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| | ===1949 bis 1960=== | | ===1949 bis 1960=== |
| | Die ersten drei Rundfahrten folgten exakt demselben Streckenverlauf. Diese frühen Rundfahrten standen ganz im Zeichen des aus [[Südtirol]] zugewanderten Salzburgers [[Richard Menapace]]. Mehrere zehntausend Zuschauer an den Etappen-Zielorten jubelten den "Helden der Landstraße" zu. Die Etappe Innsbruck - Salzburg - Linz wurde in ihrer klassischen Variante an einem einzigen Tag gefahren. Wegen der Länge gab es aber zwei Halbetappen mit mehrstündiger Pause in Salzburg. [[1959]] wurde erstmals der [[Katschberg]] befahren, obwohl die Straße noch keinen Asphaltbelag aufwies. | | Die ersten drei Rundfahrten folgten exakt demselben Streckenverlauf. Diese frühen Rundfahrten standen ganz im Zeichen des aus [[Südtirol]] zugewanderten Salzburgers [[Richard Menapace]]. Mehrere zehntausend Zuschauer an den Etappen-Zielorten jubelten den "Helden der Landstraße" zu. Die Etappe Innsbruck - Salzburg - Linz wurde in ihrer klassischen Variante an einem einzigen Tag gefahren. Wegen der Länge gab es aber zwei Halbetappen mit mehrstündiger Pause in Salzburg. [[1959]] wurde erstmals der [[Katschberg]] befahren, obwohl die Straße noch keinen Asphaltbelag aufwies. |
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| | + | Menapace kam bei seinem ersten Rennen 1949 mit zehn Minuten Vorsprung auf den Zweiten beim [[Fuscher Törl]] auf der [[Großglockner Hochalpenstraße]] an. Bis zur Schlussetappe, die von [[Linz]] nach [[Wien]] führte, hatte Menapace 26 Minuten Vorsprung herausgefahren. Auf der letzte Etappe riss er bei den Strengbergen vom Feld aus und setzte zu einer 160 Kilometer langen Solofahrt an. Mit 13 Minuten Vorsprung kam er im Ziel in Wien an.<ref name="SN">{{Quelle SN|7. Juli 2018}}</ref> |
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| | + | [[1959]] radelte der Tross auf dem Fuscher Törl in dichtes Schneetreiben. Da die Abfahrt auf den Rädern zu gefährlich war brachten Postbusse die durchfrorenen Sportler ins Tal.<ref name="SN"></ref> |
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| | ===1961 bis 1970=== | | ===1961 bis 1970=== |
| | + | 1963 wurde die Rundfahrt von ihrem ersten Dopingskandal überschattet: Bei den Österreichern Postl und Christian werden Amphetamine gefunden, sie wurden vom Bewerb ausgeschlossen. 1965 erging es den Fahrern Frisch, Schattelbauer und Bachmeier (alle Österreich) nicht anders: Sie wurden im Etappenort [[Saalfelden]] ausgeschlossen, nachdem Stenamin in ihren Proben gefunden wurde. |
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| − | 1963 wurde die Rundfahrt von ihrem ersten Dopingskandal überschattet: Bei den Österreichern Postl und Christian werden Amphetamine gefunden, sie wurden vom Bewerb ausgeschlossen. 1965 erging es den Fahrern Frisch, Schattelbauer und Bachmeier (alle Österreich) nicht anders: Sie wurden im Etappenort [[Saalfelden]] ausgeschlossen, nachdem Stenamin in ihren Proben gefunden wurde.
| + | [[1969]] schrieb die heimische Tour dann große Schlagzeilen: Schlechtwetter begleitete die Rundfahrt von Beginn an, schon die Glockner-Etappe wird zur Kälteschlacht. Auf der sechsten Etappe überrascht starker Schneefall die Fahrer hinauf nach [[Obertauern]]. Die Radlegende Joop Zoetemelk zeigt sich unbeeindruckt und gewinnt im Solo, dahinter spielen sich Tragödien ab. Als "Mörder" beschimpfen die Fahrer die Rennleitung, Wolfgang Steinmayr versucht vergeblich einen Streik zu organisieren. Viel zu spät wird abgebrochen, der Großteil der Fahrer ist schon ausgestiegen. Am nächsten Tag nehmen nur mehr 40 Fahrer die nächste Etappe in Angriff.<ref name="SN"></ref> |
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| | ===1971 bis 1980=== | | ===1971 bis 1980=== |
| − | Die Duelle des Tirolers Wolfgang Steinmayr mit dem Steirer Rudi Mitteregger prägen die Rundfahrten der frühen 70er-Jahre. 1976 fiel erstmals in der Geschichte die Glockneretappe aus, weil den Fahrern kurz vor den Olympischen Spielen keine "übermäßige Belastung" zugemutet werden sollte. | + | Roman Humenberger trug [[1971]] als erster und bisher (Stand 2017) einziger Sieger das Gelbe Trikot von der ersten Etappe bis zur Schlussetappe. [[1979]] gelang es dem Salzburger [[Herbert Spindler]], eigentlich Helfer für Rudi Mitteregger eingeteilt, die Sensation: er holte sich den Sieg.<ref name="SN"></ref> |
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| | + | Die Duelle des Tirolers Wolfgang Steinmayr mit dem Steirer Rudi Mitteregger prägen die Rundfahrten der frühen [[1970er]]-Jahre. [[1974]] fehlt Steinmayr krankheitsbedingt. Alles läuft für Mitteregger, dem schon das Schicksal des ewigen Zweiten drohte. Bis er auf dem Gaberl einen Reifendefekt hat und die unaufmerksame Servicecrew im Feld viel zu spät reagiert. Mitteregger hatte schon sein Rad ausgebaut und lief mit diesem in der Hand am Straßenrand auf und ab. "''Wo san denn de Deppen...''" schrie der Steirer in seiner Verzweiflung. Die ORF-Übertragung macht ihn zum Medienstar - erst recht, weil es sich doch noch mit dem Gesamtsieg ausgegangen war.<ref name="SN"></ref> |
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| | + | 1976 fiel erstmals in der Geschichte die Glockneretappe aus, weil den Fahrern kurz vor den Olympischen Spielen keine "übermäßige Belastung" zugemutet werden sollte. |
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| | Salzburg wird zum "Durchhaus" der Tour. Von 1992 bis 1996 gibt es keinen einzigen Etappenstart oder -zieleinlauf im Bundesland Salzburg. Die [[Felbertauernstraße]] wird mehrfach alternativ zum Großglockner befahren. Ab 1996 ist die Österreich-Radrundfahrt auch für Berufsfahrer offen. | | Salzburg wird zum "Durchhaus" der Tour. Von 1992 bis 1996 gibt es keinen einzigen Etappenstart oder -zieleinlauf im Bundesland Salzburg. Die [[Felbertauernstraße]] wird mehrfach alternativ zum Großglockner befahren. Ab 1996 ist die Österreich-Radrundfahrt auch für Berufsfahrer offen. |
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| | + | [[1996]] kam der große Umbruch. Die strikte Trennung in Amateur- und Profisport. [[2000]] kam ein Klassiker hinzu. War bisher die Glockner-Etappe der "Scharfrichter" der Tour, ist das ab sofort das Kitzbüheler Horn. Wer auf den steilen Kehren hinauf zum Alpenhaus den Anschluss verliert, hat auch die Rundfahrt verloren. Acht Mal war bis 2017 der Sieger am Horn ident mit dem Toursieger.<ref name="SN"></ref> |
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| | [[Kategorie:Sport]] | | [[Kategorie:Sport]] |