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Die '''Großglockner Hochalpenstraße''' ist ein Alpenübergang im Land Salzburg, der vom [[Pinzgau]] nach Kärnten führt.
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Die '''Großglockner Hochalpenstraße''' ist ein Alpenübergang im [[Salzburg (Bundesland)|Land Salzburg]], der vom [[Pinzgau]] nach Kärnten führt.
    
==Die Panormastraße==
 
==Die Panormastraße==
Der [[Großglockner]] ist für viele Menschen der Inbegriff eines faszinierenden Naturerlebnisses: Hier werden Größe und Macht spürbar, hier erliegt man der Faszination des ewigen Eises und der Urgewalt der Natur. Eine Million Besucher jährlich zählt die Großglockner Hochalpenstraße, mehr als 50 Millionen Menschen haben seit der Eröffnung der Straße von ihr aus eine einzigartige Landschaft im [[Nationalpark Hohe Tauern]] beobachten können.
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Der Großglockner ist für viele Menschen der Inbegriff eines faszinierenden Naturerlebnisses: Hier werden Größe und Macht spürbar, hier erliegt man der Faszination des ewigen Eises und der Urgewalt der Natur. Eine Million Besucher jährlich zählt die Großglockner Hochalpenstraße, mehr als 50 Millionen Menschen haben seit der Eröffnung der Straße von ihr aus eine einzigartige Landschaft im [[Nationalpark Hohe Tauern]] beobachten können.
    
Kultur und Natur sind Bindeglieder der Großglockner Hochalpenstraße. Errichtet anstelle eines antiken und mittelalterlichen Saumpfades, der - wie Archäologen mit Funden bewiesen haben - bereits in vorchristlicher Zeit als Handelsweg benützt wurde, ist diese Straße ein Lehrweg von vier Jahrtausenden alpiner Kulturgeschichte. Ein Stück österreichischer Identität wurde sie schon durch den mühevollen Bau in der Zeit der Weltwirtschaftskrise zwischen den beiden Weltkriegen, als der junge Staat damit wenigstens einen Teil der vielen Arbeitslosen beschäftigen konnte.
 
Kultur und Natur sind Bindeglieder der Großglockner Hochalpenstraße. Errichtet anstelle eines antiken und mittelalterlichen Saumpfades, der - wie Archäologen mit Funden bewiesen haben - bereits in vorchristlicher Zeit als Handelsweg benützt wurde, ist diese Straße ein Lehrweg von vier Jahrtausenden alpiner Kulturgeschichte. Ein Stück österreichischer Identität wurde sie schon durch den mühevollen Bau in der Zeit der Weltwirtschaftskrise zwischen den beiden Weltkriegen, als der junge Staat damit wenigstens einen Teil der vielen Arbeitslosen beschäftigen konnte.
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Als im Jahr [[1924]] eine Gruppe österreichischer Experten Pläne für eine Straße über das [[Hochtor]] vorlegte, erntete sie vorwiegend Spott. In einer Zeit, in der es in Österreich, Deutschland und Italien erst 154.000 Pkw, 92.000 Motorräder und knapp 2.000 km asphaltierte Überlandstraßen gab, durchlitt Österreich die wirtschaftlich katastrophalen Folgen der Niederlage im Ersten Weltkrieg: Es war auf ein Siebentel seiner imperialen Größe geschrumpft, hatte seine internationalen Märkte verloren und litt unter verheerender Inflation.
 
