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| − | Am [[28. Mai]] [[996]] Kaiser Otto III. verleiht Erzbischof [[Hartwig]] das Recht, täglich in [[Altstadt|Salzburg]] [[Salzburger Märkte|Markt]] zu halten und Münzen, die ''Salzburger Pfennige'', nach Regensburger Gewicht zu schlagen. | + | Am [[28. Mai]] [[996]] Kaiser Otto III. verleiht Erzbischof [[Hartwig]] ([[991]]–[[1023]]) das Recht, täglich in [[Altstadt|Salzburg]] [[Salzburger Märkte|Markt]] zu halten und Münzen, die ''Salzburger Pfennige'', nach Regensburger Gewicht zu schlagen. Bis dahin dürften die [[Baiernherzöge in Salzburg|Herzöge von Bayern]] bereits eine eigene Münzstätte betrieben haben, was mit dem Fund eines Pfennigs aus der Zeit von Herzog Heinrich II. (955–976 und 985–995) belegt ist. |
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| − | Zunächst waren es die bayerischen Herzöge, die in Salzburg Silbermünzen prägen ließen. Doch ab dem [[12. Jahrhundert]] prägten nur mehr die [[Salzburger Erzbischöfe]]. Die allererste Münzprägestätte des Erzbistums hatte ihren Standort nicht in der Stadt Salzburg sondern im damals salzburgischen [[Laufen]], an der Strecke Salzburg - [[Mühldorf am Inn]]. Hier wurde etwa ab dem ersten Drittel des 12. Jahrhunderts Scheidemünzen – sog. [[Salzburger Pfennig]]e - geprägt. Sie beginnt ihre Tätigkeit bereits vor Mitte des [[12. Jahrhundert]]s, wird aber aus politischen Gründen bald wieder geschlossen. Die [[Münzstätte Friesach]] in [[Kärnten]], das damals Teil des Erzbistums war, begann die Ausmünzung etwa zur gleichen Zeit wie die [[Münzstätte Laufen]]. Aus politischen Gründen verlegte man diese Münzstätte etwa Mitte desselben Jahrhunderts in die Salzburger Altstadt. Schon vor der Errichtung der Münzstätte Salzburg begann die [[Münzstätte Friesach]] im damals ebenfalls salzburgischen [[Friesach]] in [[Kärnten]] mit der Ausmünzung der [[Friesacher Pfennig]]e.
| + | Erzbischof Hartwig hatte aber nach der Verleihung des Münzrechts nicht sofort begonnen, selbst Münzen zu prägen. Er nutzte weiterhin in der baierischen Herzogsmünze in Salzburg. Erst Erzbischof [[Konrad I. von Abensberg|Konrad I.]] ([[1106]]–[[1147]]) ließ zwei Münzprägestätten im [[Erzstift Salzburg]] errichten, in der Kärntner Stadt [[Friesach]] ließ er die ''[[Friesacher Pfennig]]e'' schlagen und in [[Laufen]] errichtete er die zweite Münze. |
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| − | [[1366]] gestattete dann der Kaiser auch die Prägung von Goldmünzen. Erzbischof [[Pilgrim II. von Puchheim]] ließ dann den ersten <nowiki>Gold</nowiki>[[Gulden|gulden]] prägen. Die Erzbischöfe begannen den [[Goldbergbau]] in den [[Hohe Tauern|Hohen Tauern]] zu intensivieren. [[1557]] wurde in Salzburg eine dreiviertel Tonne Gold vermünzt. Ein kleiner Teil davon nannte man ''Ehrenpfennige'', das waren Münzen mit vielfachen Dukatengewicht. Der Name wies auf eine wichtige Funktion dieser Münze hin: vergleichbar einem Orden heute, wurde mit einem ''Ehrenpfennig'' der Empfänger der Münze ''geehrt''. | + | Kaiser Heinrich VI. verlieh dann [[1195]] Erzbischof [[Adalbert II.]] das alleinige Recht im gesamten Erzstift Münzen prägen zu dürfen. Die Salzburger Münze mit ihren Münzstätten in [[Laufen]], in der Stadt Salzburg und im [[Kärnten|Kärntner]] [[Friesach]] und den dort hergestellten Prägungen blieb ab Beginn ihrer Tätigkeit im ersten Drittel des [[12. Jahrhundert]]s jahrhundertelang Zeugnis der Selbständigkeit des Erzstiftes Salzburg. |
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| | + | Die allererste Münzprägestätte des Erzbistums hatte ihren Standort nicht in der Stadt Salzburg sondern im damals salzburgischen [[Laufen]], an der Strecke Salzburg - [[Mühldorf am Inn]]. Hier wurde etwa ab dem ersten Drittel des [[12. Jahrhundert]]s Scheidemünzen – sogenannte [[Salzburger Pfennig]]e - geprägt. Sie beginnt ihre Tätigkeit bereits vor Mitte des 12. Jahrhunderts, wird aber aus politischen Gründen bald wieder geschlossen. Die [[Münzstätte Friesach]] in Kärnten, das damals Teil des Erzbistums war, begann die Ausmünzung etwa zur gleichen Zeit wie die [[Münzstätte Laufen]]. Aus politischen Gründen verlegte man diese Münzstätte etwa Mitte desselben Jahrhunderts in die Salzburger Altstadt. Schon vor der Errichtung der [[Münzstätte Salzburg]] begann die Münzstätte Friesach mit der Ausmünzung der Friesacher Pfennige. |
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| | + | [[1366]] gestattete dann der Kaiser auch die Prägung von Goldmünzen. Erzbischof [[Pilgrim II. von Puchheim]] ließ den ersten <nowiki>Gold</nowiki>[[gulden]] prägen. Die Erzbischöfe begannen den [[Goldbergbau]] in den [[Hohe Tauern|Hohen Tauern]] zu intensivieren. [[1557]] wurde in Salzburg eine dreiviertel Tonne Gold vermünzt. Ein kleiner Teil davon nannte man ''Ehrenpfennige'', das waren Münzen mit vielfachen Dukatengewicht. Der Name wies auf eine wichtige Funktion dieser Münze hin: vergleichbar einem Orden heute, wurde mit einem ''Ehrenpfennig'' der Empfänger der Münze ''geehrt''. |
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| | Der ehemalige Kaufmann und spätere [[Bürgermeister der Stadt Salzburg]], [[Sigmund Haffner]] erhielt noch vor seiner Amtszeit das Recht eigene Münzen, die "Haffner-Halbpaten" zu prägen, die ihm daraufhin zu Wohlstand verhalfen. | | Der ehemalige Kaufmann und spätere [[Bürgermeister der Stadt Salzburg]], [[Sigmund Haffner]] erhielt noch vor seiner Amtszeit das Recht eigene Münzen, die "Haffner-Halbpaten" zu prägen, die ihm daraufhin zu Wohlstand verhalfen. |