| | Schließlich wurde von einem der eifrigsten Reiniger und Anhänger des Schmiedtofferls, dem Bauern und Gemeinderichter gleichen Namens, Josef Haas in Vorderschlagen, einem Ortsteil von Ampfwang, der 30. März 1817 – es war der Palmsonntag – zum Tag, an dem das Gericht Gottes beginnen werde, ausgerufen. Georg Nöhammer, Auszügler in Vorderschlagen Nr. 7 und seine Familie waren als einzige Bewohner von Vorderschlagen keine Anhänger der Bewegung. Die Familie Nöhammer wurde in dieser Nacht von gewaltsam eingedrungenen fanatischen Sektenanhängern im eigenen Haus überfallen. Maria Nöhammer wurde in der Folge mit einer Axt erschlagen, Georg Nöhammer und seine Tochter Genovefa schwer verletzt. | | Schließlich wurde von einem der eifrigsten Reiniger und Anhänger des Schmiedtofferls, dem Bauern und Gemeinderichter gleichen Namens, Josef Haas in Vorderschlagen, einem Ortsteil von Ampfwang, der 30. März 1817 – es war der Palmsonntag – zum Tag, an dem das Gericht Gottes beginnen werde, ausgerufen. Georg Nöhammer, Auszügler in Vorderschlagen Nr. 7 und seine Familie waren als einzige Bewohner von Vorderschlagen keine Anhänger der Bewegung. Die Familie Nöhammer wurde in dieser Nacht von gewaltsam eingedrungenen fanatischen Sektenanhängern im eigenen Haus überfallen. Maria Nöhammer wurde in der Folge mit einer Axt erschlagen, Georg Nöhammer und seine Tochter Genovefa schwer verletzt. |
| − | Josef Haas hatte zuvor sein Patenkind Anna Maria Hötzinger, Ziehtochter des Weber-Aberl, ebenfalls in Vorderschlagen wohnhaft, damals 31 Jahre alt, aufgefordert, sich an seiner Statt für die Unreinen dem Herrn opfern zu lassen. Sie und ihre Zieheltern stimmten zu. Im Zuge einer skurrilen und brutalen Reinigungszeremonie, an der die Mehrzahl der Bewohner von Vorderschlagen teilnahmen, wurde danach Anna Maria Hötzinger, während die Anwesenden beteten, von Haas regelrecht hingeschlachtet und alles in seiner Wohnstube zertrümmert. Erst als die vom Sohn des Georg Nöhammer alarmierten Ordnungskräfte erschienen waren, konnte diese schreckliche Raserei beendet werden. Im Zuge des danach entstehenden Volksauflaufes versuchten einige Anhänger der Irrlehre die Gefangenen und auch Haas zu befreien, worauf in die Menge geschossen wurde und mehrere Verletzte und ein Toter zurückblieben. Haas wurde mangels Zurechnungsfähigkeit strafrechtlich freigesprochen aber in Verwahrung genommen. Auch mit den anderen Gefangenen wurde in derselben Weise verfahren und alle nach einigen Monaten freigelassen. | + | Josef Haas hatte zuvor sein Patenkind Anna Maria Hötzinger, Ziehtochter des Weber-Aberl, ebenfalls in Vorderschlagen wohnhaft, damals 31 Jahre alt, aufgefordert, sich an seiner Statt für die Unreinen dem Herrn opfern zu lassen. Sie und ihre Zieheltern stimmten zu. Im Zuge einer skurrilen und brutalen Reinigungszeremonie, an der die Mehrzahl der Bewohner von Vorderschlagen teilnahmen, wurde danach Anna Maria Hötzinger, während die Anwesenden beteten, von Haas regelrecht hingeschlachtet und alles in seiner Wohnstube zertrümmert. Erst als die vom Sohn des zuvor überfallenen Georg Nöhammer alarmierten Ordnungskräfte erschienen waren, konnte diese schreckliche Raserei beendet werden. Im Zuge des danach entstehenden Volksauflaufes versuchten einige Anhänger der Irrlehre die Gefangenen und auch Haas zu befreien, worauf in die Menge geschossen wurde und mehrere Verletzte und ein Toter zurückblieben. Haas wurde mangels Zurechnungsfähigkeit strafrechtlich freigesprochen aber in Verwahrung genommen. Auch mit den anderen Gefangenen wurde in derselben Weise verfahren und alle nach einigen Monaten freigelassen. |