Als im Jahr [[1924]] eine Gruppe österreichischer Experten Pläne für eine Straße über das [[Hochtor]] vorlegte, erntete sie vorwiegend Spott. In einer Zeit, in der es in Österreich, Deutschland und Italien erst 154.000 Pkw, 92.000 Motorräder und knapp 2.000 km asphaltierte Überlandstraßen gab, durchlitt Österreich die wirtschaftlich katastrophalen Folgen der Niederlage im Ersten Weltkrieg: Es war auf ein Siebentel seiner imperialen Größe geschrumpft, hatte seine internationalen Märkte verloren und litt unter verheerender Inflation.
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Selbst der bescheidene Entwurf eines 3 m breiten Schottersträßchens mit Ausweichen auf Sichtweite mutete wie Luftschlossarchitektur an. Den Anstoß zum Bau einer Straße, die karge Alpentäler dem automobilen Tourismus erschließen sollte, gab 1929 der New Yorker Börsenkrach. Diese Katastrophe traf das ohnehin ärmliche Österreich mit verheerender Wucht.
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Selbst der bescheidene Entwurf eines drei Meter breiten Schottersträßchens mit Ausweichen auf Sichtweite mutete wie Luftschlossarchitektur an. Den Anstoß zum Bau einer Straße, die karge Alpentäler dem automobilen Tourismus erschließen sollte, gab [[1929]] der New Yorker Börsenkrach. Diese Katastrophe traf das ohnehin ärmliche Österreich mit verheerender Wucht.
    
Binnen drei Jahren sackte die Wirtschaftsleistung um ein Viertel ab, und die Arbeitslosigkeit erreichte horrende 26 Prozent. Jetzt holte die Regierung die Pläne für die Glocknerstraße aus der Schublade, um wenigstens 3.200 von durchschnittlich 520.000 Arbeitslosen zu beschäftigen. Mittlerweile war das Projekt auch schon auf 6 m Breite für den Bedarf des "internationalen Großverkehrs" und zur allgemein bespöttelten Berechnung gediehen, dass jährlich gewiss 120.000 Besucher kämen. Auf dieser Annahme gründete auch der Finanzierungsplan: Der Staat streckt die Bausumme vor, die Benützer dieser Straße tilgen diesen Betrag mit einem Benutzungsentgelt.
 
Binnen drei Jahren sackte die Wirtschaftsleistung um ein Viertel ab, und die Arbeitslosigkeit erreichte horrende 26 Prozent. Jetzt holte die Regierung die Pläne für die Glocknerstraße aus der Schublade, um wenigstens 3.200 von durchschnittlich 520.000 Arbeitslosen zu beschäftigen. Mittlerweile war das Projekt auch schon auf 6 m Breite für den Bedarf des "internationalen Großverkehrs" und zur allgemein bespöttelten Berechnung gediehen, dass jährlich gewiss 120.000 Besucher kämen. Auf dieser Annahme gründete auch der Finanzierungsplan: Der Staat streckt die Bausumme vor, die Benützer dieser Straße tilgen diesen Betrag mit einem Benutzungsentgelt.
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Am [[30. August]] [[1930]] um 9.30 Uhr krachte der erste Sprengschuss in Ferleiten. Vier Jahre später lieferten die treibenden Kräfte dieses Straßenbaues, der Salzburger Landeshauptmann [[Franz Rehrl]] und der Techniker [[Franz Friedrich Wallak|Franz Wallack]], eine Sensation. Mit einem adaptierten "Steyr 100" Wagen gelang ihnen auf der Bautrasse die erste Alpenüberquerung in einem Pkw. Nochmals ein Jahr später wurde die Großglockner Hochalpenstraße am [[3. August]] [[1935]] eröffnet und tags darauf mit einem internationalen Auto- und Motorradrennen zünftig in Betrieb genommen.
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Am [[30. August]] [[1930]] um 9.30 Uhr krachte der erste Sprengschuss in Ferleiten. Vier Jahre später lieferten die treibenden Kräfte dieses Straßenbaues, der Salzburger Landeshauptmann [[Franz Rehrl]] und der Techniker [[Franz Friedrich Wallak|Franz Wallack]], eine Sensation. Mit einem adaptierten "Steyr 100" Wagen gelang ihnen auf der Bautrasse die erste Alpenüberquerung in einem Pkw. Nochmals ein Jahr später wurde die Großglockner Hochalpenstraße am [[3. August]] [[1935]] eröffnet und tags darauf mit einem [[Großglockner Automobil- und Motorradrennen|internationalen Auto- und Motorradrennen]] zünftig in Betrieb genommen.
 
