| Zeile 1: |
Zeile 1: |
| − | [[Bild:Rupert-Salzburg.jpg|thumb| Rupert von Worms. Dargestellt mit dem Salzfass in der Hand.]] | + | [[Datei:St. Rupert, Fresko in der Pfarrkirche St. Nikolaus in Bad Reichenhall A.jpg|thumb|Hl. Rupert, Fresko in der Pfarrkirche St. Nikolaus in Bad Reichenhall]] |
| | [[Datei:Taufe III.jpg|thumb|Darstellung der Taufe von Herzog [[Theodo II.|Theodo]]s durch Bischof Rupert]] | | [[Datei:Taufe III.jpg|thumb|Darstellung der Taufe von Herzog [[Theodo II.|Theodo]]s durch Bischof Rupert]] |
| − | [[Datei:St. Rupert, Fresko in der Pfarrkirche St. Nikolaus in Bad Reichenhall A.jpg|thumb|Hl. Rupert, Fresko in der Pfarrkirche St. Nikolaus in Bad Reichenhall]]
| |
| | [[Datei:Gedenktafel Festung Hohensalzburg Heiliger Rupert mit Wappen Leonhard von Keutschach.jpg|thumb|Der heilige Rupert, [[Festung Hohensalzburg]] ]] | | [[Datei:Gedenktafel Festung Hohensalzburg Heiliger Rupert mit Wappen Leonhard von Keutschach.jpg|thumb|Der heilige Rupert, [[Festung Hohensalzburg]] ]] |
| − | '''Rupert von Worms''' (auch: ''Rupert von Salzburg'', ''Hrodbertus'', ''Ruprecht''), Bischof und Abt (* um [[650]], † [[27. März]] [[716]]/[[718]] in Worms, [[Deutschland]]) ist der Landespatron von [[Salzburg]] und wird am [[24. September]] gefeiert. | + | '''Rupert von Worms''' (auch ''Rupert von Salzburg'', ''Hrodbertus'', ''Ruprecht''), Bischof und Abt (* um [[650]], † [[27. März]] [[716]]/[[718]] in Worms, [[Deutschland]]) ist der Landespatron von [[Salzburg]] und wird am [[24. September]] gefeiert. |
| | | | |
| | == Leben == | | == Leben == |
| − | Der Salzburger Gründerheilige und erste [[Äbte von St. Peter|Abt]] von [[Benediktiner-Erzabtei St. Peter|St. Peter]] gehörte dem fränkischen Hochadel an und war verwandt mit dem merowingischen Königshaus (möglicherweise stammte er aus der Familie der Robertiner). Im späten [[7. Jahrhundert]] wirkte er als Bischof von Worms. Vermutlich haben ihn persönliche Gegensätze mit dem fränkischen Hausmeier Pippin II. veranlasst, Worms zu verlassen, denn dieser Schritt stand eigentlich im Widerspruch zu den kanonischen Bestimmungen. Der [[Bayerische Herzöge in Salzburg|bayerische Herzog]] [[Theodo II.]] (ca. * 680, † 718) lud ihn nach [[Bayern]] ein und übertrug ihm wichtige kirchliche und politische Aufgaben. Rupert war mit Theodos Frau Folchaid verwandt. In der bayerischen Herzogsstadt Regensburg bekehrte Rupert den Herzog mitsamt seinem Gefolge zum katholischen Christentum. Der Überlieferung nach hat er sogar Herzog Theodo getauft. Die Taufe war ein Symbol für den Beginn der Christianisierung des ganzen Herzogtums, welche Rupert zum "Apostel der Bayern" hat werden lassen. | + | Der Salzburger Gründerheilige und erste [[Äbte von St. Peter|Abt]] von [[Benediktiner-Erzabtei St. Peter|St. Peter]] gehörte dem fränkischen Hochadel an und war verwandt mit dem merowingischen Königshaus (möglicherweise stammte er aus der Familie der Robertiner). Im späten [[7. Jahrhundert]] wirkte er als Bischof von Worms. Vermutlich haben ihn persönliche Gegensätze mit dem fränkischen Hausmeier Pippin II. veranlasst, Worms zu verlassen, denn dieser Schritt stand eigentlich im Widerspruch zu den kanonischen Bestimmungen. Der [[Bayerische Herzöge in Salzburg|bayerische Herzog]] [[Theodo II.]] (ca. * 680, † 718) lud ihn nach [[Bayern]] ein und übertrug ihm wichtige kirchliche und politische Aufgaben. Rupert war mit Theodos Frau Folchaid verwandt. In der bayerischen Herzogsstadt [[Regensburg]] bekehrte Rupert den Herzog mitsamt seinem Gefolge zum katholischen Christentum. Der Überlieferung nach hat er sogar Herzog Theodo getauft. Die Taufe war ein Symbol für den Beginn der Christianisierung des ganzen Herzogtums, welche Rupert zum "''Apostel der Bayern''" hat werden lassen. |
