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| − | Der '''Apothekerhof''' am Beginn der [[Kreuzbergpromenade]] ist ein zumindest aus dem [[16. Jahrhundert]] stammendes Landhaus am Fuße des [[Gaisberg]]s in Salzburg - [[Parsch]]. | + | [[Datei:Apothekerhof, Südansicht.jpg|thumb|Apothekerhof, Südansicht]]{{googlemapsort|Kreuzbergpromenade_5+5020+Salzburg}} |
| | + | [[Datei:Türe und Wappen beim Apothekerhof.JPG|thumb|Türe und Wappen beim Apothekerhof]] |
| | + | [[Datei:Glockenturm des Apothekerhofes.JPG|thumb|Glockenturm des Apothekerhofes]] |
| | + | Der '''Apothekerhof''' ist ein zumindest aus dem [[16. Jahrhundert]] stammendes Landhaus am Fuße des [[Gaisberg (Berg)|Gaisberg]]s in der [[Stadt Salzburg]]-[[Parsch]] am nordwestlichen Beginn der [[Kreuzbergpromenade]]. |
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| | ==Geschichte== | | ==Geschichte== |
| − | Der erste prominente Besitzer des Apothekerhofs war die Beamtenfamilie Rotmayer, auch die Freiherrenfamilie Ritz - nach denen auch der [[Ritzerbogen]] in der [[Salzburg]]er [[Altstadt]] benannt ist, sind als Hausherren vermerkt. [[1686]] gelangte das bereits [[1600]] urkundlich erwähnte Haus in den Besitz des Salzburger [[Hofapotheker]]s [[Joseph Christoph Mayr]] und hieß ab sodann Apothekerhof. Er blieb bis [[1887]] in Besitz der Familie Mayr. Da der Hofapotheker [[1727]] auch den [[Fondachhof]] ganz in der Nähe erwarb, wurden die beiden damals "Oberer Apothekerhof" (Apothekerhof) und "Unterer Apothekerhof" (Fondachhof) genannt. | + | Der erste prominente Besitzer des Apothekerhofs war die Beamtenfamilie Rotmayer, auch die Freiherrenfamilie [[Ritz]] - nach denen auch der [[Ritzerbogen]] in der Salzburger [[Altstadt]] benannt ist - sind als Hausherren vermerkt. [[1686]] gelangte das bereits [[1600]] urkundlich erwähnte Haus in den Besitz des Salzburger [[Hofapotheke]]rs Joseph Christoph Mayr und hieß dann Apothekerhof. Er blieb bis [[1887]] in Besitz der Familie [[Mayr]]. Da der Hofapotheker [[1727]] auch den [[Fondachhof]] ganz in der Nähe erwarb, wurden die beiden damals "Oberer Apothekerhof" (Apothekerhof) und "Unterer Apothekerhof" (Fondachhof) genannt. |
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| − | Zu Beginn des [[19. Jahrhundert]]s befand sich halb Parsch im Besitz der Apothekerfamilie. 1887 ging der Apothekerhof an den Münchner Brauereibesitzer [[Ludwig Schmederer]], der sich gegenüber die [[Villa Schmederer]] erbauen ließ und den Apothekerhof verpachtete. Er versuchte den Hof als landwirtschaftlichen Musterbetrieb zu etablieren. | + | Zu Beginn des [[19. Jahrhundert]]s befand sich halb Parsch im Besitz der Apothekerfamilie. 1887 ging der Apothekerhof an den Münchner Brauereibesitzer [[Ludwig Schmederer]], der sich gegenüber die [[Villa Schmederer]] erbauen ließ und den Apothekerhof verpachtete. Er versuchte den Hof als landwirtschaftlichen Musterbetrieb zu etablieren, der im Volksmund "Schmedererhof"<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=19140418&query=%22Schmedererhof%22&ref=anno-search&seite=11 ANNO], "[[Salzburger Volksblatt]]", Ausgabe vom 18. April 1914, Seite 11</ref> genannt wurde. Da dieser Teil von Parsch seinerzeit noch zur [[Gemeinde Aigen]] gehörte, findet sich in historischen Zeitungen immer wieder die Nennung "im Apothekerhof zu Aigen".<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sch&datum=18770922&query=%22Apothekerhof%22&ref=anno-search&seite=3 ANNO], "[[Salzburger Chronik]]", Ausgabe vom 22. September 1877, Seite 3</ref> Zehn Jahre später wird er als in Parsch liegend bezeichnet.<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=18870704&query=%22Apothekerhof%22&ref=anno-search&seite=3 ANNO], "Salzburger Chronik", Ausgabe vom 4. Juli 1887, Seite 3</ref> |
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| − | Nach dem Ende des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieges]] wurden auf dem Gelände des Apothekerhofs [[Filmstudio Salzburg|Filmstudios]] eingerichtet, in denen bis Ende der [[1970er]] Jahre Filme gedreht wurden. So am [[12. April]] [[1950]] mehrere Märchenfilme mit den [[Salzburger Marionettentheater|Salzburger Marionetten]], die im amerikanischen Fernsehen gezeigt werden sollten. Am [[5. Juli]] [[1952]] pachtete die "Wien-Film" von der ÖFA das Filmstudio im Apothekerhof; der Marischka-Film "Saison in Salzburg" mit Hannerl Matz, Adrian Hoven, Walter Müller und Hans Richter wird zum Teil in Salzburg gedreht.
