauern-Eisenhut]] (sehr giftig!), der [[Alpen-Mauerpfeffer]] ("Fetthenne") und viele weitere. Von den Farnen ist es der Bruch-Blasenfarn, der sehr hoch steigt, bis ca. 2500 [[m ü. A.]]. Aus der Gruppe der [[Flechte]]n sind als Gipfelbereich-Beispiele zu nennen die [[Landkartenflechte]], die [[Totengerippe-Flechte]] und die [[alpine Strunkflechte]].
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Als "beliebte" Substrate für viele Pflanzenarten fehlen hier die mesozoischen Schiefer (obere Schieferhülle) mit ihren meist hohen Kalkgehalten. Die typische "Kalkflora" fehlt am gesamten Kreuzkogelmassiv. - Noch ein paar Worte zur Geologie und Mineralogie: Der Kreuzkogel besteht in seiner Hauptmasse aus dem sogenannten "[[Siglitzgneis]]", das ist ein ziemlich heller, feinkörniger Granitgneis, der im obersten Höhenbereich häufig eine deutlich liegende Schieferung zeigt, und der stellenweise diskordant (hier: senkrecht) von Quarz-"Adern" durchquert ist. Der eigentliche Gipfel und der von dort nach (Süd-)Westen hinunterziehende Baukarriegel bestehen hauptsächlich aus  [[Granosyenit]] mit seiner erhöhten radioaktiven Strahlung. Der [[Granosyenit]] zeigt im frischen Bruch kleine dunkelgrüne Flecken und ist eine Gesteinsart, die nur äußerst selten vorkommt. Was das Alter der Gesteine betrifft, so werden die [[Tiefengesteine]] (Siglitzgneis und Granosyenit) auf rund 320 Millionen Jahre geschätzt, aber sie sind erst seit ca. 20 Millionen Jahren aufgrund von Hebungs- und Verwitterungsvorgängen an der heutigen Oberfläche sichtbar vorhanden. Am Gipfel lässt sich auch jungpaläozoischer Quarzit(Serizitschiefer, ursprünglich sedimentärer Quarz-Sandstein) feststellen, mit einem Entstehungsalter von grob annähernd 260 Millionen Jahren. Er ist an seiner teilweise feinschiefrigen Struktur unschschwer zu erkennen. - Selten findet man in den Abraumhalden der Stollen einzelne Brocken völlig schwarzen Gesteins, das die alten Knappen auch so nannten: "Der Schwarze" war wegen seiner Härte gefürchtet und es kam vor, dass beim Auftreten dieses Gesteins der weitere Stollenvortrieb eingestellt wurde. Sozusagen das Gegenteil ist der grau-weiße homogene Aplit (Quarz und Feldspat), der in Form von kleinen Adern gelegentlich auftritt.  