| | | | |
| | Nach seinem erfolgreichen Wirken in Regensburg erhielt er den Auftrag zur Mission im gesamten Herzogtum und darüber hinaus, was mit umfassenden Vollmachten verbunden war. Wahrscheinlich sollte Rupert die Organisation der bayerischen Kirche aufbauen und die Gründung von Bistümern vorbereiten. Der Herzog verfolgte damit auch ein politisches Ziel: Durch die Missionierung im Süden und Osten sollte die Erweiterung des bayerischen Herzogtums in diese Richtungen in die Wege geleitet werden. | | Nach seinem erfolgreichen Wirken in Regensburg erhielt er den Auftrag zur Mission im gesamten Herzogtum und darüber hinaus, was mit umfassenden Vollmachten verbunden war. Wahrscheinlich sollte Rupert die Organisation der bayerischen Kirche aufbauen und die Gründung von Bistümern vorbereiten. Der Herzog verfolgte damit auch ein politisches Ziel: Durch die Missionierung im Süden und Osten sollte die Erweiterung des bayerischen Herzogtums in diese Richtungen in die Wege geleitet werden. |
| Zeile 12: |
Zeile 11: |
| | Zunächst reiste Rupert auf der Donau nach Osten in die alte Römerstadt Lauriacum (Lorch bei Enns, [[Oberösterreich]]). Die [[Enns]] bildete den bayerischen Grenzfluss zum Reich der Awaren. Vielleicht wollte Rupert dort eine Basis zur Missionierung der Awaren errichten. Die Gefahr von kriegerischen Einfällen durch die Awaren veranlasste ihn, weiter ins Landesinnere Bayerns zu ziehen. Sein Ziel war nun die ehemalige Römerstadt [[Iuvavum]], das heutige Salzburg, welche der wichtigste Stützpunkt der Herzöge im südöstlichen Bayern war. Als ehemaliges römisches Municipium galt Iuvavum als geeigneter Ort zur Errichtung eines kirchlichen Zentrums. | | Zunächst reiste Rupert auf der Donau nach Osten in die alte Römerstadt Lauriacum (Lorch bei Enns, [[Oberösterreich]]). Die [[Enns]] bildete den bayerischen Grenzfluss zum Reich der Awaren. Vielleicht wollte Rupert dort eine Basis zur Missionierung der Awaren errichten. Die Gefahr von kriegerischen Einfällen durch die Awaren veranlasste ihn, weiter ins Landesinnere Bayerns zu ziehen. Sein Ziel war nun die ehemalige Römerstadt [[Iuvavum]], das heutige Salzburg, welche der wichtigste Stützpunkt der Herzöge im südöstlichen Bayern war. Als ehemaliges römisches Municipium galt Iuvavum als geeigneter Ort zur Errichtung eines kirchlichen Zentrums. |
| | | | |
| − | Zunächst ließ Rupert sich aber für etwa ein Jahr am [[Wallersee]] nieder, wo er noch christliche Romanen antraf. Im heutigen [[Seekirchen am Wallersee]] erbaute er eine [[Stadtpfarrkirche zum hl. Petrus Seekirchen|Kirche]] zu Ehren des Apostels Petrus. Von dort aus verhandelte Rupert mit [[Theodebert]], dem Sohn Herzog Theodos, der auf der [[Festung Hohensalzburg|"Oberen Burg"]] auf dem Salzburger [[Festungsberg]] residierte. Zur Errichtung eines Klosters überließ der Herzog dem Missionar schließlich [[696]] das Areal der früheren Römerstadt Iuvavum zu Füßen der Oberen Burg. Dort waren romanische und bayerische Bewohner ansässig und auf der [[Nonnberg]]terrasse stand eine dem heiligen Martin geweihte Kirche. Vielleicht gab es sogar eine kleine klösterliche Gemeinschaft. | + | Zunächst ließ Rupert