   
 
   
Die Glocknerstraße kostete einschließlich dem Ausbau der Zufahrten 910 Mio. S (Geldwert 1990), um 7 Mio. weniger als der Voranschlag.
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Die Glocknerstraße kostete einschließlich dem Ausbau der Zufahrten 910 Mio. S (Geldwert [[1990]]), um 7 Mio. weniger als der Voranschlag.
    
==Besucherzahlen==
 
==Besucherzahlen==
 
Mit 120.000 Gästen hatten 1930 die Planer gerechnet, doch die touristische Attraktion dieser Straße zog 1938 bereits 375.000 Besucher in 98.000 Fahrzeugen an. Nach dem Zweiten Weltkrieg dauerte es bis 1952, dass der Vorkriegsrekord mit 412.000 Besuchern und 91.000 Fahrzeugen überboten wurde. Dann ging es mit erstaunlichen Zuwachsraten auf den Höhepunkt 1962 zu: 360.000 Fahrzeuge und 1,3 Mio. Besucher.
 
Mit 120.000 Gästen hatten 1930 die Planer gerechnet, doch die touristische Attraktion dieser Straße zog 1938 bereits 375.000 Besucher in 98.000 Fahrzeugen an. Nach dem Zweiten Weltkrieg dauerte es bis 1952, dass der Vorkriegsrekord mit 412.000 Besuchern und 91.000 Fahrzeugen überboten wurde. Dann ging es mit erstaunlichen Zuwachsraten auf den Höhepunkt 1962 zu: 360.000 Fahrzeuge und 1,3 Mio. Besucher.
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Die Eröffnung der [[Felbertauernstraße]] ([[1967]]) und der [[Tauernautobahn]] ([[1975]]) drosselte zwar die Frequenz um annähernd 15 Prozent, veränderte aber den Charakter der Großglockner Hochalpenstraße nachhaltig: Von der einzigen transalpinen Straße über den 158 km langen Alpenhauptkamm zwischen Brenner und [[Katschberg]] zu einer Ausflugsstraße aus einem Einzugsgebiet von rund 130 km Radius.
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Die Eröffnung des [[Felbertauerntunnel]]s ([[1967]]) und der [[Tauernautobahn]] ([[1975]]) drosselte zwar die Frequenz um annähernd 15 Prozent, veränderte aber den Charakter der Großglockner Hochalpenstraße nachhaltig: Von der einzigen transalpinen Straße über den 158 km langen Alpenhauptkamm zwischen Brenner und [[Katschberg]] zu einer Ausflugsstraße aus einem Einzugsgebiet von rund 130 km Radius.
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Die Glocknerstraße spiegelt auch den materiellen Fortschritt der Menschen: In den ersten Jahren machten Motorräder als "Auto des kleinen Mannes" bis zu einem Viertel der Frequenz aus; den Höhepunkt brachte das Jahr 1955 mit 47,500 Motorrädern (26% der Frequenz), im klassischen "Wirtschaftswunderjahr" 1968 zählte man nur mehr 2071 Motorräder. Mittlerweile entwickelte sich das Motorrad zu einem teuren Sportgerät gerade für Bergfahrten. Und so stieg die Anzahl der Motorräder auf der Großglockner Hochalpenstraße 2003 auf über 76.000 an. Den Charakter einer erstrangigen touristischen Attraktion unterstreicht auch die wachsende Zahl der bequemen Reisebusse.  
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Die Glocknerstraße spiegelt auch den materiellen Fortschritt der Menschen: In den ersten Jahren machten Motorräder als "Auto des kleinen Mannes" bis zu einem Viertel der Frequenz aus; den Höhepunkt brachte das Jahr [[1955]] mit 47,500 Motorrädern (26% der Frequenz), im klassischen "Wirtschaftswunderjahr" [[1968]] zählte man nur mehr 2071 Motorräder. Mittlerweile entwickelte sich das Motorrad zu einem teuren Sportgerät gerade für Bergfahrten. Und so stieg die Anzahl der Motorräder auf der Großglockner Hochalpenstraße [[2003]] auf über 76.000 an. Den Charakter einer erstrangigen touristischen Attraktion unterstreicht auch die wachsende Zahl der bequemen Reisebusse.  
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Steigende Besucherzahlen erforderten ab 1953 die etappenweise Modernisierung der Straße bis auf 7,5 m Breite, auf 15 statt 10 m Kehrenradien, auf 4000 statt 800 Parkflächen, auf ein sicheres Durchschnittstempo von 70 statt 40 km/h und eine Kapazität von 350.000 Fahrzeugen jährlich.
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Steigende Besucherzahlen erforderten ab [[1953]] die etappenweise Modernisierung der Straße bis auf 7,5 m Breite, auf 15 statt 10 m Kehrenradien, auf 4000 statt 800 Parkflächen, auf ein sicheres Durchschnittstempo von 70 statt 40 km/h und eine Kapazität von 350.000 Fahrzeugen jährlich.
    
