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| − | Die '''Fürstpropstei Berchtesgaden''' war ein reichsunmittelbares<ref>siehe [http://de.wikipedia.org/wiki/Reichsunmittelbarkeit Wikipedia Deutschland]</ref> geistliches Fürstentum im äußersten Südosten des heutigen [[Bayern]]s ([[Berchtesgadener Land]]). Die geistliche und weltliche Macht hatten die dem Augustiner-Chorherrenstift in [[Berchtesgaden]] vorstehenden Fürstpröpste inne. | + | Die '''Fürstpropstei Berchtesgaden''' war ein reichsunmittelbares<ref>siehe [http://de.wikipedia.org/wiki/Reichsunmittelbarkeit Wikipedia ]</ref> geistliches Fürstentum im äußersten Südosten des heutigen [[Bayern]]s ([[Berchtesgadener Land]]). Die geistliche und weltliche Macht hatten die dem [[Stift Berchtesgaden|Augustiner-Chorherrenstift]] in [[Berchtesgaden]] vorstehenden Fürstpröpste inne. |
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| | ==Die Beziehung zum Erzbistum Salzburg== | | ==Die Beziehung zum Erzbistum Salzburg== |
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| | ===Salzgewinnung der Fürstpropstei Berchtesgaden in Niederalm === | | ===Salzgewinnung der Fürstpropstei Berchtesgaden in Niederalm === |
| | Diese betrieb Ende des [[12. Jahrhundert|12.]] - Anfang des [[13. Jahrhundert]]s in [[Niederalm]] am Ufer der [[Königsseeache]] ein Pfannhaus. Die dort beschäftigten Arbeiter waren dann auch nur Nebenerwerbsbauern, was sich in der Größe (Kleinheit) der Hofstätten, Gärten und Wiesen widerspiegelte (im Gegensatz dazu die großen Hofbesitzungen in [[Anif]]). | | Diese betrieb Ende des [[12. Jahrhundert|12.]] - Anfang des [[13. Jahrhundert]]s in [[Niederalm]] am Ufer der [[Königsseeache]] ein Pfannhaus. Die dort beschäftigten Arbeiter waren dann auch nur Nebenerwerbsbauern, was sich in der Größe (Kleinheit) der Hofstätten, Gärten und Wiesen widerspiegelte (im Gegensatz dazu die großen Hofbesitzungen in [[Anif]]). |
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| − | Die Fürstpropstei begann zwischen [[1180]] und [[1190]] das salzhältige Wasser vom ''Gollenbach''. Erzbischof [[Adalbert II.]] schenkte [[1193]] der Propstei ein Gut in Niederalm, das später [[Stadlmeistergut]] genannt wurde. Die Fürstpropstei begann daraufhin [[1193]]/[[1194|94]] am [[Gutratsberg]] (damals ''Tuval'') mit der oberflächennahen [[Salz|Salzgewinnung]] - die Sole wurde über Holzrohre zum in Niederalm errichteten Sudhaus geführt. | + | Die Fürstpropstei begann zwischen [[1180]] und [[1190]] das salzhältige Wasser vom ''Gollenbach''. Erzbischof [[Adalbert II.]] schenkte [[1193]] der Propstei ein Gut in Niederalm, das später [[Stadlmeistergut]] genannt wurde. Die Fürstpropstei begann daraufhin [[1193]]/[[1194|94]] am [[Gutratberg]] (damals ''Tuval'') mit der oberflächennahen [[Salzgewinnung]] - die Sole wurde über Holzrohre zum in Niederalm errichteten Sudhaus geführt. |
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| − | Diese Salzgewinnung am ''Tuval'' war aber auch Grund für lange Streitigkeiten zwischendem Salzburger Erzbischof und dem [[Domkapitel]]. So musste sich Erzbischof Adalbert II. auf Drängen des Papstes zu einer Teilung des Ertrags am Tuval [[1198]] entschließen: je ein Drittel für den Erzbischof, das Domkapitel und der Fürstpropstei Berchtesgaden. Das Sudhaus in Niederalm wurde gemeinsam von allen drei benutzt. Doch die Streitereien endeten schon einige Jahre später, als nämlich das oberflächennahe Salzvorkommen am Gutratsberg erschöpft war. | + | Diese Salzgewinnung am ''Tuval'' war aber auch Grund für lange Streitigkeiten zwischen dem Salzburger Erzbischof und dem [[Domkapitel]]. So musste sich Erzbischof Adalbert II. auf Drängen des Papstes zu einer Teilung des Ertrags am Tuval [[1198]] entschließen: je ein Drittel für den Erzbischof, das Domkapitel und der Fürstpropstei Berchtesgaden. Das Sudhaus in Niederalm wurde gemeinsam von allen drei benutzt. Doch die Streitereien endeten schon einige Jahre später, als nämlich das oberflächennahe Salzvorkommen am Gutratberg erschöpft war. |