sich aber für etwa ein Jahr am [[Wallersee]] nieder, wo er noch christliche Romanen antraf. Im heutigen [[Seekirchen am Wallersee]] erbaute er eine [[Stadtpfarrkirche zum hl. Petrus Seekirchen|Kirche]] zu Ehren des Apostels Petrus. Von dort aus verhandelte Rupert mit [[Theodebert]], dem Sohn Herzog Theodos, der auf der [[Salzpurch]] (''Obere Burg'') auf dem Salzburger [[Festungsberg]] residierte. Zur Errichtung eines Klosters überließ der Herzog dem Missionar schließlich [[696]] das Areal der früheren Römerstadt Iuvavum zu Füßen der Oberen Burg. Dort waren romanische und bayerische Bewohner ansässig und auf der [[Nonnberg]]terrasse stand eine dem heiligen [[Martinskirche|Martin geweihte Kirche]]. Vielleicht gab es sogar eine kleine klösterliche Gemeinschaft. |
| | | | |
| − | Rupert gründete zusammen mit seinen Gefährten [[Chuniald]] und [[Gislar]], sowie weiteren Helfern, in Iuvavum ein Kloster und ließ die dem Apostel Petrus geweihte Klosterkirche an der Stelle des späteren [[Dom]]s erbauen. Als erster Abt stand er dem Kloster St. Peter vor. Es war kein Kloster mit Mönchen, sondern ein Missionskloster, von welchem aus Geistliche das ganze umliegende Land zum Christentum bekehrten. Die [[Benediktiner]]<nowiki>regel</nowiki> mit ihrer strengen Ortsgebundenheit setzte sich erst zweihundert Jahre später durch. Rupert und seine Nachfolger leiteten bis zur Gründung des [[Erzbistum Salzburg|Bistums Salzburg]] ([[739]]) als Äbte (nicht als Bischöfe) die Missionierung des bayerischen Südostens und [[Karantanien]]s ([[Kärnten]]s). | + | Rupert gründete zusammen mit seinen Gefährten [[Chuniald]] und [[Gislar]], sowie weiteren Helfern, in Iuvavum das [[Benediktiner-Erzabtei St. Peter|Kloster St. Peter]] und ließ die dem Apostel Petrus geweihte Klosterkirche im Bereich des heutigen [[Kapitelplatz]]es erbauen. Als erster Abt stand er dem Kloster St. Peter vor. Es war kein Kloster mit Mönchen, sondern ein Missionskloster, von welchem aus Geistliche das ganze umliegende Land zum Christentum bekehrten. Die [[Benediktiner]]<nowiki>regel</nowiki> mit ihrer strengen Ortsgebundenheit setzte sich erst zweihundert Jahre später durch. Rupert und seine Nachfolger leiteten bis zur Gründung des [[Erzbistum Salzburg|Bistums Salzburg]] ([[739]]) als Äbte (nicht als Bischöfe) die Missionierung des bayerischen Südostens und [[Karantanien]]s ([[Kärnten]]s). |
| | | | |
| | Die besonders reichen Schenkungen der bayerischen Herzöge an das Kloster schufen bereits zur Zeit Ruperts die wirtschaftliche Basis für den späteren Aufstieg Salzburgs zum Metropolitansitz (Sitz des [[Erzbischof]]s als Mittelpunkt der bayerischen Kirchenprovinz). Besonders wichtig war die Schenkung von einem Drittel der Soleschüttung und 20 Salzsiedeanlagen in [[Bad Reichenhall|Reichenhall]]. Rupert besaß damit den größten Anteil an der Saline. Das kommt auch durch den seit etwa 755 verwendeten deutschen Namen für Iuvavum zum Ausdruck: "Salzburg" ist abgeleitet vom [[Salz]] aus den [[Saline Reichenhall|Reichenhaller Salinen]] und der Herzogsburg am Festungsberg. Der Name weist auf die damalige führende Position Salzburgs in der Salzproduktion und im [[Salzhandel]] hin. | | Die besonders reichen Schenkungen der bayerischen Herzöge an das Kloster schufen bereits zur Zeit Ruperts die wirtschaftliche Basis für den späteren Aufstieg Salzburgs zum Metropolitansitz (Sitz des [[Erzbischof]]s als Mittelpunkt der bayerischen Kirchenprovinz). Besonders wichtig war die Schenkung von einem Drittel der Soleschüttung und 20 Salzsiedeanlagen in [[Bad Reichenhall|Reichenhall]]. Rupert besaß damit den größten Anteil an der Saline. Das kommt auch durch den seit etwa 755 verwendeten deutschen Namen für Iuvavum zum Ausdruck: "Salzburg" ist abgeleitet vom [[Salz]] aus den [[Saline Reichenhall|Reichenhaller Salinen]] und der Herzogsburg am Festungsberg. Der Name weist auf die damalige führende Position Salzburgs in der Salzproduktion und im [[Salzhandel]] hin. |