| + | Der Schmedererhof bestand aus fünf Joch (rund 2,9 Hektar) Wiesen und Äcker und aus 80 Joch (rund 46 Hektar) Wald. Die Besitzerin, Frau Schmederer, hatte das Gut im [[20. Jahrhundert]] verpachtet. Der letzte Pächter vor Ende des [[Zweiten Weltkrieg]]s, der das immer mustergültig geführte Gut leitete, besaß 45 Stück Vieh. [[1943]] lieferte der Schmedererhof 84 000 Liter Milch und [[1945]] noch 65 000 Liter Milch, [[1946]] brachte die Produktion von Gemüse einen Verkaufserlös von 30.000 Schilling. Seine Gemüseanlagen versorgten Hunderte von Menschen, die jährlich 70 000 Salatpflanzen setzten. Außerdem konnte der Hof der "Gemeinde Aigen" (Zitat Quelle,<ref name="TB30" /> was nicht zutreffend sein kann, da die [[Gemeinde Aigen]] 1935 zur [[Stadtgemeinde Salzburg]] eingemeindet wurde) 30 000 Kilo Erdäpfel zur Verteilung an die Bevölkerung zur Verfügung stellen. |
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| − | [[1979]] wurde der Apothekerhof vom Salzburger Architekten [[Reinhold Seeger]] umgebaut. | + | Von Frau Schmederer wurde das Gut ab 1945 "vollkommen auseinandergerissen und in viele kleine Gründe zerteilt. Diese wurden an Gewerbetreibende, Ausländer und an einen 'Grafen' verkauft oder verpachtet" stand in der Ausgabe vom [[30. April]] 1948 des "[[Salzburger Tagblatt]]". Da dem Pächter jedoch das Futter fehlte musste er 46 Kühe verkaufen. Die Äcker und Wiesen wurden zum Teil Baugründe, zum Teil brachliegende Felder. Der Rest des Gutes, die Wirtschaftsgebäude und das daran anschließende Gelände wurde schließlich einer Filmgesellschaft angeboten, die es langjährig pachtete.<ref name="TB30">[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sbt&datum=19480430&query=%22Schmederer%22&ref=anno-search&seite=6 ANNO], "Salzburger Tagblatt", Ausgabe vom 30. April 1948, Seite 6</ref> |
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| − | ==Quellen== | + | Auf dem Gelände des Apothekerhofs wurden dann [[Filmstudio Salzburg|Filmstudios]] eingerichtet, in denen bis Ende der [[1970er]]-Jahre Filme gedreht wurden. So entstanden ab [[12. April]] [[1950]] mehrere Märchenfilme mit den [[Salzburger Marionettentheater|Salzburger Marionetten]], die im amerikanischen Fernsehen gezeigt werden sollten. Am [[5. Juli]] [[1952]] pachtete die "Wien-Film" von der ÖFA das Filmstudio im Apothekerhof; der Marischka-Film "[[Saison in Salzburg]]" mit Hannerl Matz, Adrian Hoven, Walter Müller und Hans Richter wurde zum Teil in Salzburg gedreht. |
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| | + | [[1979]] wurde der Apothekerhof vom Salzburger Architekten Reinhold Seeger umgebaut. |
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| | + | Die vom Apothekerhof wegführende Straße heißt [[Apothekerhofstraße]]. |
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| | + | == Weblink == |
| | + | * Lage auf [https://www.openstreetmap.org/search?query=Parsch#map=18/47.803052/13.080457 www.openstreetmap.org] |
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| | + | ==Quelle== |
| | {{Quelle Parsch erzählt}} | | {{Quelle Parsch erzählt}} |
| | + | == Einzelnachweis == |
| | + | <references/> |
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| | + | [[Kategorie:Landwirtschaft]] |
| | + | [[Kategorie:Landwirtschaft (Bauwerk)]] |
| | + | [[Kategorie:Kultur und Bildung]] |
| | + | [[Kategorie:Architektur]] |
| | [[Kategorie:Gebäude]] | | [[Kategorie:Gebäude]] |
| − | [[Kategorie:Salzburg]] | + | [[Kategorie:historisches Gebäude]] |
| | [[Kategorie:Stadt Salzburg]] | | [[Kategorie:Stadt Salzburg]] |
| | [[Kategorie:Parsch]] | | [[Kategorie:Parsch]] |