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| | Dies bedeutete eine Konzentration der Bemühungen der Fürstpropstei Berchtesgaden hin zur Nutzung des ''Gollenbaches'' und dem Ausbau der [[Saline Schellenberg]]. Aber Niederalm blieb auch dabei von Bedeutung. Denn das Salz musste über die Königsseeache zur [[Salzach]] und weiter zur Donau verschifft werden. Dazu war aber die Genehmigung der Salzburger Erzbischöfe und der [[Guetrater]] notwendig. An der Mündung der Königsseeache in die [[Salzach]] wurde auch die Errichtung eines Salzlagers, des ''Salzstadels'' genehmigt. | | Dies bedeutete eine Konzentration der Bemühungen der Fürstpropstei Berchtesgaden hin zur Nutzung des ''Gollenbaches'' und dem Ausbau der [[Saline Schellenberg]]. Aber Niederalm blieb auch dabei von Bedeutung. Denn das Salz musste über die Königsseeache zur [[Salzach]] und weiter zur Donau verschifft werden. Dazu war aber die Genehmigung der Salzburger Erzbischöfe und der [[Guetrater]] notwendig. An der Mündung der Königsseeache in die [[Salzach]] wurde auch die Errichtung eines Salzlagers, des ''Salzstadels'' genehmigt. |
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| | ===Die Salzburger Erzbischöfe=== | | ===Die Salzburger Erzbischöfe=== |
| − | Die [[Salzburger Erzbischöfe]] versuchten von jeher Einfluss auf die Fürstpropstei zu nehmen, gab es doch in Berchtesgaden ein [[Salzbergwerk Berchtesgaden|Salzbergwerk]] und in[[Marktschellenberg|Schellenberg]] die Saline. Die Schellenberger Saline war bereits an Salzburg verpfändet. Berchtesgaden stand kurz von [[1393]] bis [[1404]] sogar unter der Verwaltung Salzburgs. | + | Die [[Salzburger Erzbischöfe]] versuchten von jeher, Einfluss auf die Fürstpropstei zu nehmen, gab es doch in Berchtesgaden ein [[Salzbergwerk Berchtesgaden|Salzbergwerk]] und in [[Marktschellenberg|Schellenberg]] die Saline. Die Schellenberger Saline war bereits an Salzburg verpfändet. Berchtesgaden stand kurz von [[1393]] bis [[1404]] sogar unter der Verwaltung Salzburgs. |
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| | + | Ein späterer Versuch Salzburgs, sich Berchtesgaden gänzlich einzuverleiben, führte [[1611]] zum [[Salzkrieg 1611|Salzkrieg]] zwischen Fürsterzbischof [[Wolf Dietrich von Raitenau]] und Maximilian I. von Bayern. Der Grund lag in den Erträgen aus dem [[Salzbergwerk Hallein]] und einer Verdopplung der Zölle auf Salzburger Waren, die Maximilian I. durchsetzen wollte. Daraufhin wurde Berchtesgaden von Wolf Dietrich kurzerhand in der Nacht vom [[7. Oktober|7.]] auf den [[8. Oktober]] 1611 besetzt. Dann verließ aber den Salzburger Erzbischof der Mut und er flüchtete, wurde jedoch bald gefasst, musste abdanken und blieb bis zu seinem Tode im Kerker auf [[Festung Hohensalzburg]]. |
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| − | Ein späterer Versuch Salzburgs sich Berchtesgaden gänzlich einzuverleiben führte [[1611]] zu einem Konflikt zwischen Erzbischof [[Wolf Dietrich von Raitenau]] und Maximilian I. von Bayern. Der Grund lag in den Erträge aus dem [[Salzbergwerk Hallein]] und einer Verdopplung der Zölle auf Salzburger Waren, die Maximilian I. durchsetzen wollte. Daraufhin wurde Berchtesgaden kurzerhand von Wolf Dietrich in der Nacht vom [[7. Oktober|7.]] auf den [[8. Oktober]] 1611 besetzt. Dann verließ aber der Mut den Salzburger Erzbischof und er flüchtete, wurde jedoch bald gefasst, musste abdanken und blieb bis zu seinem Tode im Kerker auf [[Festung Hohensalzburg]].
| + | ===Berchtesgadener Hof=== |
| | + | Im [[Berchtesgadener Hof]] im [[Kaiviertel]] der [[Altstadt]] von Salzburg hatten die Fürstpröpste einen Wohnsitz in der [[Fürstenstadt]]. |
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| − | ==Fürstprüpste== | + | ==Fürstpröpste== |
| − | * [[Berthold von Wehingen]]
| + | :''siehe [[Pröpste, Fürstpröpste und Administratoren der Fürstpropstei Berchtesgaden]] |
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| | ==Quellen== | | ==Quellen== |
| − | * Wikipedia Deutschland | + | * Wikipedia |
| − | * [[Heinz Dopsch]], Ewald Hiebl: ''Kultur, Geschichte und Wirtschaft von Anif, Niederalm, Neu-Anif'', 2003, Herausgeber: Gemeinde Anif, Beitrag ''Unter erzbischöflicher Herrschaft - Anif im Mittelalter und an der Wende zur Neuzeit'', Heinz Dopsch | + | * [[Heinz Dopsch|Dopsch, Heinz]]: ''Unter erzbischöflicher Herrschaft - Anif im Mittelalter und an der Wende zur Neuzeit'', in: [[Anif. Kultur, Geschichte und Wirtschaft von Anif, Niederalm und Neu-Anif]] |
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| − | ==Fußnote== | + | ==Einzelnachweis== |
| | <references/> | | <references/> |
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