| | | | |
| − | Als Stützpunkt zur Missionierung im [[Pongau]] gründete Rupert [[711]]/[[712]] ein weiteres Kloster, die "[[Pfarrkirche hl. Maximilian|Maximilianszelle]]" im heutigen [[Bischofshofen]]. Nach mehreren Zerstörungen verlieren sich die Spuren dieses Klosters im frühen [[9. Jahrhundert]]. Das große Waldgebiet im Pongau jedoch, welches Herzog [[Theudebert|Theodbert]] an die Maximilianszelle schenkte, wurde später zur Keimzelle des Landes Salzburg. | + | Als Stützpunkt zur Missionierung im [[Pongau]] gründete Rupert [[711]]/[[712]] ein weiteres Kloster, die [[Pfarrkirche hl. Maximilian|Maximilianszelle]] im heutigen [[Bischofshofen]]. Nach mehreren Zerstörungen verlieren sich die Spuren dieses Klosters im frühen [[9. Jahrhundert]]. Das große Waldgebiet im Pongau jedoch, welches Herzog [[Theudebert|Theodbert]] an die Maximilianszelle schenkte, wurde später zur Keimzelle des [[Salzburg (Bundesland)|Landes Salzburg]]. |
| | | | |
| − | Herzog Theodbert und seine Frau Regintrud haben Rupert außerdem den Auftrag zur Gründung eines [[Benediktinenstift Nonnberg|Frauenklosters]] erteilt. Weil es aber in Bayern selbst noch kein Frauenkloster gab, das eine Äbtissin und einige Nonnen für die Gründung hätte stellen können, holte Rupert 712 seine Nichte [[Erentrudis]], die eine Nonne war, und weitere Helfer aus seiner fränkischen Heimat nach Salzburg. Erentrudis, die etwa von [[650]] bis [[718]] lebte, wurde als erste [[Äbtissinnen vom Nonnberg|Äbtissin]] des Klosters eingesetzt und bald nach ihrem Tod als Heilige verehrt. Das Kloster gründete man zwischen [[713]] und [[715]] auf dem östlichen Ausläufer des Festungsberges, dem heutigen Nonnberg, unterhalb der Oberen Burg. Das Kloster war in deren äußere Befestigungsanlage integriert und damit Bestandteil der Burg. Die [[Nonnberger Stiftskirche Mariae Himmelfahrt|Klosterkirche]] weihte Rupert zu Ehren der Gottesmutter Maria. | + | Herzog Theodbert und seine Frau Regintrud hatten Rupert außerdem den Auftrag zur Gründung eines [[Benediktinenstift Nonnberg|Frauenklosters]] erteilt. Weil es aber in Bayern selbst noch kein Frauenkloster gab, das eine Äbtissin und einige Nonnen für die Gründung hätte stellen können, holte Rupert 712 seine Nichte [[Erentrudis]], die eine Nonne war, und weitere Helfer aus seiner fränkischen Heimat nach Salzburg. Erentrudis, die etwa von [[650]] bis [[718]] lebte, wurde als erste [[Äbtissinnen vom Nonnberg|Äbtissin]] des Klosters eingesetzt und bald nach ihrem Tod als Heilige verehrt. Das Kloster gründete man zwischen [[713]] und [[715]] auf dem östlichen Ausläufer des Festungsberges, dem heutigen Nonnberg, unterhalb der ''Oberen Burg''. Das Kloster war in deren äußere Befestigungsanlage integriert und damit Bestandteil der Burg. Die [[Stiftskirche Mariae Himmelfahrt|Stiftskirche]] weihte Rupert zu Ehren der Gottesmutter Maria. |
| | | | |
