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| | Im Erdgeschoß befindet sich ein Portikus mit drei großen Rundbogenportalen. Die drei Bronzetore darin sind modern: das Tor des Glaubens von [[Toni Schneider-Manzell]], das Tor der Liebe von [[Giacomo Manzù]] und das Tor der Hoffnung von [[Ewald Mataré]]. Darüber im ersten Geschoß - auf der fürstlichen Beletage - befindet sich ein Balkon mit drei Fenstern; zwei kleinere Fenster mit Dreiecksgiebeln und ein größeres Fenster mit Rundgiebel. Letzteres bildet den architektonischen Schnitt- und Mittelpunkt aller Achsen. Durch dieses Rundgiebelfenster - das mit zwei Engeln geschmückt ist, die eine Krone halten - fällt bei Tag- und Nachtgleiche, etwa am [[Rupertitag]], das Licht der im Westen untergehenden Sonne hindurch auf den im Inneren der Apsis stehenden Hochaltar und erleuchtet dort einen Psalm. Der Mittelrisalit besteht im Dachgeschoß aus einem geschweiften Giebel, dessen Giebeldreieck freisteht und in den Himmel aufragt. | | Im Erdgeschoß befindet sich ein Portikus mit drei großen Rundbogenportalen. Die drei Bronzetore darin sind modern: das Tor des Glaubens von [[Toni Schneider-Manzell]], das Tor der Liebe von [[Giacomo Manzù]] und das Tor der Hoffnung von [[Ewald Mataré]]. Darüber im ersten Geschoß - auf der fürstlichen Beletage - befindet sich ein Balkon mit drei Fenstern; zwei kleinere Fenster mit Dreiecksgiebeln und ein größeres Fenster mit Rundgiebel. Letzteres bildet den architektonischen Schnitt- und Mittelpunkt aller Achsen. Durch dieses Rundgiebelfenster - das mit zwei Engeln geschmückt ist, die eine Krone halten - fällt bei Tag- und Nachtgleiche, etwa am [[Rupertitag]], das Licht der im Westen untergehenden Sonne hindurch auf den im Inneren der Apsis stehenden Hochaltar und erleuchtet dort einen Psalm. Der Mittelrisalit besteht im Dachgeschoß aus einem geschweiften Giebel, dessen Giebeldreieck freisteht und in den Himmel aufragt. |
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| − | Die Figuren und Plastiken verkünden wiederum Botschaften aus der Bibel und von der Auferstehung. Vor dem Portikus mit den drei großen Rundbogenportalen stehen vier kolossale Statuen. Die vier Kolossalfiguren sind die ersten Repräsentanten der Kirche und führen einen Dialog miteinander. Die beiden inneren Statuen sind Petrus (Attribut: Schlüssel) und Paulus (Attribut: Schwert), die Gründerväter der römisch-katholischen Kirche. Diese Statuen werden dem Salzburger Bildhauer [[Michael Bernhard Mandl]] ([[1697]]) zugeschrieben. Die beiden äußeren Statuen stellen die Salzburger Kirchenpatrone Rupertus (Attribut: [[Salzkufe]]) und Virgil (Attribut: Dom) dar. Diese Statuen werden dem Bildhauer [[Bartlmä van Opstal]] (um 1660) zugeschrieben. Im ersten Geschoß auf dem Balkon stehen die Figuren der vier Evangelisten: Matthäus (Symbol: Mensch), Markus (Symbol: Löwe), Lukas (Symbol: Stier) und Johannes (Symbol: Adler). Im Dachgeschoß beidseits des geschweiften Giebels stehen die Statuen der biblischen Propheten Moses (Attribut: Gesetzestafeln) und Elias (Elijah), beide stehen für Standhaftigkeit. Auf der Spitze des Giebeldreiecks steht die Plastik des Christus Salvator (Erlöser der Welt), die rechte Hand zum Friedensgruß erhebend und mit der linken Hand einen Globus mit Kreuz haltend. Dies ist ein Bezug zum Neuen Testament auf die Verklärung Jesu auf dem Berg Tabor, mit den Propheten Elija und Mose. <ref>[https://www.uibk.ac.at/theol/leseraum/bibel/mt17.html www.uibk.ac.at/bibel/matthäus 17]</ref> | + | Die Skulpturen verkünden die Botschaften aus der Bibel, Altes Testament und Neues Testament, insbesondere dem alten Bund und von der Auferstehung. |