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Als "beliebte" Substrate für viele Pflanzenarten fehlen hier die mesozoischen Schiefer (obere Schieferhülle) mit ihren meist hohen Kalkgehalten. Die typische "Kalkflora" fehlt am gesamten Kreuzkogelmassiv. - Noch ein paar Worte zur Geologie und Mineralogie: Der Kreuzkogel besteht in seiner Hauptmasse aus dem sogenannten "[[Siglitzgneis]]", das ist ein ziemlich heller, feinkörniger Granitgneis, der im obersten Höhenbereich häufig eine deutlich liegende Schieferung zeigt, und der stellenweise diskordant (hier: senkrecht) von Quarz-"Adern" durchquert ist. Der eigentliche Gipfel und der von dort nach (Süd-)Westen hinunterziehende Baukarriegel bestehen hauptsächlich aus  [[Granosyenit]] mit seiner erhöhten radioaktiven Strahlung. Der [[Granosyenit]] zeigt im frischen Bruch kleine dunkelgrüne Flecken und ist eine Gesteinsart, die nur äußerst selten vorkommt. Was das Alter der [[Gestein]]e betrifft, so werden die [[Tiefengesteine]] (Siglitzgneis und Granosyenit) auf rund 320 Millionen Jahre geschätzt, aber sie sind erst seit ca. 20 Millionen Jahren aufgrund von Hebungs- und Verwitterungsvorgängen an der heutigen Oberfläche sichtbar vorhanden. Am Gipfel lässt sich auch jungpaläozoischer Quarzit(Serizitschiefer, ursprünglich sedimentärer Quarz-Sandstein) feststellen, mit einem Entstehungsalter von grob annähernd 260 Millionen Jahren. Er ist an seiner teilweise feinschiefrigen Struktur unschschwer zu erkennen. - Selten findet man in den Abraumhalden der Stollen einzelne Brocken völlig schwarzen Gesteins, das die alten Knappen auch so nannten: "Der Schwarze" war wegen seiner Härte gefürchtet und es kam vor, dass beim Auftreten dieses Gesteins der weitere Stollenvortrieb eingestellt wurde. Sozusagen das Gegenteil ist der grau-weiße homogene Aplit (Quarz und Feldspat), der in Form von kleinen Adern gelegentlich auftritt.  
    
Rund um das Gipfelmassiv, bis auf ca. 2 400 hinunter, kommen interessante Mineralien vor: Bergkristalle, wobei neben jenen mit der üblichen Kristallform auch solche vertreten sind, die flachgedrückt und fast wie Glasscherben aussehen, sogenannte "Schliefer". Die Bergkristalle, hauptsächlich jene an dem vom Gipfel sich nach Süden erstreckenden Mallnitzriegel (bestehend aus Granosyenit), sind meist bräunlich (Rauchquarze). Als Verursacherin der Braunfärbung der Rauchquarze ist mit hoher Wahrscheinlichkeit die Gesteinsradioaktivität zu vermuten, die dort laut Messungen ganz wesentlich erhöht ist. Vielleicht ist es kein absoluter Zufall, dass rund 1350 Höhenmeter weiter unten der ''Gasteiner Heilstollen'' das Edelgas Radon in seiner Luft enthält. -  Weiters kommen vor: Adular, Rutil, Schörl (schwarzer Turmalin), Calzit, Hämatit (als "Eisenrose"), Beryll (selten mit der Farbe des Smaragds), auch Biotit, und eher selten etwas Chlorit. Direkt am Gipfel wurde von einem Einheimischen das seltene Beryll-Mineral Phenakit gefunden. In der weiteren Umgebung kommt auch Anatas und Apatit vor.
 
Rund um das Gipfelmassiv, bis auf ca. 2 400 hinunter, kommen interessante Mineralien vor: Bergkristalle, wobei neben jenen mit der üblichen Kristallform auch solche vertreten sind, die flachgedrückt und fast wie Glasscherben aussehen, sogenannte "Schliefer". Die Bergkristalle, hauptsächlich jene an dem vom Gipfel sich nach Süden erstreckenden Mallnitzriegel (bestehend aus Granosyenit), sind meist bräunlich (Rauchquarze). Als Verursacherin der Braunfärbung der Rauchquarze ist mit hoher Wahrscheinlichkeit die Gesteinsradioaktivität zu vermuten, die dort laut Messungen ganz wesentlich erhöht ist. Vielleicht ist es kein absoluter Zufall, dass rund 1350 Höhenmeter weiter unten der ''Gasteiner Heilstollen'' das Edelgas Radon in seiner Luft enthält. -  Weiters kommen vor: Adular, Rutil, Schörl (schwarzer Turmalin), Calzit, Hämatit (als "Eisenrose"), Beryll (selten mit der Farbe des Smaragds), auch Biotit, und eher selten etwas Chlorit. Direkt am Gipfel wurde von einem Einheimischen das seltene Beryll-Mineral Phenakit gefunden. In der weiteren Umgebung kommt auch Anatas und Apatit vor.