==Schneeräumung==
 
==Schneeräumung==
 
Eine entscheidende Rolle für die Frequenz spielt auf hochalpinen Straßen die Schneeräumung. In den Jahren [[1936]] und [[1937]] schaufelten 350 Männer in durchschnittlich 70 Tagen 250.000 m³ Schnee, um die Straße zumindest einspurig freizulegen. Seit [[1953]] räumen jedes Jahr im April die fünf Rotationspflüge -System Wallack- und 12 Arbeiter der [[Großglockner Hochalpenstraßen AG|GROHAG]] in zirka 14 Tagen die 600.000 m³ bis 800.000 m³ Schnee von Straße und Parkflächen.
 
Eine entscheidende Rolle für die Frequenz spielt auf hochalpinen Straßen die Schneeräumung. In den Jahren [[1936]] und [[1937]] schaufelten 350 Männer in durchschnittlich 70 Tagen 250.000 m³ Schnee, um die Straße zumindest einspurig freizulegen. Seit [[1953]] räumen jedes Jahr im April die fünf Rotationspflüge -System Wallack- und 12 Arbeiter der [[Großglockner Hochalpenstraßen AG|GROHAG]] in zirka 14 Tagen die 600.000 m³ bis 800.000 m³ Schnee von Straße und Parkflächen.
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Der Einsatz moderner Technik verlängert die Öffnungszeiten der Glocknerstraße erheblich. Waren es 1937 nur 132 Tage, konnte man [[1963]] sogar 276 Tage die Glocknerstraße besuchen. In jüngster Zeit orientieren sich die Öffnungszeiten nicht mehr allein an den klimatischen Gegebenheiten, sondern auch an wirtschaftlichen Erwägungen. Von Anfang Mai bis Ende Oktober ist die Großglockner Hochalpenstraße üblicherweise geöffnet.
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Der Einsatz moderner Technik verlängert die Öffnungszeiten der Glocknerstraße erheblich. Waren es [[1937]] nur 132 Tage, konnte man [[1963]] sogar 276 Tage die Glocknerstraße besuchen. In jüngster Zeit orientieren sich die Öffnungszeiten nicht mehr allein an den klimatischen Gegebenheiten, sondern auch an wirtschaftlichen Erwägungen. Von Anfang Mai bis Ende Oktober ist die Großglockner Hochalpenstraße üblicherweise geöffnet.
    
==Straßenverlauf==
 
==Straßenverlauf==
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[[Kategorie:Straße]]
 
[[Kategorie:Straße]]
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[[Kategorie:Ausflugsziel]]

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