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| − | Unterhalb des Giebeldreiecks befinden sich zwei große [[Wappen]] mit den beiden Wappentieren für das [[Erzstift Salzburg]]: Löwe (Pathera Leo) und Steinbock (Capra Ibex). Gleichzeitig weisen diese auf die Erbauer des heutigen Doms, die Fürsterzbischöfe [[Markus Sittikus]] von [[Hohenems]] und [[Paris Lodron]] hin. Die beiden Wappen im Portikus über dem linken und rechten Portal weisen auf die Fürsterzbischöfe [[Guidobald Graf von Thun und Hohenstein]] und [[Johann Ernst Graf von Thun und Hohenstein]] hin. | + | Vor dem Portikus mit den drei großen Rundbogenportalen stehen vier kolossale Statuen. Die vier Kolossalfiguren sind die ersten Repräsentanten der Kirche und führen einen Dialog miteinander. Die beiden inneren Statuen sind Petrus (Attribut: Schlüssel) und Paulus (Attribut: Schwert), die Gründerväter der römisch-katholischen Kirche. Diese Statuen werden dem Salzburger Bildhauer [[Michael Bernhard Mandl]] ([[1697]]) zugeschrieben. Die beiden äußeren Statuen stellen die Salzburger Kirchenpatrone Rupertus (Attribut: [[Salzkufe]]) und Virgil (Attribut: Dom) dar. Diese Statuen werden dem Bildhauer [[Bartlmä van Opstal]] (um 1660) zugeschrieben. |
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| | + | Im ersten Geschoss auf dem Balkon stehen die Figuren der vier Evangelisten aus dem Neuen Testament: Matthäus (Symbol: Mensch), Markus (Symbol: Löwe), Lukas (Symbol: Stier) und Johannes (Symbol: Adler). |
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| | + | Im Dachgeschoss beidseits des geschweiften Giebels stehen die Statuen der Propheten Mose (Attribut: Gesetzestafeln) und Elias (Elijah) aus dem Alten Testament. Mose steht für die Ordnung durch Gesetze und Elias für die Prophetie des Alten Bundes. Beide verkörpern auch die Standhaftigkeit. |
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| | + | Auf der Spitze des Giebeldreiecks steht die Skulptur von Christus Salvator (Erlöser der Welt), die rechte Hand zum Friedensgruß erhebend und mit der linken Hand einen Globus mit Kreuz haltend. |
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| | + | Dies ergibt einen Bezug zum Neuen Testament auf die Verklärung von Jesus auf dem Berg Tabor durch die Propheten Elias und Mose. <ref>[https://www.uibk.ac.at/theol/leseraum/bibel/mt17.html www.uibk.ac.at/bibel/matthäus 17]</ref> |
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| | + | Unterhalb des Giebeldreiecks befinden sich zwei große [[Wappen]] mit den beiden Wappentieren für das [[Erzstift Salzburg]]: Löwe (Pathera Leo) und Steinbock (Capra Ibex). Gleichzeitig weisen diese auf die Erbauer des heutigen Doms, die Fürsterzbischöfe [[Markus Sittikus]] von [[Hohenems]] und [[Paris Lodron]] hin. |
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| | + | Die beiden Wappen im Portikus über dem linken und rechten Portal weisen auf die Fürsterzbischöfe [[Guidobald Graf von Thun und Hohenstein]] und [[Johann Ernst Graf von Thun und Hohenstein]] hin. |
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| | ===Das Innere=== | | ===Das Innere=== |
| | [[Datei:Dom Kanzel.JPG|thumb|Die Kanzel im Dom]] | | [[Datei:Dom Kanzel.JPG|thumb|Die Kanzel im Dom]] |
| | [[Datei:Dom Salzburger Taufbecken 02.jpg|thumb|Taufbecken des Salzburger Doms, in dem unter anderem [[Joseph Mohr]] am [[11. Dezember]] [[1792]] getauft wurde]] | | [[Datei:Dom Salzburger Taufbecken 02.jpg|thumb|Taufbecken des Salzburger Doms, in dem unter anderem [[Joseph Mohr]] am [[11. Dezember]] [[1792]] getauft wurde]] |