| − | Nach dem Tod seines Gegners Pippin im Jahr [[715]] kehrte Rupert an seinen Bischofssitz in Worms zurück. Dort starb er an einem 27. März zwischen 716 und 718. In Salzburg geriet er trotz seiner bedeutenden Leistungen bald in Vergessenheit. Erst sein späterer Nachfolger [[Virgil]] ließ anlässlich der Domweihe am [[24. September]] [[774]] die Gebeine Ruperts aus Worms nach Salzburg überführen. | + | Nach dem Tod seines Gegners Pippin im Jahr 715 kehrte Rupert an seinen Bischofssitz in Worms zurück. Dort starb er an einem 27. März zwischen 716 und 718. In Salzburg geriet er trotz seiner bedeutenden Leistungen bald in Vergessenheit. Erst sein späterer Nachfolger [[Virgil]] ließ anlässlich der Domweihe am [[24. September]] [[774]] die Gebeine Ruperts aus Worms nach Salzburg überführen. |
| | | | |
| | ==Verehrung als Heiliger== | | ==Verehrung als Heiliger== |
| − | Formell wurde Rupert nie heilig gesprochen. Seit der Überführung seiner Gebeine nach Salzburg im Jahre 774 entwickelte sich ein Kult, den der Papst später anerkannte. Rupert wurde zum Schutzheiligen des Doms und verdrängte ab [[987]] (Trennung von Kloster und Erzbistum) das Petruspatrozinium allmählich ganz auf die [[Stiftskirche St. Peter|Klosterkirche St. Peter]]. Schließlich stieg er zum Salzburger Landespatron auf. Zunächst gab es zwei Gedenktage, den Todestag am 27. März ("Rupert in der Fasten") und den 24. September ("Herbstruperti"), der Tag, an dem Ruperts Gebeine in den Dom gebracht wurden. Der Tag der Überführung der Gebeine hat sich als "[[Rupertitag]]" zum Hauptfest des Heiligen entwickelt und ist Salzburger Landesfeiertag. Zu diesem Termin wird auch der "[[Rupertikirtag]]", früher auch "[[Dult]]" genannt, gefeiert. | + | Formell wurde Rupert nie heilig gesprochen. Seit der Überführung seiner Gebeine nach Salzburg im Jahre 774 entwickelte sich ein Kult, den der Papst später anerkannte. Rupert wurde zum Schutzheiligen des [[Salzburger Dom]]s und verdrängte ab [[987]] (Trennung von Kloster und Erzbistum) das Petrus-[[Patrozinium]] allmählich ganz auf die [[Stiftskirche St. Peter|Klosterkirche St. Peter]]. Schließlich stieg er zum Salzburger Landespatron auf. Zunächst gab es zwei Gedenktage, den Todestag am 27. März ("Rupert in der Fasten") und den 24. September ("Herbstruperti"), der Tag, an dem Ruperts Gebeine in den Dom gebracht wurden. Der Tag der Überführung der Gebeine hat sich als [[Rupertitag]] zum Hauptfest des Heiligen entwickelt und ist Salzburger Landesfeiertag. Zu diesem Termin wird auch der [[Rupertikirtag]], früher auch [[Dult]] genannt, gefeiert. |
| | | | |
| | == Patronate == | | == Patronate == |
| Zeile 31: |
Zeile 30: |
| | | | |
| | == Ikonographie == | | == Ikonographie == |
| | + | [[Bild:Rupert-Salzburg.jpg|thumb| Rupert von Worms. Dargestellt mit dem Salzfass in der Hand.]] |
| | Ursprünglich wurde Rupert als Bischof, oft mit einem Buch in der Hand, dargestellt. Die am weitesten verbreitete Darstellung als Bischof mit einem Salzfass entwickelte sich erst nach der Mitte des [[15. Jahrhundert]]s. Dieses Salzfass ist eine typische [[Hallein]]er Kufe, die nur dort als Transportverpackung Verwendung fand. Mit der [[Saline Hallein|Halleiner Saline]], die kurz vor [[1200]] eröffnet wurde, hat Rupert nichts zu tun. Nach dem Willen der Erzbischöfe aber sollte Rupert das für Salzburg wirtschaftlich immens wichtige Halleiner Salz repräsentieren und wurde daher (von der Reichenhaller Saline) auf den [[Dürrnberg (Berg)|Dürrnberg]] verpflanzt. Erst dadurch ist er allgemein zum "Salzheiligen" geworden. Sehr