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| | Im 14. Jahrhundert wurde außen an die nördliche Ringmauer der östliche Turm' errichtet. Hier befinden sich im Erd- und ersten Obergeschoß je eine – heute noch erhaltene – Rauchkuchl. Der westliche Turm oder ''Münzturm'' wurde im 15. Jahrhundert errichtet. Vor 1450 wurde dem Palas hofseitig eine zweigeschoßige Laube vorgebaut. Um die Mitte des 15. Jahrhunderts wurde der äußere Mauerring verstärkt. | | Im 14. Jahrhundert wurde außen an die nördliche Ringmauer der östliche Turm' errichtet. Hier befinden sich im Erd- und ersten Obergeschoß je eine – heute noch erhaltene – Rauchkuchl. Der westliche Turm oder ''Münzturm'' wurde im 15. Jahrhundert errichtet. Vor 1450 wurde dem Palas hofseitig eine zweigeschoßige Laube vorgebaut. Um die Mitte des 15. Jahrhunderts wurde der äußere Mauerring verstärkt. |
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| − | Nach 1450 wurde der zweigeschoßige Westtrakt hofseitig an den Bering angebaut, die nordseitige Ringmauer erhöht, das ''Feste Haus'' umgebaut und auf die heutige Höhe aufgestockt, und die Kapelle, wie erwähnt, aufgestockt. Diese Bauphase lässt sich durch [[Gotik|gotische]] Fenster-, Tür- und Gewölbeformen erkennen. Diese Baumaßnahmen werden Fürstbischof [[Ulrich Sonnenberger|Ulrich III. Sonnenberger]] (1453 – 1469) zugeschrieben. Um 1500 wurde der zweigeschoßige Nordtrakt errichtet. | + | Nach 1450 wurde der zweigeschoßige Westtrakt hofseitig an den Bering angebaut, die nordseitige Ringmauer erhöht, das ''Feste Haus'' umgebaut und auf die heutige Höhe aufgestockt, und die Kapelle, wie erwähnt, aufgestockt. Diese Bauphase lässt sich durch [[Gotik|gotische]] Fenster-, Tür- und Gewölbeformen erkennen. Diese Baumaßnahmen werden Bischof [[Ulrich Sonnenberger|Ulrich III. Sonnenberger]] (1453–1469) zugeschrieben. Um 1500 wurde der zweigeschoßige Nordtrakt errichtet. |
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| | 1583/84 wurde im Nordwesten das Stall- und Kastengebäude errichtet nach Plänen von Johann Anton Verda, der auch am Bau des Klagenfurter Landhauses beteiligt war. Der dreigeschoßige, längsrechteckige Bau beherbergte im Erdgeschoß den Pferdestall, darüber den Schüttboden (jeweils dreischiffige Hallen mit Kreuzgewölbe) und den Saal. 1611 wurde der Südtrakt ausgebaut (siehe oben) und 1634 südlich der Kapelle ein Treppentürmchen errichtet. | | 1583/84 wurde im Nordwesten das Stall- und Kastengebäude errichtet nach Plänen von Johann Anton Verda, der auch am Bau des Klagenfurter Landhauses beteiligt war. Der dreigeschoßige, längsrechteckige Bau beherbergte im Erdgeschoß den Pferdestall, darüber den Schüttboden (jeweils dreischiffige Hallen mit Kreuzgewölbe) und den Saal. 1611 wurde der Südtrakt ausgebaut (siehe oben) und 1634 südlich der Kapelle ein Treppentürmchen errichtet. |
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| | Danach verfiel die Burg teilweise. Zum einen waren Brände (1638, 1650) daran schuld, zum anderen mangelndes Interesse der Bischöfe (wie Sigismund Franz, Erzherzog von Österreich), die als kaiserliche Gesandte sich nie auf der Straßburg aufhielten. | | Danach verfiel die Burg teilweise. Zum einen waren Brände (1638, 1650) daran schuld, zum anderen mangelndes Interesse der Bischöfe (wie Sigismund Franz, Erzherzog von Österreich), die als kaiserliche Gesandte sich nie auf der Straßburg aufhielten. |
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| − | Unter Fürstbischof Kardinal [[Johann VIII. Freiherr von Goëss]] wurde die Straßburg zur [[barock]]en Residenz ausgebaut. Zwischen 1680 und 1690 wurden die zweigeschoßigen Arkadengänge, die den Trakten hofseitig vorgelagert sind, vom Steinmetz Johannes Payr erbaut. Ursprünglich entsprach ein Bogen der rundbogigen Pfeilerarkaden im Erdgeschoß zwei Bögen der toskanischen Säulenarkaden im Obergeschoß (beim Wiederaufbau 1962 wurde diese klare Gliederung nicht wiederhergestellt). Die Hofwände wurden durch waagrecht laufende Putzbänder und Sgraffitodekor verziert. Stilistisch ist der Schlosshof der [[Renaissance]] verpflichtet. [[1685]] wurde das in den Zwinger führende Barockportal errichtet, ein Jahr später das Haupttor (an der Stelle des romanischen Haupttores). Die Kapelle wurde mit stark plastischem Stuckdekor und mit Wandmalereien von Adam Claus ausgestattet. | + | Unter Bischof Kardinal [[Johann VIII. Freiherr von Goëss]] wurde die Straßburg zur [[barock]]en Residenz ausgebaut. Zwischen 1680 und 1690 wurden die zweigeschoßigen Arkadengänge, die den Trakten hofseitig vorgelagert sind, vom Steinmetz Johannes Payr erbaut. Ursprünglich entsprach ein Bogen der rundbogigen Pfeilerarkaden im Erdgeschoß zwei Bögen der toskanischen Säulenarkaden im Obergeschoß (beim Wiederaufbau 1962 wurde diese klare Gliederung nicht wiederhergestellt). Die Hofwände wurden durch waagrecht laufende Putzbänder und Sgraffitodekor verziert. Stilistisch ist der Schlosshof der [[Renaissance]] verpflichtet. [[1685]] wurde das in den Zwinger führende Barockportal errichtet, ein Jahr später das Haupttor (an der Stelle des romanischen Haupttores). Die Kapelle wurde mit stark plastischem Stuckdekor und mit Wandmalereien von Adam Claus ausgestattet. |
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| | Bei einem [[Erdbeben]] am [[21. November]] [[1767]] wurde das Schloss schwer beschädigt. Nachdem 1783 die Residenz der Bischöfe nach [[Schloss Pöckstein]] verlegt worden war, verfiel das Schloss mehr und mehr. [[1858]] und [[1904]] kam es durch Blitzschlag zu Bränden. 1954 wurde aus Sicherungsgründen sogar ein Demolierungsbescheid erlassen. Durch die dadurch veranlassten Bemühungen begannen ab 1956 Rettungs- und später auch Wiederaufbaumaßnahmen. Heute ist das Schloss großteils wiederhergestellt. | | Bei einem [[Erdbeben]] am [[21. November]] [[1767]] wurde das Schloss schwer beschädigt. Nachdem 1783 die Residenz der Bischöfe nach [[Schloss Pöckstein]] verlegt worden war, verfiel das Schloss mehr und mehr. [[1858]] und [[1904]] kam es durch Blitzschlag zu Bränden. 1954 wurde aus Sicherungsgründen sogar ein Demolierungsbescheid erlassen. Durch die dadurch veranlassten Bemühungen begannen ab 1956 Rettungs- und später auch Wiederaufbaumaßnahmen. Heute ist das Schloss großteils wiederhergestellt. |
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| | == Ereignisse == | | == Ereignisse == |
| − | [[Hermann von Ortenburg]] nahm im [[12 Jahrhunder]] die Festung ein, während der Salzburger [[Erzbischof]] [[Konrad III. von Wittelsbach|Konrad III.]] zu dessen Belagerung herbeieilte. Am [[29. November]] [[1179]] wurde die Belagerung aufgegeben. Am [[2. Februar]] [[1180]] wurde [[Dietrich von Albeck]] in Salzburg zum Bischof von Gurk geweiht. An diesem Tag bestimmte Papst Alexander III. auch, dass die Wahl von Hermann von Ortenburg widerrechtlich war, da die Ernennung nur dem Salzburger Erzbischof zusteht. [[1180]] belagerte der Gegenbischof erneut Straßburg und wieder kamen Salzburger Truppen Bischof Dietrich zu Hilfe. Der päpstliche Legat Petrus de Bono vermittelte den Frieden. Hermann von Ortenburg verzichtete auf die Bischofswürde, die Feste Straßburg ergab sich und wurde zur Strafe eingeäschert. | + | [[Hermann von Ortenburg]] nahm im [[12. Jahrhundert]] die Festung ein, während der Salzburger [[Erzbischof]] [[Konrad III. von Wittelsbach|Konrad III.]] zu dessen Belagerung herbeieilte. Am [[29. November]] [[1179]] wurde die Belagerung aufgegeben. Am [[2. Februar]] [[1180]] wurde [[Dietrich von Albeck]] in Salzburg zum Bischof von Gurk geweiht. An diesem Tag bestimmte Papst Alexander III. auch, dass die Wahl von Hermann von Ortenburg widerrechtlich war, da die Ernennung nur dem Salzburger Erzbischof zusteht. [[1180]] belagerte der Gegenbischof erneut Straßburg und wieder kamen Salzburger Truppen Bischof Dietrich zu Hilfe. Der päpstliche Legat Petrus de Bono vermittelte den Frieden. Hermann von Ortenburg verzichtete auf die Bischofswürde, die Feste Straßburg ergab sich und wurde zur Strafe eingeäschert. |
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| | == Heutige Nutzung == | | == Heutige Nutzung == |