| − | Nachdem man eine Vorhalle durchquert hat, steht man im Mittelschiff, einer hohen tonnengewölbten Halle. Im vorderen Teil des Dom wölbt sich die achtseitige Vierungskuppel. Die Decken sind mit Stukkatur bedeckt, die von [[Andrea Orsolini]] und [[Giuseppe Bassarino]] [[1631]] bis [[1635]] und mit anderen Bildhauern aus Italien gefertigt wurden. | + | Nachdem man eine Vorhalle durchquert hat, steht man im Mittelschiff, einer hohen Halle mit einem Tonnengewölbe. Im östlichen, vorderen Teil des Dom wölbt sich die achtseitige Vierungskuppel. Die Decken sind mit Stukkatur bedeckt, die von [[Andrea Orsolini]] und [[Giuseppe Bassarino]] [[1631]] bis [[1635]] und von anderen Bildhauern aus Italien gefertigt wurden. |
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| − | Das Bildprogramm des Domes ist nach dem ''Alten-'' und dem ''Neuen Testament'' geordnet. Das Langhaus zeigt die ''Lebens- und Leidensgeschichte von Jesus''. Im Kuppelraum sind Glaubenswelt und Geschichten aus dem ''1. Buch Mose'' dargestellt. In der Apsis endet und gipfelt beides im Hochaltarbild, das die ''Auferstehung Jesu'' zeigt. Darüber der Psalm: ''Notas mihi fecisti vias vitae - Du hast mir die Wege des Lebens kundgetan''. | + | Das Bildprogramm des Domes im Inneren ist nach dem ''Alten-'' und dem ''Neuen Testament'' geordnet. Das Langhaus zeigt die ''Lebens- und Leidensgeschichte von Jesus''. Im Kuppelraum sind Glaubenswelt und Geschichten aus dem ''1. Buch Mose'' dargestellt. In der Apsis endet und gipfelt beides im Hochaltarbild, das die ''Auferstehung Jesu'' zeigt. Darüber der Psalm: ''Notas mihi fecisti vias vitae - Du hast mir die Wege des Lebens kundgetan''. |
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| | Die Deckengemälde im Querschiff wurden von [[Donato Mascagni]], einem Servitenmönch aus Florenz (Toskana, Italien), und von [[Antonio Solari]], einem Sohn des Dombaumeisters Santino Solari, um 1630 gemalt. | | Die Deckengemälde im Querschiff wurden von [[Donato Mascagni]], einem Servitenmönch aus Florenz (Toskana, Italien), und von [[Antonio Solari]], einem Sohn des Dombaumeisters Santino Solari, um 1630 gemalt. |
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| − | Im Chorrund befinden sich Denkmäler für verstorbene (Fürst)Erzbischöfe in zweierlei Arten: einmal noch fast altarartig (von 1622 bis 1727 verwendet) und einmal in noch prächtigerer Art ausgeführte Wandgrabmäler. Es sind die Denkmäler für die Fürsterzbischöfe Markus Sittikus von Hohenems, Guidobald Graf von Thun und Hohenstein, [[Maximilian Gandolf Graf von Kuenburg]], Johann Ernst Graf von Thun und Hohenstein, [[Franz Anton Fürst Harrach]], [[Leopold Anton Freiherr von Firmian]], [[Jakob Ernst Graf Liechtenstein]], [[Andreas I. Jakob Graf Dietrichstein]] und [[Sigismund III. Christoph Graf Schrattenbach]].
| + | In den Apsidien befinden sich Denkmäler für verstorbene (Fürst)Erzbischöfe in zweierlei Arten: einmal fast als Altar (von 1622 bis 1727 verwendet) und einmal in noch prächtigerer Art als Wandgrabmal ausgeführt. Es sind die Denkmäler für die Fürsterzbischöfe Markus Sittikus von Hohenems, Guidobald Graf von Thun und Hohenstein, [[Maximilian Gandolf Graf von Kuenburg]], Johann Ernst Graf von Thun und Hohenstein, [[Franz Anton Fürst Harrach]], [[Leopold Anton Freiherr von Firmian]], [[Jakob Ernst Graf Liechtenstein]], [[Andreas I. Jakob Graf Dietrichstein]] und [[Sigismund III. Christoph Graf Schrattenbach]]. |
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| | Chorgestühl und [[Predigtkanzel|Kanzel]] sind aus dem Jahr [[1859]]. | | Chorgestühl und [[Predigtkanzel|Kanzel]] sind aus dem Jahr [[1859]]. |