selten sind Darstellungen Ruperts, bei denen das Salzfass durch einen Salzstock oder eine Salzschale (für den Esstisch) ersetzt wurde. | | Ursprünglich wurde Rupert als Bischof, oft mit einem Buch in der Hand, dargestellt. Die am weitesten verbreitete Darstellung als Bischof mit einem Salzfass entwickelte sich erst nach der Mitte des [[15. Jahrhundert]]s. Dieses Salzfass ist eine typische [[Hallein]]er Kufe, die nur dort als Transportverpackung Verwendung fand. Mit der [[Saline Hallein|Halleiner Saline]], die kurz vor [[1200]] eröffnet wurde, hat Rupert nichts zu tun. Nach dem Willen der Erzbischöfe aber sollte Rupert das für Salzburg wirtschaftlich immens wichtige Halleiner Salz repräsentieren und wurde daher (von der Reichenhaller Saline) auf den [[Dürrnberg (Berg)|Dürrnberg]] verpflanzt. Erst dadurch ist er allgemein zum "Salzheiligen" geworden. Sehr selten sind Darstellungen Ruperts, bei denen das Salzfass durch einen Salzstock oder eine Salzschale (für den Esstisch) ersetzt wurde. |
| | | | |
| Zeile 41: |
Zeile 41: |
| | Eine nur auf einen einzigen Ort begrenzte Darstellung findet sich in der Kirche St. Rupert in Kals am [[Großglockner (Berg)|Großglockner]] ([[Osttirol]]). Dort ist die Legende der Kirchengründung dargestellt: Rupert steht auf den Abhängen der [[Glocknergruppe]] und schleudert seinen Stab ins Tal. An der Stelle, wo der Stab im Boden stecken bleibt, lässt er eine Kirche erbauen. | | Eine nur auf einen einzigen Ort begrenzte Darstellung findet sich in der Kirche St. Rupert in Kals am [[Großglockner (Berg)|Großglockner]] ([[Osttirol]]). Dort ist die Legende der Kirchengründung dargestellt: Rupert steht auf den Abhängen der [[Glocknergruppe]] und schleudert seinen Stab ins Tal. An der Stelle, wo der Stab im Boden stecken bleibt, lässt er eine Kirche erbauen. |
| | | | |
| − | In der Erzabtei St. Peter in Salzburg wird Rupert auch als Benediktinerabt dargestellt, weil er der erste Abt dieses Benediktinerklosters war. In Salzburg und in Hallein erinnern die [[Rupertgasse]] und der [[Rupertusplatz (Hallein)]] an ihn. | + | In der Erzabtei St. Peter in Salzburg wird Rupert auch als Benediktinerabt dargestellt, weil er der erste Abt dieses Benediktinerklosters war. In Salzburg und in Hallein erinnern die [[Rupertgasse]] und der [[Rupertusplatz (Hallein)|Rupertusplatz]] an ihn. |
| | | | |
| | == Quellen und Literatur== | | == Quellen und Literatur== |
| Zeile 52: |
Zeile 52: |
| | * [http://www.850-bad-reichenhall.de/pdf/0405.pdf Lang, Johannes: Die Auferstehung des Reichenhaller Rupertus, Heimatblätter 4/2005] | | * [http://www.850-bad-reichenhall.de/pdf/0405.pdf Lang, Johannes: Die Auferstehung des Reichenhaller Rupertus, Heimatblätter 4/2005] |
| | * [http://www.kirchen.net/portal/page.asp?id=10482 Erzdiözese Salzburg: Diözesanpatrone] | | * [http://www.kirchen.net/portal/page.asp?id=10482 Erzdiözese Salzburg: Diözesanpatrone] |
| − | * [[Andreas Hirsch]] als Word-Dokument an das Salzburgwiki gesandt | + | * [[Andreas Hirsch]] als Word-Dokument an das Salzburgwiki gesandt |
| | | | |
| | {{Zeitfolge | | {{Zeitfolge |
| Zeile 74: |
Zeile 74: |
| | [[Kategorie:Geschichte (Person)]] | | [[Kategorie:Geschichte (Person)]] |
| | [[Kategorie:Geschichte (Erzbistum)]] | | [[Kategorie:Geschichte (Erzbistum)]] |
| − | [[Kategorie:Weltanschauung]]
| |
| | [[Kategorie:Religion]] | | [[Kategorie:Religion]] |
| | [[Kategorie:Person (Kirche)]] | | [[Kategorie:Person (Kirche)]] |